Telemeter

Auf gut Deutsch heißt „tele“ nichts anderes als fern oder weit. In diesem Sinne ist das Telefon ganz einfach ein Tele-Phon, also ein Fernsprecher. Der Wortstamm “tele” findet sich auch im Wort Telemeter oder Telemeter Skala –  und damit auf den Zifferblättern mancher Chronographen. Dass es sich dabei um einen Entfernungsmesser handelt, ist also bereits im Wortstamm hinterlegt. Dann nach einem solchen Entfernungsmesser verlangten einst die Militärs in Kriegen. Mit ihrer Hilfe konnten und wollten sie die Distanz zu den gegnerischen Truppen rasch und vor allem sicher ermitteln.

 

Entfernungsmessung

Mathematisch ist die entsprechende Telemeterskala alles andere als Hexerei. Sie basiert auf einem sattsam bekannten naturwissenschaftlichen Phänomen: Licht und Schall breiten sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aus. Insofern verlangte die Handhabung des Telemeter-Chronographen den Soldaten nicht mehr als gute optische und akustische Wahrnehmungs sowie eine schnelle Reaktionsfähigkeit ab. Beim Aufleuchten des Mündungsfeuers starteten sie den Chronographen und beim Ertönen des Kanonendonners hielten sie ihn wieder an. Nun zeigte die Spitze des zentralen Sekundenzeigers exakt auf die Entfernung.

Heute ist die Anwendung der Uhren-Telemeterskala im Umfeld von kriegerischen Auseinandersetzungen gottlob vorbei. Ihren hilfreichen Effekt kann sie aber auch im zivilen Alltagsleben bestens unter Beweis stellen. Und zwar immer dann, wenn sich die optische Wahrnehmung mit dem akustischen  Ankommen des Schalls in Einklang bringen lässt. Einfacht starten, stoppen, ablesen und schon weiß man recht zuverlässig und genau, wie weit z.B. ein Gewitter weg ist. Kein Wunder, dass viele Uhrenliebhaber auch heute diese praktische Funktion von Uhren mit Telemeterzifferblatt schätzen.