Rolex Know-how

Rolex Meilensteine 1914 bis 1945: Vom ersten Kew-A Chronometer zur Rolex Datejust

Die 1905 von Hans Wilsdorf ins Leben gerufene Geschichte des Hauses Rolex ist voller Höhepunkte sowie technischer und uhrmacherischer Meilensteine. Der Uhrenkosmos präsentiert sie als Übersicht kurz und prägnant. Details bleiben bewusst ausgespart. Hier sind die ersten sieben Rolex Meilensteine.

von | 28.12.2025

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Rolex Meilensteine 1914 bis 1945

Zuverlässigkeit und Präzision bilden seit den Anfängen den Kern der Marke Rolex. In einer Zeit, in der Armbanduhren als ungenau galten, verfolgte Gründer Hans Wilsdorf konsequent eine andere Vision. Bereits 1914 bewies ein Class-A-Zertifikat des National Physical Laboratory in Kew-Teddington, dass eine Rolex-Armbanduhr unter denselben strengen Bedingungen wie ein Bordchronometer geprüft und zertifiziert werden konnte – ein historischer Durchbruch.

Rolex Savonnette 1916 mit Soldat

Rolex Offiziers-Savonnette von 1916

Der Erste Weltkrieg machte die Armbanduhr endgültig alltagstauglich: robuste Savonnette-Modelle mit Sprungdeckel schützten Glas und Zeiger im Feldeinsatz. 1926 folgte mit dem wasserdichten Rolex Oyster Gehäuse der nächste Meilenstein, der die Armbanduhr dauerhaft gegen Wasser und Staub abschirmte.

Rolex Oyster achteckig 1926

Rolex Oyster 1926

Ende der 1920er-Jahre punktete die Rolex Prince mit besonderer Form der Zeitanzeige und außergewöhnlicher Präzision. Der Selbstaufzug der Oyster Perpetual von 1931 beseitigte die Schwachstelle des täglichen Aufziehens.

Rolex Prince verschiedene Modelle

Verschiedene Versionen der Rolex Prince

Ab 1945 prägten Modelle wie Air-King und Datejust das moderne Rolex-Bild: sportlich, technisch ausgereift und serienreif. Chronometerzertifikat, Automatik, Wasserdichtheit und das erste automatisch schaltende Datumsfenster vereinten sich zur Formel, mit der Rolex die Armbanduhr endgültig als präzises, zuverlässiges Instrument etablierte – und bis heute definiert.

The Royal Observatory Kew-Teddington in Richmond Garden

Royal Observatory Kew-Teddington

1914: erster Rolex Kew A Armbandchronometer

Zuverlässigkeit und Präzision genossen bei Hans Wilsdorf aus guten Gründen hohen Stellenwert. Schließlich stand die Branche den ans Handgelenk geschnallten Zeitmessern skeptisch gegenüber. Diesbezüglich dachte der Rolex-Gründer jedoch ganz anders. Seiner Meinung nach konnten und mussten kleine Uhren am Unterarm genauso präzise sein wie die größeren in der Tasche. Genau das belegt ein im Juli 1914 ausgestelltes Class-A-Zertifikat des National Physical Laboratory (NPL) in Teddington. Die Überschrift Succès de réglage No. 6 verweist auf den erfolgreichen Präzisionstest einer Rolex Armbanduhr, welcher sich ab Juni über 45 Tage erstreckte. Empfänger: The Rolex Watch Co., London & Bienne. Unterzeichnet vom damaligen NPL-Direktor Sir Richard T. Glazebrook.

Rolex Kew-A-Chronometer 1914

Rolex Kew A Chronometer mit Zertifikat, ausgefertigt 1914

Die zur Prüfung eingereichte Armbanduhr besitzt ein kissenförmiges Gehäuse, ein schwarzes Emaille-Zifferblatt mit großen Leuchtziffern und eine kleine Sekunde bei „6“. Die Prüfung des mit einem 11-linigen Handaufzugswerk ausgestatteten Zeitmessers vollzog sich exakt nach den für Bord-Chronometer vorgeschriebenen Bedingungen. Erleichterungen wegen des geringeren Durchmessers gab es nicht.

Rolex Savonnette 1916 drei Ansichten

Rolex Schützengraben-Savonnette von 1916 - patentiertes Sprungdeckel-Gehäuse in 925er Silber

1916: Schützengraben Savonnette

Der von 1914 bis 1918 währende Erste Weltkrieg ging natürlich auch an Hans Wilsdorf und seiner Uhrenmarke Rolex nicht vorbei. Soldaten schätzten die am Handgelenk befestigten Zeitmesser, weil sie sich deutlich schneller ablesen ließen als Taschenuhren. Allerdings konnten die Kristallgläser über Zifferblatt und Zeiger im Eifer des Gefechts sehr schnell brechen. Dem begegneten Wilsdorf & Davis wie auch andere Hersteller durch Halbsavonnette- oder Savonnette-Modelle. Das Gehäuse der hier abgebildeten Savonnette mit der Seriennummer 773207 misst 35 mm und besteht aus 925er Sterling Silber. Das Edelmetall lässt auf die damalige Nutzung durch einen Offizier schließen. Auf Knopfdruck öffnet sich der vordere Deckel. Zu den Punzierungen W & D, Rolex, Swiss und der Feingehalt 925 gesellt sich der Hinweis auf das Schweizer Patent 71363.

Rolex Savonnette 1916 Boden und Werk

Rolex Savonnette von 1916: Innenseite des Bodens und und Handaufzugswerk von Aegler

Die Schutzschrift erhielt Charles Zurbrüegg in Biel am 23. Juni 1915. Es bezieht sich auf ein Boîte-savonnette pour montres-bracelet, also eine Armbanduhr-Schale mit Sprungdeckel. Die Zeiger für Stunden-, Minuten und Sekunden drehen vor einem Emailzifferblatt. Radium als Leuchtmasse erleichtert das Ablesen bei Dunkelheit. Natürlich stammt das mit Perlage dekorierte 11-linige Savonnette-Handaufzugswerk von Wilsdorfs Werkepartner Aegler in Biel.

Rolex Oyster achteckig 1926 (1)

1926 erhielt Rolex das Patent für das verschraubte Oyster Gehäuse

Rolex Oyster achteckig 1926 (3)

Das achteckige Oyster-Gehäuse entsprach dem Geschmack der damaligen Zeit

1926: Rolex Oyster

Die Geschichte der hermetisch verschlossenen und damit auch vollkommen wasserdichten Armbanduhr beginnt 1926 mit dem patentierten Oyster-Gehäuse. Das komplette Verschrauben der Schale einschließlich Krone gewährleistet optimalen Schutz des Handaufzugswerks vor dem nassen Element und dazu auch vor dem nicht minder schädlichen Staub. Mehr zum Rolex Oyster-Patent und seinen Erfindern finden Sie hier auf Uhrenkosmos.com.

Rolex Oyster Evelyne Laye

Frühes Rolex-Testimonial: die englische Schauspielerin Evelyne Laye

Somit verkörperte die 1927 von der Kanalschwimmerin Mercedes Gleitze im Ärmelkanal getragene und von der Schauspielerin Evelyn Laye ostentativ in ein Goldfischglas getauchte Kreation des Hauses Rolex einen bedeutenden Fortschritt in Richtung absolut alltagstauglicher Armbanduhren. Das Rolex Oyster Gehäuse bildete eine tragende Säule des anhaltenden Erfolgs der von Hans Wilsdorf ins Leben gerufenen Uhrenmarke.

Rolex Oyster  - The Golden Rolex Book

Rolex Oyster - The Golden Rolex Book

Rolex Oyster Prospekt 1938

Rolex Oyster - zwei Seiten aus dem originalen Rolex Katalog von 1938

Rolex Prince The Golden Rolex Book

Rolex Prince - The Golden Rolex Book

1928: Rolex Prince

Wie kaum eine andere Armbanduhr steht die Rolex Prince für den Übergang von dekorativer Tradition zu funktionaler Moderne. Ende der 1920er-Jahre revolutionierte sie mit ihrem langgestreckten rechteckigen Gehäuse und dem klar gegliederten Duo-Dial-Zifferblattdesign die Uhrengestaltung. Die Trennung von Stunden-/Minutenanzeige im oberen Bereich und großer Sekunde im unteren Teil erhöhte die Ablesbarkeit erheblich und machte die Prince mit dem hochpräzisen Baguette-Handaufzugskaliber T.S. bei Ärzten, Wissenschaftlern und Sportlern beliebt. Die große Schraubenunruh gewährleistete eine Ganggenauigkeit, welche die amtlichen Normen für Chronometer problemlos erfüllte oder sogar noch deutlich übertraf.

Rolex Prince Kaliber T.S.

Eines der präzisesten Handaufzugskaliber seiner Zeit: Rolex T.S.

Am 15. Dezember 1936 erzielte das Ausnahme-Uhrwerk mit etwa 58 Stunden Gangautonomie beim Observatorium Kew-Teddington 87,6 Punkte und damit das beste Ergebnis aller bis dahin eingereichten Armbanduhren. Unterschiedliche Gehäusevarianten wie Brancard, Classic oder Railway verbanden Art-déco-Ästhetik mit technischer Exzellenz.

Rolex Prince mit Katalogseite 1938

Rolex Prince Brancard und Prince Railway, rechts Katalogseite 1938

Rolex Oyster Perpetual mit Katalogseite

Rolex Oyster Perpetual, links Katalogseite von 1938

1931: Oyster Perpetual

Bedingt durch die damals noch sehr kurze Gangautonomie verlangten die Handaufzugswerke in der Rolex Oyster nach täglicher Kontaktaufnahme zum Spannen der Zugfeder. Das bedingte zwangsläufig ein Aufschrauben der Krone. Weil das anschließende Verschrauben mitunter unvollkommen oder gar nicht geschah, kam es immer wieder zu unliebsamen Unfällen.

Rolex Perpetual Kaliber NA620

Das weltweit erste Automatikkaliber mit Rotoraufzug für Armbanduhren, vorgestellt 1931 von Rolex

Deswegen waren der 1931 patentierte Selbstaufzug des Kalibers NA620 und die daraus resultierende Rolex Oyster Perpetual nur eine logische Konsequenz. Die von Emil Borer entwickelte Rotor-Automatik repräsentierte einen Meilenstein in der Geschichte moderner und zukunftsweisender Armbanduhren.

Rolex Oyster Perpetual verschiedene Modelle

Rolex Oyster Perpetual verschiedene Modelle aus den 1930er-Jahren

1945: Rolex Air-King

Das ausgeprägte Interesse britischer Piloten an Rolex-Armbanduhren in den 1940er-Jahren veranlasste Rolex-Gründer Hans Wilsdorf, spezielle Modelle mit Bezug zur Fliegerei zu initiieren. So entstanden Linien wie Air-Lion, Air-Giant, Air-Tiger und schließlich Rolex Air-King. Letztere debütierte 1945 als Referenz 4925 mit 34 Millimetern Gehäusedurchmesser und als 4365 mit kleinem Sekundenzeiger. Als einzige besagter „Air“-Uhren hielt sie sich in der Kollektion. Den größten Erfolg erzielte die 1957 vorgestellte Referenz 5500 mit dem Automatikkaliber 1520. Die hierfür verwendeten Oyster-Schalen entsprachen exakt denen der Rolex Explorer. Varianten mit Datum, etwa die Referenz 5700 nutzten das 1530. Weitere Modelle wie die 14000 folgten.

Rolex Air-King verschiedene Generationen 1945 - 2026

Rolex Air-King verschiedene Generationen 1945 - 2026

Aus Kostengründen unterzog Rolex die verbauten Werke früher keiner Chronometerprüfung, weshalb auf den Zifferblättern lediglich Precision oder Super Precision stand. Innerhalb der Kollektion markierte die Oyster Perpetual Air-King den Einstieg in die Welt der sportlich orientierten Rolex-Armbanduhren. Nicht zuletzt deshalb repräsentierte und repräsentiert sie in der Modellpolitik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Von 2016 bis 2022 bot Rolex die polarisierende Rolex Air-King 116900 mit Weicheisen-Innengehäuse an. Seitdem findet sich die Referenz 126900 in der Kollektion.

In diesem Uhrenkosmos-Artikel gibt es mehr zur Rolex Air-King.

Rolex Datejust 1945 - Jubiläumsbuch

1945 publizierte Rolex ein Buch zum 40-jährigen Jubiläum. Wichtiger Bestandteil: die neue Datejust mit Jubilée-Gliederband

1945: Oyster Perpetual Datejust

Der Pionier auf dem Gebiet amtlich zertifizierter Armbandchronometer heißt unbestritten Rolex. Bereits am 22. März 1910 hatte die offizielle Prüfstelle in Biel das erste Schweizer Gangzeugnis für eine Serienarmbanduhr mit 11-linigem Uhrwerk ausgefertigt. Chronometerzertifikat, wasserdichtes Oyster-Gehäuse, Rotor-Selbstaufzug und dazu ein um Mitternacht schaltendes Fensterdatum kennzeichnen die 1945 zum 40. Firmenjubiläum vorgestellte Rolex Datejust. Samt neuem Jubilee-Armband und geriffelter Schraub-Lünette entwickelte sich diese innovative Armbanduhr im Laufe ihrer nunmehr 80-jährigen ununterbrochenen Geschichte zu einer herausragenden Ikone der Rolex-Kollektion. Zugleich markierte sie den Ausgangspunkt der neuzeitlichen Rolex-Kollektion.
Eine ausführliche Geschichte der Rolex Datejust von einst bis heute finden Sie hier.

Weitere Rolex Meilensteine von 1952 bis 1955 finden Sie hier im Uhrenkosmos.

Rolex Oyster Perpetual Datejust

Rolex Ikone par excellence: Oyster Perpetual Datejust, lanciert 1945

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