In der ewigen Stadt Rom, nur einen Steinwurf vom Tiber entfernt, findet man einen besonderen Ort. Hier wird die Zeit nicht nur gemessen, sondern auch die Wunden der Zeit geheilt – zumindest bei hochwertigen Uhren. Dabei blickt, wer bei Chronoservice24 am Lungotevere dei Mellini vorbeispaziert, nicht auf verschlossene Türen, sondern direkt ins Herz einer Uhrenwerkstatt. „Laboratorio a Vista“, das gläserne Labor, nennt es das Unternehmen selbst – Transparenz als Geschäftskonzept. Das wird schnell deutlich bei einem Besuch bei den Uhrenexperten Filippo und Mateo vor Ort.
Ausgangspunkt des Besuchs ist die wichtige Frage, der sich jeder Besitzer einer Luxusuhr früher oder später stellen muss: Was passiert eigentlich mit meiner Uhr, wenn sie nach Jahren des Tragens einen Service benötigt? Bzw. was kann ich tun, um den in die Jahre gekommenen Lieblingszeitmesser in einen neuwertigen Zustand zu versetzen, ohne den Charakter der Uhr zu verändern bzw. den Wert der Vintage-Uhr zu mindern, statt zu steigern?
Die Angst vor dem „rundpolierten“ Kieselstein
Generell ist das Thema Werterhalt und Renovierung bei Uhren ein weites Feld – und ein kontroverses dazu. So bekommen insbesondere Sammler von Luxusuhren bereits oft einen erhöhten Puls, wenn sie das Wort „Gehäuseaufarbeitung“ nur hören. Denn zu oft sind Vintage-Uhren zu sehen, die nach einem Service zwar glänzen, aber ihre klare Kontur und scharfen Kanten verloren haben. Das Ergebnis: rundpolierte „Kieselsteine“, die an Wert verloren haben statt gewonnen.
Dass es auch anders geht, zeigt die römische Werkstatt am Beispiel einer Rolex Explorer II. Die reichlich mitgenommene Uhr mit sichtbaren Spuren des alltäglichen Gebrauchs wird im Video auf eindrucksvolle Weise nahezu neuwertig restauriert – wobei durch die Dokumentation der unterschiedlichen Prozesse der Unterschied zwischen simpler Politur und echter, aufwendiger Restaurierung deutlich wird.


High-Tech trifft Handwerk: Pinker Lack und Argon-Gas
Der Prozess der Gehäuseaufbereitung ist aufwendig und erfordert chirurgische Präzision. Zunächst wird das Gehäuse mit einem speziellen pinken Kontrastlack überzogen. Was wie moderne Kunst aussieht, ist ein Diagnose-Tool: Der farbige Lack macht noch die kleinste Delle und den unscheinbarsten Kratzer sichtbar.
Nach der Bedarfsanalyse folgt der hochkomplexe Prozess des Materialauftragens durch Laserschweißen. Statt Kratzer einfach wegzuschleifen – und damit die Kontur der Uhr wie Kieselsteine rund zu schleifen – werden Kerben mit frischem Stahl aufgefüllt. Dabei muss das Material aus der gleichen Legierung stammen wie das Uhrengehäuse. Damit das Metall bei der hohen Hitze nicht verbrennt oder sich verfärbt, geschieht dies unter einer Schutzatmosphäre aus Argon-Gas.
Nach dem Auftragen erfolgt der finale Schliff – das sogenannte „Lapping“ – bei dem durch das Abtragen von wenigen Mikrometern das Gehäuse eine kratzerfreie Oberfläche und präzise Kanten erhält. Soweit die Theorie. In der Praxis hängt das Ergebnis maßgeblich von der Erfahrung des Uhrmachers ab. Und natürlich vom Budget des Besitzers: Solche Restaurierungen bewegen sich schnell im vierstelligen Bereich, je nach Zustand der Uhr und Umfang der Arbeiten.

Wiederherstellen der Wasserdichtigkeit
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wasserdichtigkeit. Dabei ist es weniger der hohe Wasserdruck beim Tauchen, der problematisch ist, wie Werkstatt-Experte Mateo erklärt. Viel größer ist die Gefahr eindringender Feuchtigkeit beim Händewaschen, Duschen oder Schwimmen. Entsprechend wichtig sind das fachgerechte Einsetzen neuer Dichtungen und die anschließenden Tests auf Wasserdichtigkeit.
Die Werkstatt gibt nach bestandenen Tests eine Garantie von mindestens 2 Jahren – ein Zeitraum, der im Branchenvergleich dem üblichen Standard entspricht. Zum Vergleich: Viele Manufakturen bieten bei ihren eigenen Services ähnliche oder längere Garantiezeiten, verlangen dafür aber oft deutlich höhere Preise und haben längere Wartezeiten.
Mehr über die tatsächliche Wasserdichtigkeit und die damit verbundenen Vorgaben bei Uhren finden Sie hier auf Uhrenkosmos.com.

Lohnt sich die Restaurierung bei Chronoservice24?
Der Besuch in Rom bei Chronoservice24 zeigt: Bei der Instandsetzung von Uhren kommt es auf die Details an. Eine glänzende Optik allein reicht nicht – entscheidend ist, dass die Uhr in ihren Dimensionen und Facetten dem ursprünglichen Auslieferungszustand entspricht. Nur dann steigt der Wert statt zu sinken. Die römische Werkstatt bietet zudem eine realistische Werteinschätzung und unterstützt beim Verkauf der Uhr – ein Service, der besonders dann sinnvoll ist, wenn man sich unsicher ist, ob sich eine teure Restaurierung überhaupt lohnt. Denn nicht jede Uhr rechtfertigt den Aufwand: Bei Modellen mit geringem Marktwert können die Restaurierungskosten den Wert der Uhr übersteigen.
Im Fall der gezeigten Rolex Explorer II, einem Modell mit stabilem Marktwert, dürfte sich die Aufarbeitung lohnen. Ob das bei Ihrer Uhr auch der Fall wäre, hängt von vielen Faktoren ab: Modell, Zustand, Marktwert und persönlicher Bindung an das Stück.
Das ausführliche Uhrenkosmos Video auf Youtube zeigt den gesamten Prozess und zeigt Ihnen an Beispiel vieler kleiner weiterer Details, wie in Rom aus „alt“ „wie neu“ wird – ohne dass die Uhr ihren Charakter verliert. Hier geht es zum Video.











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