Interview mit dem Verantwortlichen der LVMH Uhrenmarken
Was macht Jean-Claude Biver in der deutschen Bundesliga?

TAG Heuer und der deutsche Fussball pflegen eine innige Beziehung und eine intensive Kooperation. Die Idee dahinter ist einfach wie genial, denn der Uhrenhersteller erreicht so auf clevere Art und Weise ein Millionenpublikum. Hier kommt zusammen, was zusammen gehört: Präzision, Stärke und Pünktlichkeit

Was macht Jean-Claude Biver in der deutschen Bundesliga?

CEO Jean-Claude Biver setzt auf Fussball und die Kooperation zwischen Uhrenmanufaktur und der Deutschen Bundesliga - im Bild der DFL Geschäftsführer Christian Seifert

Welche Bedeutung misst der TAG Heuer-CEO der Partnerschaft mit der Deutschen Bundesliga bei?

JCB: Bei dieser Partnerschaft können die beiden Beteiligten nur gewinnen und nicht verlieren. Ganz im Gegenteil zu den Fußballspielern und den Teams. Die können am Ende sehr wohl verlieren. Und genau das ist für mich eine besondere Freude. Aber allen Ernstes: Für uns ist das heute Verkündete allein schon deshalb eine sehr wichtige Partnerschaft, weil es den Eintritt von TAG Heuer in die Fußballwelt bedeutet.

Sie sind doch bereits mit Hublot im Fußball zu Hause, Beißt sich das nicht?

JCB: Das ist schon irgendwie richtig. Aber wir sind mit TAG Heuer zur Stelle, weil wir uns gewissermaßen schützen wollen. Es wäre doch schlimm, wenn eine andere Uhrenmarke zum Zuge gekommen wäre, weil wir die Hand, welche uns die Bundesliga reichte, ausgeschlagen hätten. Nachdem Hublot sowieso nicht alles tun kann, haben wir uns bei TAG Heuer gedacht, dass die Bundesliga eine optimale Möglichkeit darstellt, die Welt des Breitensports Fußball zu entern.

Die Reichweite der Bundesliga ist ja auch gigantisch.

JCB: Nach der NFL in den USA, also der National Football League hat die Deutsche Bundesliga in der Tat die meisten Zuschauer. Durchschnittlich 40.000 Zuschauer in den Stadien und jährlich mehr als 300 Spiele. Und dann auch noch die Übertragung der Spiele im Fernsehen. So erreichen wir wirklich ein Millionenpublikum.

Beschränkt sich Ihre Kooperation auf die Spiele der Ersten und Zweiten Bundesliga?

JCB: Nein, denn die Bundesliga hat noch viel vor. Beispielsweise mit sozialen Medien und auch im Bereich der modernen Technologie. Hier können wir ebenfalls sicher partizipieren.

Sie agieren ja nicht als stiller Partner, der gelegentlich als offizieller Zeitnehmer sein Logo und seine Botschaft im Stadion oder zu Hause am Bildschirm zeigt.

JCB: Die Bilder, mit denen wir vor den Augen der Zuschauer erscheinen, repräsentieren nur das Sichtbare des Eisbergs. Wir gestalten diese Relation zur Bundesligawie immer sehr aktiv. Unter einer Partnerschaft verstehe ich immer auch eine Freundschaft, die nun begonnen hat.

Drei Jahre Vertragsdauer sehr wenig. Mit der UEFA und der FIFA hat Hublot deutlich längere Verträge unterzeichnet.

JCB: Dieser Vertrag wurde aus verschiedenen Gründen zunächst auf drei Jahre ausgelegt. Aber ich persönlich glaube ohnehin nur an Partnerschaften, die mindestens fünf Jahre währen. Man kann in zwei oder drei Jahren nichts wirklich Tragfähiges aufbauen. So lange dauert es schon, bis sich die ersten Ergebnisse einstellen. Und genau dann darf der Vertrag natürlich nicht zu Ende sein. Das ist doch die Tragödie der Politik. Politiker sind auf vier oder fünf Jahre gewählt. Und nach zwei, spätestens drei Jahren befinden sie sich schon wieder im Wahlkampf, was die Realpolitik beeinträchtigt. Deshalb werden wir mit TAG Heuer definitiv nicht nach drei Jahren aufhören. Wir gehen weiter.

Wie sehen Sie die Bundesliga ganz generell?

JCB: Äußerst positiv, denn die Bundesliga bewegt sich seit Jahren weiter. Wir haben es hier, wenn ich an den Herrn Seifert und seine Mitstreiter denke, mit sehr dynamischen Leuten zu tun. Die sind avantgardistisch, initiativ, professionell. Das passt zu unserem Teamspirit bei TAG Heuer. Somit sehe ich viele Möglichkeiten, was wir künftig zusammen machen können. Das ist mein erklärtes Ziel.

Wie lange beobachten Sie die Bundesliga denn schon?

JCB: Die Bundesliga beobachte ich seit 50 Jahren. Ich bin jetzt bald 68 und ich kann mich gut noch daran erinnern, als der Hamburger SV mit Uwe Seeler äußerst stark war. Ich kann mich erinnern als der HSV gegen Barcelona und Juventus Turin verlor. Und seit Hublot Partner des FC Bayern München ist, beobachte ich die Bundesliga noch genauer.

Auch in der Schweiz? Das verwundert.

JCB: Ja, ich lebe bekanntlich in der Schweiz und auch dort richtet man in Sachen Fußball die Augen sehr stark auf die Deutsche Bundesliga.

Wie unterscheidet sich die Deutsche Bundesliga von anderen Fußball-Ligen?

JCB: Als ich die Bundesliga analysierte, habe ich herausgefunden, wie man dort arbeitet. Zum Arbeitsstil gehört unter anderem die Tatsache, dass man gezielt investiert. Und irgendwann zeigen sich die Resultate des Investments. Genau das ist in meinen Augen ein großer Unterschied zu anderen Ländern. Die Deutschen arbeiten langfristig in die Zukunft gerichtet. Und wir Schweizer handeln ähnlich. In dieser Hinsicht haben wir etwas vom deutschen Charakter.

Wie steht TAG Heuer im deutschen Markt?

JCB: Das sage ich jetzt ganz offiziell zum Mitschreiben. Am deutschen Markt ist TAG Heuer relativ schwach aufgestellt. Wir verkaufen in Frankreich oder sogar Spanien mehr Uhren als in Deutschland. Das ist kein Zustand, weshalb wir etwas tun müssen. Und die Partnerschaft mit der Bundesliga wird uns dabei helfen, wird uns weiterbringen.

Wie haben denn die TAG Heuer-Konzessionäre reagiert?

JCB: Äußerst positiv, denn durch die Kooperation mit der Bundesliga werden sich die Zeiten bei TAG Heuer in Deutschland ändern. Irgendwann können wir dann einen Vergleich anstellen. Die Zeit von TAG Heuer in Deutschland vor und nach der Partnerschaft mit der Bundesliga.

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