Nicht nur Quartz, auch Mechanik will beim Werk-Bau von Armbanduhren gekonnt sein
Klein, aber fein – der Automatik-Chronograph von Seiko

Der japanische Uhren-Gigant Seiko ist in Deutschland hauptsächlich für seine Quarzuhren bekannt. Doch gab und gibt es auch ausgezeichnete mechanische Armbanduhren. Der Automatik Chronograph ist ein interessantes Beispiel dafür

Klein, aber fein – der Automatik-Chronograph von Seiko

Eine kleine, feine Uhr aus dem Hause des weltbekannten Quartzwerk-Fabrikanten Seiko

Dass sich seine K. Hattori & Co. Ltd. einmal zu einem der weltgrößten Uhrenhersteller entwickeln würde, daran wagte Kintaro Hattori 1881 mit Sicherheit noch nicht zu denken. Immerhin dauerte es bis ins Jahr 1924, bis der Markenname Seiko erstmals auf dem Zifferblatt einer Uhr verwendet wurde. 1892 konnte Hattori jedoch stolz die Gründung des Werkes Seikosha in  Tokio, Yanagishima, verkünden. Im Vorwort zur 10. Auflage des Exportkatalogs der „Seikosha Watch & Clock Works“ steht zu lesen, dass es sich um die einzige zeitgemäße Fabrik dieser Art in Japan handele, die mit modernsten automatischen Maschinen ausgestattet sei und täglich rund 3.000 Großuhren produziere. Zu sehen waren diese Erzeugnisse unter anderem in Wohnzimmer‑, Büro‑, Tisch‑, Kamin‑, Wecker‑ und Reiseuhren, die in einem repräsentativen Büro‑ und Ausstellungsgebäude in Ginza, dem exklusiven Einkaufsviertel Tokios ausgestellt waren. Die in dessen Turm untergebrachte Uhr war überdies aus allen Himmelsrichtungen schon von weitem erkennbar.

1917 erfolgte die Umwandlung der K. Hattori & Co. Ltd. in eine Aktiengesellschaft. Zwanzig Jahre später wurde die Daini Seikosha Co. Uhrenproduktion ins Leben gerufen, die als Vorgängerin der heutigen Seiko Instruments Co. gilt. Und 1942 kam es zur Gründung der Daiwa Kogyo Ltd., aus der später die heutige Seiko Epson Corporation hervorging.

Schneller, höher, weiter

Beinahe selbstverständlich wurde Seiko 1964 mit der offiziellen Zeitnahme bei den Olympischen Spielen in Tokio beauftragt. Für dieses Ereignis hatte das Unternehmen ganz spezielle tragbare Quarzuhren entwickelt.
Im gleichen Jahr stattete Seiko auch die Instrumententafeln des berühmten japanischen Hochgeschwindigkeitszugs „Shinkansen“ erstmals mit kompakten Quarzuhren aus. Und 1969 brachte Seiko mit dem Modell „Astron“ eine der ersten Quarz‑Armbanduhren auf den Markt. Von da an bestimmte die elektronische Quarz‑Technologie die Uhren‑Geschicke im umfassenden Seiko‑Konzern ganz entscheidend. Entsprechend weiter ging das Wachstum. Im Jahr 1979 kamen die Markennamen „Pulsar“ und „Alba“ hinzu und bereits 1981 verschaffte sich Seiko mit der Übernahme der Genfer Jean Lassale SA auch ein schweizerisches Standbein, bzw. wurde 1983 „Lorus“ eingeführt.

Der abgebildete Armband‑Chronograph mit automatischem Aufzug dürfte aus der Zeit um 1970 stammen. Er ist ausgestattet mit dem 12-linigen Automatik‑Kaliber 6138 B, bei dem der Rotor die Zugfeder in beiden Drehrichtungen spannt. Die Besonderheit dieses erstaunlich kleinen Uhrwerks besteht im Fehlen eines permanent mitlaufenden Sekundenzeigers. Zur Vervollständigung – neben diesem Uhrwerk gab es bei Seiko auch noch die automatischen Chronographen‑Kaliber 6139 und 7016.

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