Luxus-Comeback
Piaget erweitert die 2024 vorgestellte Polo 79 durch das Modell Piaget Polo 79 Two-Tone, also in Bicolor-Ausführung. Diese Produktlancierung verlangt einen Rückblick in die Biografie dieser Uhrenlinie. Im Jahr des 150. Firmenjubiläums brachte die Manufaktur einen Zeitmesser zurück, welcher im aktuellen Hype rund um sportlich-elegante Armbanduhren durch den Verzicht auf Stahl als Gehäuse- und Bandmaterials durchaus einen Sonderweg markiert. Massivgold lautete schon 1979 das Gebot der Stunde.


Und daran hatte sich auch im Frühjahr 2024 kein Jota geändert. Weitere charakteristische Merkmale: integriertes Gliederband, markante Rillenstruktur und ein ultraflaches Automatikwerk. So gesehen repräsentiert die Polo 79 weniger eine Antwort auf einen Trend als vielmehr die Erinnerung an eine Kreation der Uhrengeschichte, welche bereits 1979 eine außergewöhnliche Position eingenommen hat. Dazu muss man freilich wissen, dass die konsequent auf Top-Luxus bedachte Firmen- und Modellphilosophie auf die Verwendung von Edelmetallen für das Outfit seiner zeitbewahrenden Erzeugnisse zielte. Stahl stand damals schlichtweg nicht zur Debatte.

Polo als Jet-Set-Statement
Historisch betrachtet ist Polo für Piaget mehr als ein Modellname. 1979 taufte das damalige Familienunternehmen eine Uhr erstmals ganz offiziell. Dadurch erreichte Yves Piaget, seines Zeichens Firmenchef und als solcher Spiritus Rector dieser augenfälligen Schöpfung eine Verknüpfung mit dem Jet-Set-Image des exklusiven Polosports. Für den passionierten Pferdenarr, der seinen ersten Vierbeiner vor dem strengen Vater wegen dessen spartanischen Lebensstils verbergen musste, verkörperte eben jene Ur-Polo ein durchgestaltetes Goldobjekt: Gehäuse und Band gingen visuell ineinander über, geprägt von horizontalen Gadroons, sprich erhabenen Rillen, die das Motiv vom Band bis ins Zifferblatt tragen.


Alle Aspekte zusammen und die Tatsache, dass das Bond-Girl Ursula Andress als prominente Botschafterin diente, begründeten den kommerziellen Erfolg des Konzepts in den frühen 1980ern abseits von Audemars Piguet Royal Oak, Vacheron Constantin 222 und Patek Philippe Nautilus.

Polo im Zeichen schwingender Quarze
Entgegen den Wettbewerbern setzte Piaget ganz bewusst auf die Kombination von Edelmetall und Elektronik. Bis 1980 galt das 1976 vorgestellte Kaliber 7P mit nur 3,1 Millimeter Bauhöhe als eines der weltweit flachsten Quarzwerke konventioneller Bauart. Dann nahm das 1,95 Millimeter flache 8P seine Rolle ein.

Neben dem runden Modell, erhältlich in den Größen 34, 30 und 27 Millimeter, gab es auch noch Art Manchette-Version mit quadratischem Zifferblatt. Hinsichtlich der Verkaufszahlen lag diese jedoch weit zurück. Deutlich rarer als die verschiedenen Quarz-Versionen sind die ebenfalls angebotenen Polo-Referenzen mit Automatikwerk.
1988 brachte einen nachhaltigen Bruch in der Firmengeschichte und damit auch das Ende der ersten Polo-Generation. Yves Piaget begründete den Verkauf von 60 Prozent der Unternehmensanteile an die Pariser Cartier Monde S.A., heute Richemont S.A. mit folgenden Worten: „Angesichts des härter werdenden Konkurrenzkampfes auf dem Weltmarkt festigen die beiden Firmengruppen durch die Vereinigung ihrer Potenziale auf dem Gebiet der Technik und der Produktion, ihrer Vertriebsorganisationen und ihrer Finanzkraft ihre Position.” 1993 gingen Piaget und die Tochter Baume & Mercier ganz in den Besitz der Franzosen über.


Polo Retro-Evolution
2001 lancierte Piaget seine Edelmetall-Polo in modernisierter Form. Bewusst am Ursprünglichen setzt die Polo 79 von 2024 an. Nicht zuletzt deshalb apostrophierte Piaget dieses zunächst in massivem Gelbgold aufgelegte Retromodell als Rückkehr zur ursprünglichen Formensprache. Weil die Zeit niemals stehen bleibt, stand und steht das Comeback im Zeichen der Evolution. 38 Millimeter Durchmesser, rund 7,35 Millimeter Höhe und Wasserdichte bis zu fünf Bar. Die Oberflächen wechseln zwischen satiniert und poliert. Im Inneren verbaut die Manufaktur das hauseigene, selbstverständlich ultraflache Mikrorotor-Automatikkaliber 1200P1. Der mit drei Hertz oszillierende Mikrokosmos misst 2,35 Millimeter in der Höhe. Rund 44 Stunden beträgt die Gangautonomie.

Piaget Polo 79 Two-Tone
Exakt dieses Uhrwerk beseelt auch die soeben vorgestellte Piaget Polo 79 Two-Tone. Dieser tickende Newcomer knüpft ebenfalls an Piagets 1957 postuliertes Credo, dass „Zeit nur in Gold gemessen werden sollte“. Folglich spielen in diesem Fall Weiß- und Gelbgold am Handgelenk gekonnt zusammen. Konsequentes Handeln drückt sich in einem massivgoldenen Zifferblatt und entsprechenden Zeigern aus. Und zur Herstellung der einseitig aufziehenden Kugellager-Schwungmasse des Kalibers 1200P1 findet 22-karätiges Gold Verwendung.

Der von Piaget für die Polo 79 Two-Tone aufgerufene Preis ist übrigens ebenso exklusiv wie jene Sportart, welche als Namenspatin dieser Armbanduhr diente. Er liegt bei unverbindlichen 94.500 Euro, was die Zahl der potenziellen Kunden im deutschsprachigen Raum ebenso limitiert, wie die Produktion.
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