Rolex und seine Produktion mechanischer Werke für Armbanduhren in Biel - Teil 2
Einheit macht stark

Am 16. Oktober 2012 eröffnete Generaldirektor Gian Riccardo Marini den vorerst letzten Bauabschnitt der Rolex Werkefabrik am Bözingenfeld. Der umbaute Raum umfasst 230.00 Kubikmeter. Damit stehen Rolex in Biel nun 400.000 Kubikmeter Produktion zur Verfügung.

Einheit macht stark

Gian Riccardo Marini, 2012 der Rolex-CEO, bei der Eröffnung des neuen Bieler Fabrikgebäudes

Ein Name, eine Uhrenfabrikation

Seit 2004, Patrick Heiniger sei Dank, ist das chronometrische Groß-Unternehmen zur Rolex SA vereint. Ab 1992 hatte der am 26. August 1950 in Argentinien geborene, 2009 kurzerhand entlassene und am 3. März 2013 in Monaco verstorbene Sohn von André Heiniger die Geschicke des Unternehmens im Eigentum der Hans-Wilsdorf-Stiftung gelenkt.

Zahlen sind in Genf traditionsgemäß Geheimsache. Aber die Jahresproduktion dürfte sich in einer Größenordnung von ungefähr 850.000 Uhren bewegen. Rolex könnte durchaus mehr Zeitmesser herstellen und, wie insbesondere die Nachfrage nach sportiven Stahluhren belegt, selbstverständlich auch mühelos verkaufen.

Aber der gegenwärtige CEO Jean-Frédéric Dufour und sein Team üben sich weiterhin in durchaus vernünftiger Zurückhaltung. Wohl wissend, dass eine Uhr weniger im Markt als von den Kunden verlangt schlichtweg und einfach besser ist als eine zu viel. Diese Denk- und Handlungsweise schafft definitiv Begehrlichkeit und hält vor allem die Preise mehr als stabil.

Zurück zu den Bieler Aktivitäten

Für schätzungsweise 2,5 Milliarden Schweizerfranken kaufte die Genfer Montres Rolex SA der Familie Borer, welche vom Wilsdorf-Partner Aegler abstammt, 2004 die Bieler Manufacture des Montres Rolex SA ab. Und damit begann, möchte man sagen, in der zweisprachigen Stadt im Herzen der Uhr-Schweiz ein neues Zeitalter. Selbiges zeigt sich am mehr als 300 Meter langen, stylischen, aber keineswegs unumstrittenen Gebäudekomplex. Von Grenchen kommend führt auf dem Weg in die Bieler Innenstadt so gut wie kein Weg an ihm vorbei. Die Kalender zeigten den 16. Oktober 2012, als der seit Mai 2011 amtierende Generaldirektor Gian Riccardo Marini den vom Bieler Architekturbüro Jan Gebert nach strengen Vorgaben des Auftraggebers entworfenen Bauabschnitt eröffnete. Unbedingte Funktionalität und Energieeffizienz standen im Pflichtenheft ganz oben.

Dafür, dass sich die rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jeder Hinsicht  wohl fühlen, trug der Arbeitgeber bei der Konzeption des neuen Bauwerks ebenfalls Sorge. Übrigens hatte das Rolex-Management im Vorfeld auch eine komplette Verlegung seiner Produktion nach Genf ins Kalkül gezogen. Eine Übersiedlung an die Rhône hätte wirklich alle Manufaktur-Aktivitäten unter nahe beieinander liegende Dächer gebracht. Aber nicht zuletzt auch aus Personalgründen wurden solche Überlegungen am Ende  wieder verworfen.

Biel bleibt Biel

Bedenken solcher Art sind künftig mit Blick auf die nachgerade imposante Fabrikationsstätte völlig unangebracht. Rolex bleibt auch unter der Ägide eines einzigen Eigentümers, der Hans-Wilsdorf-Stiftung, das, was es prinzopiell immer war: Eine Manufaktur, die in Biel ausnahmslos eigene Uhrwerke produziert und selbige an mehreren Standorten in Genf zu fertigen Zeitmessern weiterverarbeitet. Nicht weniger als 400.000 Kubikmeter umbauter Raum stehen gegenwärtig im Kanton Bern zur Verfügung. Davon entfallen auf den zuletzt fertiggestellten Komplex 230.000 Kubikmeter. Zur besseren Orientierung heißen die sieben unterirdisch miteinander verbundenen Gebäude BA, BB, BC, BD, BE, BH und BI. Das weitläufige Ensemble beinhaltet alles, was es zur Entwicklung und Fertigung hoch präziser mechanischer Uhrwerke braucht. Eine Forschungsabteilung gibt es ebenso wie die unverzichtbare Aministration vor Ort.

Wer sich in Biel unter der Erde von einem Gebäudeteil zum anderen begibt, muss genau Spur halten. Sonst könnte man Marcel in die Quere kommen. Die durch eine unübersehbare gelbe Line abgetrennte Seite des Ganges ist mobilen Robotern vorbehalten. Völlig selbststätig transportieren sie rohe und fertige Komponenten sowie die komplettierten Uhrwerke durch den langgestreckten schwarzen Riesen.  Wird fortgesetzt.

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