Unser Markenkosmos zum Uhrenhersteller

Nomos Glashütte

NOMOS Glashütte ist eine deutsche Uhrenmarke aus Glashütte. Gegründet wurde das Unternehmen 1990 von Roland Schwertner, nur wenige Monate nach dem Fall der Berliner Mauer. Aus der zunächst kleinen Marke entstand innerhalb weniger Jahrzehnte die nach Stückzahlen größte deutsche Uhrenmanufaktur. Kennzeichnend sind bis heute klare Gestaltung, vergleichsweise flache Gehäuse und ein ausgesprochen eigenständiges Verhältnis von Design, Technik und Preis.

Neustart in Glashütte

Der Name NOMOS entstand in einer besonderen Phase deutscher Uhrengeschichte. Nach der Wiedervereinigung bot sich in Glashütte die Möglichkeit, an eine traditionsreiche Uhrmacherregion anzuknüpfen und gleichzeitig etwas Neues aufzubauen. Roland Schwertner gründete NOMOS 1990. Die ersten Uhren kamen Anfang der 1990er-Jahre auf den Markt. Bereits damals war die gestalterische Richtung klar: schnörkellose Gehäuse, feine Typografie, kleine Sekunde und eine reduzierte Formensprache.

Besonders die Nomos Tangente entwickelte sich früh zum Gesicht der Marke. Ihr Design orientiert sich an sachlichen Uhrenentwürfen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wird häufig mit dem Bauhaus in Verbindung gebracht. Genau genommen reicht die gestalterische Tradition jedoch weiter und umfasst auch den Deutschen Werkbund und die klare Gebrauchsgrafik jener Zeit. Das Modell Tangente wurde zu einem der bekanntesten deutschen Uhrendesigns und steht heute für einen wesentlichen Teil des Markenerfolgs von Nomos Glashütte. 

Design als Markenkern

Dabei hat sich NOMOS nie allein über Uhrwerke definiert. Von fast gleicher Bedeutung ist das Design der Uhren. Neben der Tangente entstanden Kollektionen wie Nomos Orion, Nomos Ludwig und Nomos Tetra, später folgten die Uhren Zürich, Club, Ahoi, Metro oder Autobahn. Einige dieser Modelle greifen die gestalterische Grundidee der frühen NOMOS-Uhren auf, andere interpretieren sie deutlich moderner.

Dabei arbeitet das Unternehmen bewusst mit externen Gestaltern zusammen. Einen wichtigen Anteil an der visuellen Sprache von NOMOS hatte über viele Jahre die Berliner Designagentur Berlinerblau. Auch Designer wie Mark Braun oder Werner Aisslinger prägten einzelne Modellreihen. 

Nomos – Zulieferwerk zur eigenen Manufaktur

Technisch begann NOMOS zunächst mit Schweizer Rohwerken, die in Glashütte weiterbearbeitet wurden. Der entscheidende Schritt folgte jedoch mit dem Aufbau eigener Kaliberkompetenz. 2005 präsentierte NOMOS erstmals eigene Automatikwerke. In den folgenden Jahren erhöhte das Unternehmen die Fertigungstiefe deutlich. Heute entstehen wesentliche Komponenten der Werke in eigener Produktion in und um Glashütte.

Ein besonders wichtiger Schritt gelang 2014 mit dem NOMOS-Swing-System. Damit entwickelte das Unternehmen ein eigenes Assortiment aus Unruh, Spirale, Ankerrad und Anker. Gerade die Herstellung und Beherrschung dieser Komponenten gilt als anspruchsvoll und ist selbst unter etablierten Uhrenherstellern keineswegs selbstverständlich. Mit diesem Schritt machte sich NOMOS weitgehend unabhängig von externen Lieferanten für das regulierende Herz des Uhrwerks.

DUW und neomatik

Die hauseigenen Kaliber tragen heute die Bezeichnung DUW, kurz für Deutsche Uhrenwerke. Besonders wichtig ist das 2015 vorgestellte automatische DUW 3001. Das Werk ist nur 3,2 Millimeter hoch und ermöglicht entsprechend schlanke Automatikuhren. Trotz seiner geringen Bauhöhe verfügt es über einen beidseitig aufziehenden Rotor und das eigene NOMOS-Swing-System. Unter der Bezeichnung Nomos neomatik entstanden daraus ganze Modellfamilien. Neben dem DUW 3001 gehören heute auch Kaliber mit Datum und Weltzeitfunktion zur neomatik-Reihe. 

Typische Glashütter Merkmale wie Dreiviertelplatine, Glashütter Streifenschliff oder gebläute Schrauben verbinden sich dabei mit einer modernen, technisch reduzierten Konstruktion.

Tangente, Metro, Club und Weltzeit

Die Tangente bleibt das bekannteste Modell von NOMOS. Kaum eine andere Uhr verkörpert die Marke so klar.

Daneben hat sich die Nomos Metro, gestaltet von Mark Braun, zu einer eigenständigen modernen Linie entwickelt. Die Club richtet sich mit sportlicheren Gehäusen und Farben an ein breiteres Publikum, während die Ahoi die Idee einer robusteren NOMOS-Sportuhr verfolgt.

Mit der Zürich Weltzeit und später den neuen Nomos neomatik-Weltzeitmodellen zeigte NOMOS zudem, dass sich die reduzierte Gestaltung auch mit aufwendigeren Funktionen verbinden lässt.

Bemerkenswert bleibt dabei, dass NOMOS nur selten versucht, klassische Luxusuhrenkonventionen zu kopieren. Selbst kompliziertere Modelle behalten meist jene visuelle Leichtigkeit, die den Charakter der Marke ausmacht.

NOMOS heute

NOMOS Glashütte ist bis heute inhabergeführt und unabhängig, was ihr eine hohe Unabhängigkeit verleiht. Einerseits bietet NOMOS echte Manufakturwerke mit hoher Fertigungstiefe. Andererseits liegen viele Modelle preislich deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Schweizer Manufakturuhren.

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