Eleganz, Funktionalität und Sportlichkeit
Die Jahre zwischen 1956 und 1967 brachten für Rolex etliche wichtige Innovationen und einen enormen technischen Fortschritt. Diese Rolex Meilensteine sollten die Uhrenwelt nachhaltig prägen und den Anspruch der Marke als technische Referenz festigen.

Mit der Rolex Oyster Perpetual Day-Date gelang 1956 ein Novum: Erstmals vereinte eine Armbanduhr Datum und den voll ausgeschriebenen Wochentag. Die ausschließlich in Edelmetallen gefertigte Uhr verband mechanische Innovation mit symbolischer Strahlkraft und wurde rasch zur „Präsidentenuhr“.
Im selben Jahr adressierte die Genfer Uhrenmarke mit der Rolex Milgauss eine völlig neue Zielgruppe. Dank konsequentem Magnetfeldschutz blieb sie auch in wissenschaftlichen Hochumgebungen präzise und wurde später sogar vom CERN bestätigt – ein frühes Beispiel funktionaler Spezialisierung.

1960 bewies Rolex seine technische Extremkompetenz mit der Rolex Deep Sea Special, die den Marianengraben überstand und damit eindrucksvoll zeigte, dass mechanische Präzision selbst unter extremstem Druck Bestand haben kann. Drei Jahre später folgte mit dem Handaufzugschronographen Rolex Daytona ein gestalterischer und funktionaler Wendepunkt: kontrastreiche Zifferblätter, Tachymeterskala auf der Lünette und klare Motorsport-DNA legten den Grundstein für eine spätere Ikone.

Den Abschluss dieser Betrachtungen markierte 1967 die Rolex Sea-Dweller mit patentiertem Heliumventil – eine direkte Antwort auf die Herausforderungen des Sättigungstauchens. Sie unterstrich, wofür Rolex in dieser Phase stand: technische Lösungen für reale Extreme, umgesetzt in langlebige, präzise Instrumente.

1956: Rolex Oyster Perpetual Day-Date
1956 präsentierte Rolex auf der Basler Uhrenmesse eine wegweisende Neuheit: die Oyster Perpetual Day-Date, Referenz 6511. Erstmals zeigte eine Armbanduhr neben dem vergrößerten Datum auch den vollständig ausgeschriebenen Wochentag in einem großzügigen Fenster unter der „12“.


Möglich machte dies das weiterentwickelte Automatikkaliber 1055, dessen zusätzliche Mechanik jedoch zunächst erhebliche Kraftreserven erforderte. Rolex reagierte mit konstruktiven Verbesserungen, darunter einer gleichmäßigen Energieabgabe und später der Sekundenstopp Funktion. Weitere Evolutionsschritte folgten: 1972 das Kaliber 1556, 1983 die Schnellkorrektur im Kaliber 2135 sowie ab 1970 ein kratzfestes Saphirglas.


Die ausschließlich in Edelmetallen gefertigte Day-Date erlangte als Präsidentenuhr Berühmtheit, getragen unter anderem von Dwight D. Eisenhower und mehreren anderen US-Präsidenten. Einen technischen Quantensprung markierte 2015 die Day-Date 40 mit dem neuen Kaliber 3255 und Chronergy-Hemmung. 2024 folgte eine aktualisierte Day-Date 40. Mehr zur Rolex Day-Date findet sich hier im Uhrenkosmos.


1956: Oyster Perpetual Milgauss
Der Name des 1956 lancierten Modells Oyster Perpetual Milgauss, Referenzen 6543 und 6541, setzt sich zusammen aus „mille“, also 1 000, und dem Nachnamen des deutschen Physikers Carl Friedrich Gauß. Dank ihres modifizierten Automatikkalibers 1065 M mit amagnetischen Komponenten und eines leitfähigen Weicheisen-Innengehäuses bewahrte sie die Zeit bis zu 1 000 Gauß korrekt.


Das traf auch für die 1960 lancierte Rolex Milgauss Referenz 1019 zu. Diese Eigenschaften bestätigte 1970 die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) offiziell. Trotz technischer Exzellenz verschwand die Milgauss 1988 erstmals aus dem Rolex-Katalog. Weil sie vor allem einen recht eng umrissenen Kreis von Spezialisten ansprach, hielt sich der wirtschaftliche Erfolg in überschaubaren Grenzen.


2007 feierte sie ein Comeback in Gestalt der Referenzen 116400 und 116400GV, letztere mit markantem grünem Saphirglas. Das darin verbaute Kaliber 3131 verfügt über eine amagnetische Parachrom-Breguetspirale. Erhalten blieben auch die innere Magnetfeldabschirmung sowie der Blitz-Sekundenzeiger.



2023 stellte Rolex die Milgauss endgültig ein. Moderne amagnetische Werkekomponenten machten ihre ursprüngliche Sonderrolle entbehrlich.



1960: Rolex Deepsea-Special
Nur schwerlich am Handgelenk tragen kann man jene opulente Armbanduhr, welche Jacques Piccard und Don Walsh am 23. Januar 1960 an der Außenhaut des Tauchboots Trieste in den 10.916 Meter tiefen Marianengraben begleitete. Nach vier Stunden und 43 Minuten, um 13:10 Uhr hatte das Duo den Meeresgrund erreicht. Zwanzig Minuten später ging es allmählich wieder nach oben. Dreieinhalb Stunden nahm die Rückkehr aus der Welt des Schweigens in Anspruch. Dann erfuhr Rolex Folgendes: „Es ist mir eine Freude, Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Uhr auch in elftausend Metern so genau geht wie an der Oberfläche. Beste Grüße, Jacques Piccard.“

Wie viele Exemplare Rolex von der naturgemäß riesigen Rolex Deep Sea Special (DSS) mit extrem hoch gewölbtem Glas fertigte, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Die Rede ist von insgesamt sieben Prototypen in Stahl. Hinzu gesellen sich einige Nachbauten, für deren Outfit teilweise auch Gold Verwendung fand.


1963: Rolex Daytona Handaufzug
Anfangs, sprich 1963, bewarb Rolex die neuen Chronographen Referenz 6239 als Modell Rolex Le Mans. Technisch und gestalterisch war es wegweisend: Erstmals nutzte Rolex kontrastierende Zifferblattfarben, zudem wanderte die bis zu 300 Kilometer oder Meilen reichende Tachymeterskala vom Zifferblatt auf die Lünette. Bereits 1964 ersetzte Rolex den ursprünglichen Namen in US-Anzeigen durch Rolex Daytona – eine bewusste Hinlenkung auf den immens wichtigen US-amerikanischen Markt und die berühmte Rennstrecke in Florida.




Das zeitschreibende Innenleben mit manuellem Aufzug lieferte Valjoux zu. 1965 folgte mit der Referenz 6240 ein weiterer Entwicklungsschritt: verschraubbare Drücker und eine neue Krone verbesserten die Robustheit. Dennoch stellte sich der kommerzielle Erfolg nicht in gewünschtem Umfang ein. Das 37-Millimeter-Gehäuse galt vielen Käufern als zu groß, auch die markante Schwarz-Weiß-Optik polarisierte. Die Referenz verschwand nach nur drei Jahren.
1971 erhielt der Chronograph ein Facelifting. Die neuen Referenzen 6262 und 6264 sowie ab Herbst die bis 1978 produzierten 6263 und 6265 mit dem Kaliber Valjoux 727 boten erstmals zehn Bar Wasserdichtheit. Besonders Modelle mit sogenannten Paul-Newman-Zifferblättern entwickelten sich später zu begehrten Ikonen.



1967: Rolex Oyster Perpetual Sea-Dweller
Die französische Compagnie Maritime d’Expertises (COMEX) setzte bei ihren Berufstauchern früh auf die Rolex Submariner als präzises und zuverlässiges Instrument unter Wasser. Mit der Einführung des Sättigungstauchens in Druckkammern traten jedoch neue Probleme auf: Das zum Atmen verwendete Helium konnte in das Uhrgehäuse eindringen und beim späteren Druckabbau das Uhrglas absprengen. Rolex löste dieses physikalische Problem 1967 mit einem patentierten Heliumventil, das überschüssigen Innendruck automatisch entweichen ließ.

Zunächst kam diese Innovation in speziell für Comex gefertigten Rolex Submariner-Referenzen wie 5513 und 5514 zum Einsatz.

Die konsequente Weiterentwicklung mündete in der professionellen Rolex Sea-Dweller. Bereits die frühe Referenz 1665 war offiziell bis 610 Meter wasserdicht und wurde von Comex sogar bis zu 70 Bar getestet. Geschätzte gut 22.000 Exemplare fertigte Rolex von der ersten kommerziellen Sea-Dweller-Generation 16660, ausgestattet mit dem Automatikkaliber 3035.

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