Rundgang durch die gehäusefertigung der IWC sowie die Montage und Kontrolle von Armbanduhren
Die IWC Manufaktur unter neuem Dach – Teil 3

Im neuen Manufakturgebäude fertigt die IWC auch die schützenden Schalen für feine Uhrwerke. Die Montage und Endkontrolle der kompletten Armbanduhren erfolgt hingegen im Stammhaus am Rhein.

Die IWC Manufaktur unter neuem Dach – Teil 3

IWC Mark XVIII

Schützende Schalen für feine Uhrwerke

Wer ins Untergeschoss des neuen Manufakturzentrums der Schaffhauser Uhrenmarke IWC vorgelassen wird, erlebt dort den Weg von dicken Edelstahl-, Titan- oder seit relativ kurzer Zeit auch Bronzestangen zu schützenden Gehäusen für die empfindlichen Werke. An anderer Stelle verarbeitet die Manufaktur auch Platin, Rot- und Weißgold. Gelbgold ist derzeit mangels Nachfrage nicht im Programm.

Die grundlegenden Prozesse sind bei allen Materialien gleich. Nur bei den spanenden Werkzeugen gibt es da und dort Unterschiede. Und bei der Verarbeitung von Edelmetallen achtet die IWC Werksleitung äußerst genau darauf, dass nichts, aber auch gar nichts verloren geht, denn die Edelmetalle sind sehr teuer. Je nach Werkstoff und Typ reicht eine der Stangen für bis zu 50 Gehäuse.

Manche davon, solche für Chronographen zum Beispiel, bestehen aus mehreren Dutzend Teilen.

Besonders aufwändig gestaltet sich der Umgang mit Platin, denn dieses zähe Material schmiert Fräser und Bohrer rasch zu. Natürlich setzt IWC auch hier auf mehrachsige computergesteuerte Fertigungszentren. Für die unverzichtbaren Polituren braucht es qualifiziertes Personal. Weil solches rar ist, bildet das Unternehmen seine wertvollen Fachkräfte im Zuge einer dreijährigen Phase selber aus.

Gehäusepolitur bei IWC

Gehäusepolitur bei IWC

Fertig Veredeltes und Montiertes muss auch hier gnadenlos auf den Prüfstand. Nur das geschulte menschliche Auge kann die Qualität polierter Oberflächen beurteilen. Mangelhaftes geht unverzüglich zurück zum Verursacher.

Neben der Sichtprüfung gehört logischer Weise auch die Kontrolle der Druckdichte zum Aufgabenspektrum. Ganz zum Schluss macht ein kleiner Tropfen kalten Wassers auf dem vorgewärmten Glas schnell deutlich, ob die Schale ihren Zweck erfüllt oder eben nicht.

Schaffhauser Finale

Die letzten Schritte vor dem Weg zum Kunden obliegen den Kolleginnen und Kollegen in der Schaffhauser Innenstadt. Hier erfolgen bei der IWC das Einschalen der Werke, die Montage von Zifferblatt, Zeigern und Band sowie die finale Regulierung auf eine maximale tägliche Gangabweichung zwischen null und plus sieben Sekunden.

Dieses Spektrum gesteht IWC seinen Uhren vor dem Verlassen der Manufaktur zu. Nachdem Menschen mit ihren persönlichen Zeitmessern ganz unterschiedlich umgehen, lassen sich Ausreißer nicht vermeiden. Ein Beinbruch ist das freilich nicht. Bei detaillierter Kenntnis der Tragegewohnheiten bessert die Traditionsmanufaktur ohne Wenn und Aber nach. Immerhin wird Kundenzufriedenheit seit 150 Jahren groß geschrieben.

Akribischer finaler Check von IWC Armbanduhren

Akribischer finaler Check von IWC Armbanduhren

 

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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