Unser Markenkosmos zu
Roger Dubuis: Geschichte, Modelle und Kaliber
Zwischen traditioneller Genfer Uhrmacherkunst und spektakulären mechanischen Konstruktionen liegen bei Roger Dubuis nur wenige Jahrzehnte. Was 1995 mit klassischen Armbanduhren, anspruchsvollen Komplikationen und dem Genfer Siegel beginnt, entwickelt sich zu einer der extravagantesten Marken der Haute Horlogerie. Heute stehen skelettierte Uhrwerke, fliegende Tourbillons und expressive Gehäuse im Mittelpunkt. Dabei könnte der Gegensatz zwischen dem zurückhaltenden Uhrmacher Roger Dubuis und dem selbstbewussten Auftritt seiner Marke kaum größer sein.
Roger Dubuis: Vom Uhrmacher zum Unternehmer
Roger Dubuis wird 1938 im Schweizer Corbeyrier geboren und beginnt 1953 seine Ausbildung an der Genfer Uhrmacherschule. Nach neun Jahren bei Longines wechselt er 1966 zu Patek Philippe, wo er sich intensiv mit komplizierten Uhrwerken beschäftigt. 1980 macht er sich selbstständig und entwickelt gemeinsam mit Jean-Marc Wiederrecht anspruchsvolle Mechanismen, insbesondere retrograde Anzeigen. Eine 1989 für Harry Winston entstandene Armbanduhr mit ewigem Kalender und biretrograder Anzeige unterstreicht seine technische Kompetenz.
Am 19. Mai 1995 gründet Roger Dubuis gemeinsam mit dem portugiesischen Unternehmer Carlos Dias in Genf die Société Genevoise des Montres. Während Dubuis seine uhrmacherische Erfahrung einbringt, übernimmt Dias die wirtschaftliche Entwicklung. 1996 erscheinen die Kollektionen Hommage und Sympathie. Die Hommage orientiert sich an klassischen Armbanduhren, während die Sympathie durch ihre ungewöhnliche Gehäuseform auffällt. Beide Linien bieten anspruchsvolle Komplikationen, darunter Chronographen und ewige Kalender mit retrograden Anzeigen. Von Beginn an legt die Marke großen Wert auf das Genfer Siegel. Die ausführliche Geschichte der Gründungsjahre beschreibt der Uhrenkosmos im Beitrag 30 Jahre Roger Dubuis: So kam es zu den Uhren dieser Signatur.
Die Excalibur wird zum Markenzeichen
1999 wird das Unternehmen in Manufacture Roger Dubuis SA umbenannt. Mit der 2002 eröffneten Manufaktur in Genf baut die Marke ihre technische Unabhängigkeit aus. 2003 folgt das eigene Tourbillonkaliber RD03. Zwei Jahre später erscheint die Excalibur, die zum wichtigsten Markenzeichen wird. Große Gehäuse, geriffelte Lünetten, dreifache Bandanstöße und markante römische Ziffern prägen ihr Erscheinungsbild. Spektakuläre Konstruktionen wie das skelettierte Doppeltourbillon RD01SQ unterstreichen den technischen Anspruch.
2008 übernimmt die Luxusgütergruppe Richemont die Mehrheit an Roger Dubuis. Die Marke entwickelt sich zunehmend in Richtung expressiver Haute Horlogerie. 2013 erscheint die Excalibur Quatuor mit vier Unruh-Spirale-Systemen und fünf Differenzialen. Im selben Jahr folgt die Knights of the Round Table mit kunstvoll gestalteten Rittern der Artussage auf dem Zifferblatt. Mit der Excalibur Spider von 2015 wird die Skelettierung bis in die Gehäusekonstruktion fortgeführt.
Supersportwagen und moderne Materialien
Ab 2017 entstehen Kooperationen mit Lamborghini Squadra Corse und Pirelli. Modelle wie die Excalibur Aventador S und Excalibur Huracán übertragen Gestaltungselemente moderner Supersportwagen auf mechanische Armbanduhren. Carbon, Titan und innovative Verbundwerkstoffe ergänzen traditionelle Materialien. Der Firmengründer Roger Dubuis stirbt im Oktober 2017 im Alter von 79 Jahren. Wie eng die Marke inzwischen mit dem Motorsport verbunden ist, zeigt der Excalibur Spider Flyback Chronograph in Verde Mantis.
Haute Horlogerie ohne Zurückhaltung
Heute steht Roger Dubuis für aufwendige Manufakturkaliber, fliegende Tourbillons und eine eigenständige Formensprache. Modelle wie die Excalibur Spider Flyback Chronograph und die Orbis in Machina mit Zentraltourbillon demonstrieren die technische Kompetenz der Genfer Manufaktur. Das Genfer Siegel bleibt ein wichtiger Qualitätsmaßstab. Aus einer kleinen, klassisch orientierten Uhrenmanufaktur ist eine der extravagantesten Marken der zeitgenössischen Haute Horlogerie geworden.
Offizielle Website: www.rogerdubuis.com
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