Die Geschichte der Cartier Santos Uhr - Teil 1
Eine Uhr für einen Pionier

Als Louis Cartier seinem Freund und Flugpionier Alberto Santos-Dumont eine Armbanduhr schenkte, ahnte er noch nicht, dass damit Luftfahrtgeschichte geschrieben werden würde – und ein Klassiker der Armbanduhren geschaffen wurde.

Eine Uhr für einen Pionier

Der Flugpionier Alberto Santos-Dumont und seine von Louis Cartier geschenkte Armbanduhr

Ein Flugpionier und seine Uhr

Das Modell Santos Dumont von Cartier ist Uhrenfreunden weltweit ein Begriff und sicher eines der erfolgreichsten Armbanduhr-Modell im Hause Richmont. Aber wohl wenige Träger dieser Uhr wissen, dass die Anfänge dieses Uhren-Klassikers auf das Jahr 1904 und die Anfänge der Fliegerei zurückgehen.
Ausgangspunkt war das Paris der Jahrhundertwende. Die Weltausstellung hatte ein Klima des Aufbruchs, der Forschung und der Visionen geschaffen. Im jungen „Aéroclub de France“ trafen sich bekannte und unbekannte Namen und suchten nach neuen Fluggeräten.  Die junge Luftschifffahrt, die sich zunächst auf das Fliegen von gasgefüllten Zeppelins und Ballons beschränkte, galt es mit neuen Fluggeräten zu revolutionieren und Rekorde aufzustellen. Unter den Mitgliedern des Clubs waren bekannte Namen wie Jules Verne, Alexandre Gustave Eiffel und Louis Cartier. Unter den Luftfahrt-Visionären dagegen, stach besonders ein junger brasilianischer Mann aus begütertem Hause hervor: Alberto Santos-Dumont. Er hatte bereits mit einem Zeppelin verschiedene Flugrennen erfolgreich bestritten und arbeitete nun an einem Fluggerät, das motorgetrieben und damit anders als Zeppeline schwerer wie Luft sein sollte.

Im Zuge dieser Entwicklung hatte sich Santos-Dumont von seinem Freund Louis Cartier auch eine Uhr gewünscht, bei der man während des Flugs die Hände frei für Navigation und Flugsteuerung hätte.  Die damals noch vorherrschenden Taschen-Uhren waren dafür einfach zu umständlich. Das von Santos-Dumont im Jahr 1905 entwickelte Fluggerät mit Motor verlangte hingegen freie Hände und einen schnellen Blick zur Uhr. Und so war es Louis Cartier selbst, der für seinen Freund aus dem Aéroclub de France die erste „Piloten-Uhr“ entwickelte und Alberto Santos-Dumont als persönliches Geschenk überreichte.

Als Santos-Dumont am 12. November 1906 zu seinem phantastischen Flug von 220 Metern in 21,5 Sekunden und mehreren Metern Höhe aufstieg, war eine Sternstunde der Menschheit vollbracht. Passenderweise mit der Uhr seines Freundes Louis Cartier am Handgelenk. Damit war nicht nur die motorisierte Luftfahrt geboren, sondern auch die Gattung der Fliegeruhren aus der Taufe gehoben.
Für Alberto Santos-Dumont war dieser Tag ein Tag des Triumphes und auf der ganzen Welt waren die Gazetten voll der Lobeshymnen.

Filmische Aufnahmen von Santos-Dumont wie seines Flugs sind glücklicherweise erhalten geblieben.

Der Beginn einer Ära

Wer nun glaubt, dass mit diesen Anfängen des Fliegens zeitgleich auch der Siegeszug der Cartier Santos Armbanduhr begann, muss sich noch gedulden. Denn die Santos-Uhr war trotz der innovativen Form und der ersten Metall-Schließe zunächst ein persönliches Geschenk an Alberto Santos-Dumont und bei Cartier nicht erhältlich.

Erst nach sieben Jahren, im Jahr 1911, gelangten Modelle der Cartier Santos ins Cartier Geschäft in Paris. Das Gehäuse von knapp 35 mal mal 25 mm war recht klein und die Uhren wurden dem Klientel entsprechend in Gold angeboten. Das Werk war hochwertig und von Edmond Jaeger gebaut.
Der Erfolg ließ nun nicht lange auf sich warten und schon bald erwarben luftfahrtbegeisterte Kunden diese neue Armbanduhren. Alberto Santos-Dumont hingegen verließ schließlich im Laufe des ersten Weltkriegs Frankreich und ging zurück in seine Heimat Brasilien.

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