Ein Zeiger reicht
Man muss 220 Jahre vor der Lancierung der MeisterSinger Astroscope zurückgehen, um das Grundprinzip zu verstehen. Genauer gesagt schrieb man das Jahr 1798, als Abraham-Louis Breguet seine „Montre Souscription“. Die vorausbezahlte und deshalb zu günstigeren Konditionen erhältliche Serien-Taschenuhr sollte einen Beitrag zur kontinuierlichen Auslastung der Werkstätten leisten. Bei ihrer Konzeption beschränkte sich der Meister auf einen Zeiger. Und zwar den zur Indikation der Stunden des Tages.
Dieser grundsätzlichen Idee folgte auch Manfred Brassler bei der Gestaltung seiner MeisterSinger Armbanduhren.
Wer meint, für den Alltagsgebrauch sei das ein Zeiger zu wenig, irrt gewaltig. Hat man sich erst einmal an den Anzeige-Minimalismus gewöhnt, bereitet er keine Probleme mehr. Dafür sorgt nicht zuletzt auch das spezielle Design des Zifferblatts und der darauf verewigten Indexierung. Das Credo des autodidaktischen Firmengründers Manfred Brassler: „Stunden, halbe und viertel Stunden sowie die Minuten müssen sich klar voneinander abheben.“ Und das ist dem autodidaktischen Produktgestalter bei seinen philosophisch anmutenden Einzeiger-Armbanduhren auch bestens gelungen. Seiner Kreativität sind auch die Einer-Stundenziffern mit vorangestellter 0 und der keilförmige, mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattete Nadelzeiger zu verdanken.
MeisterSinger Astroscope
Beide Merkmale kennzeichnen das neueste Produkt aus der altehrwürdigen westfälischen Universitätsstadt. Die Besonderheit des während der Inhorgenta 2020 vorgestellten MeisterSinger Astroscope besteht in der Wochentagsindikation. Selbige kennt man bei Armbanduhren seit 1916. Als Pionier des Day-Date-Zeitmessers fürs Handgelenk kann H. Moser & Cie. gelten.
1916: Von H. Moser & Cie. stammt die vermutlich erste Armbanduhr mit Datums- und Wochentagsanzeige
Die wohl bekannteste Vertreterin dieser Gattung präsentierte Hans Wilsdorf im Jahr 1956 mit der Rolex-Referenz 6511. Deren Gehäuse und Armband war nur in Gold oder Platin erhältlich. Und daran hat sich seitdem bei der legendären „Day-Date“ aus Genf nichts geändert.
Genau 50 Jahre nach H. Moser & Cie. präsentierte Rolex die legendäre „Day-Date“.
Die klassische Kombination aus einem breiten Zifferblattausschnitt, in dem sicher Name des jeweiligen Wochentags zeigt, und einem Fensterdatum, war MeisterSinger freilich zu wenig.
Der Newcomer berücksichtigte die Tatsache, dass die Woche unter anderem auf der babylonischen Mythologie basiert. Wie auch bei anderen Völkern war die Zahl 7 dort besonders heilig. Der Grund: Sie verknüpfte sich mit den Himmelskörpern Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Deren Namen wiederum leiten sich ab von römischen Göttern. Die Benennung der Wochentage geht auf die nordische Mythologie zurück.
Aber auch dort spielten die Himmelskörper eine entscheidende Rolle. Beredte Beispiele sind Montag und Mond oder Sonntag und Sonne. Sie sowie die fünf Planeten Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn nutzt die MeisterSinger Astroscope zur Darstellung der Wochentage.
Interessanterweise spielt die Wortherkunft für unsere Sprache auch in unseren heutigen, digitalen Zeiten eine unverändert große Rolle – abgesehen davon, dass es um ein Vielfaches reizvoller ist, über die Symbole der Gestirne auf den jeweiligen Wochentag zu schließen, ohne den Blick aufs Handy richten zu müssen.
Allerdings nicht in der tradierten, konsequent aufeinanderfolgenden Weise, sondern scheinbar unlogisch pendelnd. Trotzdem folgt das Anzeigesystem einer vorgegebenen astronomischen Konstellation, welche die mit mehreren Punkten bedruckte Wochentagscheibe widerspiegelt. Unter dem Zifferblatt bewegt sie sich in 24-Stunden-Schritten kontinuierlich im Kreis. Ein Umlauf dauert die bekannten und gewohnten sieben Tage.
Als Antrieb dient das bewährte Kaliber Sellita SW220. Neben dem Stundenzeiger bewegt das Automatikwerk auch noch einen Ring zur Anzeige des Datums in einem kleinen Fenster bei „6“. Das 40 Millimeter große Sichtboden-Stahlgehäuse widersteht dem Druck des nassen Elements bis zu fünf bar.
Wer die Wochentage auf bislang noch nie dagewesene Weise ablesen möchte, muss dafür 1.990 Euro investieren.
0 Kommentare