Adventstradition im digitalen Gewand
Mittlerweile besitzt er bereits Tradition, der jährliche Adventskalender von Nomos Glashütte. Auch wenn vom Dezember 2025 schon einige Tage vergangen sind, mangelt es den zunächst einmal 24 digitalen Schritten durch die Welt von Nomos in Richtung Weihnachtsfest nicht an Aktualität. Wer die Türchen öffnet, erlebt 24 spannende Kurzgeschichten.

Als eine Art Bonbon begleitet jede davon ein attraktives Geschenk. Das Spektrum umfasst beispielsweise das Uhren-Sammeltetui oder den Griffelkasten von Nomos Glashütte. Mit von der Partie ist selbstverständlich auch eine mechanische Armbanduhr aus limitierter Serie – Manufakturarbeit versteht sich. Der Einstieg lohnt sich zu jeder Zeit, denn die früheren Türchen bleiben bis zum 24. Dezember für eine Teilnahme am Adventskalender geöffnet.

Das Quadrat als Gestaltungsprinzip
Wenn ich an klassische Adventskalender denke, fällt mir spontan die quadratische Form der Türchen ein, hinter denen sich die unterschiedlichsten Dinge verbergen können. Eben diesem Quadrat huldigt Nomos Glashütte seit 1992 mit einer Armbanduhr namens Nomos Tetra. Wie bei dem sächsischen Familienunternehmen üblich, handelt es sich nicht um eine Eintagsfliege. Ganz im Gegenteil: Diese augenfällige Linie ist fester Bestandteil der Kollektion. In diesem Sinne bringt auch der Herbst 2025 vier neue Nomos Tetra Origins Modelle. Nomos hat sie einprägsam Terra, Ochra, Salvia und Basalt getauft.




Beim Betrachten der kantigen Nomos Tetra Modelle mit – wie immer – farbenfrohen Zifferblättern kamen mir einige Gedanken zum Quadrat und seinen Besonderheiten.

Harmonie, Maß und Symbolkraft
Auf den Punkt gebracht hat die Angelegenheit nicht erst Nomos-Gründer Roland Schwertner, sondern bereits der Philosoph Kung-tse, vielen besser bekannt unter seinem lateinischen Namen Konfuzius. „Sich nach dem Quadrat zu richten, heißt, recht zu handeln!“ lautet eines der erkenntnisreichen Postulate des großen Lehrmeisters des chinesischen Geistes. Von ungefähr kommt diese Aussage keineswegs. Unter allen geometrischen Formen gibt es nämlich wohl nur eine, die statische Ausgewogenheit so klar repräsentiert. Kein Wunder also, dass sie zum Maßstab harmonischer Proportionen avancierte.
Die vier gleich langen Seiten des Quadrats verweisen auf die Äquivalenz der vier Jahreszeiten und der vier Himmelsrichtungen. Sie erinnern an die vier von Empedokles als unveränderlich erachteten Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde. Und auch die auffälligsten Erscheinungen des Mondes – die Mondphasen – sind gekennzeichnet durch die Zahl vier: Neumond – erstes Viertel – Vollmond – letztes Viertel. Ganz nebenbei lässt sich die Fläche des Kreises nur durch Quadratur ermitteln. Schließlich stand das Quadrat als Symbol formaler Ordnung schon immer der Architektur, dem Städtebau und dem Gebrauchsdesign Pate.

Folglich kann diese ausgewogene Form zu Recht in Anspruch nehmen, zugleich Ausdruck statischer Perfektion, Symbol ausgewogener Vollkommenheit und Maßstab harmonischer Proportionen zu sein. Im Gegensatz zur unaufhaltsamen Dynamik der Zeit strahlt sie Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Und genau diese Faktoren können in unserer gleichermaßen dynamischen wie schnelllebigen Ära für Menschen von Bedeutung sein.

Nomos Tetra Origins– moderne Interpretation einer alten Form
Weil das Quadrat die Zahl vier geradezu idealtypisch verkörpert, liegt es förmlich nahe, auch der vierten Dimension – der Zeit – durch entsprechende Gehäuse ein adäquates Antlitz zu verleihen. Damit kommen wir zur eingangs erwähnten Nomos Tetra, die statische und dynamische Elemente seit 38 Jahren in eleganter Synthese zu einem ausgeglichenen Ganzen vereint.
Ein Blick in die Archive zeigt, dass das Quadrat die Armbanduhr bereits durch deutlich mehr als ein Jahrhundert begleitet. Allerdings besaßen die ersten Modelle aus technischen und ästhetischen Gründen abgerundete oder abgekantete Ecken.


Höhen und Tiefen quadratischer Uhrengestaltung
Einen respektablen Durchbruch schaffte die Schalenform erst in den 1940er- und 1950er-Jahren – auf der Suche nach Alternativen zu dem aus der Mode fallenden Rechteck. Mit schlichtem Auftritt allein wollten es die Designer freilich nicht bewenden lassen. Zug um Zug experimentierten sie mit Bandanstößen, Flanken und Gläsern.
So entwickelte sich die quadratische Armbanduhr zu Objekten überschwänglicher Fantasie, die der Sache letztlich mehr schadeten als dienten. Irgendwann waren die Kunden des schwülstigen Auftritts überladener Modelle überdrüssig. Zudem brachten die 1950er-Jahre mit ihren Nierentischen, Peitschenlampen, String-Regalen und Cocktailsesseln eine eigene Designphilosophie hervor, zu der das klassisch-nüchterne Quadrat nicht recht passen wollte.

Die Tetra Origins – klare Formen für die Gegenwart
An der Schwelle zum dritten Jahrtausend leistete Nomos Glashütte mit der Tetra einen bemerkenswerten Beitrag zur Rückkehr des zeitbewahrenden Quadrats ans Handgelenk. In das Rennen einer damals noch jungen Marke trat die Tetra gegen die runde, nicht minder minimalistische Tangente an. Gegen deren vorgelegtes Tempo gab es keine Chance. Aber Aufgeben gehört nicht zur Nomos-Philosophie. Deshalb können all jene, die es mit Konfuzius oder anderen Aspekten des Quadrats halten, ihr Handgelenk mit neuen Varianten der Tetra zieren. Wie schon zu Beginn bietet das reduziert gestaltete Edelstahlgehäuse mit seinen doppelt getreppten Bandanstößen einen würdigen Rahmen für ins Auge stechende Zifferblätter, vor denen sich Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden drehen.


Vier neue Varianten
Terra, Ochra, Salvia und Basalt heißt das tickende Tetra-Quartett. Jede Farbvariante besticht durch einen kontrastierenden Akzent, sichtbar vor allem bei der kleinen Sekunde: Lavendel und Türkis zu Terrakotta bei Terra oder Fuchsia und Gelb zu Anthrazit bei Basalt. Sicheren Halt gewährleistet das vegane Veloursband.


Dimensionale Opulenz durfte man bei der Tetra nie erwarten – und das ist auch jetzt nicht der Fall. Mit 29,5 Millimetern Kantenlänge und 6,5 Millimetern Höhe bleibt sie dem Prinzip „klein, aber fein“ treu. Wasser bis fünf Bar bleibt außen vor. Im Inneren arbeitet sächsische Manufakturtechnik: DUW 4001 mit 23,3 Millimetern Durchmesser, 2,6 Millimetern Höhe, Glashütter Dreiviertelplatine und charakteristischen Veredelungen.


Spätestens alle 48 Stunden verlangt es nach taktilem Energienachschub. Die drei Buchstaben DUW verweisen auf das hauseigene Swing-System, welches stündlich 21.600 Halbschwingungen vollzieht.
Nicht nur bei den Maßen der Tetra übt sich Nomos in Mäßigung, sondern auch bei den Preisen.


Zur Wahl stehen Nomos Tetra Origins Ausführungen ohne und mit Saphirglas-Sichtboden. Erstere sind für 1.960 Euro wohlfeil; die Möglichkeit, der exklusiven Zeitmechanik beim Ticken zuzusehen, kostet 220 Euro Aufpreis.


So schließt sich zum Ende des Jahres 2025 der Kreis: Ein einfaches Quadrat, das seit Jahrhunderten für Klarheit steht, bewahrt auch heute die Zeit … und ein Stück Gelassenheit.











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