Unser Markenkosmos zum Uhrenhersteller

Titoni: Geschichte, Modelle und Kaliber

Titoni gehört zu den wenigen Schweizer Uhrenherstellern, die seit mehr als einem Jahrhundert unabhängig und in Familienbesitz geblieben sind. Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1919, als der Uhrmacher Fritz Schluep in Grenchen ein kleines Atelier mit drei Mitarbeitern gründet. Die ersten Uhren tragen den Markennamen Felco, später Felca. Mit zuverlässigen mechanischen Zeitmessern, solider Verarbeitung und erschwinglichen Preisen etabliert sich das Unternehmen zunächst in Europa und anschließend auf internationalen Märkten.

Eine entscheidende Rolle spielt Bruno Schluep, der 1938 in den väterlichen Betrieb eintritt. Während des Zweiten Weltkriegs gelingt es ihm, einen Großauftrag der amerikanischen Armee über 30.000 Uhren zu gewinnen. Gleichzeitig erschließt er neue Absatzmärkte im Nahen Osten und in Asien. Aus einer Partnerschaft mit dem Geschäftsmann Koh Mui Yew in Singapur entsteht 1952 die Marke Titoni. Ihr Markenzeichen, die stilisierte chinesische Pflaumenblüte Meihua, steht für Beständigkeit und Ausdauer. Während Felca zunächst vor allem in Europa und im Nahen Osten erfolgreich ist, entwickelt sich Titoni insbesondere in China und Südostasien zu einer etablierten Schweizer Uhrenmarke.

Titoni in China

Der frühe Erfolg auf dem chinesischen Markt erweist sich als strategischer Vorteil. Bereits 1960 kommt eine Liefervereinbarung mit staatlichen chinesischen Stellen zustande. Die kontinuierlich wachsende Nachfrage hilft dem Familienunternehmen, auch die schwierigen Jahre der Quarzkrise zu überstehen. Nach dem Tod von Bruno Schluep im Jahr 1981 übernimmt dessen Sohn Daniel die Unternehmensführung. Seit 2022 repräsentieren seine Söhne Marc und Olivier Schluep die vierte Generation an der Spitze des Unternehmens.

Zu den bekanntesten Titoni-Modellen gehören die 1969 vorgestellte Airmaster, der Chronograph Race King von 1971 und die Titoni Seascoper von 1979. Die Wurzeln der sportlichen Taucheruhren reichen allerdings bis zur Felca Seascoper von 1963 zurück. Heute zählen die Seascoper 600 und die Seascoper 300 zu den markanten Sportuhren des Hauses. Ergänzt wird das Sortiment unter anderem durch die eleganten Kollektionen Cosmo, Master Series und Line 1919 sowie die sportlich-moderne Impetus CeramTech.

Eigenes Titoni Manufakturkaliber T10

Einen wichtigen technischen Schritt vollzieht Titoni zum hundertjährigen Firmenjubiläum 2019. Nach sechsjähriger Entwicklungszeit präsentiert die Marke mit dem Kaliber T10 ihr erstes eigenes mechanisches Automatikwerk. Das aus 168 Komponenten bestehende Uhrwerk arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und verfügt über eine Gangreserve von 72 Stunden. Die Bauteile werden überwiegend von spezialisierten Schweizer Zulieferern gefertigt. Seit 2020 ist das T10 auch als COSC-zertifizierter Chronometer erhältlich. Seine Verwendung in der Line 1919 und der Seascoper 600 unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, über die klassische Konfektionierung von Uhren mit zugekauften Werken hinauszugehen.

Heute positioniert sich Titoni mit mechanischen Schweizer Uhren, einer eigenen Werkentwicklung und einem vergleichsweise moderaten Preisniveau zwischen traditionellen Mittelklassemarken und gehobenen Sportuhrenherstellern. Trotz der langen Geschichte ist Titoni in Europa weniger bekannt als in Asien. Gerade diese ungewöhnliche Marktstellung, verbunden mit der unternehmerischen Unabhängigkeit der Familie Schluep, macht die Marke zu einer Besonderheit der Schweizer Uhrenindustrie.

Das aktuelle Titoni Modellportfolio finden Sie direkt auf der Seite des Herstellers. 

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