Besondere Uhren von kleinen Manufakturen
Understatement ist der wahre Luxus bei Armbanduhren

Diesen Armbanduhren agieren nach dem Motto „Unterschätzen als Vorteil“. Zurückhaltend, kultiviert, subtil, aber auf den zweiten zeigen sie ihren wahren – starken Charakter. Warum Sie bei diesen Vieren genauer hinschauen sollten, verraten wir Ihnen hier. Aber Bescheidenheit ist mitunter eine teure Tugend!

Understatement ist der wahre Luxus bei Armbanduhren

Assoziationen mit dem nächtlichen Polarlicht sind so erwünscht wie namensgebend: Das Modell "Boréal“ von Laurent Ferrier

Folge dem Licht

Eine Lichtemissionsdiode unterstützt obendrein Zeitgenossen mit Interpretationsproblemen. Leuchtet sie grün, ist alles in Ordnung. Handlungsbedarf besteht dementsprechend bei Rot. Dann hilft die rückseitig zugängliche Einstellschraube beim Nachjustieren des Gangreglers. Durch Drehen kann die aktive Länge der Unruhspirale einerseits verlängert (Nachgehen) oder andererseits verkürzt (Vorgehen) werden. Nichts anderes tun übrigens Uhrmacher, wenn sie den Rückerzeiger eines klassischen mechanischen Uhrwerks verschieben.

Email vorne und hinten

Das emaillierte Zifferblatt der „GMT-6“ von Kari Voutilainen besticht dagegen durch Farbenfreude. Im Zentrum rotieren Zeiger für Stunden und Minuten. Bei der „6“ dreht konzentrisch zum kleinen Sekundenzeiger eine 24-Stunden-Scheibe mit farblicher Tag-/Nacht-Differenzierung. Eine transluzide Emailschicht bedeckt dabei den äußeren Scharnierboden ihres 39-Millimeter-Platinghäuses. Nach dem Öffnen springt das tickende Oeuvre aus eigener Fertigung des finnischen Uhrmachers förmlich ins Auge. Sein konstruktives Interesse gilt zunächst robuster Ausführung der ausnahmslos konventionell tickenden Uhrwerke, überdies gepaart mit technischer Raffinesse. Letztgenanntes äußert sich indes beim 30 Millimeter großen und 5,6 Millimeter hohen Handaufzugskaliber in Gestalt einer neuen Direkt-Impuls-Hemmung mit zwei Hemmrädern. Den 2,5-Hertz-Zeittakt diktieren dabei eine ausladende Unruh mit variablem Trägheitsmoment und massivgoldenen Masselots sowie die zugehörige Breguetspirale. Die im Federhaus gespeicherten Kraftreserven reichen schließlich 65 Stunden lang.

 Leuchten auf Knopfdruck

Frauen mit dem nötigen Kleingeld, welche für ihr Handgelenk deshalb das wahrhaft Außergewöhnliche suchen, kommen hingegen bei Van Cleef & Arpels, auf ihre Kosten. Der Pariser Edeljuwelier mit uhrmacherischer Kompetenz hat dafür einen Mechanismus zum Patent angemeldet, welcher sechs Diamanten rechts unten am Aventurin-Zifferblatt in brillantem Glanz erstrahlen lässt. Dafür aktiviert die Betätigung des Drückers bei „8“ zunächst ein piezoelektrisches Element mit Keramikstreifen. Der so erzeugte Strom lässt danach kleine Leuchtdioden und damit auch die vor ihnen positionierten Diamanten vier Sekunden lang aufblitzen. Entschleunigt präsentiert sich auch die rein mechanisch dargestellte Zeit, dargestellt durch den einzigen Zeiger der weißgoldenen Midnight Nuit Lumineuse“. Selbiger wandert im Laufe von zwölf Stunden nach oben. Dort angekommen, springt er anschließend blitzschnell nach unten zurück. Uhrmacher sprechen daher von einer retrograden Indikation.

Schlichtes Design als hohe Kunst

Bescheidenheit ist eine Lebenseinstellung. Wer die Uhren von Laurent Ferrier trägt, hat Protzen ganz sicher nicht nötig. Die hohen inneren Werte der Uhren von Laurent Ferrier erschließen sich dementsprechend auch erst auf den zweiten Blick. Der Meister-Uhrmacher hat zunächst viele Jahre seines Lebens in den Ateliers der Genfer Nobelmanufaktur Patek Philippe verbracht. Seit 2010 entstehen nunmehr aber eigene Uhren im Verbund mit externen Zulieferern.

Am Anfang der noch sehr überschaubaren Kollektion stand zunächst die „Galet“. Während des SIHH 2016 konnten wir sie als „Boréal“ mit sehr nostalgisch anmutender Optik in Augenschein nehmen. Wie auch alle anderen Uhren mit dieser Signatur entsteht natürlich auch diese Armbanduhr in Kleinstserie. Immer unter der Prämisse klaren Designs, dazu klassischer Konstruktionsprinzipien und ebenso feinster handwerklicher Realisation. Neben dem kissenförmigen Gehäuse erinnert auch das sehr speziell gestaltete Leuchtzifferblatt mit markanter Indexierung an die 1930er Jahre. Die uhrmacherische Delikatesse findet sich jedoch in der Edelstahl-Schale mit 41 Millimeter Kantenlänge.

Ein Sichtboden offenbart die inneren Werte

Beim Blick durch den Sichtboden auf das 14-linige Kaliber 229.01 sticht zunächst der unter einer langen Brücke stoßgesichert gelagerte Mikrorotor für den Selbstaufzug hervor. 72 Stunden Gangautonomie gewährleistet der voll gespannte Federspeicher. Nicht minder auffällig ist auch die Glucydur-Unruh mit variablem Trägheitsmoment, welche stündlich 21.600 Halbschwingungen vollzieht. Genaueres Hinschauen verlangt indes die weitgehend im Verborgenen wirkende Hemmung. Durch die Lupe erkennt man aber zwei aus Silizium gefertigte Ankerräder. Die erteilten Impulse erfolgen in diesem Fall auf direktem Weg. Genauer gesagt handelt es sich um ein „Echappement Naturel“, sprich eine außergewöhnliche Hemmung mit konstanter Kraft, erfunden von Abraham-Louis Breguet.

Kurbeln für die Präzision

Wer beispielsweise wissen möchte, wie genau seine Armbanduhr geht, kann ihre Zeitanzeige beispielsweise mit der Atomuhr-App im Smartphone vergleichen. Weicht sie stark von der Norm ab, muss meist ein Uhrmacher helfen. Nicht so jedoch beim neuen EMC „Time Hunter“. Urwerk offeriert ihn in zwei limitierten Editionen. Lediglich 15 Stück gibt es von der Version mit unbehandeltem Titan/Stahl-Gehäuse und ebenso weitere 15 von der Titan-/Stahl-Ausführung mit militärgrüner Keramikbeschichtung. Präzisionsfans können das darin verbaute Handaufzugswerk mit Bordmitteln an die individuellen Tragegewohnheiten anpassen und so auf bestmögliche Ganggenauigkeit trimmen.

Die Funktion des Ganzen ist jedoch keine Hexerei. Zunächst heißt es, die rechts oben am Gehäuse befestigte Kurbel drehen. Dadurch erzeugen die künftigen Besitzer elektrische Energie, welche anschließend ein Kondensator speichert. Nun kann eine integrierte elektronische Zeitwaage die konventionelle Mechanik mit zwei Federhäusern und 80 Stunden Gangautonomie checken. Das Resultat der Messungen stellt danach eine spezielle EMC-Anzeige links oben im Zifferblatt dar. Nach dem Kurbeln deutet ihr Zeiger idealer Weise entweder auf „δ“, was „Prozess im Gang“ signalisiert. „P“ indes weist auf ungenügenden Energievorrat hin. In letztgenanntem Fall heißt es deshalb weiter drehen. Stimmt der Elektro-Haushalt letztlich, lässt ein Zeiger die aktuelle Ganggenauigkeit im Spektrum zwischen täglich minus und plus 15 Sekunden wissen und dazu die Amplitude der Unruhschwingungen. Eine anhaltend niedrige Amplitude ist jedoch Indiz dafür, dass dem Uhrwerk eine Revision zuteil werden sollte.

Kurbeln für die Präzision

Wer beispielsweise wissen möchte, wie genau seine Armbanduhr geht, kann ihre Zeitanzeige beispielsweise mit der Atomuhr-App im Smartphone vergleichen. Weicht sie stark von der Norm ab, muss meist ein Uhrmacher helfen. Nicht so jedoch beim neuen EMC „Time Hunter“. Urwerk offeriert ihn in zwei limitierten Editionen. Lediglich 15 Stück gibt es von der Version mit unbehandeltem Titan/Stahl-Gehäuse und ebenso weitere 15 von der Titan-/Stahl-Ausführung mit militärgrüner Keramikbeschichtung. Präzisionsfans können das darin verbaute Handaufzugswerk mit Bordmitteln an die individuellen Tragegewohnheiten anpassen und so auf bestmögliche Ganggenauigkeit trimmen.

Die Funktion des Ganzen ist jedoch keine Hexerei. Zunächst heißt es, die rechts oben am Gehäuse befestigte Kurbel drehen. Dadurch erzeugen die künftigen Besitzer elektrische Energie, welche anschließend ein Kondensator speichert. Nun kann eine integrierte elektronische Zeitwaage die konventionelle Mechanik mit zwei Federhäusern und 80 Stunden Gangautonomie checken. Das Resultat der Messungen stellt danach eine spezielle EMC-Anzeige links oben im Zifferblatt dar. Nach dem Kurbeln deutet ihr Zeiger idealer Weise entweder auf „δ“, was „Prozess im Gang“ signalisiert. „P“ indes weist auf ungenügenden Energievorrat hin. In letztgenanntem Fall heißt es deshalb weiter drehen. Stimmt der Elektro-Haushalt letztlich, lässt ein Zeiger die aktuelle Ganggenauigkeit im Spektrum zwischen täglich minus und plus 15 Sekunden wissen und dazu die Amplitude der Unruhschwingungen. Eine anhaltend niedrige Amplitude ist jedoch Indiz dafür, dass dem Uhrwerk eine Revision zuteil werden sollte.

 

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