Omega „Globemaster Master Chronometer“
Ein prüfender Blick in das Werk dieser Omega Uhr bringt die Augen zum Leuchten!

Prüfungsangst ist was für andere! Die Kaliber des Omega Globemaster Master Chronometers werden sowohl nach COSC als auch nach METAS zertifiziert und dabei auf Hertz und Unruh geprüft. Wir haben den Prozess einmal von Anfang bis Ende angeschaut Fazit: Sauber! Echt sauber!

Ein prüfender Blick in das Werk dieser Omega Uhr bringt die Augen zum Leuchten!

Geprüft auf Herz und Nieren - oder besser gesagt auf äußerste Präzision: Omega Constellation Globemaster Co-Axial Mater Chronograph

Die Schweizer Uhrenindustrie ist führend in der Welt und das muss sie auch künftig bleiben. Das Vertrauen in Swiss Made ist einer der wichtigsten Aspekte bei den Kunden in aller Welt.

Nick Hayek

CEO, Swatch Group

Swiss Made ist Versprechen und Garantie zugleich

So lautet das Credo von Nick Hayek, seines Zeichens CEO der Swatch Group. Deren größtes Mitglied, die 1848 gegründete Omega mit circa zwei Milliarden Schweizer Franken Jahresumsatz, setzt voll und ganz auf eben jenes Vertrauen. Dazu auf Innovation, Zuverlässigkeit, Qualität und Präzision. Auf diesen Säulen ruht auch das Konzept der neuen „Globemaster“ Linie, die ab November 2015 in zwei Versionen mit Gold- oder Stahlgehäuse zunächst in den eigenen Boutiquen der Marke und anschließend auch bei den Konzessionären zu haben sein wird.

Der Staub muss raus

Am 21. November 2015 waren wir in Villeret, wo die Eta für Omega derzeit alle Automatikkaliber der Familien 25xx, 84xx, 85xx und 89xx assembliert und reguliert. Das neue Gebäude, in dem nur sehr begrenzt fotografiert werden darf, besticht übrigens durch beinahe klinische Sauberkeit. Denn Staub ist neben Feuchtigkeit und Magnetismus einer der größten Feinde mechanischer Uhren. Zusammen mit dem Schmiermittel wirken die winzigen Partikel wie Schmirgel. Und das schadet den rotierenden teilen auf Dauer ganz gewaltig. Daher haben die Architekten und Ausstatter des Gebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft der Schwester Nivarox, welche für die Herstellung der koaxialen Ankerhemmung, der Unruhn und der Unruhspiralen in Omega-Kalibern verantwortlich zeichnet, vor allem auf eine möglichst staubfreie Atmosphäre geachtet.

Präzision hat einen Namen - Omega Co-Axial Kaliber 8900

Präzision hat einen Namen: Omega Co-Axial Kaliber 8900 Präzision hat einen Namen: Omega Co-Axial Kaliber 8900

Dazu zwei kleine Beispiele:

  • Staubpartikel größer als 25 µ (tausendstel Millimeter) pro Kubikmeter Luft
  • Straße                                    ~4.500/m³
  • Wohnzimmer                       ~900/m³
  • Montageatelier in Villeret ~100/m³

Partikel größer als 5 µ in Kleidung, Aussonderung pro Minute:

Stehen               Gehen

  • Jogginganzug                              40                  814
  • Spezielle Atelierkleidung          21                  214

Das eingangs erwähnte Vertrauen genießt in der so genannten T1 (Terminage 1, Werkemontage und -reglage) einen sehr hohen Stellenwert. Keine der von insgesamt vier Eta Fabrikationsstätten und Nivarox zugelieferten Komponenten für besagte Automatikkaliber, müssen deshalb eine Eingangskontrolle durchlaufen. Man kann sich auf jeden Fall darauf verlassen, dass die Lieferanten nur perfekte Qualität verschicken. Gleiches gilt auch für Omega selbst. In der Bieler Zentrale finden sich Werkstätten der Stufe T2 und T3, also beispielsweise Einschalen der Werke Montage der Armbänder und finale Qualitätskontrolle. Hier vertraut man bedingungslos auf die Zuverlässigkeit der Kolleginnen und Kollegen in Villeret.

Teilchen-Autobahn

Die lange Reise von der Grundplatine bis zum akkurat tickenden Mikrokosmos erfolgt indes auf kleinen Autobahnen, sprich Bändern zu den verschiedenen Stationen. Zur eindeutigen Identifikation steckt hier jedes Werk in einer Montageplatte mit elektronischem Chip, der alle Daten beinhaltet. Bei der Werkeproduktion gehen automatisierte und manuelle Prozesse Hand in Hand.

Schmieren mit künstlicher Intelligenz

Überall dort, wo computergesteuerte Roboter präziser und zuverlässiger arbeiten, beispielsweise weil sie auch nach Stunden monotoner Tätigkeit nicht ermüden, kommen sie zum Zuge. Das gilt unter anderem für das Ölen der Lager. Hier wird das Schmiermittel mit Hilfe winziger Präzisionsdüsen punktgenau an die vorgesehene Stelle „gespuckt“. Stets kommt dort nur das vorausberechnete Quantum an. Die Düsen sind übrigens äußerst empfindlich. Stoßen sie irgendwo an, leidet die Genauigkeit. Das muss man sie ersetzen, was stets mit rund 4.000 Schweizer Franken zu Buche schlägt.

Im Plastikgehäuse zur Werksprüfung

Die Assemblagelinien entsprangen aus einer Kooperation zwischen der Eta selbst und dem einschlägig erfahrenen Spezialisten Lecureux. Manche Stationen sind so neuartig, dass sie nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen. Das erste Stadium der Montage endet mit der manuellen Regulierung des Uhrwerks ohne Automatik-Baugruppe. Dann unternimmt es, ausgestattet mit einem speziellem Zifferblatt, nur dem Sekundenzeiger, Norm-Aufzugskrone und verpackt in einem standardisierten Plastikgehäuse, einen Ausflug zur Amtlichen Schweizer Chronometerkontrolle COSC. Während 15 Tagen muss das Werk unter Beweis stellen, dass es in fünf Positionen und bei drei Temperaturen eine Genauigkeitsdelta zwischen minus vier und plus sechs Sekunden einhält. Anschließend erfahren die erfolgreichen Absolventen in Villeret ihre komplette Fertigstellung inklusive Montage der Automatik-Baugruppe. Dann hat Eta in Villeret seine Pflicht und Schuldigkeit getan.

Doppelt geprüft hält besser

Alle weiteren Arbeiten hin zur kompletten Armbanduhr erfolgen in Biel. Dort konnte ich am 21. Oktober 2015 auch die Geburtsstunde des ersten „Globemaster“ Master Chronometer erleben. Alle Armbanduhren mit dieser Signatur sind künftig doppelt zertifiziert. Sie genügen den Vorgaben der COSC und dazu auch noch den deutlich strengeren von METAS.

Die strengen Spielregeln der METAS

Hinter den fünf Buchstaben verbirgt sich das Eidgenössische Institut für Metrologie. Zu seinen Aufgaben meint Direktor Dr. Christian Bock. „Das Institut ist heute das Kompetenz-Zentrum der Schweiz undnimmt die im Zusammenhang mit dem Messwesen und benachbarten Gebieten stehenden Aufgabenwahr.Somit steht der neue Zertifizierungsprozess selbstverständlich auch anderenSchweizer Uhrenherstellern offen. Er offeriert die Möglichkeit, Qualität und Leistung von Zeitmesser ineinem größeren Zusammenhang als bisher darzustellen. Die METAS agiert dabei absolut unabhängig und frei. Undsie erklärt sich nur dann zur Mitwirkung an Projekten bereit, wenn sie überzeugt ist von deren Unparteilichkeit. Somit ist die Vereinbarung mitOmega keineswegs ‘exklusiv’ und offen für weitere Interessenten.“

Schummeln lohnt sich nicht

Dass Omega von der METAS keine Extrawurst gebraten bekommt, weiß auch Andreas Hobmeier, der Omega „Vice President of Production and Procurement“. Ihn untersteht das Master Chronometer Atelier in Biel, in dem jede Armbanduhr, welche diesen Titel führen soll, acht Kontrollschritte erfolgreich absolvieren muss. Dass alles mit rechten Dingen zugeht, überwacht ein METAS-Mitarbeiter. Er unterhält in diesem abgeschlossenen Gebäudetrakt ein eigenes Büro und fordert nach freiem Gutdünken Uhren stichprobenartig zur Nachkontrolle an.

Schummeln lohnte sich für Omega aber auch aus einem ganz anderen Grund nicht. Jeder Kunde kann die Prüfdaten seines Master Chronometers im Internet abrufen und mit der tatsächlich erbrachten Leistung vergleichen. Dazu Nick Hayek: „Unbedingte Transparenz ist für uns oberstes Gebot. Wir haben nicht das Geringste zu verbergen. Das ist die vertrauensbildende Grundlage.“

Achtung, Prüfung!

Und das passiert in Biel bei der Zertifizierung von Uhren nach den METAS-Vorgaben:

Prüfung der mittleren täglichen Ganggenauigkeit

Dieser 4-tägige gilt der täglichen Präzision einer Uhr unter gewöhnlichen Tragebedingungen. Dabei wird sie zunächst in unterschiedliche Positionen gebracht und zwei unterschiedliche Temperaturen (23° und 33°C) ausgesetzt. Anschließend wird sie einem Magnetfeld von 15.000 Gauß ausgesetzt, entmagnetisiert und schlussendlich erneut in unterschiedlichen Positionen und bei unterschiedlichen Temperaturen getestet. Bei jedem Schritt entsteht ein Foto der Uhr. Die Überprüfung der Ganggenauigkeit erfolgt 24 Stunden durch Vergleich mit der amtlichen Universal-Zeit (UTC).

Funktionstüchtigkeit des COSC-zertifizierten Uhrwerks in einem Magnetfeld von 15.000 Gauss

Für den Magnetfeld-Test verwendet Omega einen Permanentmagnet-Tunnel mit 7 x 7 cm Querschnitt, in den auf einmal bis zu zehn Werke oder Uhren passen. Der erste Testschritt gilt dem Werk in zwei um 90 Grad gedrehten Positionen (Flach- und Senkrechtlage). Während der 30 Sekunden in jeder Position wird die Funktionstüchtigkeit des Uhrwerks bei einem Magnetfeld von 15.000 Gauss akustisch mithilfe eines Mikrofons überprüft.

Funktionstüchtigkeit der ganzen Uhr in einem  Magnetfeld von 15.000 Gauss

Hier wird anstelle des Uhrwerks der ganze Zeitmesser unter den gleichen Bedingungen gecheckt. Ein Mikrophon stellt fest, ob die Uhr währenddessen einwandfrei weiterläuft.

Abweichung der täglichen Ganggenauigkeit  nach dem Kontakt  mit einem Magnetfeld von 15.000 Gauss

Hier ermitteln Omega und METAS die mittlere Abweichung der Uhr zwischen dem 2. und 3. Tag des ersten Tests. Das Resultat zeigt die mittlere tägliche Präzision der Uhr vor und nach dem direkten Kontakt mit einem Magnetfeld von 15.000 Gauss

Wasserdichtigkeit

Bei diesem Test muss die Uhr tatsächlich ins Wasser. Dort wird der Druck so lange schrittweise erhöht, bis die angegebene Wasserdichtigkeit erreicht ist. Bei manchen Uhren überschreitet Omega sogar den Prüfdruck. Dieses Verfahren gewährleistet die Prüfung jeder Uhr unter realen Bedingungen. Abschließend kommt ein Tropfen kalten Wassers aufs Glas der angewärmten Uhr. Beschlägt sie innen. Ist das Gehäuse nicht dicht.

Gangautonomie

Mithilfe von Fotos, welche zu Beginn und am Ende des erwarteten Grenzwerts gemacht werden, überprüft Omega die Gangautonomie jeder Uhr. Eine erneute Überprüfung der Abweichung stellt sicher, dass jede Uhr hinsichtlich der ausgewiesenen Zeit präzise arbeitet. So können sich die besitzer darauf verlassen, dass ihre Uhr auch nach einem Wochenende ohne Bewegung immer noch hinreichend präzise funktioniert.

Abweichung der Laufzeit bei einer Gangautonomie zwischen 100 % und 33 %

In sechs verschiedenen Positionen ähnlich den sechs Seiten eines Würfels erfolgt diese Überprüfung der fertigen Uhr. Während die komplett aufgezogene Uhr jeweils 30 Sekunden in einer Lage verharrt, überprüft eine akustische Messvorrichtung die durchschnittliche Ganggenauigkeit. Danach wird die Gangautonomie auf ein Drittel des Maximalwerts reduziert. Ein weiterer Test  unter den gleichen Bedingungen stellt sicher, dass selbst unvollständiger Aufzug die Präzision nicht beeinträchtigt.

Abweichung der Laufzeit wiederum in sechs Positionen

Dieser Test ähnelt dem vorangegangenen. Die Uhr verbleibt 30 Sekunden in jeder Position, wobei die Gangleistungen wiederum akustisch gemessen werden. Die Überprüfung in sechs verschiedenen Lagen stellt sicher, dass die Uhr wirklich in allen Lebenslagen, also im Bett, am Schreibtisch oder beim Sport einwandfrei und präzise funktioniert.

Hinsichtlich der Genauigkeitskriterien ist der METAS-Test deutlich strenger als die COSC-Zertifizierung. Die akzeptierte Toleranz liegt zwischen null und plus fünf Sekunden täglich. Nachgehen ist nicht zulässig. Derzeit prüfen Omega und METAS aus Kapazitätsgründen nur Uhren mit den hauseigenen Kalibern 8900 und 8901.

 

Omega Kaliber 8900

  • Basis: Kaliber 8500
  • Durchmesser: 29 Millimeter
  • Bauhöhe: 5,6 mm
  • Unruh: Titan
  • Unruhspirale: Silizium
  • Unruhfrequenz: 3,5 Hertz, 25.200 Halbschwingungen/Stunde
  • Koaxiale Ankerhemmung
  • Rotor-Selbstaufzug in beiden Drehrichtungen
  • Zwei seriell geschaltete Federhäuser
  • Gangautonomie: 60 Stunden

In diesem Uhrwerk tauscht Omega alle Komponenten, bei denen Magnetfelder einen Stillstand verursachen können, konsequent gegen solche mit amagnetischen Eigenschaften aus. In diesem Sinne bestehen die Unruh aus berylliumfreiem Titan, die Unruhspirale und das Hemmsystem aus Silizium, Anker- und Unruhwelle aus „Nivagauss“ und die Lyra der Stoßsicherung aus „Liquidmetal“, einer amorphen Metall-Legierung. Deshalb laufen damit ausgestattete Zeitmesser wie der neuen „Globemaster Master Chronometer“ auch ohne Weicheisen-Innengehäuse sogar in Magnetresonanztomographen unbeeindruckt und ohne Beeinträchtigung der ursprünglichen Präzision weiter.

Die neue Globemaster

Die Uhr gibt es in zwei Ausführungen, jeweils mit 29 Millimeter großem Sichtboden-Gehäuse.

  • Stahl, Kaliber 8900, Preis 6.200 Euro mit Lederband, 6.300 Euro mit Stahlband
  • Bicolor Gelbgold/Stahl inkl. Bicolor-Armband, Preis 9.900 Euro
  • Sednagold, Kaliber 8901 (Rotor und Unruhbrücke aus Massivgold), Preis 17.900 Euro

Wußten Sie schon…?

Die ungewöhnliche Unruhfrequenz von 3,5 Hertz ist Omega historisch betrachtet keineswegs fremd. Bereits 1958 glänzte Omega beim Genfer Observatorium mit dem 30 Millimeter großen Kaliber 30GD. Dieses Handaufzugswerk basierte auf dem 1939 vorgestellten Kaliber 30, dessen Durchmesser den damaligen Vorgaben für Chronometerwettbewerbe entsprach. Die Vorderseite des 30GD trug eine spezielle Platte, welche die Verwendung eines höheren Federhauses und damit einer größeren Zugfeder gestattete. Eine solche war nötig, weil das Kaliber 30DD, von dem es zwei Ausführungen mit unterschiedlich großen Schraubenunruh gab, mit 3,5 Hertz tickte (52.200 Unruh-Halbschwingungen/Stunde).

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