Unser Markenkosmos zum Uhrenhersteller

Porsche Design 

Die Geschichte der Porsche Design Uhren ist ungewöhnlich und sie beginnt nicht in einer klassischen Schweizer Uhrmacherwerkstatt. Stattdessen müsste man eher von einem Armaturenbrett eines Sportwagens sprechen, das bei der Entwicklung der Marke Pate stand. Genau darin liegt jedoch noch heute der besondere Charakter der Marke. Porsche Design versteht die Armbanduhr weniger als zeitmessendes Accessoire denn als funktionales Instrument – reduziert, technisch und möglichst unmittelbar ablesbar.

Dahinter steht Ferdinand Alexander Porsche, der Gestalter des Porsche 911. Nachdem er 1972 das Designstudio Porsche Design gründete, entstand noch im selben Jahr mit dem Chronograph I eines der wichtigsten Produkte der jungen Marke. Die Idee war ebenso einfach wie damals ungewöhnlich: Das Prinzip des schwarzen Cockpits sollte auf die Armbanduhr übertragen werden.

Der Chronograph I und die schwarze Uhr

Der von Orfina gefertigte Chronograph I war 1972 einer der ersten konsequent vollständig schwarz gestalteten Chronographen. Schwarzes Gehäuse, schwarzes Zifferblatt, weiße Anzeigen und ein roter Sekundenzeiger sorgten für einen starken Kontrast. Die Gestaltung folgte nicht der Mode, sondern der Funktion: Reflexionen sollten reduziert und die Anzeigen möglichst schnell erfasst werden können – ähnlich den Instrumenten eines Porsche 911.

Damit formulierte Ferdinand Alexander Porsche ein Prinzip, das Porsche Design bis heute prägt: Form folgt Funktion. Die Uhr sollte nicht dekoriert, sondern gestaltet werden.

Der Chronograph I entwickelte sich schnell über das ursprüngliche Porsche-Umfeld hinaus. Versionen wurden auch für militärische Einheiten gefertigt. Heute gehören frühe Orfina-Porsche-Design-Chronographen zu den charakteristischen Designuhren der 1970er-Jahre.

Porsche Design und IWC: Titan wird zum Uhrenmaterial

1978 begann eine besonders wichtige Phase der Markengeschichte. Porsche Design arbeitete nun mit IWC in Schaffhausen zusammen. Aus dieser Kooperation entstanden Uhren, die nicht nur gestalterisch, sondern auch technisch ungewöhnlich waren.

Zu den frühen Projekten gehörte die Compass Watch von 1978. Das Oberteil mit Uhr ließ sich hochklappen, darunter befand sich ein Kompass. Um dessen Funktion nicht zu beeinträchtigen, setzte man zunächst auf Aluminium und antimagnetische Komponenten.

Noch wichtiger war jedoch der Titanium Chronograph von 1980. Porsche Design und IWC gehörten zu den Pionieren bei der Verwendung von Titan für hochwertige Armbanduhren. Das damals vor allem aus Luft- und Raumfahrt bekannte Material war leicht, korrosionsbeständig und schwierig zu bearbeiten. Die Uhr besaß ein integriertes Titanband und nahezu unsichtbar in das Gehäuse integrierte Chronographendrücker. Titan wurde damit zu einem Material, das die Porsche-Design-Uhren über Jahrzehnte prägen sollte.

Ocean 2000: Technik vor Dekoration

Ein weiterer Klassiker der Zusammenarbeit mit IWC war die Anfang der 1980er-Jahre vorgestellte Ocean 2000. Ihre Bezeichnung war Programm: Die Taucheruhr war bis 2.000 Meter wasserdicht und kombinierte diese technische Leistungsfähigkeit mit einem ungewöhnlich schlanken Titangehäuse und integriertem Armband. Varianten wurden auch für die Bundeswehr entwickelt.

Gerade Modelle wie Titanium Chronograph und Ocean 2000 zeigen, warum Porsche Design in der Uhrengeschichte eine Sonderstellung besitzt. Es ging nicht darum, traditionelle Uhrmacherei neu zu dekorieren. Vielmehr wurden Gestaltung, Werkstofftechnik und konkrete Funktion zu einem Produkt zusammengeführt.

Die Zusammenarbeit mit IWC endete Ende der 1990er-Jahre.

Die Jahre mit Eterna

Danach begann die nächste Schweizer Phase. Die Porsche-Familie hatte Mitte der 1990er-Jahre die traditionsreiche Uhrenmarke Eterna übernommen. Von 1996 bis 2014 fertigte Eterna Porsche-Design-Uhren in Lizenz.

Auch während dieser Zeit blieb Porsche Design seinem technischen Ansatz treu. Modelle wie der Indicator, der Worldtimer oder der ungewöhnlich konstruierte Diver P’6780 spielten mit neuen Anzeigeformen, Gehäusekonstruktionen und Materialien. Gerade der 2004 vorgestellte Indicator mit mechanisch-digitaler Stoppzeitanzeige zeigte, dass Porsche Design auch kompliziertere Mechanik bewusst anders interpretieren wollte.

Porsche Design wird selbst zum Uhrenhersteller

2014 folgte ein strategisch entscheidender Schritt. Porsche Design gründete die Porsche Design Timepieces AG und übernahm damit zunehmend selbst Verantwortung für Entwicklung und Fertigung seiner Uhren. Der Timepiece No. 1 markierte den Neustart.

Es folgten eigene Kaliber wie das Porsche Design WERK 01.200, ein COSC-zertifiziertes Automatik-Chronographenwerk mit Flyback-Funktion. Damit entwickelte sich Porsche Design vom Entwurfsbüro mit wechselnden Fertigungspartnern deutlich stärker in Richtung eigenständiger Uhrenhersteller.

2026 wurde diese Entwicklung nochmals unterstrichen. Porsche Design eröffnete eine neue eigene Uhrenmanufaktur im schweizerischen Grenchen – ausgerechnet in jenem historischen Gebäude, das früher Eterna beherbergte. Die Produktion war bereits im Herbst 2025 dorthin verlagert worden.

Chronograph 1: Die Ikone bleibt

Das wichtigste Modell ist dennoch wieder jenes, mit dem alles begann. Zum 50-jährigen Jubiläum brachte Porsche Design 2022 den Chronograph 1 – 1972 Limited Edition zurück. Darauf folgte der Chronograph 1 – All Black Numbered Edition, dessen Produktion auf maximal 1.000 Exemplare pro Jahr begrenzt ist.

2025 erinnerte die Marke mit einer Titanversion an den Edelstahl-Chronographen von 1975. Seit 2026 gehört zudem der Chronograph 1 – All Titanium Numbered Edition fest zur Kollektion. Damit verbindet Porsche Design zwei historische Themen: die Gestaltung des Chronograph I mit der Titan-Kompetenz, die seit 1980 Teil der Markengeschichte ist.

Vom 911 an das Handgelenk

Noch enger wird die Verbindung zwischen Auto und Uhr bei den aktuellen Custom-built Timepieces. Porsche Design überträgt dabei das Prinzip des Fahrzeugkonfigurators auf die mechanische Armbanduhr. Gehäuse, Lünette, Zifferblattelemente, Armbänder, Nähte und teilweise sogar der Rotor lassen sich an einen Porsche 911 anpassen. Der Rotor kann beispielsweise die Gestaltung eines Porsche-Rades aufnehmen, Leder und Garn stammen aus dem Fahrzeugbereich.

Daneben entstehen regelmäßig Uhren passend zu besonderen Porsche-Modellen – vom 911 GT3 bis zum 911 Turbo S. Einige dieser Chronographen sind ausschließlich Käufern oder Besitzern des jeweiligen Fahrzeugs vorbehalten.

Porsche Design: Designmarke und Uhrenhersteller zugleich

Porsche Design nimmt damit innerhalb der Uhrenbranche eine ungewöhnliche Position ein. Die Marke kommt weder aus der klassischen Schweizer Haute Horlogerie noch aus der traditionellen deutschen Uhrmacherei. Ihre Wurzeln liegen im Industriedesign und im Automobilbau.

Gerade daraus entstanden jedoch einige bemerkenswerte Impulse: die konsequent schwarze Instrumentenuhr, der frühe Einsatz von Titan, die Ocean 2000 oder die Verbindung von Fahrzeug- und Uhrkonfiguration.

Und über allem steht noch immer die Idee Ferdinand Alexander Porsches: Eine gute Uhr muss nicht durch zusätzliche Gestaltung auffallen. Sie muss so konsequent gestaltet sein, dass nichts Überflüssiges mehr übrig bleibt.

Mehr über die neue Porsche Design Timepieces Uhrenmanufaktur in Grenchen erfahren Sie hier. 

Mehr über Porsche und Porsche Design insgesamt, gibt es auf der Seite des Herstellers hier. 

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