Viele Köche verderben den Brei, sagt man. Dass dies durchaus nicht der Fall sein muss, zeigt die Frederique Constant x Bamford Kooperation. Diese kann man nämlich, schaut man genau hin, ganz ohne Übertreibung als gelungene Gemeinschaftsproduktion bezeichnen. Die Basis der Frederique Constant Highlife Chronograph Bamford Special Edition Uhren, also der Highlife Chronograph, entsteht in Genf bei Frederique Constant. Das Chronographenkaliber hingegen stammt von La Joux-Perret aus La Chaux-de-Fonds.
Die gestalterische Idee kommt wiederum aus London von Bamford Watch. Interessant ist dies vor allem vor dem Hintergrund, dass Bamford bereits etliche gemeinsame Projekte mit Uhrenmarken von LVMH Paris umgesetzt hat – und LVMH seit Neuestem eine relevante Minderheitsbeteiligung an La Joux-Perret hält. Sie wissen: Das ist die Schweizer Werkschmiede der Citizen Group, zu der auch die Uhrenmarke Frederique Constant gehört. Kurz und gut: Mehr an internationaler Zusammenarbeit und gemeinsamer Wertschöpfung passt in solch ein 41-Millimeter-Gehäuse kaum hinein.

Frederique Constant x Bamford
Um die Bamford-Version besser einzuordnen, lohnt der Blick auf das Ausgangsmodell. Der reguläre Highlife Chronograph Automatic setzt auf ein 41 Millimeter großes Edelstahlgehäuse mit integriertem Bandanstoß, also ohne klassische Hörner, und bietet eine Wasserdichtigkeit von bis zu 100 Metern sowie Saphirglas oben wie unten. Das Zifferblatt ist im wahrsten Sinne des Wortes von einem für die Highlife-Reihe typischen Globusrelief geprägt, das mit drei klassischen Chronographen-Hilfszifferblättern, vulgo Tri-Compax, ergänzt wird. Ja, der Ausdruck Tri-Compax ist nicht korrekt, weil die Tri-Compax-Anzeige eigentlich Universal Genève vorbehalten ist. Aber man sagt ja auch Tempo-Taschentuch zu Papiertaschentüchern anderer Marken.
Diese Anzeigen beinhalten eine kleine Sekunde bei neun Uhr, einen 30-Minuten-Zähler bei drei Uhr und einen 12-Stunden-Zähler bei sechs Uhr. Dazu gesellt sich ein kleines Datumsfenster zwischen vier und fünf Uhr. Im Inneren arbeitet das automatische Säulenradkaliber FC-391 mit 4 Hertz (28.800 A/h) und bietet eine Gangreserve von rund 60 Stunden. Es wäre müßig zu erwähnen, dass der automatische Frederique Constant Highlife Chronograph angesichts der gefälligen Gestaltung, des hochwertigen, einst vom Valjoux 7750 inspirierten Säulenradkalibers sowie des fair bemessenen Preises von 3.995 Schweizer Franken bereits als Basis hohe Zustimmung erhält.

Frederique Constant Highlife Chronograph Bamford
Entsprechend spannend war die Aufgabe für das Londoner Bamford Watch Department, einer Frederique Constant x Bamford Sonderedition neues, unbekanntes Leben einzuhauchen. Dass dies sehr gut gelingen kann, hat das Londoner Designbüro bereits in verschiedenen Sondereditionen unter anderem für TAG Heuer, Zenith und Bulgari gezeigt. Bei diesen Bamford Editionen setzt man in London konsequent auf eine klare Gestaltung und einen hohen Wiedererkennungswert. Dieser wird häufig durch eine grafische Gestaltung und den gezielten Einsatz von Farbcodes erreicht – eine gestalterische Handschrift, die auch das Zifferblatt der neuen Frederique Constant x Bamford Chronographen auszeichnet.

Frederique Constant x Bamford Gehäuse aus Titan
Damit ist es aber noch lange nicht getan. Denn auch wenn die technischen Eckdaten der Highlife Chronograph Bamford Special Edition mit einer Gehäusegröße von 41 Millimetern, einer Bauhöhe von 14,62 Millimetern sowie der unveränderten Wasserdichtigkeit von 100 Metern nahe beim Ausgangsmodell bleiben, verändert sich der Charakter der Uhr ganz wesentlich. Verantwortlich hierfür ist die Verwendung von Titan der Güteklasse 2 für das Gehäuse. Zusätzlich zum verringerten Gewicht erhält die Oberfläche des Titangehäuses durch einen kontrollierten Prozess, bei dem das Gehäuse auf etwa 1.200 Grad erhitzt und anschließend langsam abgekühlt wird, eine Art kristalline Struktur. Anschließend erhält das Gehäuse eine schwarze DLC-Beschichtung.
Nach Ende des Fertigungsprozesses entsteht so eine subtile optische Struktur mit einem mattschwarzen Finish. In seiner optischen Wirkung könnte man das Gehäuse leicht mit einem Carbon-Gehäuse verwechseln. Anders als dieses bietet das Titangehäuse der Highlife Chronograph Bamford Special Edition jedoch in Kombination mit der DLC-Schicht nicht nur ein geringeres Gewicht, sondern auch eine sehr widerstandsfähige Oberfläche, die in etwa auf dem Niveau guter Edelstahlgehäuse und deutlich über einem klassischen Carbon-Gehäuse liegt.


Gestaltung Highlife Chronograph Bamford Edition
Die Gehäusearchitektur selbst bleibt auf Linie der klassischen Highlife Chronographen: integriertes Armband, weich gerundete Konturen und ein leicht gewölbtes Saphirglas. Die Chronographendrücker, ebenfalls aus Titan, sind als rechteckige Stege ausgeführt und schließen bündig mit dem Gehäuse ab. Der verschraubte Gehäuseboden bietet ein Sichtfenster, das aus gestalterischen Gründen und passend zur Uhr leicht abgedunkelt ausgeführt ist.
Anders das Zifferblatt – hier hat Bamford auf eine komplett neue Gestaltung gesetzt. Beim Frederique Constant x Bamford Chronographen dominiert nun ein tiefes Mattschwarz, das als ruhiger Hintergrund für eine klar gezeichnete Anzeige dient. Die applizierten Indizes, die schlanken Hauptzeiger, die umlaufende Minuterie sowie die Tachymeterskala sind konsequent in Weiß gehalten und verleihen dem Zifferblatt eine fast instrumentelle Lesbarkeit. Ergänzt wird diese klare Gestaltung durch wenige türkisfarbene gestalterische Elemente, vor allem die türkisfarbenen Zeiger der Totalisatoren und den zentralen Chronographensekundenzeiger.
Nun mögen Puristen sagen, dass die fortlaufende Sekunde bei neun Uhr formal im neutralen Weiß der mit Leuchtmasse besetzten Stunden- und Minutenzeiger gehalten sein müsste. Ebenso wird es Nörgler geben, die den Wegfall des Datums bemängeln. Denen sei entgegnet, dass das aktuelle Datum jederzeit auf dem Handy oder im Terminkalender abzulesen ist – eine coole Uhr aber insbesondere dann cool ist, wenn sich die Gestaltung von Gehäuse und Zifferblatt in positiver Weise vom klassischen Modell abhebt.

Highlife Chronograph Bamford Edition Kaliber FC-391
Für die Zeitmessung ist unverändert das automatische Kaliber FC-391 zuständig, ein von La Joux-Perret entwickelter Chronograph mit Säulenrad, der bei Frederique Constant angepasst und dekoriert wird. Das 28.800 A/h-Werk bietet zentrale Stunden-, Minuten- und Chronographensekunde sowie eine kleine Sekunde, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler. Brücken mit Genfer Streifenschliff und ein goldfarbener Rotor setzen sich bewusst vom dunklen Umfeld des Gehäuses ab.

Frederique Constant Highlife Chronograph Bamford Special Edition – Ausstattung
Ein kleines Add-on der Bamford Special Edition ist die Ausstattung der Uhr mit gleich drei unterschiedlichen Armbändern. So beinhaltet der Kauf der Uhr automatisch ein schwarzes Kautschukband mit textiler Oberflächenstruktur, ein türkises Kautschukband sowie ein schwarzes Kalbslederband mit Nubuk-Oberfläche. Alle Bänder der auf lediglich 100 Exemplare limitierten Edition FC-391BBL4NH1C verfügen über eine geschwärzte Dornschließe.
Der Preis der Frederique Constant Highlife Chronograph Bamford Special Edition beträgt 4.495 Euro oder 4.495 Schweizer Franken und liegt damit nur knapp über dem Preis der regulären Stahlvarianten. Was in anderen Worten nichts anderes bedeutet, als dass Frederique Constant ungeachtet aller internationalen Kooperationen seinem Konzept ansprechender Uhren zum fair kalkulierten Preis treu bleibt. Was wiederum für ein kluges Miteinander von Genf, London, La Chaux-de-Fonds, Tokio und Paris spricht. Auch das soll vorkommen.


Frederique Constant Highlife Chronograph Automatic Bamford Special Edition
Technischer Steckbrief
Referenz FC-391BBL4NH1C
Uhrwerk: Kaliber FC-391, automatischer Säulenrad-Chronograph, 26 Steine
Gangautonomie ca. 60 Stunden
Anzeige Stunden, Minuten, kleine Sekunde, Chronograph mit 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler
Gehäuse Titan Grade 2, kristallisierte Oberfläche, schwarze DLC-Beschichtung
Uhrglas: entspiegeltes Saphirglas, verschraubter Glasboden mit getöntem Saphirglas
Durchmesser 41 Millimeter
Höhe 14,62 Millimeter
Wasserdichte 10 bar / 100 Meter
Armband Schwarzes Kautschukband mit Dornschließe,
zusätzlich türkises Kautschukband und schwarzes Kalbslederband mit Nubuk-Finish
Preis 4.495 Euro bzw. 4.495 CHF
Limitierung 100 Exemplare weltweit
Noch mehr spannende Frederique Constnt Uhren finden Sie hier auf Uhrenkosmos im Frederique Constant Markenkosmos.








0 Kommentare