Breiter aufgestellt
Die Inhorgenta 2027 gewinnt im Uhrenbereich sichtbar an Gewicht. Neue internationale Aussteller treffen auf bekannte Rückkehrer, dazu stärken der French Pavilion und der Salon Suisse die Uhrenhalle A1. Für den Messestandort München ist das mehr als reine Markenarithmetik: Das Spektrum reicht von klassischer Schweizer Mechanik über charakterstarke Independents bis zur leistungsfähigen Smartwatch.
Vom 19. bis 22. Februar 2027 dürfen sich Besucher des Uhrenbereichs auf einige bemerkenswerte Premieren freuen: Bremont aus Großbritannien, U-Boat aus Italien, Auguste Reymond aus der Schweiz, Cauny aus Portugal und die britische Peers Hardy Group sind erstmals dabei. Gleichzeitig kehren Frédérique Constant, Alpina und Garmin nach vorübergehender Abwesenheit zurück. Gerade auch darin sieht die Inhorgenta einen weiteren Schritt ihrer Internationalisierung.

Bremont bringt britische Uhrmacherei nach München
Von Interesse ist der Einstieg von Bremont. Die 2002 gestartete britische Marke machte sich zunächst mit robusten Fliegeruhren einen Namen. Heute entstehen die Uhren am Firmensitz in Henley-on-Thames, wo das Unternehmen 2021 ein eigenes Manufacturing & Technology Centre eröffnete. Belastbarkeit und eine ausgeprägt britische Designsprache gehören zur Marken-DNA.
Für die Inhorgenta bedeutet Bremont einen Gewinn, weil hier kein beliebiger Neuankömmling antritt. Die Marke steht für das Bemühen, britische Uhrmacherei wieder industriell und international sichtbar zu machen. Gleichzeitig passt sie mit ihrer Mischung aus Mechanik, Sportlichkeit und moderatem Luxus hervorragend zum Fachpublikum in München.

Italienische Extravaganz statt Schweizer Zurückhaltung
Einen ganz anderen Akzent setzt U-Boat. Italo Fontana gründete die Marke um die Jahrtausendwende auf Basis alter Entwürfe seines Großvaters Ilvo Fontana. Große Gehäuse, häufig links platzierte Kronen und eine kaum zu übersehende Formensprache machten U-Boat international bekannt.
Entwurf und Montage erfolgen im toskanischen Lucca, während Schweizer Werke zum Einsatz kommen. U-Boat erweitert das Münchner Angebot gerade deshalb sinnvoll, weil diese Uhren nicht nach allgemeinem Konsens suchen. In einer Zeit, in der zahlreiche Hersteller auf gefälligen Retro-Chic setzen, stehen die Italiener weiterhin für demonstrative Eigenständigkeit.

Tradition neu belebt
Historische Substanz bringt Auguste Reymond mit. Die Marke entstand 1898 in Tramelan und war eng mit der Geschichte des Rohwerkeherstellers Unitas verbunden. Seit 2019 befindet sie sich unter neuer Eigentümerschaft in Nidau. Das aktuelle Programm umfasst mechanische Modelle, darunter solche mit Handaufzug und Unitas-Kalibern, sowie quarzgesteuerte.Zeitmesser. Gerade solche kleineren unabhängigen Schweizer Anbieter tun einer Fachmesse gut. Sie stehen jenseits der großen Konzernstrukturen und geben Händlern die Chance, Sortimente mit weniger allgegenwärtigen Namen zu ergänzen.
Ähnliches gilt für Cauny. Die Marke lässt sich dokumentiert bis 1927 zurückverfolgen und besaß vor allem in Portugal und Spanien während der 1950er- bis 1970er-Jahre einen hohen Bekanntheitsgrad. 2019 übernahm das portugiesische Unternehmen Ourtime die Markenrechte und belebte Cauny neu.

Peers Hardy verbreitert das Spektrum
Peers Hardy ist streng genommen keine einzelne Uhrenmarke, sondern eine traditionsreiche britische Hersteller- und Vertriebsgruppe. Zum Portfolio gehören unter anderem Reflex Active, Radley, Spirit und Tikkers. Zudem arbeitet das Unternehmen mit Lizenzmarken. Seit 2025 verantwortet Peers Hardy auch Design, Herstellung und weltweiten Vertrieb der traditionsreichen Marke Rotary. Für die Inhorgenta ist dieser Neuzugang deshalb von Bedeutung, weil er die kommerzielle Seite des preislichen Einsteiger-Uhrenmarkts abbildet. Nicht jeder Fachhändler lebt von mechanischen Uhren im vier- oder fünfstelligen Preisbereich. Volumenmarken, Fashion Watches und vernetzte Produkte gehören ebenso zum realen Geschäft.

Smart dabei
Dass Garmin nach München zurückkehrt, zeigt, wie weit der Begriff „Uhrenmarkt“ inzwischen reicht. Garmin ist längst mehr als Hersteller elektronischer Trainingshilfen. Die aktuellen fēnix– und MARQ-Kollektionen bewegen sich bewusst in Richtung hochwertiger Tool Watch und verbinden Materialien wie Titan mit GPS-, Gesundheits-, Sport- und Kommunikationsfunktionen. Erst im Oktober 2026 erfolgte die Vorstellung der dritten MARQ-Generation. Für eine zeitgemäße Uhrenmesse wie die Inhorgenta ist dieses Segment ausgesprochen wichtig.

Frédérique Constant und Alpina sind ein wichtiges Signal
Noch mehr Aussagekraft als manche Premiere besitzt die Rückkehr von Frédérique Constant und Alpina. Beide Marken waren zuletzt 2023 auf der Inhorgenta vertreten und kommen nun gemeinsam zurück. Markus Rettig, der die Manufaktur unter anderem in Deutschland repräsentiert, begründet dies ausdrücklich mit der Weiterentwicklung der Messe, ihrem internationalen Fachpublikum und der Möglichkeit, bestehende sowie neue Handelspartner persönlich zu treffen.
Frédérique Constant hat sich als Genfer Manufaktur mit vergleichsweise zugänglichen Preisen bemerkenswert etabliert. Eigene Kaliber, Weltzeit, Flyback-Chronograph, Tourbillon oder ewiger Kalender verleihen dem 1988 gegründeten und zwischenzeitlich unter das Citizen-Dach geschlüpften Unternehmen technische Substanz.
Alpina besetzt innerhalb derselben Gruppe ein anderes Terrain. Die Marke steht für Schweizer Sportuhren, Fliegerei, Tauchen und Outdoor-Aktivitäten. Gerade diese klare Differenzierung macht das Duo für Händler interessant. Alpina wird sich in den kommenden Jahren zudem wieder stärker auf seine historische Fliegeruhren-Kompetenz konzentrieren.

Mehr Gewicht für Halle A1 Timepieces
Entscheidend für das Ganze ist freilich weniger die reine Zahl neuer Namen als deren Mischung. Mit den genannten und vielen anderen Ausstellern, darunter der erneut vertretene Salon Suisse sowie ein französischer Uhren-Pavillon avanciert die Inhorgenta 2027 nicht plötzlich zur zweiten Watches and Wonders. Das will und muss sie auch nicht werden.
München besitzt eine andere Stärke. Und das ist die unmittelbare Nähe zum Fachhandel sowie die Möglichkeit, Marken unterschiedlichster Preisklassen und Konzepte unter einem Dach zusammenzubringen. Eine Uhrenhalle gewinnt überdies an Relevanz, wenn die verschiedenen Gattungen von Fachbesuchern dort nicht nur Bekanntes wiederfinden, sondern Neues entdecken können. Genau in diese Richtung bewegt sich die Inhorgenta 2027

Inhorgenta 2027
Termin 19. – 22. Februar 2027
Messe München
Neu, bzw. wieder dabei in 2027
CAUNY
U-Boat Bremont
Alpina
Frederique Constant
Auguste Reymond
Peers Hardy
Garmin
Das waren die Aussteller im vergangenen Jahr 2026
Alexander Shorokhoff Atlantic Watches BA111OD BOCCIA TITANIUM CASIO CAVALRY Citizen The Citizen Bulova Accutron Coeur de Lion Cornavin Depancel EBEL ELYSEE ERNST & FRIENDS Francéclat Frey Wille GROH + RIPP Edelsteinschleiferei HERBELIN Herzog Holzkern ICE SA Jacques Lemans Junghans Kelton Kleckow Scout cai Nacar LEANSCHI LIP Tommy Hilfiger BOSS Calvin Klein Lacoste Mühle-Glashütte Atlanta Pierre Lannier ZEPPELIN Ruhla bauhaus bauhaus Aviation PrismaNote Proficell Rochet Time Module Ltd. TUTIMA Glashütte Koliz Vostok YEMA





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