Erstmals in der 50-jährigen Geschichte erhält der „Monaco 1979-1989“ Chronograph ein rotes Zifferblatt
TAG Heuer setzt auf Rot

Am Anfang waren weder der Film „Le Mans“ von Steve McQueen noch der „Monaco“ Chronograph von TAG Heuer Erfolgsgeschichten. 50 Jahre später genießen beide Kultstatus.

TAG Heuer setzt auf Rot

Le Mans, Frankreich - Patrick Dempsey und Chad McQueen halten stolz das neue Sondermodell der TAG Heuer Monaco in Händen. Dem Original ähnlich, aber beide eine Generation weiter.

Vom schwierigen Start zum Uhrenklassiker

Eigentlich, sollte man meinen, hätte Steve McQueen seinen quadratischen „Monaco“-Chronographen nach den Dreharbeiten zum Film „Le Mans“ behalten dürfen. Aber dem war keineswegs so. Zum Schluss gab der Schauspieler diese Armbanduhr brav an Don Nunley, den Filmausstatter zurück. Im Juli 2012 erlöste dieser legendäre TAG Heuer Zeitmesser dann bei einer Auktion 650.000 US-Dollar. „Ich glaube“, so Jack W. Heuer, „dass niemals mehr für eine Heuer Uhr bezahlt wurde.“

2019 feiert nicht nur besagte „Monaco“, sondern auch das seinerzeit darin verbaute Kaliber 11 seinen 50. Geburtstag. Warum Steve McQueen gerade diese Zeit-Ikone am Handgelenk trug, erläutert Jack W. Heuer in der ihm eigenen Klarheit: „Von allen Modellen mit dem Mikrorotor-Kaliber 11 und seinen Evolutionsstufen verkaufte sich die Monaco am schlechtesten. Daher hatten wir reichlich Uhren am Lager, während die Autavia und Carrera praktisch ausverkauft waren.“ Der Weg zur zeitschreibenden Legende startete erst nach dem Relaunch dieses Modells gegen Ende der 1990-er Jahre.

Zum Jubiläum gibt TAG Heuer in diesem Jahr insgesamt fünf limitierte Modell mit Stoppfunktion und quadratischem Gehäuse heraus. Das zweite Modell debütierte stilgerecht am Wochenende der legendären 24 Stunden von Le Mans. Genau dort, wo auch Steve McQueen einen Film drehte, der 1971 keineswegs reüssierte, mittlerweile aber Kultstatus genießt.

Steve McQueen weilt seit 1980 nicht mehr unter den Lebenden. Dafür reiste sein 1960 in Los Angeles geborener Sohn Chad McQueen zur Premiere der neusten „Monaco“ mit unübersehbar rotem Zifferblatt nach Le Mans. Wie gehabt ist auch diese Edition auf lediglich 169 Exemplare limitiert. Im Boden findet sich daher die Gravur „One of 169“. Eine individuelle Nummerierung hat sich TAG Heuer gespart. Im Inneren des wiederum 39 Millimeter großen Stahlgehäuses arbeitet logischer Weise die aktuelle Version des Calibre 11.

Uhrenkosmos.com hatte die Gelegenheit, mit Chad McQueen zu sprechen. Freimütig berichtet der Sohn des begnadeten Hollywoodstars im Interview, wie es sich fühlt, im Schatten einer Leinwandlegende und eines echten Idols aufzuwachsen. Es spricht über seine Leidenschaft für Rennen mit Motorrädern und Autos. Und er spricht auch über die von ihm produzierte Dokumentation „Steve McQueen: The Man and Le Mans“.

Interview Chad McQueen

Chad, wie fühlen Sie sich hier in Le Mans, an diesem sehr bewegten Ort, wenn es um die Geschichte ihrer Familie und jene ihres Vaters geht?
Chad McQueen: Für mich ist es unglaublich cool, wieder einmal hier zu sein. An diesem einzigartigen Ort.

Cool. Ihr Vater war ja der unbestrittene „King of Cool“… 
… (lacht) vielleicht habe ich es deshalb ja zum „Prince of Cool“ gebracht.

Bei seinem Debut im Jahr 1971 floppte „Le Mans“, heute ein Kultfilm, ja richtig.
Stimmt vollkommen. Aber mein Vater wollte den Film unbedingt haben und hat deshalb vielleicht zu viel an sich selbst und seine Wunschvorstellungen gedacht.

Ist Ihnen dazu retrospektiv Näheres bekannt?
Nicht unbedingt. Aber seine Absicht bestand im Nachmodellieren von Charakteren. Er auf das geschaut, was Jo Siffert gemacht hat. Und dann war mein Vater ja auch besessen vom Autorennsport. Womöglich gab beides zusammen den Impuls zu Le Mans.

Sie haben sich ja persönlich sehr intensiv mit dem Leben Ihres Vaters auseinandergesetzt. Herausgekommen ist „Steve McQueen: The Man and Le Mans“. In dieser Dokumentation blicken Sie auf die Arbeit am Streifen „Le Mans“ zurück. Nicht zu kurz kommt dabei auch das bewegte Privatleben Ihres Vaters.
In meinen Augen war es überfällig, das Leben meines Vaters nicht nur zu dokumentieren, sondern auch regelrecht aufzuarbeiten. Bekanntlich entstammte er einfachsten Verhältnissen und hat sein Leben auf großartige Weise in die Hand genommen. Als ehemaliger Marinesoldat war er stark, aber auch hart. Wir haben uns gegenseitig nichts geschenkt. Andererseits war er auch sehr geradlinig. Echt, unverfälscht. Am 7. November 2019 ist es 39 Jahre her, dass er die Welt verlassen hat. Und die Leute sprechen immer noch über ihn.

Wie haben Sie ihn als Kind erlebt?
Es ist ja nicht nur so, dass mein Vater seinen Vater niemals kennengelernt hat. Hinzu kamen die Alkoholsucht und Labilität seiner Mutter. Möglicher Weise hat er sich gerade deshalb extrem darum bemüht, unsere Kindheit und Jungend völlig konträr zu gestalten. Mein Vater wollte unter allen Umständen vermeiden, dass sich seine Erlebnisse bei uns in irgendeiner Form wiederholen.

Ihr Vater war ja sehr viel zu Dreharbeiten unterwegs …
… und hat uns ständig mit zum Set genommen hat. Seine Familie war meinem Vater sehr wichtig. Und deshalb wollte er sie wenn immer möglich bei sich haben. Rückblickend bewundere ich ihn schlicht und einfach. Er war so großartig. Ich hatte einen wunderbaren Vater, tolle Zeiten und fantastische Erlebnisse mit ihm. Was will man mehr. Ich kann Kinder nicht verstehen, die Probleme mit einem bedeutenden Vater haben.

Wie oft schauen Sie sich alte Filme Ihres Vaters an?
Wenn ich mich einsam fühle und ihm nahe sein möchte. Und wenn ich dann meinen Vater in allen seinen Facetten sehe, seine Stimme höre, dann bin ich ihm so nahe. Natürlich besitze ich alle Filme, die er im Leben gedreht hat. Er war so ein großartiger, herausragender Schauspieler. Seine Gesten, ein Augenwinkern hat genügt, um Menschen in seinen Bann zu ziehen. Das habe ich oft erlebt, wenn ich mit ihm unterwegs war. Er war nicht eindimensional, also nur ein blendender Schauspieler. Denken Sie an seine Motorräder, seine Autos, seine Pferde, seine Gewehrsammlung. Er war ein echtes Allroundtalent.

Was haben Sie denn von Ihrem Vater gelernt und übernommen?
(lacht) alles, wirklich alles. Er war und bleibt mein großes Vorbild. Seine Stärke waren Gradlinigkeit und Ehrlichkeit, selbst wenn es mitunter verletzte. Das und seine Integrität habe ich auch meinen Kindern vermittelt. Und jede Menge Liebe. Wie schon gesagt: Mein Vater hatte keine wirklichen Eltern. Er wuchs in einem schlimmen Milieu auf und musste fürs Überleben stehlen. Vielleicht hörte ich deshalb sehr häufig von ihm, dass man niemandem wirklich trauen solle. (lacht)

Die Leidenschaft fürs Autorennen haben Sie ja vermutlich auch vom Vater geerbt
Nicht geerbt. Er hat mir diese Passion beigebracht. Schauen Sie mich an. Warum trage ich ständig die Sonnenbrille? Damit man mein kaputtes Auge nicht sieht. Es rührt aus dem Aufprall an eine Wand. Ja, dieser Passion verdanke ich meinen gesundheitlichen Zustand …

… welcher konkret auf Ihren schweren Autounfall im Jahr 2006 zurückzuführen ist, den Sie nur denkbar knapp überlebt haben
So ist es. Hier ist mein Röntgenbild. Sehen Sie das ganze Metall und die Schrauben in meinem Hals. Aber ich will mich nicht beklagen. Schnelle Autos sind seit Kindesbeinen fester Bestandteil meines Lebens. Ich habe schon den Porsche Speedster von 1958 erwähnt. Anschließend gab es einen Jaguar XKSS, Und dann kam ein Lotus.

Apropos Autos. Gibt es eigentlich eine genaue Dokumentation über die Autosammlung Ihres Vaters?
Ja. Er hat so viele fahrbare Untersätze besessen. Als er starb, hinterließ er alleine historische 135 Motorräder. Ferner 42 Autos. Dazu etliche Lastwägen. Alles über mehrere Garagen verteilt. Und ich hatte die Aufgabe, diese Sammlung aufzulösen.

Alles weg?
Alles weg. Aber mittlerweile habe ich ein Auto zurück, das ich besonders liebe. Es ist ein Porsche Speedster von 1958. Es gibt Bilder mit dem Auto und meiner Mutter, als sie mit mir schwanger war. Zwei Tage bevor ich nach Le Mans kam, habe ich dieses Auto gefahren und ich war überglücklich.

Gibt es ein Erlebnis, das ihnen im Zusammenhang mit Autos besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Ja, durchaus. Wir waren zum Dreh in Indianapolis. Und da standen die Porsches, Matra Turbos und so weiter schön aufgereiht. Meine Augen wurden ganz groß und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Irgendwann fragte ich meinen Vater, ob er mit mir eine Runde drehen würde. Er nahm mich wirklich mit in einen 917, setzte mich auf seinen Schoß. Und dann ging es los. Erster Gang, zweiter Gang … dann legte er meine Hände ans Lenkrad bei drei und neun, wie er … dritter Gang. Irgendwann nahm er seine Hände weg und mit zehn Jahren steuerte ich für zwei Sekunden einen Porsche 917.

So etwas vergisst man wohl nie im Leben …
… nein. Dieser Tag, dieses Erlebnis machte mich verrückt und süchtig nach schnellen Autos. Der Geruch, die Gewalt der Motoren, die Wirkung der Beschleunigungskräfte. Das ist einzigartig und unwiderstehlich.

Wenn ich mich recht entsinne, begann Ihre professionelle Rennerei mit Motorrädern.
Schon mit sechs saß ich auf so einem Teil und mit neun bin ich Rennen gefahren. Und mit 13 gewann ich den Mini Grand Prix für Motorräder.

Bei Autos schlägt Ihr Herz für Porsche.
Genau. Ich bin ein großer Fan ihrer Ingenieurskunst. Ich fuhr den 1958er meines Vaters. Als mein Vater seinen Speedster kaufte, war die Marke gerade zehn Jahre alt. Aber die Dinger sind schnell und sie laufen problemlos wie ein Uhrwerk. Genauso haben es die Indian Motorräder meines Vaters getan. Er hatte 26 davon. Und die bin ich natürlich auch gefahren.

Haben Sie nie davon geträumt, in Le Mans zu fahren.
Doch. Aber ausgerechnet in dem Jahr, als ich es tun wollte, kam meine Tochter zur Welt. Alles hat einen Grund. C’est la Vie (lacht).

Haben Sie denn mittlerweile denn mit der Rennerei aufgehört?
(lacht) Erzählen Sie es nicht meiner Mutter, aber ich fahre immer noch. Ungeachtet des ganzen Metalls in meinem Nacken, meine gebrochenen Halswirbel von der Nummer zwei bis zur sieben. Zum Glück bin ich nicht querschnittsgelähmt. Wenn man von dieser Leidenschaft besessen ist, kann man einfach nicht aufhören. Aber warum auch? Mir würde was fehlen und ich danke Gott, dass ich noch fahren kann. Nach dem Aufprall ist mein rechtes Auge demoliert. Daher sehe ich auf dieser Seite nichts. Also folge ich jemand fünf Runden lang. Und das war’s dann. Aber auch so macht es Spaß.

Trotz dieser Blessuren bedauern Sie offensichtlich nichts
Nein, nichts, nichts, nichts, niemals. Ich hatte jede Menge Spaß. Bin großartige Autos auf spannenden Rundkursen gefahren. Warum sollte ich etwas bereuen.

Ihr Sohn ist ja auch schnell unterwegs. Haben Sie manchmal Angst um ihn.
Nein. Ja, vielleicht doch ein wenig (lacht). Meine Mutter hat uns alle für verrückt erklärt.

Ich habe mich vor dem Interview gefragt, wie es mir als Sohn einer absoluten Legende gehen würde. Sie waren Profirennfahrer und haben sich zeitweise auch schauspielerisch betätigt …
… aber da war ich niemals wirklich gut. Talent überspringt eine Generation, sagt man (lacht), und das zeigt sich an meinem Sohn Steven R. McQueen und seiner Hauptrolle in der Fernsehserie „Vampire Diaries“. Sein Erfolg erfüllt mich als Vater mit großen Stolz.

Sprechen wir noch ein wenig über die Filme Ihres Vaters. Von Le Mans war gerade die Rede. Mein Favorit ist Thomas Crown …
(lacht) Ich kann mich noch gut an die Dreharbeiten erinnern. Das Haus am Strand war nichts anderes als eine bloße Fassade, welche die Filmarchitekten da aufgebaut haben Nichts dahinter. Mein liebster Film ist Papillon. Das sehen Sie in den Augen meines Vaters, wie sich alle Räder drehen.

Dann haben Sie ja viele große Schauspielerinnen und Schauspieler persönlich kennengelernt. Zum Beispiel auch Faye Dunaway, seine Partnerin in „Thomas Crown ist nicht zu fassen.“
Natürlich. Wir waren drei Monate lang bei den Dreharbeiten zu Thomas Crown. Faye Dunaway war auch da. Wenn man solche Filme dreht, entwickelt sich das Team zu einer Art Familie. Das hat mich schon sehr beeindruckt. Viele Kolleginnen und Kollegen meines Vaters kamen aber auch zu uns nach Hause. Wir hatten oft Einladungen zum Abendessen. Eines Tages kann ich nach Hause, Ringo Starr und George Harrison von den Beatles waren da. Charles Bronson kam gelegentlich. 

Besitzen Sie das Haus Ihres Vaters in Los Angeles noch?
Nein. Aber er vererbte mir ein Stück Land in Malibu, wo ich vor 30 Jahren ein Haus baute. Der größte Teil meines jetzigen Lebens spielt sich jedoch in Palm Desert ab. Die Wärme dort tut mir und meinem lädierten Körper gut. Da gibt es auch eine neue Rennstrecke, wo ich mit meinem Buggy unterwegs sein kann.

Apropos Buggy: Haben Sie das Remake von Thomas Crown mit Pierce Brosnan gesehen? Was fühlen Sie da?
Zunächst einmal: Pierce ist einer meiner Freunde. In Malibu ist er einer meiner Nachbarn. Wir besitzen zwei Buggys. Wir haben Spaß miteinander. Die beiden Filme lassen sich nicht miteinander vergleichen. Nehmen wir die Kunstgalerie am Ende des Films. Das ist doch nicht realistisch. Der Film meines Vaters spiegelte hingegen noch ein gerütteltes Maß an Realität wider. (lacht) Aber das habe ich nicht gesagt.  

Wenn Sie zu entscheiden hätten: Welche Filme Ihres Vaters würden Sie im Stil unserer Zeit neu machen?
Ehrlich gesagt: keinen. Ich habe es mit „The Getaway“ versucht. Aber das ging daneben. Vor zwei Wochen hat mich Steven Spielberg angerufen wegen eines Remakes von Bullit, denn meinen Vater gehören 50 Prozent der Rechte. Aber ich habe nein gesagt. Ich will das nicht. Bullit befindet sich als einer der besten Filme in der Bibliothek des Kongress. Und dabei wollen wir es belassen.

Was ist denn aus dem Ford „Mustang“ geworden, den Steve McQueen in „Bullitt“ fuhr?
Der ist weg. Einfach weg. Wenn Sie den Film gesehen haben, wissen Sie genau, wie schlimm das Auto nach der großen Verfolgungsszene ausgesehen hat. Ich bin überzeugt davon, dass eine Reparatur zu aufwändig war und das Teil deshalb ganz einfach verschrottet wurde.

Kommen wir noch einmal zurück zu Ihrer Vater-Dokumentation. Wie ging es Ihnen emotional beim Sichten und Zusammenstellen des verfügbaren Materials?
Viele Dinge sind mir total unter die Haut gegangen. Ich kann es nicht anders sagen. Vor allem auch deshalb, weil ich einen großen Teil des verwendeten Materials selber noch nicht kannte. Aber die Arbeit hat mich nicht nur aufgewühlt, sondern auch mit großen Stolz erfüllt. Den eigenen Vater in jungen Jahren sehen und hören zu können. Aber auch später in Mexiko im Stadium fortgeschrittener Krankheit. Da sind mir wirklich die Tränen gekommen.

Was hat Sie besonders beeindruckt?
Vielleicht ein Brief, in dem er zusagt, seine Einnahmen aus dem Filmprojekt Le Mans David Piper zukommen zu lassen. Wie Sie vielleicht noch wissen, wurde der Rennfahrer im Rahmen der Dreharbeiten schwer verletzt. Vielleicht hat mein Vater das Autorennen hinterher auch aufgegeben.

Sie mussten Ihren Vater aber auch beim intensiven Flirten mit anderen Frauen erleben, und auch noch etwas mehr?
Hier muss ich zugestehen, dass das von Idealen geprägte Vaterbild den einen oder anderen Kratzer abbekam. Leicht war das nicht. Aber so war er eben. Und vielleicht wurde und wird er auch deshalb so verehrt.

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