Unser Markenkosmos zum Uhrenhersteller
Doxa
DOXA ist eine traditionsreiche Schweizer Uhrenmarke, die heute vor allem für funktionale und farbenfrohe Taucheruhren bekannt ist. Das charakteristische tonneauförmige Gehäuse, die gezahnte Lünette mit Dekompressionstabelle, das Reiskornarmband und insbesondere das leuchtend orangefarbene Zifferblatt machen eine DOXA SUB unverwechselbar. Die bekannteste Uhr der Marke ist die 1967 vorgestellte Doxa SUB 300, die zu den einflussreichsten Taucheruhren ihrer Epoche zählt.
Gegründet wurde das Unternehmen 1889 von Georges Ducommun in Le Locle. Ducommun hatte bereits als Zwölfjähriger eine Uhrmacherlehre begonnen und eröffnete mit 21 Jahren seinen eigenen Betrieb unter dem Namen „Georges Ducommun, Fabriques DOXA“. Der Markenname leitet sich vom griechischen Wort „Doxa“ ab, das unter anderem für Ruhm oder Ansehen steht. Mit zuverlässigen Taschenuhren und technischen Zeitmessern erarbeitete sich das Unternehmen rasch einen guten Ruf.
Zu den frühen Erfolgen gehörten Auszeichnungen auf den Weltausstellungen von Lüttich 1905 und Mailand 1906. Einen wichtigen technischen Fortschritt erzielte Ducommun mit seinem 1907 patentierten Acht-Tage-Kaliber. Das robuste Uhrwerk musste nur einmal wöchentlich aufgezogen werden und eignete sich besonders für Armaturenbrettuhren. Es kam unter anderem in Rennwagen von Bugatti zum Einsatz, später aber auch in Fahrzeugen anderer Hersteller sowie in Schiffen und Flugzeugen.
Nach dem Tod des Gründers übernahm 1936 dessen Schwiegersohn Jacques Nardin, ein Enkel von Ulysse Nardin, die Unternehmensleitung. DOXA produzierte zu dieser Zeit ein breites Angebot aus Taschen-, Reise-, Tisch- und Armbanduhren. Hinzu kamen Chronographen, Wecker, Modelle mit Zeigerdatum und Uhren mit springender Sekunde. Die 1957 präsentierte Grafic setzte mit ihrem reduzierten, vom Bauhaus beeinflussten Design einen gestalterischen Akzent. Dennoch sollte erst eine Taucheruhr das Profil der Marke dauerhaft verändern.
Die Entstehung der DOXA SUB 300
Ab 1964 entwickelte ein Team um den DOXA-Manager Urs Eschle eine Uhr, die gezielt auf die Bedürfnisse von Berufs- und Sporttauchern zugeschnitten war. Beteiligt waren erfahrene Taucher und Fachleute, darunter Claude Wesly, der als einer der ersten Menschen längere Zeit in Unterwasserstationen gelebt hatte. Bei Versuchen im Neuenburgersee wurden unterschiedliche Zifferblattfarben auf ihre Ablesbarkeit geprüft. Dabei erwies sich leuchtendes Orange unter den damaligen Testbedingungen als besonders gut erkennbar.
Die 1967 auf der Basler Uhrenmesse vorgestellte Doxa SUB 300 unterschied sich deutlich von vielen damaligen Taucheruhren. Ihr breites, abgeflachtes Gehäuse schützte die Krone und bot eine große Auflagefläche am Handgelenk. Das vergleichsweise kleine Zifferblatt konzentrierte sich auf eine schnelle Ablesbarkeit. Große Leuchtflächen auf den Zeigern und ein auffälliges Feld auf dem Sekundenzeiger machten auch unter schlechten Sichtverhältnissen erkennbar, ob die Uhr noch lief.
Die wichtigste technische Besonderheit war die patentierte, einseitig drehbare Lünette. Sie verband eine Minutenskala mit Tiefenangaben auf Grundlage der damaligen Dekompressionstabellen der US Navy. Taucher konnten dadurch abschätzen, wie lange sie sich in einer bestimmten Tiefe aufhalten durften, ohne beim Aufstieg planmäßige Dekompressionsstopps einlegen zu müssen. Eine ausziehbare Armbandschließe erleichterte das Tragen über einem Tauchanzug.
1968 folgte die SUB 300T Conquistador. Sie gehörte zu den ersten serienmäßig angebotenen Taucheruhren mit einem automatischen Heliumauslassventil. Dieses sollte verhindern, dass sich während längerer Aufenthalte in Druckkammern eingedrungenes Helium bei der Dekompression im Uhrengehäuse ausdehnte und das Glas absprengte. Damit richtete sich die Conquistador besonders an professionelle Sättigungstaucher.
Jacques-Yves Cousteau und Clive Cussler
Eine wichtige Rolle für den Erfolg spielte Jacques-Yves Cousteau. Der französische Meeresforscher und Miterfinder des Aqua-Lung-Tauchgeräts war von der SUB überzeugt und sicherte sich über sein Unternehmen U.S. Divers die Vertriebsrechte für den amerikanischen Markt. Die dort angebotenen Uhren trugen zusätzlich das bekannte Aqua-Lung-Logo auf dem Zifferblatt. Cousteau und Mitglieder der Calypso-Besatzung trugen DOXA-Uhren bei Expeditionen und machten sie damit international bekannt.
Auch die Literatur trug zum Mythos bei. Der amerikanische Autor und Unterwasserforscher Clive Cussler stattete seinen Romanhelden Dirk Pitt mit einer orangefarbenen DOXA SUB aus. Seit dem ersten Dirk-Pitt-Roman von 1973 wurde die Uhr zu einem wiederkehrenden Begleiter des Abenteurers. DOXA greift diese Verbindung bis heute mit limitierten Clive-Cussler-Modellen auf.
Übernahme durch die Familie Jenny
Wie viele Schweizer Hersteller geriet DOXA während der Quarzkrise unter wirtschaftlichen Druck. Nach mehreren Veränderungen der Eigentümerstruktur verlor die Marke zeitweise an internationaler Bedeutung. 1997 übernahm die seit mehreren Generationen in der Uhrenindustrie tätige Familie Jenny die Markenrechte und verlegte den Hauptsitz nach Biel. Seit 2019 ist Romeo F. Jenny Präsident des Verwaltungsrats der Walca Group, während Jan Edöcs als CEO von DOXA Watches fungiert.
Unter der Familie Jenny konzentrierte sich DOXA zunehmend auf die Wiederbelebung der historischen SUB-Taucheruhren. Die charakteristischen Formen wurden weitgehend erhalten, technisch aber mit Saphirglas, moderner Leuchtmasse, zeitgemäßen Dichtungen und aktuellen Schweizer Automatikwerken weiterentwickelt. DOXA ist keine vertikal integrierte Manufaktur, sondern verwendet überwiegend bewährte Kaliber von Sellita. In der SUB 300 kommt ein COSC-zertifiziertes Automatikwerk mit rund 38 Stunden Gangreserve zum Einsatz.
Die aktuellen DOXA-Kollektionen
Das heutige Programm besteht nahezu vollständig aus Taucher- und Sportuhren. Die Doxa SUB 200 und die kompaktere Doxa SUB 200T bilden den Einstieg. Die SUB 300 orientiert sich besonders eng am Modell von 1967 und kombiniert das gewölbte Saphirglas mit einem COSC-zertifizierten Werk und 300 Metern Wasserdichtigkeit. Die massivere Doxa SUB 300T übernimmt das Erscheinungsbild der historischen Conquistador, erreicht heute jedoch eine Wasserdichtigkeit von bis zu 1.200 Metern.
Darüber hinaus bietet DOXA die kantigere SUB 600T, die SUB 750T und die für größere Tiefen ausgelegte SUB 1500T an. Die SUB 250T GMT ergänzt die Taucherfunktion um eine zweite Zeitzone. Automatische Chronographen werden als SUB 200 C-GRAPH und SUB 200 T.GRAPH angeboten. Hinzu kommen die militärisch inspirierte DOXA Army sowie Varianten aus Carbon, Titan und Keramik.
Ein wichtiger Bestandteil der Markenidentität von Doxa sind die fest definierten Zifferblattfarben. „Professional“ bezeichnet das klassische Orange, „Sharkhunter“ Schwarz und „Searambler“ Silber. Hinzu kommen unter anderem das dunkelblaue „Caribbean“, das gelbe „Divingstar“, das türkisfarbene „Aquamarine“ und das weiße „Whitepearl“. Diese Farbpalette wird über zahlreiche Modellfamilien hinweg angeboten und sorgt trotz der großen Zahl an Varianten für einen hohen Wiedererkennungswert.
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