Rolex Know-how

Rolex Meilensteine 1956 bis 1967: Technische Innovation, funktionale Spezialisierung und ikonisches Design

Ab 1956 setzte Rolex neue Maßstäbe. Ob Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Rennsport oder Tiefsee: Jede Rolex Innovation entstand für den realen Einsatz. Diese Dekade brachte weitere legendäre Modelle und festigte den Ruf der Marke als Synonym für Präzision und Dauerhaftigkeit. Die Rolex Meilensteine 1956 bis 1967.

von | 07.01.2026

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Eleganz, Funktionalität und Sportlichkeit

Die Jahre zwischen 1956 und 1967 brachten für Rolex etliche wichtige Innovationen und einen enormen technischen Fortschritt. Diese Rolex Meilensteine sollten die Uhrenwelt nachhaltig prägen und den Anspruch der Marke als technische Referenz festigen.

Rolex Day-Date Anzeige London um 1959

Rolex Day-Date-Anzeige in England um 1959

Mit der Rolex Oyster Perpetual Day-Date gelang 1956 ein Novum: Erstmals vereinte eine Armbanduhr Datum und den voll ausgeschriebenen Wochentag. Die ausschließlich in Edelmetallen gefertigte Uhr verband mechanische Innovation mit symbolischer Strahlkraft und wurde rasch zur „Präsidentenuhr“.

Im selben Jahr adressierte die Genfer Uhrenmarke mit der Rolex Milgauss eine völlig neue Zielgruppe. Dank konsequentem Magnetfeldschutz blieb sie auch in wissenschaftlichen Hochumgebungen präzise und wurde später sogar vom CERN bestätigt – ein frühes Beispiel funktionaler Spezialisierung.

Rolex Milgauss Ref. 1019 - Cern - ca. 1971

Vom CERN bestätigt: Rolex Milgauss Ref. 1019

1960 bewies Rolex seine technische Extremkompetenz mit der Rolex Deep Sea Special, die den Marianengraben überstand und damit eindrucksvoll zeigte, dass mechanische Präzision selbst unter extremstem Druck Bestand haben kann. Drei Jahre später folgte mit dem Handaufzugschronographen Rolex Daytona ein gestalterischer und funktionaler Wendepunkt: kontrastreiche Zifferblätter, Tachymeterskala auf der Lünette und klare Motorsport-DNA legten den Grundstein für eine spätere Ikone.

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6239 - Prospekt

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6239

Den Abschluss dieser Betrachtungen markierte 1967 die Rolex Sea-Dweller mit patentiertem Heliumventil – eine direkte Antwort auf die Herausforderungen des Sättigungstauchens. Sie unterstrich, wofür Rolex in dieser Phase stand: technische Lösungen für reale Extreme, umgesetzt in langlebige, präzise Instrumente.

 

Rolex Meilenstein - die Rolex Submariner Ref. 5513 - GLB

Rolex Submariner COMEX - Ref. 5513

1956: Rolex Oyster Perpetual Day-Date

1956 präsentierte Rolex auf der Basler Uhrenmesse eine wegweisende Neuheit: die Oyster Perpetual Day-Date, Referenz 6511. Erstmals zeigte eine Armbanduhr neben dem vergrößerten Datum auch den vollständig ausgeschriebenen Wochentag in einem großzügigen Fenster unter der „12“.

Rolex Day-Date Ref. 6511 1. und 2. Generation

Rolex Day-Date Ref. 6511, Modelle der 1. und 2. Generation

Rolex Day-Date Kaliber 1055 (C) Uhrenkosmos

Rolex Day-Date Kaliber 1055

Möglich machte dies das weiterentwickelte Automatikkaliber 1055, dessen zusätzliche Mechanik jedoch zunächst erhebliche Kraftreserven erforderte. Rolex reagierte mit konstruktiven Verbesserungen, darunter einer gleichmäßigen Energieabgabe und später der Sekundenstopp Funktion. Weitere Evolutionsschritte folgten: 1972 das Kaliber 1556, 1983 die Schnellkorrektur im Kaliber 2135 sowie ab 1970 ein kratzfestes Saphirglas.

Rolex Day-Date Ref. 6511 mit Dwight D. Eisenhower

Präsidentenuhr: Rolex Day-Date Ref. 6511 mit Dwight D. Eisenhower

“Rolex

“Rolex

Rolex Day-Date Kaliber 3255 (C) Uhrenkosmos

Rolex Day-Date Kaliber 3255

Die ausschließlich in Edelmetallen gefertigte Day-Date erlangte als Präsidentenuhr Berühmtheit, getragen unter anderem von Dwight D. Eisenhower und mehreren anderen US-Präsidenten. Einen technischen Quantensprung markierte 2015 die Day-Date 40 mit dem neuen Kaliber 3255 und Chronergy-Hemmung. 2024 folgte eine aktualisierte Day-Date 40. Mehr zur Rolex Day-Date findet sich hier im Uhrenkosmos.

Rolex-Day-Date-40-Ref-228238

Rolex-Day-Date-40-Ref-228238

Rolex Milgauss Ref. 6541 (C) Christies 2023 CHF 2,238 Mio

Rolex Milgauss Ref. 6541 - versteigert 2023 von Christie's für Millionen Schweizerfranken

1956: Oyster Perpetual Milgauss

Der Name des 1956 lancierten Modells Oyster Perpetual Milgauss, Referenzen 6543 und 6541, setzt sich zusammen aus „mille“, also 1 000, und dem Nachnamen des deutschen Physikers Carl Friedrich Gauß. Dank ihres modifizierten Automatikkalibers 1065 M mit amagnetischen Komponenten und eines leitfähigen Weicheisen-Innengehäuses bewahrte sie die Zeit bis zu 1 000 Gauß korrekt.

Rolex Milgauss Ref. 6543

Rolex Milgauss Ref. 6543

Rolex Milgauss Ref. 6541

Rolex Milgauss Ref. 6541

Das traf auch für die 1960 lancierte Rolex Milgauss Referenz 1019 zu. Diese Eigenschaften bestätigte 1970 die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) offiziell. Trotz technischer Exzellenz verschwand die Milgauss 1988 erstmals aus dem Rolex-Katalog. Weil sie vor allem einen recht eng umrissenen Kreis von Spezialisten ansprach, hielt sich der wirtschaftliche Erfolg in überschaubaren Grenzen.

Rolex Milgauss 6541 Weicheisen (C) Phillips

Rolex Milgauss 6541 - Weicheisenschutz (C) Phillips

Rolex Milgauss Referenz 1019

Rolex Milgauss, die über viele Jahre hinweg in recht kleinen Stückzahlen produzierte Referenz 1019

2007 feierte sie ein Comeback in Gestalt der Referenzen 116400 und 116400GV, letztere mit markantem grünem Saphirglas. Das darin verbaute Kaliber 3131 verfügt über eine amagnetische Parachrom-Breguetspirale. Erhalten blieben auch die innere Magnetfeldabschirmung sowie der Blitz-Sekundenzeiger.

Rolex Milgauss 116400

Rolex Milgauss Ref. 116400

Rolex Milgauss Ref. 116400GV

Rolex Milgauss Ref. 116400GV - schwarzes Zifferblatt

Rolex Milgauss Ref. 116400GV blue

Rolex Milgauss Ref. 116400GV in Blau

2023 stellte Rolex die Milgauss endgültig ein. Moderne amagnetische Werkekomponenten machten ihre ursprüngliche Sonderrolle entbehrlich.

Rolex Milgauss 116400 innen

Rolex Milgauss 116400, Blick auf den inneren Weichsesenboden

Rolex Milgauss 116400 Feldlinien

Rolex Milgauss - Magnetfelder bis 1000 Gauss werden um das Uhrwerk herumgeleitet

Rolex Deep See Special

Nichts fürs Handgelenk: Rolex Deep See Special

1960: Rolex Deepsea-Special

Nur schwerlich am Handgelenk tragen kann man jene opulente Armbanduhr, welche Jacques Piccard und Don Walsh am 23. Januar 1960 an der Außenhaut des Tauchboots Trieste in den 10.916 Meter tiefen Marianengraben begleitete. Nach vier Stunden und 43 Minuten, um 13:10 Uhr hatte das Duo den Meeresgrund erreicht. Zwanzig Minuten später ging es allmählich wieder nach oben. Dreieinhalb Stunden nahm die Rückkehr aus der Welt des Schweigens in Anspruch. Dann erfuhr Rolex Folgendes: „Es ist mir eine Freude, Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Uhr auch in elftausend Metern so genau geht wie an der Oberfläche. Beste Grüße, Jacques Piccard.“

Rolex Deep See special - Telegramm 1960

Rolex Deep See Special - Telegramm an Rolex im Jahr 1960

Wie viele Exemplare Rolex von der naturgemäß riesigen Rolex Deep Sea Special (DSS) mit extrem hoch gewölbtem Glas fertigte, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Die Rede ist von insgesamt sieben Prototypen in Stahl. Hinzu gesellen sich einige Nachbauten, für deren Outfit teilweise auch Gold Verwendung fand.

Tauchboot Trieste

Das Tiefsee-Tauchboot Trieste

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6239 (Rolex)

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6239 (Foto Rolex)

1963: Rolex Daytona Handaufzug

Anfangs, sprich 1963, bewarb Rolex die neuen Chronographen Referenz 6239 als Modell Rolex Le Mans. Technisch und gestalterisch war es wegweisend: Erstmals nutzte Rolex kontrastierende Zifferblattfarben, zudem wanderte die bis zu 300 Kilometer oder Meilen reichende Tachymeterskala vom Zifferblatt auf die Lünette. Bereits 1964 ersetzte Rolex den ursprünglichen Namen in US-Anzeigen durch Rolex Daytona – eine bewusste Hinlenkung auf den immens wichtigen US-amerikanischen Markt und die berühmte Rennstrecke in Florida.

Rolex Le Mans, 1963, und Rolex Daytona, 1964

Rolex Anzeigen 1963, Le Mans, und 1964, Daytona

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6239 - Prospekt 1965 (1)

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6239 - Prospekt 1965

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6239 - Prospekt 1965 (2)

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6239 - Prospekt 1965, Teil 2

Rolex Cosmograph Daytona 6264 Paul Newman mit Garantierurkunde

Eine unter vielen Rolex Meilensteinen: Die legendäre Rolex Cosmograph Daytona 6264 "Paul Newman" vor der zugehörigen Garantieurkunde.

Das zeitschreibende Innenleben mit manuellem Aufzug lieferte Valjoux zu. 1965 folgte mit der Referenz 6240 ein weiterer Entwicklungsschritt: verschraubbare Drücker und eine neue Krone verbesserten die Robustheit. Dennoch stellte sich der kommerzielle Erfolg nicht in gewünschtem Umfang ein. Das 37-Millimeter-Gehäuse galt vielen Käufern als zu groß, auch die markante Schwarz-Weiß-Optik polarisierte. Die Referenz verschwand nach nur drei Jahren.

1971 erhielt der Chronograph ein Facelifting. Die neuen Referenzen 6262 und 6264 sowie ab Herbst die bis 1978 produzierten 6263 und 6265 mit dem Kaliber Valjoux 727 boten erstmals zehn Bar Wasserdichtheit. Besonders Modelle mit sogenannten Paul-Newman-Zifferblättern entwickelten sich später zu begehrten Ikonen.

Rolex Cosmograph Daytona 6264 Paul Newman

Rolex Cosmograph Daytona Referenz 6264 "Paul Newman"

Rolex Submariner Ref. 5513 - Sothebys

Rolex Submariner COMEX Ref. 5513 - ein Rolex Meilenstein, der bei Auktionen regelmäßig exzellente Ergebnisse erzielt (Foto Sotheby's).

Rolex Submariner Ref. 5513 Zifferblatt - Sothebys

Rolex Submariner COMEX Ref. 5513 Zifferblatt (Foto Sotheby's)

1967: Rolex Oyster Perpetual Sea-Dweller

Die französische Compagnie Maritime d’Expertises (COMEX) setzte bei ihren Berufstauchern früh auf die Rolex Submariner als präzises und zuverlässiges Instrument unter Wasser. Mit der Einführung des Sättigungstauchens in Druckkammern traten jedoch neue Probleme auf: Das zum Atmen verwendete Helium konnte in das Uhrgehäuse eindringen und beim späteren Druckabbau das Uhrglas absprengen. Rolex löste dieses physikalische Problem 1967 mit einem patentierten Heliumventil, das überschüssigen Innendruck automatisch entweichen ließ.

Rolex Submariner Ref. 5513 Profil - Sothebys

Rolex Submariner COMEX Ref. 5513 im Profil, unten mit Heliumventil (Fotos Sotheby's)

Zunächst kam diese Innovation in speziell für Comex gefertigten Rolex Submariner-Referenzen wie 5513 und 5514 zum Einsatz.

Rolex Submariner Ref. 5514 - Antiquorum

Rolex Submariner Ref. 5514 (Fotos Antiquorum)

Die konsequente Weiterentwicklung mündete in der professionellen Rolex Sea-Dweller. Bereits die frühe Referenz 1665 war offiziell bis 610 Meter wasserdicht und wurde von Comex sogar bis zu 70 Bar getestet. Geschätzte gut 22.000 Exemplare fertigte Rolex von der ersten kommerziellen Sea-Dweller-Generation 16660, ausgestattet mit dem Automatikkaliber 3035.

Rolex Sea-Dweller 1665 von Philippe-Pierre Cousteau - Antiquorum

Rolex Sea-Dweller Ref. 1665 von Philippe-Pierre Cousteau (Antiquorum)

Rolex Sea-Dweller 16660 - Antiquorum

Rolex Sea-Dweller Referenz 16660 (Antiquorum)

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