Vom Spitznamen zur Uhrenlinie
Als „Padellone“ bezeichnen italienische Sammler die Referenz 8171 aus der Zeit um 1950: einen einfachen Vollkalender mit Mondphase. Mit 38 Millimetern war sie für damalige Verhältnisse ausgesprochen groß, daher der Name – Padellone heißt nichts anderes als große Pfanne. Da Pfannen bekanntlich flach sind, darf man das durchaus als Kompliment verstehen.
Dass Rolex einen solchen Spitznamen offiziell übernimmt, wäre vor nicht allzu langer Zeit undenkbar gewesen. Gisbert Brunner erinnert sich an Zeiten, in denen Spitznamen für Rolex-Uhren in Genf fast als Sakrileg galten. Unter CEO Jean-Frédéric Dufour weht ein anderer Wind. Die Padellone ist nun eine eigene Linie in der Kollektion, abgekürzt RPP: Rolex Perpetual Padellone
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Rolex Perpetual Padellone im Video: Die Padellone Varianten und Technik
Technisch gehört sie zur Familie der 1908. Das heißt: keine Oyster, sondern eine klassische Dresswatch mit 50 Metern Wasserdichtheit, Automatikwerk und Sichtboden. Das Gehäuse misst 39 Millimeter im Durchmesser. Brunners Urteil zur Platinversion fällt ungewöhnlich deutlich aus: eine der schönsten Rolex-Uhren, die er seit Langem gesehen habe – ausgewogen, klar strukturiert, mit einem einzigartig gekörnten Zifferblatt.
Zum Start gibt es drei Ausführungen:
| Ausführung | Band | Preis |
| Everose-Gold | Lederband mit Everose-Faltschließe | 56.700 € |
| Platin | Lederband mit Platin-Faltschließe | 63.800 € |
| Everose-Gold | Settimo-Armband, sieben Reihen | 69.600 € |

Kaliber 7190: Die Erfahrung der letzten Jahre in einem Werk
Im Gehäuse arbeitet das Kaliber 7190. Kenner ordnen es sofort der Familie 71 zu, die mit dem 7140 in der Rolex 1908 begann und sich im 7135 fortsetzte – jenem Werk, das im vergangenen Jahr mit der Land-Dweller für Aufsehen sorgte. Dessen Kernstücke übernimmt das 7190: die energieeffiziente Dynapulse-Hemmung, eine Syloxi-Spirale aus temperaturstabilisiertem Silizium und eine Unruhwelle aus Keramik, dazu 5 Hertz Frequenz und die Zertifizierung als Superlative Chronometer.
Was das im Alltag bedeutet, kann Brunner aus eigener Erfahrung berichten. Seine Land-Dweller mit dem 7135 lag nach vier Wochen Tragezeit bei rund fünf Sekunden Vorgang – insgesamt, nicht pro Tag. Und weil Silizium, Dynapulse und Keramik Magnetfeldern wenig Angriffsfläche bieten, würde die Uhr nach seiner Einschätzung wohl auch einen Ausflug in den Magnetresonanztomografen überstehen. Ausprobieren muss man das nicht.

Ein Jahreskalender, der wirklich springt
Die eigentliche Neuheit ist der Kalender. Wochentag, Datum und Monat wechseln nicht schleichend über Stunden, sondern exakt um Mitternacht in weniger als einer Sekunde. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn ein Uhrwerk leistet nach Brunners Rechnung etwa ein Milliardstel PS. Für drei gleichzeitig springende Anzeigen reicht das nicht. Rolex spannt deshalb im Laufe des Tages eine Feder vor, die ihre Kraft um Mitternacht geballt abgibt. Bei Monaten mit 30 Tagen springt das Datum direkt vom 30. auf den 1. – ohne Zwischenstopp beim 31.
Als Jahreskalender muss die Uhr einmal im Jahr korrigiert werden, Ende Februar. Danach herrschen 365 Tage Ruhe. Einen ewigen Kalender vermisst Brunner nicht. Im Gespräch erläutern die beiden, warum klassische Ewige mit verteilten Schaltvorgängen und Stellverboten im Alltag oft mehr Nerven kosten, als sie sparen – etwa nach einem Transatlantikflug.
Vier Korrekturdrücker für Datum, Wochentag, Monat und Mondphase lassen sich unabhängig voneinander betätigen, und zwar jederzeit, auch um Mitternacht. „Unkaputtbar“ nennt Brunner das, typisch Rolex eben. Der passende Stift liegt bei, mit Kunststoffspitze, damit beim Abrutschen das Gehäuse heil bleibt.


Zwei Monde aus Meteorit
Die Mondphase läuft separat und kontinuierlich. Erst nach 122 Jahren weicht sie um einen Tag ab. Statt des üblichen Ausschnitts dreht sich eine blau emaillierte Scheibe mit Sternenhimmel, auf der zwei gewölbte Monde aus Meteorit sitzen: einer für den Voll-, einer für den Neumond. Die exakte Phase abzulesen, ist laut Wiederholt „Übungssache“. Den Meteoriten zu verdecken, wäre allerdings auch zu schade gewesen.
Und dann ist da noch das Mondgesicht, wie schon bei der historischen Padellone. Brunner meint darin feminine Züge zu erkennen, passend zum französischen la lune. Wer genau hinsieht, wird im Video selbst urteilen können.

Eine Ansage an die Mitbewerber
Für Brunner wertet die Rolex Padellone die Perpetual-Kollektion deutlich auf. Neben der weitverzweigten Oyster-Familie baut Rolex die elegante Dresswatch offenbar gezielt mit Komplikationen aus. Sein Fazit: Mit dieser Uhr müssten sich Mitbewerber „ziemlich warm anziehen“, denn sie biete viel fürs Geld. Wiederholt nennt sie „eine wirkliche Ansage aus dem Hause Rolex“.
Das eigentliche Problem dürfte die Verfügbarkeit sein. Ab Oktober soll die Padellone beim Fachhandel lieferbar sein. Dass sie dort lange im Schaufenster liegt, glauben beide nicht. Wartelisten halten sie für vorprogrammiert.
Im Video zeigen Gisbert L. Brunner und Peter Wiederholt die Platin- und die Everose-Version aus der Nähe, demonstrieren die Korrekturdrücker und erklären den Mitternachtssprung im Detail. Bilder am Handgelenk gibt es ebenfalls. Rund 15 Minuten für eine Uhr, über die man noch eine Weile sprechen wird.
Alle wichtigen Infos zur Rolex Padellone kurz und kompakt gibt es ansonsten hier auf Uhrenkosmos.






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