Unser Markenkosmos zum Uhrenhersteller

Stowa: Geschichte, Modelle und Kaliber

Die Geschichte von Stowa ist eng mit drei unterschiedlichen Traditionen deutscher Uhrmacherei verbunden: Fliegeruhren, Marinechronometer und schlichte Bauhaus-inspirierte Uhrenklassiker: Während viele Hersteller historische Vorbilder erst Jahrzehnte später für sich entdecken, kann die Marke aus dem Schwarzwald auf eigene Originale zurückgreifen. Besonders ihre Fliegeruhren aus den 1940er-Jahren und die klar gestalteten Armbanduhren der 1930er-Jahre prägen bis heute das Erscheinungsbild der Kollektion. Dabei verbindet Stowa fast 100 Jahre Firmengeschichte mit solider mechanischer Technik und einer vergleichsweise erschwinglichen Preisgestaltung.

Die Geschichte beginnt 1927, als Walter Storz in Hornberg im Schwarzwald eine Uhrenfabrikation gründet. Aus den Anfangsbuchstaben seines Nach- und Vornamens entsteht der Markenname Stowa. Bereits 1935 verlegt er das Unternehmen nach Pforzheim, einem Zentrum der deutschen Uhrenindustrie. Dort entstehen ab 1937 Armbanduhren mit schlichten Zifferblättern, klarer Typografie und einer Gestaltung, die heute dem Bauhausstil zugerechnet wird. Diese historischen Modelle bilden später die Grundlage der Kollektion Antea.

Stowa Fliegeruhren

Während des Zweiten Weltkriegs gehört Stowa zu den fünf Herstellern der großen Beobachtungsuhren für die deutsche Luftwaffe. Neben A. Lange & Söhne, Laco, Wempe und IWC fertigt das Unternehmen Fliegeruhren nach militärischen Vorgaben. Charakteristisch sind große Gehäuse, kontrastreiche Zifferblätter und die beiden Baumuster A und B. Bereits 1939 beginnt Stowa zudem mit der Fertigung von Marine-Beobachtungsuhren. Diese historischen Instrumentenuhren gehören heute zu den wichtigsten Vorbildern der Marke.

Beim Bombenangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 wird das Firmengebäude zerstört. Stowa verlagert daher die Produktion nach Rheinfelden, wo 1951 ein neues Fabrikationsgebäude entsteht. Parallel wird der Standort Pforzheim wieder aufgebaut. 1960 tritt Werner Storz, der Sohn des Firmengründers, in das Unternehmen ein und führt es über mehrere Jahrzehnte. Das Sortiment umfasst klassische Armbanduhren, Chronographen und Sportmodelle. 1963 wird der Name Seatime geschützt, der später eine wichtige Rolle bei den Taucheruhren spielt.

Stowa unter Jörg Schauer

1996 übernimmt der Uhrmacher und Designer Jörg Schauer die Marke. Er konzentriert sich auf die historischen Stärken des Unternehmens und entwickelt daraus eine zeitgemäße Kollektion mechanischer Armbanduhren. Bereits 1997 erscheint eine Neuauflage der klassischen Fliegeruhr. Es folgen die Marine mit ihren an historischen Beobachtungsuhren orientierten Zifferblättern sowie 2004 die Antea Klassik. Die 2008 wiederbelebte Stowa Partitio greift ein Modell aus den 1930er-Jahren auf. Mit Seatime und der bis 1.000 Meter wasserdichten Prodiver etabliert Stowa zudem eigenständige Sport- und Taucheruhren.

Unter Schauer gewinnt Stowa zahlreiche Auszeichnungen und baut insbesondere den Direktvertrieb aus. 2009 entsteht in Engelsbrand ein neues Produktionsgebäude mit angeschlossenem Uhrenmuseum. Neben klassischen Neuauflagen erscheinen moderne Interpretationen wie die Flieger Verus und die gemeinsam mit Designer Hartmut Esslinger entwickelte Antea back to bauhaus. Zum Markenzeichen werden die sorgfältige Verarbeitung, mechanische Schweizer Uhrwerke und eine bewusst zurückhaltende Gestaltung.

Verkauf an Tempus Arte Gruppe

2021 verkauft Jörg Schauer Stowa an die Tempus-Arte-Gruppe des Unternehmers Prof. Dr. Ulrich L. Rohde, zu der auch Lang & Heyne gehört. 2023 zieht das Unternehmen nach Pforzheim zurück und modernisiert seinen Markenauftritt. Mit dem Kaliber M1, neuen Fliegeruhren und sportlichen Chronographen erweitert Stowa seine technische und gestalterische Bandbreite. 2026 wird die Marke offizieller Zeitnahme- und Uhrenpartner der FIA World Rally Championship und präsentiert entsprechende Sondermodelle.

Heute steht Stowa für eine traditionsbewusste, aber keineswegs rückwärtsgewandte deutsche Uhrenmarke. Flieger, Marine, Antea, Partitio und die sportlichen Modelllinien bilden ein vielseitiges Sortiment. Die Marke pflegt ihr historisches Erbe, ohne sich ausschließlich darauf zu verlassen. Gerade diese Verbindung aus authentischer Geschichte, funktionaler Gestaltung und mechanischer Uhrmacherei macht Stowa zu einer eigenständigen Größe innerhalb der deutschen Uhrenindustrie.

Die Seite von STOWA und das aktuelle Portfolio an Uhrenmodellen finden Sie unter diesem Link. 

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