Rolex / Omega
James Bond und die Rückkehr des Nato-Strap

Was passiert, wenn Fiktion und Wirklichkeit aufeinandertreffen? Dann trägt Englands Top-Spion eine wirklich legendäre Uhr. Dabei gilt im Film wie in der Realität: Bei Geheimagenten muss es praktisch und schnell zugehen. Und hier kommt das oft unterschätzte Armband ins Spiel…

James Bond und die Rückkehr des Nato-Strap

Sean Connery trug die Rolex Submariner als Geheimagent 007 in zehn Filmen.

Welche Uhr trägt James Bond?

Leider lernten sich der 1960 verstorbene Rolex-Gründer Hans Wilsdorf und Ian Fleming, Vater der legendären Film-Figur James Bond im wirklichen Leben niemals kennen. Beide hätten sich in Sachen Uhren sicher einiges zu erzählen gehabt, denn sowohl Walsdorf als auch Fleming verstanden offensichtlich etwas von diesem Metier. In Flemings Romanen steht entsprechend zu lesen, dass 007 eine Rolex Oyster Perpetual trug. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Darüber, wie die Rolex Submariner Referenz 6538 bei den Dreharbeiten zu Dr. No hingegen ans Handgelenk von Jean Connery fand, gehen die Meinungen jedoch auseinander. Einige behaupten, Regisseur Terrence Young hätte seine persönliche Uhr zur Verfügung gestellt. Anderere vertreten wiederum die Auffassung, dass Produzent Albert R. Broccoli die Uhr schon im Vorfeld über seinen Requisiteur besorgt hätte. Doch spätestens hier zeigt sich, dass der Superagent nicht nur kämpfen, sondern auch treu sein kann. Zwischen 1962 und 1989 („Lizenz zum Töten“) trug er nämlich in zehn Streifen eine Rolex Submariner. Als jedoch 1996 nach siebenjähriger Pause „Golden Eye“ in die Kinosäle kam, blickte James Bond erstmals auf eine Omega. Dabei blieb es in allen weiteren Filmen, also auch in „Spectre“. Dennoch gibt es neben den Fähigkeiten des jeweiligen Spions ein einendes Element der Rolex Submariner aus Dr. No und der neuen Dienstuhr von 007, einer Omega Seamaster 300: Es ist das so genannte Nato-Strap.

Die Evolution der Armbänder

Bis in die 1950-er Jahre besaßen Armbanduhr-Gehäuse in der Regel feste Stege zwischen den Hörnern. Das wiederum bedingte Armbänder mit offenen Schlaufen. Für sicheren Halt sorgten dann Klammern, Druckknöpfe, Klebstoff oder auch mitgelieferter Faden, mit dem sich das Band schließlich um den Steg nähen ließ. Dann kamen die deutlich bequemeren Federstege samt Bändern mit geschlossenen Schlaufen. Das freute Otto Normalverbraucher natürlich.

Fürs Militär muss was Robustes her

Bei Armbanduhren für professionelle Einsätze (Militär, Tauchen, Sport) lagen die Dinge dagegen etwas anders. Wegen der Gefahr, dass die dünnen Stege versagten und die Uhr deshalb im Eifer des Gefechts verloren ging, lebten die festen Pendants und Armbänder mit offenen Schlaufen jedoch munter weiter. Für Militärs und Taucher eigneten sich Lederbänder übrigens nicht. Metallene Gliederbänder waren ebenfalls keine Alternative, denn sie ließen sich nicht derart verlängern, als dass die Uhr über der Montur getragen werden konnte. Zum Glück gab es seit 1937 das chemische Fasermaterial Polyamid 6,6. Das so genannte Nylon war nicht nur leicht, flexibel, elastisch und trotzdem sehr haltbar, es war zudem beständig gegen Scheuerbeanspruchungen, beliebig färbbar und dazu ausgesprochen formbeständig. Somit war der Aufstieg bunter Nylonbänder in den 1950er Jahren nur eine logische Konsequenz. Man konnte sie zudem ohne Werkzeug mit einem Handgriff abnehmen und sozusagen über Nacht waschen.

Wie das Band zu seinem Namen kam

So viele positive Eigenschaften überzeugten natürlich auch die Militärs. Die verbreitete Bezeichnung „Nato Strap“ oder „Nato Gurt“ resultiert infolgedessen aus der Tatsache, dass das britische Verteidigungsministerium u.a. für die legendäre „Mark XI“ von IWC ein offizielles Orderformular namens „G10“ auflegte. Später gab es auch unterschiedliche NATO-Lagernummern: für Army und Navy die 6645-99-124-2986, die 6645-99-527-7059 hingegen für die Royal Airforce. Alle diese Bänder waren 20 mm breit und zudem nur in Grau erhältlich. Die metallenen Armaturen bestanden des Weiteren aus verchromtem Messing. Die doppelte Führung machte natürlich auch Sinn: Sie hielt die Uhr exakt an der vorbestimmten Stelle. Auf den sehr einfachen Nylonbändern, welche in den 1960-er Jahren für kleines Geld erhältlich waren, konnte die Uhr relativ leicht hin und her rutschen.

Ein neuer Bond, eine neue Uhr

Zurück aber zur neuen Omega, die James Bond bei seinen neuesten Abenteuern tragen wird. 7007 Exemplare sind ab September 2015 in ausgesuchten Geschäften erhältlich. Das Stahlgehäuse besitzt im Gegensatz zur normalen Version mit nur einseitig drehbarer Lünette, einen Liquidmetal-Glasrand, welcher sich in beiden Richtungen verstellen lässt. Die 12-Stunden-Graduierung ermöglicht außerdem das Einstellen einer zweiten Zonenzeit. Was 007 mit diesem Zeitmesser alles anstellen wird, ist aber noch ein wohl gehütetes Geheimnis. Nachdem sie und das Master-Coaxial-Kaliber 8400 Magnetfelder von mehr als 15.000 Gaus jedoch locker wegsteckt, kann sie selbst ein Magnetresonanz-Tomograph nicht am präzisen Laufen hindern.
Wer hindert sie also noch? Lassen Sie den Bond in sich los und versuchen Sie, eine der Exemplare zu ergattern.

Die vielen Uhren des James Bond:

  • 1962: Dr. No – Gruen Precision & Rolex Submariner  NATO-Strap
  • 1963: From Russia With Love (Liebesgrüße aus Moskau) – Rolex Submariner NATO Strap
  • 1964: Goldfinger – Rolex Submariner
  • 1965: Thunderball (Feuerball)  – Rolex Submariner, Breitling Top Time
  • 1967: You Only Live Twice (Man lebt nur zweimal) – Gruen Precision ???
  • 1969: On Her Majestie’s Secret Service (Im Geheimdienst Ihrer Majestät) – Rolex Submariner & Rolex Daytona
  • 1971: Diamonds Are Forever (Diamantenfieber) – Rolex Submariner
  • 1973: Live And Let Die (Leben und sterben lassen) – Hamilton Pulsar  P2  2900 LED & Rolex Submariner
  • 1974: The Man With The Golden Gun (Der Mann mit dem Goldenen Colt) – Rolex Submariner und Rolex Cellini King Midas
  • 1977: The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte) – Seiko 0674 Quarz LCD Chronograph
  • 1979: Moonraker (Moonraker streng geheim) – Seiko M354 Memory Bank Calendar
  • 1981: For Your Eyes Only (In tödlicher  Mission) – Seiko Quarz Analog/Digital Alarm Chronograph H357 5040
  • 1983: Octopussy – Seiko G757 5020 Sports 100 LCD & Seiko TV LCD screen
  • 1985: A View To A Kill (Im Angesicht des Todes) – Seiko Chronograph
  • 1987: The Living Daylights (Der Hauch des Todes) – TAG Heuer Night Diver & Rolex Submariner
  • 1989  Licence To Kill (Lizenz zum Töten) – Rolex Submariner
  • 1996: Golden Eye – Omega Seamaster Professional
  • 1997: Tomorrow Never Dies (Der Morgen stirbt nie) – Omega Seamaster Professional
  • 1999: The World Is Not Enough (Die Welt ist nicht genug) – Omega Seamaster Professional
  • 2002: Die Another Day (Stirb an einem anderen Tag) – Omega Seamaster Professional
  • 2006: Casino Royale – Omega Seamaster Professional
  • 2008: Quantum of Solace (Ein Quantum Trost) – Omega Seamaster Planet Ocean
  • 2012: Skyfall – Omega Seamaster Aqua Terra & Planet Ocean
  • 2015: Spectre – Omega Seamaster Spectre Limited Edition > 15.000 Gauss NATO Strap

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  1. Im Gespräch mit Raynald Aeschlimann, CEO Omega | Uhrenkosmos - […] sieht, über die Jahre hinweg auch konsequent durchgezogen. Cindy Crawford ist immer noch dabei, James Bond, die NASA und…

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