„Patria Admiral Blue“ zeigt Tutima als Marke mit langer Geschichte

Tutima bene! Die Tutima Patria Admiral Blue Manufaktur-Uhr

Zur Baselworld 2019 stellte Tutima das stählerne Armbanduhr-Modell Tutima Patria Admiral Blue mit seinem feinen Handaufzugskaliber Refenernz T617 vor. Ein Marke mit einer Geschichte bis ins Jahr 1925 legt eben Wert auf Handarbeit.

von | 28.03.2019

Blick zurück ohne Zorn

Glashütte ist mit seinen deutschen Spitzenprodukten wie etwa der Tutima Patria Admiral Blue schlichtweg das Mekka des deutschen Uhrenbaus. Zum Uhrmachererbe des Ortes gehören traditionsgemäß ganz unterschiedliche Marken und Manufakturen. Unter anderem ging 1925 im abgeschiedenen Müglitztal ein Firmenkonglomerat bestehend aus der „UROFA‑Uhren‑Rohwerke‑Fabrikation Glashütte AG“ sowie der „UFAG ‑ Uhrenfabrik Glashütte AG“ an den Start. Letztere war u.a. verantwortlich für die Produktion von Armbanduhren mit der Signatur „Tutima Glashütte“. Der Name leitet sich dabei vom lateinischen Adjektiv „tutus“, also „sicher, geschützt“ ab. Unter dieser Marke produzierte und entwickelte die Firma unter Führung von Dr. Ernst Kurtz preiswerte Armbanduhr‑Rohwerke, aber auch höherwertige Uhren. So entstanden eine Vielzahl deutscher Kaliber bis hin zu technisch aufwendigen Chronographen. Den Vergleich mit der eidgenössischen Konkurrenz mussten sie dabei nicht fürchten. Das erste Kapitel von Tutima endete jedoch im Mai 1945 in einem Bombenhagel auf Glashütte.

Nach Kriegsende hatten sich die Verhältnisse komplett gedreht und viele ehemaligen Mitarbeiter waren in der weiten Welt verstreut. Auch Dr. Kurtz war nicht mehr in Glashütte, sondern im niedersächsischen Ganderkesee gelandet. Die Liebe zur Uhrmacherei wie zu seiner ehemaligen Marke war jedoch unverändert. Und nachdem nun das Regime der Deutschen Demokratischen Republik kein Interesse an Tutima zeigte, erhielt Dr. Kurtz die Möglichkeit die Marke neu aufleben zu lassen. So feierte die Uhrenfabrikation ihr Comeback am neuen Standort.

Eine echte internationale Bedeutung erlangte sie jedoch erst durch das Wirken von Dieter Delecate. Dieser frühere Mitarbeiter von Dr. Kurtz hatte sich 1957 zunächst mit einem Uhrengroßhandel selbständig gemacht. Die „Tutima“-Rechte sicherte er sich dann im Jahr 1970. Die neue „Tutima Uhrenfabrik GmbH“ konnte nun loslegen. Zum damaligen Zeitpunkt spielte sich so kurioserweise ein guter Teil der Glashütter Uhrentradition im Westen Deutschlands ab. Dieter Delecate sah sich jedoch durchaus in der Tradition von Glashütte und legte Wert auf technisch anspruchsvolle Uhren. So spezialisierte er das Familienunternehmen Tutima auf Fliegeruhren mit und ohne Chronograph. In diesen Chronographen liefen und stoppten allerdings Schweizer Kaliber von Lémania und der Eta.

Zurück in die Zukunft in Glashütte

Seit dem 2011 blickt Tutima konsequent zurück auf die Uhrmacherische Tradition in Glashütte und in eine Zukunft am ursprünglichen Standort. Möglich machten dies der Erwerb, die Renovierung und die Ausstattung eines prominent, nahe dem Glashütter Bahnhof gelegenen Gebäudes als neuen Tutima Standorts. Natürlich wurde auch die Anstellung qualifizierten Personals mitverfolgt. Mit diesem chronometrischen Neustart verknüpfen sich ambitionierte Manufaktur-Aktivitäten. Allerdings schwebten Dieter Delecate, Tochter Ute und Sohn Jörg mehr vor als uhrmacherische Standardprodukte. Für diesen eigenen Anspruch wie den sächsischen Neubeginn steht wohl am besten die Tutima Armbanduhr mit Minutenrepetition.

Dieses komplexe Handaufzugskaliber T800 steht für echte Glashütter Uhrenbau-Tradition und besteht aus 550 Komponenten. Aber auch die Ausführung soll beeindrucken und so gehören unter anderem anglierte Kanten oder Glashütter Schwarzpolitur zum Katalog der durchgeführten Feinbearbeitung. Dieter Delacate weiß allerdings, dass derartige Luxusuhren wohl nur wenigen Menschen vorbehalten bleiben wird. Entspechend galt es, von Tutima weitere hochwertige, aber etwas einfachere Uhrwerke anzubieten. In diese Reihe der anspruchsvollen Uhrmacherei gehört auch die neue Armbanduhr „Patria“. Diese Manufaktur-Uhr ist sowohl schön wie technisch komplex und verbaut das anspruchsvolle Kaliber T617. Mit seinen Maßen von 31 Millimeter Größe und 4.78 Millimeter Höhe baut es dabei recht flach und kompakt. Das Handaufzugswerk versetzt insgesamt drei handgefertigte und handfinissierte Zeiger in mehr oder minder schnelle Rotationen. Ganz klassisch je einen Zeiger für die Stunden, Minuten und Sekunden.

Hinsichtlich der Dekoration und Feinbearbeitung muss sich dieses Kaliber T617 hinter dem T800 Minutenrepetitionswerk keineswegs verstecken. Oberflächenvergoldung, Streifenschliff, Zinn-Politur und drei verschraubte Chatons stehen für eine aufwendige Veredelung und Finnissierung. Den Zeittakt des T617-Handaufzugwerks liefern eine Unruh mit variabler Trägheit und die zugehörige Breguetspirale. Ihre Endkurve biegt Tutima in Glashütte dabei selbst. Stündlich vollzieht dieses Duo 21.600 Halbschwingungen, also drei Hertz. Beim Ziehen der Krone zum Stellen der Uhr hält der Sekundenzeiger zum akkuraten Stellen der Zeit problemlos an. 

Tutima Patria Admiral Blue nun in blitzendem Stahl

Im Jahr 2014 fand dieses feine Minutenrepetitionswerk sein Zuhause zunächst in einem Roségoldgehäuse. Diese  Referenz 6600-01 wurde und wird Uhrenliebhabern zu einem Preis von rund 13.800 Euro angeboten. Zur Baselworld 2019 überraschte Tutima die Liebhaber hochrangiger sächsischer Uhrmacherkunst nun mit einer stählernen Tutima Patria Admiral Blue.

Am Handgelenk trägt dieses spannende Modell mit Sichtboden und Flankenschutz für die kugelförmige Aufzugs- und Zeigerstellkrone nur 11,2 Millimeter auf. Auch seine Wasserdichte von bis zu fünf bar Druck, also rund 50 Meter Tauchtiefe, sind beachtlich. Als echter Hingucker erweist sich dabei das strahlend blaue Emailzifferblatt Schweizer Provenienz. Die Anzeige von Stunden, Minuten und Sekunden erfolgt hierbei mit passenden Zeigern aus Edelstahl. Bei der Vorstellung des Newcomers wies Seniorchef Dieter Delecate ausdrücklich darauf hin, dass das Uhrwerk trotz des scharf kalkulierten Preises von 4.900 Euro ausnahmslos alle Qualitätsmerkmale der im Goldgehäuse verbauten Ausführung besitzt. „Wir haben an nichts gespart, das kann ich unseren Kunden versprechen.“ Es ist davon auszugehen, dass sich so mancher Kunden davon positiv angesprochen fühlen wird.

Wir haben an nichts gespart, das kann ich unseren Kunden versprechen.
Dieter Delecate

Uhrenkosmos Modell-Steckbrief 

Hersteller Tutima Glashütte
Name Patria Admiral Blue
Referenz 6610-01
Premiere März 2019
Uhrwerk Manufakturkaliber T617
Aufzug manuell
Durchmesser 31 mm
Bauhöhe 4,78 mm
Unruhfrequenz drei Hertz (21.600 A/h)
Gangautonomie 65 Stunden
Anzeige Stunden, Minuten, Sekunden
Gehäuse Stahl, Sichtboden
Durchmesser 43 Millimeter
Höhe 11,2 Millimeter
Wasserdichte fünf bar
Armband Alligatorleder
Preis 4.900 Euro
Limitierung keine

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