Unser Markenkosmos zum Uhrenhersteller

Tutima: Geschichte, Modelle und Kaliber

Nicht viele deutsche Uhrenmarken können auf eine Geschichte zurückblicken, die von Fliegerchronographen des Zweiten Weltkriegs über die offiziellen Pilotenuhren der NATO bis zu einer eigenen Minutenrepetition reicht. Tutima gehört dazu. Die 1927 in Glashütte entstandene Marke verbindet robuste Instrumentenuhren mit anspruchsvoller mechanischer Uhrmacherei. Ihre Geschichte führt vom sächsischen Erzgebirge nach Niedersachsen und schließlich zurück an den Gründungsort. Heute stehen sportliche Chronographen, professionelle Fliegeruhren und hochwertige Manufakturkaliber für die technische Bandbreite des Unternehmens.

Die Anfänge in Glashütte

1927 entstehen in Glashütte unter der Leitung des Juristen Dr. Ernst Kurtz die Uhren-Rohwerke-Fabrik Glashütte AG (UROFA) und die Uhrenfabrik Glashütte AG (UFAG). Ziel ist eine wirtschaftliche und technisch moderne Fertigung von Armbanduhren. Besonders zuverlässige und widerstandsfähige Modelle erhalten den Namen Tutima, abgeleitet vom lateinischen Begriff für sicher. In den folgenden Jahren entwickelt sich die Marke zu einem angesehenen Hersteller robuster mechanischer Uhren.

Besondere Bedeutung erlangen die ab 1941 gefertigten Fliegerchronographen mit dem UROFA-Kaliber 59. Das Handaufzugswerk verfügt über eine Flyback-Funktion, mit der sich eine laufende Zeitmessung durch einmaliges Betätigen des Drückers unmittelbar neu starten lässt. Die mit markanter Drehlünette und großen Drückern ausgestatteten Chronographen gehören heute zu den gesuchten historischen Fliegeruhren.

Neuanfang und NATO-Chronographen

Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutet einen tiefen Einschnitt. 1945 wird die Produktionsstätte in Glashütte zerstört. Ernst Kurtz und einige Mitarbeiter gelangen nach Westdeutschland und setzen die Uhrenfertigung zunächst unter schwierigen Bedingungen fort. In Ganderkesee bei Bremen entsteht schließlich ein neuer Unternehmensstandort. Unter dem Unternehmer Dieter Delecate, der seit den 1960er-Jahren die weitere Entwicklung prägt, wird Tutima wieder zu einer international bekannten Marke.

1984 erhält der Tutima Military Chronograph Referenz 798 eine besondere Auszeichnung: Er wird zur offiziellen Pilotenuhr der NATO. Das Modell mit dem robusten Automatik-Chronographenwerk Lémania 5100 verfügt über einen zentralen 60-Minuten-Zähler und eine besonders gut ablesbare Anzeige. Seine Konstruktion prägt die späteren Fliegerchronographen der Marke. Diese technische Tradition setzt Tutima mit modernen Modellen wie dem Flieger Legacy T5 Chronographen fort.

Rückkehr nach Glashütte

Nach der deutschen Wiedervereinigung verfolgt Dieter Delecate das Ziel, die Marke an ihren historischen Standort zurückzuführen. 2008 nimmt die neue Manufaktur in Glashütte ihren Betrieb auf. Drei Jahre später präsentiert Tutima mit der Hommage eine vollständig in Glashütte entwickelte und gefertigte Minutenrepetition. Das außergewöhnlich komplizierte Uhrwerk markiert den Aufstieg der Marke in die Haute Horlogerie.

2013 folgen die Kollektionen Saxon One, Grand Flieger, M2 und Patria. Während die Grand Flieger historische Fliegeruhren neu interpretiert, steht die M2 für besonders robuste Instrumentenuhren. Die Saxon One verbindet sportliche Gestaltung mit anspruchsvoller Chronographentechnik. Besonders interessant ist das exklusive Kaliber T521 mit zentralem Minutenzähler, dessen Konstruktion der Uhrenkosmos im Beitrag Tutima Chronographen mit zentralem Minutenzähler ausführlich erläutert.

Manufakturtechnik und sportliche Tradition

Die Patria-Kollektion repräsentiert die klassische Seite der Glashütter Manufaktur. Ihr fein finissiertes Handaufzugskaliber T617 besitzt eine Dreiviertelplatine, verschraubte Goldchatons und traditionelle Glashütter Verzierungen. Moderne Varianten aus Titan und Roségold führen diese Linie fort. Mit der Tutima Patria T626 erweitert die Marke ihre Kompetenz bei aufwendig konstruierten Manufakturwerken.

Parallel pflegt Tutima die sportliche Uhrmacherei. Die M2 Seven Seas bietet robuste Taucheruhren, während Flieger und M2 Coastline die Tradition funktionaler Instrumentenuhren fortsetzen. Auch im Segelsport engagiert sich die Marke seit vielen Jahren, unter anderem als offizieller Zeitnehmer der Kieler Woche.

Heute zählt Tutima zu den eigenständigen deutschen Uhrenherstellern, die industrielle Uhrwerktechnik und traditionelle Manufakturarbeit miteinander verbinden. Von der robusten Fliegeruhr bis zur fein dekorierten Patria reicht ein Sortiment, das die fast hundertjährige Markengeschichte widerspiegelt. Die Rückkehr nach Glashütte hat Tutima dabei nicht nur zu seinen Wurzeln zurückgeführt, sondern auch den Weg zu einer anspruchsvolleren mechanischen Uhrmacherei eröffnet.

Offizielle Website:www.tutima.com

Aktuelle Artikel zur Marke Tutima

Style-Guide Luxusuhr und Stil: Alles eine Frage der richtigen Wahl

Wer eine Luxusuhr kauft, sollte auf Proportion, Anlass und persönliche Wirkung achten – denn erst im richtigen Kontext entfaltet sie ihre volle Präsenz. Womit auch klar ist, warum Luxusuhr und Stil zusammen gehören. Und die Daumenregel zur richtigen Budgetgröße für Ihre Uhr kennen Sie bestimmt auch.

Dresswatches von Luxus bis Affordable