A. Lange & Söhne Lange 1 Zeitzone erhält Manufakturkaliber
Die A. Lange & Söhne Lange 1 Zeitzone erhält ein Manufaktur-Handaufzugskaliber

2020 feiert die A. Lange & Söhne Lange 1 Zeitzone ihren 15. Geburtstag. Grund genug, die Weltzeituhr nicht nur ein wenig umzugestalten, sondern auch durch ein neues Uhrwerk grundsätzlich aufzuwerten. In den drei neuen Modellen des Jahres 2020 tickt nun das Handaufzugskaliber L141.1

Die A. Lange & Söhne Lange 1 Zeitzone erhält ein Manufaktur-Handaufzugskaliber

A. Lange & Söhne, Lange 1 Zeitzone, Cuvee 2020, v. l.n.r.: Weiß-, Rot- und Gelbgold

Lange 1 Zeitzone im Zeichen der Evolution

Bei der 2005 vorgestellten A. Lange & Söhne Lange 1 Zeitzone handelt es sich um eine Art Zwitter. An Heure-Universelle-Modelle (HU) mit simultaner Darstellung der Zeit in 24 Zeitzonen erinnert der äußere Städtering. Gleichwohl stellt diese Armbanduhr  nur die Lokal- und Referenzzeit dar. Das jedoch auf intelligente Weise und ausgesprochen übersichtlich. Mehr benötigt man bei der A. Lange & Söhne Lange 1 Zeitzone in der Regel auch nicht.

A. Lange Söhne Lange 1 Zeitzone Ausführung 2019 und 2020 Uhrenkosmos

Die Lange 1 Zeitzone in den Ausführungen von 2019 (links) und 2020

Beide Zeit-Zifferblätter, ein großes für die jeweilige Orts- und ein kleineres für die Heimatzeit, ergänzt je eine Tag-/Nacht-Anzeige. Und damit sind wir schon bei der ersten A. Lange & Söhne Lange 1 Zeitzone, mit dem neuen Handaufzugskaliber L141.1 einhergehenden Modifikation. Beim bislang verwendeten Kaliber L031.1 wiesen kleine Dreiecke darauf hin, ob der zugehörige Stundenzeiger Tag- oder Nachtstunden gilt. Weil man bei dieser Art der Darstellung sehr genau hinsehen musste, haben Tony de Haas und sein Team die Tag-/Nacht-Scheibe direkt unter die beiden Zeigerpaare verlegt. Überstreichen die Stundenzeiger das helle Feld, scheint sozusagen die Sonne. Wandern sie über den blauen Kreisbogen, ist es draußen mehr oder minder dunkel.

Neu und durchaus hilfreich ist des Weiteren eine Indikation, welche wissen lässt, ob der vom kleinen goldfarbenen Pfeil bei „5“ gekennzeichnete Referenzort eine Sommerzeit kennt.

In diesem Fall leuchtet es nämlich rot durch das integrierte Fenster. Heller Hintergrund signalisiert hingegen ganzjährig herrschende Standardzeit ohne Umstellung im Frühjahr und Herbst.

Ein Neues Manufakturkaliber 

Auch beim neuen Uhrwerk L141.1 mit nur einem Federhaus aber weiterhin 72 Stunden Gangautonomie lässt sich der Antrieb für die Zonenzeit-Indikation durch den Sichtboden erkennen. Wie gehabt drehen auf der Rückseite der Dreiviertelplatine. drei Zahnräder mit geschwungenen Speichen vom Typ „Fischblase“. Die lange vordere Welle eines der Räder reicht die zweite Zonenzeit durchs ganze Uhrwerk dorthin aufs Zifferblatt, wo bei der klassischen Lange 1 der kleine Sekundenzeiger rotiert. Bei der Lange 1 Zeitzone ist selbiger deutlich geschrumpft und zur „6“ des Lokalzeit-Zifferblatts gewandert.

Wie es sich gehört, ist der kleinere Stundenzeiger bei der „5“ per Drücker unabhängig verstellbar. Darüber hinaus trägt diese Armbanduhr aber auch der Tatsache Rechnung, dass Globetrotter die Lokalzeit gerne auf dem größeren und die Heimatzeit auf dem kleineren der beiden Zifferblätter bei sich tragen möchten. Und spätestens hier zeigt sich der einzigartige Clou des Ganzen: Wer beispielsweise in Erfahrung bringen möchte, wie spät es gerade im Big Apple ist, betätigt den Drücker bei „8“ so lange, bis New York gegenüber der kleinen Pfeilspitze steht. Danach lässt sich die Zeit dank eines intelligenten Synchronisierungsmechanismus unkompliziert und beliebig zwischen den beiden Zifferblättern tauschen. Mit Blick auf diese praktische Umschalt-Funktion erschließt sich nun auch die Notwendigkeit zweier Tag-Nacht-Anzeigen.

Das neue, mit allen Vorzügen der bekannten Lange 1 ausgestatteten Handaufzugskaliber L141.1 besteht aus 448 Komponenten, darunter 38 Steine. Mit von der Partie sind auch drei verschraubte Goldchatons und eine deutlich erkennbare Schwanenhals-Feinregulierung auf dem gravierten Unruhkloben. Weil A. Lange & Söhne bei der neuen Kalibergeneration eine Unruh mit variabler Trägheit und drei Hertz Frequenz verwendet, dient der Rückerzeiger zum Einstellen des Anker-Abfalls oder -besser verständlich- eines gleichförmigen Tick-Tack.

Zum Leistungsspektrum der 34,1 Millimeter großen Manufaktur-Mechanik mit 6,7 Millimeter Bauhöhe gehören ferner ein Unruhstopp, das altbekannte Lange-Großdatum sowie eine Auf-Ab-Anzeige der verbleibenden Gangreserve.

A. Lange & Söhne Lange 1 Zeitzone

Apropos: Dort, wo früher am Zifferblatt aus optischen Gründen Doppelfederhaus stand, ist jetzt  Gangreserve 72 Stundenzu lesen. Warum das im Grunde genommen nicht korrekt ist, hat der Uhrenkosmos hier schon ausgiebig erläutert. Folglich wäre es richtig gewesen, von Gangautonomie 72 Stunden zu sprechen.

A. Lange & Söhne offeriert die Neuauflage der Lange 1 Zeitzone in drei Varianten: 
Referenz 136.029, Weißgold mit schwarzem Zifferblatt, ca. 49.200 Euro
Referenz 136.032, Rotgold mit Argenté-Zifferblatt, ca. 49.200 Euro
Referenz 136.021, Gelbgold mit Champagne-Zifferblatt, limitiert auf 100 nur in Lange-Boutiquen erhältliche Exemplare, ca. 52.200 Euro

Alle eint der Gehäusedurchmesser von 41,9 Millimeter. Am Handgelenk trägt dieser Armbanduhr 10,9 Millimeter auf. Die Lieferung erfolgt mit einem Lederband.

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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