Die „Grip“ Uhrenlinie von Gucci erinnert gestalterisch an vergangene Jahre
Guccis „Grip“-Uhren kommen im Retrolook

Früher galt es empfindliche Kristallgläser von Uhrengehäuse vor Bruch zu schützen. Eine der Lösungen war die digitale, also numerische Anzeige der Zeit in kleinen Fenstern. Gucci hat bei den neuen „Grip“-Modellen diese gestalterische Idee kreativ aufgegriffen.

Guccis „Grip“-Uhren kommen im Retrolook

Die neue Gucci Grip ist ungewöhnlich in ihrer Gestaltung, ebenso erinnert sie in ganz eigener Weise an die 60er und 70er Jahre

Kampf dem Glasbruch früher Uhrenghäuse

Vor 100 Jahren war der Bruch des Glases der Taschen- oder Armbanduhr keineswegs selten. Dafür war das Kristallglas zu empfindlich. Umso mehr suchte die Uhrenindustrie Mittel und Wege, diesen Glasburch zu vermeiden. Dabei fand die mitunter ausnehmend kreative Uhrenindustrie ganz unterschiedliche Möglichkeiten, derartigen Beschädigungen zu verhindern.
Eine dieser Lösungen, nämlich der geschlossene Schutzdeckel über dem Glas, hatte sich schon bei Taschenuhren bewährt. Savonnette-Gehäuse, zu Deutsch Seifendosen-Gehäuse, erfüllten ihre Aufgabe perfekt. Der im Englischen gebräuchliche Name „hunter case“ trifft den Nagel auf den Kopf. Denn mit solchen Uhren konnte man getrost zum Jagen gehen.

Aber es gab auch einen offensichtlichen Nachteil dieser Lösung: Das Ablesen der Zeit verlangte nach dem Öffnen und Schließen des Klappdeckels. Genau das, so besagt die Legende, habe Napoléon Bonaparte ganz gewaltig gestört. Dieser zupackende Pragmatiker wollte die Zeit zwar unmittelbar ablesen, jedoch nicht auf einen Schutz für das empfindliche Glas verzichten. Also ließ er kurzerhand ein kleines Sichtloch in den vorderen Deckel schneiden. Diese beherzte Aktion gestattete direkte Blicke auf Zifferblatt und Zeiger, bot aber den empfindlichen Glasflanken Schutz. Schon war die so genannte Halbsavonnette oder Halfhunter geboren.

Spätestens zu Beginn der 1940-er Jahre hatte sich das in Sachen Armbanduhren durchaus bewegende Thema Glasbruch durch die Verwendung von Kunststoff weitestgehend erledigt. Im Gegensatz zu Kristallglas, das bei unsanfter Begegnung mit harten Gegenständen schnell in winzige Stücke zerbrach und dabei oft auch das Zifferblatt in Mitleidenschaft zog, konnte der neue Werkstoff einiges vertragen. Auch wenn dieser mit der Zeit verkratzte oder der Zahn der Zeit zeigte sich durch unschöne Verfärbung. Ungeachtet dessen eigneten sich Armbanduhr fortan deutlich besser für sportliche Betätigung. Und Militärs zeigten sich vom neuen Werkstoff und der erhöhten Belastbarkeit höchst erfreut.

Schutz fürs das empfindliche Uhren-Handgelenk

Unterschiedliche Schutzvorrichtungen gab es natürlich auch bei Armbanduhren. Während des Ersten Weltkriegs machten zunächst Schutzgitter von sich reden. Diese waren entweder fest mit dem Uhrengehäuse verbunden oder ließen sich nachträglich über das Glas stülpen.
Bevor der Pariser Ingenieur René-Alfred Chauvot ab 1930 zunächst für polospielende Soldaten das intelligente Wendegehäuse der „Reverso“ entwickelte, hatten findige Menschen eine andere Idee. Diese war in der Uhrmacherei keineswegs brandneu: Es war die digitaler Zeitanzeige mit Hilfe kleiner Scheiben. Diese Darstellung der Zeit anhand von Zahlen verlangte lediglich nach kleinen Fenstern in der Vorderseite des ansonsten geschlossenen Gehäuses. Auf diese Weise konnte man Stunden und Minuten zuverlässig mitteilen. Erste derartige Armbanduhren präsentierte die Industrie bereits gegen 1915 – vor allem für das Militär.

Digital ist Trumpf

In den 1920-er Jahren bemächtigten sich auch viele Luxusmarken wie Audemars Piguet oder Cartier dieses Einfalls. So wartete Louis Cartier 1928 mit der „Tank à guichets“ auf. Deren Goldgehäuse verfügte nur über zwei kleine verglaste Öffnungen. Ob es am Gold oder dem erhöhten Schutz lag, lässt sich kaum noch sagen. Auf alle Fälle beeindruckte der elegante und trotzdem belastbaren Zeitmesser den Maharadscha von Patiala und er erwarb die Uhr. Anschließend setzten auch andere Hersteller auf diese Art von Armbanduhren mit digitaler Zeitanzeige. Anzeigen priesen sie mit den Worten: „Sie ist so stabil, daß sogar ein Kraftwagen darüberfahren könnte.“

Die Tatsache, dass sich diese Lösung nur begrenzt durchsetzte, ist auf einen ganz simplen Grund zurückzuführen: Zum Ablesen der Uhrzeit waren hinreichend Licht und für die kleinen Zahlen ausgezeichnete Augen erforderlich.

Nostalgie im Stil von Gucci

Für die Produktgestalter aus dem Hause Gucci waren diese Einschränkungen einer digitalen Anzeige kein Hinderungsgrund. So war es auf der Uhrenmesse Basel im Jahr 2019 Zeit, ein spannendes Modell namens „Grip“ auf den Markt zu bringen. Diese Armbanduhr im kissenförmigen „unisex“-Format ist am Handgelenk ausgesprochen ungewöhnlich und hat einen ganz eigenen Stil. Mit inbegriffen ist sicher auch eine gehörige Portion Nostalgie. Folglich dürfte sie auch jede Menge Aufmerksamkeit erregen. Für eine Marke wie Gucci wie ihre Träger ein sicher nicht unerwünschter Effekt.

Durch drei Fenster zeigen sich die Stunden, Minuten und das dazu das im Alltagsleben durchaus wichtige Datum. Auf die rotierenden und entsprechend indexierten Scheiben blickt man natürlich durch zeitgemäßes Saphirglas. Die Steuerung der Indikationen obliegt dabei einem Qualitäts-Quarzwerk des eidgenössischen Fabrikanten Ronda.

Zu haben sind vier verschiedene Edelstahl-Versionen. Neben puristischen Ausführungen gibt es auch solche mit gelbgoldfarbener PVD-Beschichtung. Farbige Kalbslederbänder setzen in diesem Fall zusätzliche Akzente. Fans der zum französischen Kering-Luxuskonzern gehörenden Marke Gucci bekommen diese Armbanduhr sowohl in blanker wie beschichteter Ausführung. Dabei helfen eine Vielzahl unübersehbarer Gucci-Logos auf der mit den drei Fenstern versehenen Vorderseite beim schnellen Erkennen der Marke.
Für einen sicheren Halt am Handgelenk sorgt wiederum ein Gliederband. Die kleinere Gehäusegröße misst 35 Millimeter, die größere der Logo-Modelle misst 38 Millimeter. In allen Fällen reicht die Wasserdichte bis zu drei bar, was 30 Meter Tiefe entspricht. 

Die PVD-goldfarben beschichtete Gucci Grip verzichtet auf Logos, aber nicht auf die ungewöhnliche numerisch-digitale Zeitanzeige

Die Gucci Grip mit tonneau-förmigem PVD-goldfarben beschichtetem Gehäuse und digital-numerischer Zeitnanzeige. Dieses schöne Modell verzichtet auf Logos.

Nostalgie im Stil von Gucci

Modell YA157401 „Grip“: Stahl mit Gucci-Logo, Durchmesser 38 Millimeter, Stahlband, Ronda Quarzwerk, Wasserdichte bis drei bar

Modell YA157403 „Grip“: Stahl mit PVD-Beschichtung und Gucci-Logo, Durchmesser 38 Millimeter, PVD-beschichtetes Stahlband, Ronda Quarzwerk, Wasserdichte bis drei bar

Modell YA157405 „Grip“: Stahl mit PVD-Beschichtung, Durchmesser 35 Millimeter, Kalbslederband, Ronda Quarzwerk, Wasserdichte bis drei bar

Modell YA157406 „Grip“: Stahl puristisch, Durchmesser 35 Millimeter, Kalbslederband, Ronda Quarzwerk, Wasserdichte bis drei bar

Im September werden diese Armbanduhren zu Preisen ab circa 1.300 Euro erhältlich sein. Zur Wahl stehen ferner 46 verschiedene, mit eigenen Händen leicht auswechselbare Armbänder. Hierfür müssen Frau oder Mann zwischen rund 150 und 400 Euro investieren.

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