"Tattoo-Uhr" Hublot Big Bang "Sang Bleu"
Dieses Uhrendesign geht schier unter die Haut

Hublot zeigt sich nicht gerne berechenbar. Vielleicht kooperiert der Uhrenhersteller gerade deshalb so gerne mit  unkonventionellen Künstlern wie dem Startätowierer Maxim Büchi. Das Ergebnis der Zusammenarbeit: Die „Sang Bleu“ in markantem geometrischem Design, das Uhrenfans direkt unter die Haut gehen dürfte.

Dieses Uhrendesign geht schier unter die Haut

Markantes Grafikdesign vom Startätowierer: Die Hublot Big Band Sang Bleu.

Dass Maxim Büchi für Hublot eine Armbanduhr mit den markanten Elementen seines Grafikdesigns entwerfen konnte, hat er Pierre Keller zu verdanken. Der ehemalige Leiter der Ecole Cantonale d’Art de Lausanne (ECAL) war nämlich nicht nur Büchis Professor, sondern auch ein guter Freund von Hublot-Verwaltungsratspräsident Jean-Claude Biver.

Vom Grafikdesign zur „Haut-Couture“

Nach seinem Studium bei Pierre Keller an der ECAL galt es für Büchi erst einmal herauszufinden, was er wollte – und was nicht. Dazu gehörte etwa die Stelle als Lehrer an der ECAL, die dem Schweizer angeboten worden war. Eine Anstellung als Grafikdesigner behagte Maxime Büchi ebenfalls nicht. Zu eingeschränkt schienen ihm die Möglichkeiten: Büchi wollte sich entfalten – und machte sich selbstständig.

2003 gründete er mit zwei Ex-Kommilitonen von der ECAL die Firma Swiss Typefaces. Hier entstanden Logos und Typographien für international renommierte Firmen wie beispielsweise Balenciaga. Auch der Modeschöpfer Boris Bidjan Saberi gehörte zum Kundenstamm. Doch auch in anderen Bereichen engagierte sich der Grafikdesigner: „In Paris arbeitete ich ein halbes Jahr lang für Self Service und die angeschlossene Werbeagentur Work In Progress.“ Dann zog es ihn nach London, wo Büchi die eigene Zeitschrift Sang Bleu entwickelte. „In dieser Zeitschrift konnte ich alles unterbringen, was mich interessierte und faszinierte. Dazu gehörte Mode ebenso wie das Tätowieren.“

Rund 90 Prozent meines Körpers sind tätowiert.

Maxim Büchi

Dass Büchi ein Anhänger vom Letzterem ist, ist schwer zu übersehen. Schon als Student begann der Schweizer, sich ein Gesamtkunstwerk unter die Haut stechen zu lassen. Heute reicht es buchstäblich vom Scheitel bis zur Sohle. „Rund 90 Prozent meines Körpers trägt Tätowierungen. Als mir mein Schweizer Tätowierer anbot, mich entsprechend auszubilden, schlug ich sofort ein“, sagt Büchi. Gesagt, getan. Zurück in seiner Lieblingsstadt London hängte Maxim Büchi seinen Job als Art Director an den Nagel und eröffnete das inzwischen ultra-angesagte Tätowier-Studio „Sang Bleu“.

„Big Bang Sang Bleu“: Die Quadratur des Kreises

Doch über den Anruf von Pierre Keller, der ihn nach Nyon zu Hublot bat, freute Büchi sich ganz besonders. „Mit dem Thema Uhren beschäftige ich mich nämlich schon seit meiner Jugendzeit“, gibt der Designer zu.

Die Kooperation begann im Februar 2015 während der Londoner Fashion Week, für die Büchi im Namen Hublots eine opulente Skulptur aus Glas und Metall entwarf. Ihre Formen erinnern an die Quadratur des Kreises. Zudem greifen sie die Eigenheiten der neuen Hublot „Big Bang Sang Bleu“ auf, für deren Optik Büchi eine Symbiose aus Grafikdesign und der Tätowierung geschaffen hat. Ein absolutes Novum in der Big Bang-Kollektion.

Ich liebe Mode und das Tätowieren. Doch auch mit Uhren beschäftige ich mich seit  meiner Jugend.

Maxim Büchi

Die auf 200 Exemplare limitierte „Sang Bleu“ sticht durch ihre abgeschrägte Linienführung ins Auge, die gezielt den geometrischen Effekt der Gesamtoptik unterstreicht. Der facettierte Glasrand ist sechseckig. die Anzeige der Stunden, Minuten und Sekunden erfolgt in drei Ebenen. Durch die Drehbewegungen befindet sich das durchbrochene Bild des Zifferblatts in einem beständigen Wandel. Die Typographie der arabischen Ziffern hat Büchi speziell für diese Armbanduhr gestaltet.

Im 45 Millimeter großen Titangehäuse, das bis zu zehn bar Wasserdruck standhält, tickt das Kaliber HUB1213 mit 72 Stunden Gangautonomie. Bei dieser Manufaktur-Automatik handelt es sich um das bekannte „Unico“ ohne Chronographenfunktion. Selbstverständlich ist auch der Rotor in Büchis typischem Grafikstil gestaltet. Warum es kein „tätowiertes“ Armband gibt? „So etwas geht nur bei lebendiger Haut“, erklärt Büchi schlicht. „Tote und gegerbte Haut lässt sich nicht tätowieren.“

Uhrmacher setzen eines der mit vier Hertz tickenden Uhrwerke aus 255 Komponenten zusammen. Die „tätowierte Uhr“ wurde 2016 lanciert und kostet 18.500 Euro.

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