Nichts ist beständiger als der Wandel. Besonders dann, wenn die Geschichte mancher Uhrenmodelle gut 60 Jahre in die Vergangenheit reicht. Dies zeigen auch die neuen Modelle Titoni Cosmo King und Titoni Cosmo Queen der Referenz 797 S-696 in Blau bzw. Referenz 797 S-697in Grün, bzw. der Queen Referenz 729 S-696 in Blau, bzw. Referenz 729 S-697 in Grün. Erweitert Titoni doch mit diesen Neulancierungen seine traditionsreiche Cosmo-Linie um Varianten, die, wie viele andere Uhrenmarken auch, kleine gestalterische Anleihen an aktuell im Markt sehr erfolgreiche Uhrenmodelle und Designtrends nimmt.
Wobei das Familienunternehmen aus Grenchen mit den inzwischen auch bei Frauen durchaus goutierten 40 mm großen „King“-Varianten männliche wie weibliche Uhrenliebhaber anspricht. Was angesichts der lediglich 27 mm großen Gehäuse der „Queen“-Modelle wohl nur bedingt gesagt werden dürfte. Hier dürften Frauen eindeutig im Fokus stehen. Dafür sehen Gehäusegrößen unter 30 mm an Männerhandgelenken einfach zu dürftig aus.




Titoni Cosmo King
So reicht die Modelllinie Titoni Cosmo King bis weit in die frühen 1960er-Jahre zurück, als Titoni damit eine elegante wie funktionale Automatikuhr mit Datumsanzeige vorstellte. In den ersten Ausführungen kam das Automatikkaliber AS 1895 von A. Schild zum Einsatz, ein Werk mit 25 Lagersteinen, 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und optionaler Tag- und Datumsanzeige. Dieses robuste Kaliber war nicht nur bei Titoni verbreitet, sondern wurde in jener Zeit auch von Tudor, Blancpain und weiteren Schweizer Herstellern eingesetzt, die auf die zuverlässige Konstruktion von A. Schild vertrauten.

Titoni Cosmo Queen
Die Cosmo Queen trat als weibliches Pendant zur Cosmo King spätestens Ende der 1970er-Jahre in Erscheinung. Während viele Modelle mit einem klassischen Datumsfenster bei drei Uhr ausgestattet waren, belegen erhaltene Exemplare, dass es in dieser Zeit auch Day-Date-Versionen gab. Diese Modelle zeichneten sich durch die Kombination aus Wochentags- und Datumsanzeige bei drei Uhr, eine kannelierte Lünette sowie das charakteristische Zifferblatt mit der Signatur „25 Jewels Rotomatic“ aus. Unter anderem waren bei diesen Modellen das Automatikkaliber A. Schild AS 2066 im Einsatz, mit dem Cosmo Queen Modelle bis weit in die 1980er-Jahre produziert und international vertrieben wurden.
In den 1980er-Jahren erweiterte Titoni später um die Damenlinie Cosmo 88 Lady, die den eleganten Charakter der Kollektion unterstrich. Einen weiteren Akzent setzte schließlich 1994 die Cosmo 3000, die mit einer zweiten Zeitzonenanzeige lanciert wurde und damit die funktionale Ausrichtung der Titoni Cosmo Serie erweiterte, wobei beide Uhren lediglich über eine klassische Datumsanzeige und keine Wochentag-Anzeige verfügten.

Titoni Cosmo
Ganz anders die Neuheiten des Jahres 2025 – so setzen die Titoni Cosmo King wie die Titoni Cosmo Queen auf ein strukturiertes Zifferblatt mit horizontalen Vertiefungen. Damit erzeugt die Oberflächenstruktur einen klaren, ruhigen Kontrakt zur kannelierten Lünette der überarbeiteten Cosmo Modelle. Für Klarheit und gute Ablesbarkeit sorgen zudem aufgesetzte Stundenindizes, wobei Indexe wie Zeiger großzügig mit Super-LumiNova Leuchtmasse versehen sind und so für einen gute Ablesbarkeit im Dunkeln sorgen. Eine verbesserte Sicht verspricht auch die Linse des entspiegelten Saphirglases über dem Datum. Eine Lösung, die nicht ganz unbekannt scheint und den funktionalen Anspruch der Dresswatches unterstreicht.
Dies unterstreicht bei der Cosmo King die prominente Day-Date Wochentaganzeige bei 12 Uhr, die mit einem klassischen Datum bei 3 Uhr kombiniert ist. Über diese Funktion verfügt die 27 mm große Cosmo Queen Varianten nicht. Hier sorgt lediglich ein gut ablesbares Fenster bei 3 Uhr für Klarheit beim Datum. Die Gehäuse beider Modelle sind dabei bis 100 Meter wasserdicht und verfügen über verschraubte Kronen, die als Muster das Titoni-Logo der Pflaumenblüte tragen. Statt einer Pflaumenblüte gibt es dafür bei beiden Modelllinien auf dem Rand des stählernen, verschraubten Gehäusebodens den Titoni Schriftzug sowie eine prominent geprägte Weltkugel zu bestaunen.


Cosmo King und Cosmo Queen Kaliber
Ein weiterer relevanter Unterschied zwischen Cosmo King und Cosmo Queen besteht in den Bauhöhen der Gehäuse. Während die Cosmo King einen Gehäusedurchmesser von 40 Millimetern, bzw. mit ihrer Bauhöhe von 11,45 Millimeter klassische Herrenuhrendaten aufweist, bleibt die Cosmo Queen mit ihrem 27 Millimeter großen Gehäuse bei einer Bauhöhe von 9,8 Millimeter noch unterhalb der 10 Millimeter-Schwelle.
Aufgrund der unterschiedlichen Gehäusegrößen und Funktionalität erfolgt die Zeitmessung der beiden genannten Titoni King und Titoni Queen Uhren mit unterschiedlichen Werken. Die Zeitmessung der 40 mm großen Titoni Cosmo Referenz 797 übernimmt das automatische 4 Hz Kaliber ETA 2834-2 mit bis zu 42 Stunden Gangreserve. Bei den kleineren 27 mm großen Cosmo Queen 3-Zeiger-Modellen misst hingegen das Automatik-4-Hz-Kaliber Sellita SW-100 die Zeit. Hier liegt die Gangreserve bei rund 40 Stunden.


Titoni Cosmo King und Cosmo Queen Preis
Zur Auslieferung kommen die Titoni Uhrenlinien jeweils mit einem fünfreihigen Armband aus Edelstahl, das abwechselnd satinierte und polierte Glieder aufweist. Alternativ gibt es beim 40 mm King Modell eine, insbesondere in heißen Sommermonaten angenehm zu tragende Armbandvariante aus Kautschuk. Am Handgelenk fixiert werden die Varianten mit Stahlarmband von einer Faltschließe mit seitlichen Drückern. Wer sich für die Kautschuk-Lösung begeistert, hat sich mit einer stählernen konventionellen Dornschließe zu begnügen.
Eher bürgerlich, denn königlich, ist die Preisgestaltung der beiden Uhren. So koste die Titoni Cosmo King in den Referenzen 797 S-697 mit grünem und 797 S-696 mit blauem Zifferblatt bei jeweils 1.035 Euro, bzw. 1.025 Euro mit blauem Kautschukarmband. Die Titoni Cosmo Queen mit den Referenzen 729 S-697 mit grünem und 729 S-696 mit blauem Blatt kosten jeweils 945 Euro. Kautschuk ist hier als Bandvariante nicht vorgehen. Aber was soll man von einer Uhr, die den Ausdruck „Queen“ bereits im Namen trägt, auch anderes erwarten.
Wer sich für die ganze, durchaus überraschende Geschichte der immer noch im Familienbesitz befindlichen Uhrenmanufaktur Titoni, bzw. früher auch Felca interessiert, der wird hier auf Uhrenkosmos fündig.









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