„Was wäre wenn?“, diese Frage bleibt nicht nur Anhängern von epischen, jahredauernden Netflix-Serien vorbehalten. Auch Uhrenliebhaber werden sich sicher gelegentlich diese Frage stellen. Wie etwa, was wäre, wenn die legendäre Hanhart 417 ES damals nicht eingestellt, sondern technisch modernisiert worden wäre? Und wenn sie modernisiert worden wäre, ob sie tatsächlich wie die neue Hanhart X Gentry Labs Red Lion Mk II aussehen würde.
Sind derlei Gedankenspiele beim Serien-Bingen durchaus hilfreich, um die regelmäßigen Längen der hektisch produzierten Serienfolgen zu überbrücken, bietet die Hanhart Red Lion Mk II den Vorteil, das Gedankenspiel, wie solch eine neue Uhr aussehen würde, konkret an der neu entstandenen Uhr zu prüfen.

Um die neue Uhr bewerten zu können, gilt es zunächst einen Blick in die Vergangenheit von Pilotenuhren und Chronographen zu werfen. Schnell wird dabei ersichtlich, dass Hanhart insbesondere in den 30er bis 60er Jahren einer der prägenden Akteure war. Denn die Marke aus dem Schwarzwald war nicht einfach nur ein Hersteller von Pilotenuhren, sondern einer der historischen Pioniere der Pilotenuhren überhaupt.
Ausgehend von der Belieferung der deutschen Luftwaffe mit Fliegerchronographen vor und während des Zweiten Weltkriegs – aus dieser Zeit stammt übrigens auch der legendäre rote Stopper – bis zur Belieferung der deutschen Luftwaffe nach dem Krieg mit den berühmten Modellen 417 ES erlangte Hanhart dank seiner Technik und Zuverlässigkeit einen ausgezeichneten Ruf. Dieser führte dazu, dass das Modell 417 ES auch in anderen Ländern bei der fliegenden Truppe im Einsatz war und durch seine soliden Toolwatch-Eigenschaften überzeugte.
Es sind eben diese Eigenschaften, die Hanhart gemeinsam mit dem Designstudio Gentry Labs bei der Gestaltung des Hanhart Red Lion Mk II Chronographen neu aufleben lassen wollte. Herausgekommen ist eine kleine, auf 200 Exemplare limitierte Edition, die die historische Fliegerchronographen-DNA aufgreift und für den robusten Alltag funktional aufwertet.


Historisches Hanhart Erbe weiterentwickelt
Die Red Lion Mk II ist daher bewusst keine reine Vintage-Neuauflage, sondern sucht aus Gründer einer verbesserten Funktionalität die technische Evolution. Das Gehäuse bleibt hierfür mit 39 mm Durchmesser und einer Bauhöhe 13,6 mm sehr kompakt. Und auch die Länge von Steg zu Steg ist mit 46 mm sehr angenehm zu tragen. Die Kombination aus satinierten und polierten Flächen des Edelstahlgehäuses gibt der Uhr wiederum einen eleganten Unterton, ohne den sportlichen Charakter der Pilotenuhr zu verwässern.
Optisch hervorgehoben ist dagegen die beidseitig drehbare Edelstahllünette. Sie verfügt über eine 12-Stunden-Skala und rastet in 24 Positionen ein. Damit ermöglicht sie durch einfaches Stellen das Ablesen einer zweiten Zeitzone oder eines Zeitintervalls.

Das Zifferblatt der Hanhart Red Lion Mk II
Das mattschwarze Zifferblatt ist, wie es sich für eine Fliegeruhr gehört, auf eine gute Ablesbarkeit und einen starken farblichen Kontrast ausgelegt. Aus Gründen der besseren Ablesbarkeit ist auch der 30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr größer als das Hilfszifferblatt der Permanentsekunde bei 9 Uhr gestaltet. Diese einst „Big Eye“-genannte Gestaltung erleichtert das Ablesen der Stoppzeit signifikant, gibt der Gestaltung der Uhr aber auch einen lässigen Vintage-Touch.
Ein Datumsfenster bei 6 Uhr vervollständigt das funktionale Zifferblatt und sorgt für die nötige Alltagstauglichkeit. Natürlich sind die Zeiger und Indexe mit reichlich Super-LumiNova Leichtmasse der Stärke C1 X2 versehen, um auch im Dunkeln eine gute Ablesbarkeit zu gewährleisten.
Dazu gesellt sich der berühmte rote Drücker, der, so zumindest der Legende nach, von den Liebsten der Piloten mit rotem Nagellack versehen, einst die Piloten davor abhalten sollte, versehentlich die Stoppzeit zurückzusetzen und so einen Absturz zu riskieren. Auf abblätternden Nagellack hat Hanhart beim Red Lion Mk II wohlweislich verzichtet. Stattdessen ist der rote Drücker aus widerstandsfähigem HyCeram gefertigt, einem Hybridkeramik-Designwerkstoff mit einer hohen Oberflächenhärte von 410 N/mm², der mikroskopisch feine Keramikpartikel mit Polymeren verbindet.


Handaufzug Chronographenkaliber AMT5100 M
Dreht man die Uhr um, offenbart sich das schön gearbeitete Handaufzugskaliber AMT5100 M aus der High-End Spezialabteilung „Sellita Manufacture AMT“. Dank des Durchmessers von 30 mm und der recht flachen Bauhöhe von lediglich 7 mm, sowie dem Wegfall des Automatik-Rotors gibt der bis 100 Meter wasserdichte Glasboden den Blick frei auf das markante, gebläute Säulenrad sowie die Unruh und Teile der Hemmung.
Ein besonderes Detail dieser Kooperation zeigt sich auf der Innenseite des Saphirglasbodens. Hier ist dezent das Gentry Labs Wasserzeichen eingearbeitet. Der verschraubte Gehäuseboden trägt zudem eine individuelle Limitierungsnummer (XXX/200), die jedes Exemplar einzigartig macht.
Der integrierte Schaltrad-Chronograph mit Flyback-Funktion bietet je nach Nutzung der Stoppfunktion eine gute Gangreserve von bis zu 58 Stunden bei einer Frequenz von 4 Hz oder 28.800 A/h. Jedes Werk wird in Gütenbach zudem sorgfältig auf +/- 0 bis +8 Sekunden feinreguliert, um Robustheit mit hoher Präzision zu vereinen.


Hanhart X Gentry Labs Red Lion Mk II Erhältlichkeit
Wie bei manch anderem Hanhart Chronographen dürfte auch beim Hanhart Red Lion Mk II Modell der Mix aus Vintage-Look, robuster Funktionalität und starker Werkausstattung etlichen Enthusiasten sehr zusagen. Verbunden mit der prominenten Partnerschaft mit dem Uhren-YouTuber TGV, ist davon auszugehen, dass die Nachfrage das Angebot womöglich übersteigen wird. Was bei einer Auflage von lediglich 200 Exemplaren weltweit nicht erstaunlich wäre.
Dazu kommt, dass der unverbindliche Preis von 2.790 Euro mit Kautschukband, bzw. 2.990 Euro mit Stahlband für einen reinrassigen Säulenradchronographen recht fair bepreist ist. Bei Interesse sollte ein Uhrenliebhaber also eher schnell ein Auge auf diesen modernen „Big Eye“-Hanhart Chronographen werfen.
Mehr Infos zur Uhr gibt es beim Hersteller Hanhart – und andere Hanhart Chronographen stellen wir im Hanhart-Markenkosmos hier bei Uhrenkosmos vor.


Hanhart X Gentry Labs Red Lion Mk II
Technische Daten im Überblick
|
Merkmal |
Details |
|
Modell |
Hanhart X Gentry Labs Red Lion Mk II Limited Edition |
|
Gehäuse |
Edelstahl (satiniert/poliert), Roter Drücker aus HyCeram |
|
Dimensionen |
Durchmesser: 39 mm Höhe: 13,6 mm Lug-to-Lug: 46 mm |
|
Glas |
Saphirglas, beidseitig entspiegelt (oben); innen entspiegelt (Boden) |
|
Boden |
Verschraubter Sichtboden aus Saphirglas mit „Gentry Labs Watermark“ |
|
Wasserdichtigkeit |
10 bar (100 m) nach DIN 8310, stoßgesichert |
|
Werk |
AMT5100 M (Basis Sellita), Handaufzug, Schaltrad-Chronograph |
|
Funktionen |
Flyback, Datum, kleine Sekunde, 30-Minuten-Zähler |
|
Gangreserve |
Mind. 58 Stunden (Frequenz: 28.800 A/h / 4 Hz) |
|
Zifferblatt |
Mattschwarz, arabische Ziffern, Big-Eye Zähler, Super-LumiNova C1 X2 |
|
Armband |
FKM-Kautschuk oder Edelstahl (Anstoßbreite: 20 mm) |
|
Limitierung |
200 Exemplare weltweit |
|
Preis |
2.790 € (Kautschuk) / 2.990 € (Edelstahl) |








die handhard chronographen sind elabore werke keine clusidur unruhe für den preis
hmm, also das Preis-Leistungsverhältlis dieser Uhr dürfte sich im Wettstreit mit vielen anderen Marken sehr gut behaupten, meine ich!
😉