Herbstauktion in Genf

Unglaubliche Chronographen in der Phillips Geneva Watch Auction November 2026

Selbst Verwöhnte werden vom Katalog zur 24. Geneva Watch Auction von Phillips am 7. und 8. November beeindruckt sein. Er bietet den unterschiedlichsten Geschmäckern einige der besten Stücke ihrer Art. Besonders Chronographen-Fans kommen mit einer sorgfältig kuratierten Auswahl voll auf ihre Kosten. Hier geht’s zu den Highlights.

von | 22.10.2026

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Edle Resonanz Chronometer von Franҫois‑Paul Journe

Nach dem großartigen Erfolg im Frühjahr überrascht es nicht, dass ein Journe Los das Cover des Herbstkatalogs von Phillips in Association with Bacs & Russo Auktion in Genf ziert. Das Titel-Los Nummer 7 der Phillips Geneva Watch Auction November 2026 ist der erste von drei Chronomètres à Résonance im Sale. Los 125 ist ein frühes „Pre‑Production“-Exemplar mit begehrtem Roségold-farbigem Zifferblatt und den typisch flachen Gehäuseboden-Gravuren der Periode.

Los 161 gehört zu einer Serie von zwölf schön gestalteten Stücken in Titan, Gold und Anthrazit, die 2007 zum zweiten Jubiläum der Journe Tokyo Boutique geschaffen wurde.

Das Titel-Los 7 hat aber alles: Es ist ein frühes Exemplar mit Messing Uhrwerk, dazu eins von nur drei Stück, die von Hand im altfranzösischen „Régence“-Muster graviert wurden. Der Kontrast der gravierten Grundplatte in Roségold zur zeitgenössischen Journe Design Architektur fesselt Liebhaber auf Anhieb.

Drei F.P. Journe Chronomètres à Résonance mit Detailaufnahmen

F.P. Journe, Chronomètres à Resonance, Los 7, ‘Régence’, est. über CHF 1 Million, 2002, Los 125, ‘Pre Production 022/99’, est. CHF 500.000 –1 Million, 1999, Los 161, ‘Tokyo Boutique’, est. CHF 400 – 800.000, 2007, ©Phillips

Simple Klarheit

Nicht jeder liebt Komplikationen. Vielleicht ist das der Grund, aus dem Patek Philippe 1932 das Modell 96 im Calatrava Gehäuse einführte. Das Modell wurde zur Legende und der Gehäuseentwurf zum Designstandard. Im Phillips Sale finden sich diverse Exemplare, deren Schönheit und Qualität auch ohne Komplikationen begeistern (Lose 17, 50, 52, 54, 128, 137, 203). Journe versteht es ebenfalls, die Puristen unter seinen Jüngern zu überzeugen.

Los 28 ist ein schönes Beispiel einer limitierten Time Only Serie in Stahl. Das auffällig schöne Zifferblatt ist aus brüniertem Damast-Waffenstahl gemacht, der vom traditionsreichen Londoner Büchsenmacher Holland & Holland geliefert wurde.

Neben ihr steht die Patek Philippe Calatrava Modell 530 aus Los 128. Auch ihr Gehäuse ist aus Stahl und das Zifferblatt ist für Fans nicht weniger beeindruckend und typisch als das der Journe: aufwendig ausgeführt in drei unterschiedlichen Silbertönen mit „Chiffre Breguet“-Stundenzeichen als Kirschen auf der Torte. Sicher werden Anhänger von Klarheit auch von der Philippe Dufour „Simplicity“ aus Los 106 begeistert sein.

F.P. Journe Holland & Holland neben Patek Philippe Calatrava Referenz 530

Los 28, F.P. Journe, Chronomètre Holland & Holland, est. CHF 80 – 160.000, 2018, lot 128, Patek Philippe Ref. 530 Calatrava, leichte Oxydation zu den Minutenperlen, est. CHF 400 – 800.000, ca. 1941, ©Phillips

Automatischer Purismus von Patek Philippe

Time Only Uhren mit automatischem Aufzug sind die logische Weiterentwicklung zu solchen mit Handaufzug. Trotzdem dauerte es bei Patek Philippe bis Mitte der 1950er Jahre, bevor das Modell 2526 verfügbar war. Das Warten hatte sich gelohnt. Verpackt in einem super-eleganten, verschraubten Gehäuse des noblen Genfer Ateliers Franҫois Baumgartner ließ sich die Zeit von einem cremefarbenen Emaillezifferblatt ablesen. Ihr Kaliber 12-600 AT war das flachste seiner Zeit und setzte mit seiner Gyromax-Glucydur Unruh neue Standards der Präzisionstechnik. Für viele ist es noch immer das schönste Automatik-Uhrwerk überhaupt.

Die 2526 war ein Renner und gehört heute zu den beliebtesten Vintage-Pateks. Trotzdem wurde die Uhr wenige Jahre später wieder eingestellt, da es Probleme mit dem Rotorlager gab. Es folgte das Modell 3428 mit dem Kaliber 27-460, verbessert mit neuer Automatik-Gruppe und einer frei schwingenden Breguet-Spirale.

Wahrscheinlich hatte der Zeitgeschmack das Design der 2526 überholt, denn vom Nachfolger 3428 wurden nur noch wenige hergestellt. Lediglich eine Handvoll davon ist bisher in Weißgold aufgetaucht. Ihre Seltenheit und Schönheit mit dem fantastisch erhaltenen Emaille-Blatt von Stern Frères und dem originalen Milanaise-Armband in Weißgold machen Los 94 zu einer wertvollen Antiquität.

Patek Philippe Ref. 2526 und Ref. 3428 mit Ansichten der Automatikwerke

Los 179 A, Patek Philippe ref. 2526 ‘Gübelin’, CHF 40 –80.000, ca. 1957, Los 94 ref. 3428, CHF 120 –240.000, ca. 1963, ©Phillips

Daytona Galore

Sehr wahrscheinlich sind Daytonas die häufigsten Uhren auf dem internationalen Sammlermarkt und der Phillips-Katalog enttäuscht auch diesmal nicht. Wertvolle ‚Paul Newmans‘ fehlen genauso wenig wie die ‚Big Red‘ und in Los 45 findet sich sogar eine ‚Tiffany Floating Porcelain Zenith‘ im Full Set.

Den Unterschied macht dieses Mal aber die sorgfältig kuratierte Sammlung von Rolex Chronographen vor der Daytona. Viele der Stücke, von denen manche noch nie öffentlich gehandelt wurden, stammen vom respektierten Sammler und Autor Pucci Papaleo, der sich über viele Jahre mit Publikationen wie ‘I Cronografi Rolex – La Leggenda’ oder ‚Ultimate Daytona‘ im Rahmen der legendären ‚Daytona Lesson One‘ Auktion einen Namen gemacht hat.

Vier seltene Rolex Daytona Chronographen aus dem Phillips Auktionskatalog

Rolex Cosmograph Daytonas, oben, Los 20 Ref. 6241 ‘Paul Newman John Player Special’, est. CHF 800.000 – 1,6 Millionen, ca. 1969, Los 131 Ref. 6264 ‘Paul Newman Lemon’, est. über CHF 1 Million, ca. 1970, unten Los 22, Ref. 6239, ‘Paul Newman Musketeer’, est. CHF 250 – 500.000, ca. 1969, Los 98 Ref. 6265 ‘Big Red’, est. CHF 50 – 100.000, ca. 1979, ©Phillips

Neue Bänke für die Auster

Rolex-Gründer und Generaldirektor Hans Wilsdorf hat in seinen Memoiren selbst umfänglich beschrieben, mit welchen Mühen die Realisierung seines Traums vom wasserfesten Armband Chronometer mit Selbstaufzug verbunden war. Weniger bekannt ist, dass er unmittelbar nach der Einführung seiner ‚Oyster Perpetual‘ nicht weniger zielstrebig die Marktführerschaft für Armband Chronographen verfolgte.

15 Jahre später hatte er sein Lebenswerk mit der Oyster Perpetual Datejust gekrönt und das ‚Rolex Oyster‘ Modell 3525 war der beliebteste Chronograph im Markt. Die Entschlossenheit Wilsdorfs wird deutlich, wenn man überlegt, warum er das Modell 2303 um 1934 als ‚piu piccolo cronografo del mondo‘ einführen konnte. Entweder war er vorher bereits größter Kunde des Ébauche Herstellers Valjoux oder er gab eine Abnahmegarantie für das neue 10 ½ ‘‘‘ Kaliber 69, die ihm Exklusivität garantierte.

Frühe Rolex Chronographen mit historischen Uhrwerkansichten

Los 23, Rolex ‘Mono Pousseur’, Ref. 2303, Blatt leicht verkratzt und gefleckt, est. CHF 50 –100.000, ca. 1934, Los 99, Rolex Oyster Chronograph ‘Prouds Sydney’ Ref. 3525, leicht geflecktes Blatt, est. CHF 250 – 500.000, ca. 1940, ©Phillips

Pre-Oyster Chronographen

Mit dem Erfolg der Patek Philippe Modelle 96 und 130 entwickelten sich Gehäuse im Calatrava Stil Mitte der 1930er Jahre zu einem Designstandard und die 2-Drücker-Konfiguration aus Start/Stop und Reset setzte sich durch. Das erkannte Rolex früh, gleichzeitig war man sich bewusst, dass das Endziel ein Chronograph im Oyster-Gehäuse sein musste.

Dem stand aber entgegen, dass wasserfeste Chronographen-Drücker noch nicht verfügbar waren. Wieder machte Wilsdorf keine Kompromisse. Nicht weniger als 5 Modelle wurden bis Mitte der 1940er Jahre in Calatrava-artigen Gehäusen unterschiedlicher Größe und Ausführung angeboten. Solche Uhren bezeichnet man heute gerne als ‚Pre-Oyster‘.

Historische Valjoux-Kaliber 69, 23, 22 und 71 mit Rolex-Referenztabelle

Auszug aus dem Katalog der Ebauche SA, das Kaliber 13‘‘’ kam auch im Oyster Chronograph 3525 zum Einsatz.

Rolex Chronographen für jedes Handgelenk

Der ‚Mono Pousseur‘ 2303 mit dem Kaliber VJ 69 wurde um 1936 mit dem 2-Drücker Modell 3055 im 30 mm Format ersetzt. Das 33 mm Modell 2811 mit dem 13‘‘‘ Kaliber VJ 23 und das 37 mm Modell 2508 mit dem 14‘‘‘ Kaliber VJ 22 wurden neu eingeführt. Kaum zwei Jahre später kam Valjoux mit einer Version des 14‘‘‘ Ébauches mit zusätzlichem 12-Stunden-Zähler heraus (VJ 71). Mit diesem Uhrwerk führte Rolex daraufhin die Modelle 3330 und 3335 ein, die sich nur durch ihre Lünetten unterschieden.
Sie erbten das 37 mm Gehäuse der Referenz 2508, die auf 35 Millimeter ‚resized‘ wurde. Gleichzeitig wurden die olivenförmigen Drücker für die gesamte Linie durch rechteckige ersetzt.

Heute findet man die 35 mm Version der 2508 am häufigsten. So scheint die Schätzung des Loses 209 trotz des schönen Zustands und der bekannten Herkunft ambitioniert. Die 3335 aus Los 24 ist dagegen eins von weniger als 20 Exemplaren (inklusive Referenz 3330), die in den letzten 10 Jahren aufgetaucht sind. Schon 2017 erzielte eine sehr ähnliche Uhr einen Preis von 600.000 Schweizer Franken (Phillips Geneva Watch Auction IV, Los 55).

Rolex Pre-Oyster Chronograph Ref. 3335 und Ref. 2508 in Gold

Los 24 Rolex Ref. 3335, est. CHF 250 –500.000, ca. 1941, Los 209, Rolex Ref. 2508, CHF 50 –100.000, ca. 1938, ©Phillips

Seltene Rolex Designer Chronographen der 30er und 40er Jahre

Wer glaubt, damit wäre der Rolex Chronographen Katalog von damals erklärt, täuscht sich gründlich. Neben ‚Pre-Oyster‘ und ‚Oyster‘ Chronographen führte Rolex noch etliche andere Modelle in allen erdenklichen Gehäuseformen ein. Viele dieser – teilweise experimentellen – Designs wurden in nur wenigen Stücken hergestellt, womöglich um den Markt zu testen.

Beispiele dafür sind die Lose 14, 100, 101 und 208. Ich kann mich nicht erinnern, Uhren wie die Modelle 3761 und 3830 je vorher in einem Auktionskatalog gesehen zu haben. Es scheint, als ob Rolex für solche Uhren damals Kooperationen mit Konzessionären eingegangen ist. Bedenkt man ihre Seltenheit, dann sind die Zifferblätter auffällig oft mit Händlernamen bedruckt.

Vier experimentelle Rolex Chronographen aus den 1930er- und 1940er-Jahren

Los 14 Rolex Ref. 3761, ‘Verga’, CHF 20 – 40.000, ca. 1938, Los 100 Rolex Ref. 3835, ‘Monetti’, est. CHF 150 – 300.000, ca. 1941, unten, Los 101 Rolex Ref. 3233, ‘Verga’, est. CHF 50 –100.000, ca. 1938, Los 208, Rolex Ref. 3830 ‘Verga’, leicht verkratzte Zähler, est. über CHF 1 Million, ca. 1941, ©Phillips

Mitte der 1940er Jahre hatte sich der ‚Rolex Oyster‘ Chronograph 3525 durchgesetzt und Lieferant Valjoux führte eine neue Generation von Uhrwerken ein. Zu dieser Gelegenheit stellte Rolex die gesamte Pre-Oyster Linie mit Ausnahme der Referenz 3055 ‚Piccolino‘ wieder ein. Der Erfolg des Oyster-Modells machte sie redundant. Die 3525 Oyster und ihr sehr viel selteneres Schwestermodell 3668 wurden durch das Modell 4500 ersetzt. Die, in nur einem Produktionslauf hergestellte Referenz 4048 mit zusätzlichem Stundenzähler wurde durch die Referenz 4537 ersetzt.

Auch die Designer Chronographen verschwanden zu dieser Zeit, mit Ausnahme der ‚Flare Lug‘ Modelle, denn Gehäuse mit ausladenden Bandanstößen waren damals gefragt (Lose 48 und 132). Das Modell 8206 im Carré Galbé Gehäuse von Gabus aus dem Jahr 1949 war der bis heute letzte Versuch eines ‚Dress Chronographen‘. Bis Mitte der 1950er Jahre waren alle ‚Non Oysters‘ aus dem Sortiment verschwunden.

Rolex Ref. 4537 in Stahl und Ref. 4062 in Gold

Los 97 Rolex ref. 4537, est. CHF 50 – 100.000, ca. 1946, Los 48 Rolex Ref. 4062, einer der ‚letzten Mohikaner‘, mit leicht fleckigem Blatt, est. CHF 45 – 90.000, ca. 1953, ©Phillips

In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre verfeinerte Rolex die Gehäuse seiner wasserfesten Oyster Chronographen mit einer abnehmbaren Lünette. Die Modelle mit Stundenzähler wurden in 2 Generationen von Uhrwerken hergestellt, bevor die Daytona kam. Die Referenzen 6234 und 6238 können beide als ‚Pre-Daytona‘ gelten, denn mit Ausnahme der Lünette sind ihre Gehäuse mit denen der ersten Daytonas baugleich. Modell 6234 erhielt als erstes ‚Kif Flektor‘ Stoßsicherungen für die Unruhwelle (Kaliber 72 A) und das Modell 6238 bekam eine Glucydur Unruh mit frei schwingender Breguet Spirale (Kaliber 72 B). Das Kaliber 72 B findet sich auch in frühen Daytonas. Die letzten Oyster Chronographen ohne Stundenzähler wurden in nur wenigen Stücken im Jahr 1958 mit der Referenz 6232 hergestellt.
Rolex Oyster Chronograph Ref. 6234 in Gold und Ref. 6238 in Stahl

Los 133 Rolex Oyster Chronograph Ref. 6234, est. CHF 150 – 300.000, ca. 1962, Los 207 Rolex Chronograph Ref. 6238, est. CHF 50 – 100.000, ca. 1964, ©Phillips

Während kein Hersteller mehr Chronographen verkaufte als Rolex, beanspruchte Patek Philippe die Rolle des Innovators für sich. Anfangs scheint man den Bedarf an Armbandchronographen noch unterschätzt zu haben. Um 1926 holte der ‚King of Complications‘ aber auf. Damals wurde der erste Schleppzeiger-Chronograph an den damaligen Präsidenten von Juventus Turin ausgeliefert. Es entstanden nur wenige ähnliche Exemplare, bevor die „Great Depression“ den Luxusmarkt paralysierte.

Erst 1938 kam Patek Philippe mit dem Modell 1436 zurück, dem ersten serienmäßig produzierten Split-Seconds-Chronographen für das Handgelenk. Damals wie heute gab es nur wenige, die sich diese Extravaganz leisten konnten, so dass die Mengen begrenzt blieben. Eigentlich kam nur Edelmetall in Frage, womit die Exemplare, die heute in Stahlgehäusen auftauchen, an eine Sensation grenzen (Los 95).

Die goldene Uhr in Los 195 wird durch ihren ‚TIFFANY & CO.‘ Schriftzug aufgewertet.

Patek Philippe Ref. 1436 aus Stahl und Gold mit Werk- und Gravurdetails

Los 95 Patek Philippe Ref. 1436 in Stahl, est. CHF 2 – 4 Millionen, leichte Materialverluste zur Grafik und zu den aufgelegten Indexen, ca. 1941, Los 195, Patek Philippe Ref. 1436 ‚TIFFANY & CO.‘ in Gold, est. CHF 400 – 800.000, aufgefrischtes Zifferblatt, ca. 1959, ©Phillips

Trotz des Erfolges von Modell 130 und der Pionierposition bei Schleppzeiger Modellen muss Patek Philippe Rolex um den Erfolg des Oyster Chronographen beneidet haben, denn 1940 kam das Modell 1463 auf den Markt. Seine wunderschönen verschraubten Gehäuse kamen von Taubert, dem Nachfolger des legendären Borgel Ateliers, das Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten verschraubten Taschenuhren-Gehäuse entwickelte.

Das neue Modell wird heute wegen seiner charakteristischen Drücker oft ‚Tasti Tondi‘ genannt. In etwa 30 Jahren wurden nur ca. 700 bis 750 Uhren hergestellt, von denen die allermeisten in Gehäusen aus Gelbgold geliefert wurden. Schon deshalb sind Exemplare in Roségold (Los 196) sehr wertvoll. In Stahl kommen kaum je welche auf den Markt (Los 179). Für Fans kann es also kaum besser kommen.

Das schön erhaltene Zifferblatt des Chronographen in Roségold verfügt über zeitlose schlanke Balkenindexe und eine seltene Pulsationsskala, die dem Stück vornehme Eleganz verleiht. Der ‚Freccero‘ Aufdruck ist für viele sozusagen das ‚Tüpfelchen auf dem i‘. Beim Chronographen im Stahlgehäuse machen die begehrten Breguet-Stundenzeichen den Unterschied – falls es überhaupt noch einen Unterschied braucht.

Patek Philippe Chronograph Ref. 1463 in Stahl und Roségold mit Detailaufnahmen

Los 179, Patek Philippe Ref. 1463 in Stahl, est. CHF 250 – 500.000, ca. 1949, Los 196 Patek Philippe Ref. 1463, in Roségold mit Pulsations Skala und Händleraufdruck, est. CHF 200 – 400.000, ca. 1954, ©Phillips

Cartier

Seit der Einführung der aktuellen Santos-Generation im Jahr 2018 erfreut sich Cartier einer bemerkenswerten Renaissance. Der Sammlermarkt hat Cartier ebenfalls wiederentdeckt, was nicht verwundert, bedenkt man die lange Geschichte ikonischer Armbanduhren wie die Santos- oder Tank-Modelle, in Kombination mit den ‚Haute Joaillerie‘ Wurzeln des Hauses. Cartier steht für außergewöhnliche Gehäuse-Entwürfe, die den jeweiligen Zeitgeist unvergleichlich auf den Punkt bringen.

Derzeit sind besonders die Designs der Londoner Dependance aus den 60er- und 70er-Jahren gefragt, allen voran die Crash. Anfangs mussten die Stücke noch englische Gehäusestempel tragen. Mittlerweile bekommt man den Eindruck, dass jede Crash, die angeboten wird, zu einem höheren Preis geht als die jeweils vorhergehende, unabhängig von Alter, Herkunft oder Größe. Gewiss werden auch die Lose 80 und 153 ihre Taxierung pulverisieren.

Cartier Crash Paris Uhren in Weißmetall und Gelbgold

Los 80, Cartier Crash Paris, est. CHF 120 – 240.000, ca. 1990, Los 153 Cartier Crash Paris, est. CHF150 – 300.000, ca. 1991, ©Phillips

Mit der Verdrängung der Taschenuhr wurde es für Häuser wie Vacheron Constantin oder Audemars Piguet schwierig, als ernsthafte Alternative zu Patek Philippe zu erscheinen. Mit wenigen Ausnahmen wurde auf die Innovationen von Patek nur reagiert. Sinnbildlich dafür steht der ewige Kalender, den Patek Philippe schon im Jahr 1941 einführte.

Bis zur Krise mechanischer Uhren in den 1970er Jahren gab es mit Ausnahme einer Handvoll Audemars keine Alternativen auf dem Markt. Als in den 1980er Jahren die Liebe zu mechanischen Uhrwerken wieder aufblühte, setzte Patek Philippe mit dem super schlanken automatisch aufgezogenen Modell 3940 wiederum die Akzente (Lose 92, 127). Zifferblätter in Goldtönen kommen bei Patek Philippe generell selten vor.

Beim Modell 3940 tragen sie dann meistens den Aufdruck von der Chronometrie Beyer in Zürich, der 1985 eine Serie von 25 Stück mit ‚Doré‘ Zifferblättern geliefert wurde. Los 92 trägt ein noch selteneres Doré-Blatt ohne Beyer-Aufdruck.

Los 127 ist ein späteres Exemplar mit einem schönen und einzigartigen ‚Sunburst Dial‘ in ‚Electric Blue‘.

Patek Philippe Ref. 3940 mit goldenem und blauem Zifferblatt

Los 92, Patek Philippe Ref. 3940J ‘Doré’, est. CHF 200 – 400.000, ca. 1985, Los 127 Patek Philippe ref. 3940P-027, ‘Special Order Bleu’, est. CHF 60 – 120.000, ca. 2020, ©Phillips

Phillips Geneva Watch Auction November 2026

Neben den beschriebenen Losen finden sich noch jede Menge anderer faszinierender Uhren im Katalog. Vintage-Fans werden vom Zustand der Rolex 6062 in Los 129 begeistert sein und Patek-Fans von der 2497 in Los 16. Dazu gibt es noch viele Große Komplikationen wie die Patek Schleppzeiger Chronographen mit ewigem Kalender aus den Losen (41, 51 und 136) oder die Tourbillons von Daniel Roth (Lose 5 und 148).
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