Die Meldung lässt aufhorchen. Denn mit der Minderheitsbeteiligung an La Joux-Perret (LJP) stärkt LVMH seine Position in der Schweizer Uhrenindustrie und verbessert seine Werkkompetenz und Lieferkapazitäten im Einstiegs- und mittleren Segment. Aber auch ein anderes Argument hat Gewicht. Der Einstieg von LVMH bei La Joux-Perret verschafft LVMH Zugang zu Uhrwerken, die es der LVMH Uhrensparte ermöglichen wird, das Angebot von TAG Heuer, Louis Vuitton & Co. zu stärken und die Fertigungskapazitäten von Zenith zu entlasten.
Finanzdaten der Transaktion wurden keine genannt und auch die Mehrheit von La Joux-Perret LJP bleibt bei der Citizen Watch Group. Aber LVMH gelingt mit dem Zukauf der angestrebte Einstieg bei einem erfolgreichen Werkespezialisten.

Wir freuen uns sehr über die Vertiefung unserer Partnerschaft mit La Joux-Perret. Dank ihrer technischen Expertise, ihrer herausragenden industriellen Kompetenz und ihrer tiefen Verwurzelung in der Schweizer Uhrenindustrie sind sie der ideale Partner für unsere Uhrenmanufakturen. Gemeinsam werden wir dank ihrer beispiellosen Expertise im Bereich Solarenergie eine Vorreiterrolle im Bereich Nachhaltigkeit bei hochpräzisen Uhrwerken einnehmen.

LVMH steigt bei La Joux-Perret ein
Mit der Minderheitsbeteiligung an La Joux-Perret wird der von Jean-Christophe Babin geführte Uhrenbereich von LVMH enorm gestärkt, denn LJP ist ein gut aufgestellter Werkespezialist und kann bei Werken und Modulen einiges liefern. So bietet La Joux-Perret die komplette Breite und Tiefe von automatischen Werken oder Handaufzug-Kalibern bis zu Chronographen an. LVMH bringt der Einstieg bei LJP die benötigten zusätzliche Kapazitäten, eine hohe Lieferkettensicherheit und sichert das enorm wichtige Label Swiss Made – was ja nicht heißen muss, gänzlich auf Komponenten aus Asien zu verzichten, solange die 60 % Wertschöpfung in der Schweiz eingehalten wird.

Diese Beteiligung und die strategische Geschäftsvereinbarung mit einem wichtigen Partner bestätigen die Anerkennung unserer Expertise und sind ein starker Hebel, um unsere langfristige Entwicklung zu beschleunigen. Gestärkt durch diese konsolidierte Partnerschaft bekräftigt La Joux-Perret sein Engagement für die Entwicklung und Produktion von Uhrwerken von außergewöhnlicher Qualität und leistet gemeinsam mit der LVMH-Gruppe einen Beitrag zur Entwicklung der Schweizer Uhrenindustrie.

Was bedeutet das für Citizen
Auch für den international erfolgreichen, in allen Segmenten aktiven Player Citizen, ist der Einstieg nicht ohne Reiz. Zwar wird die Abstimmung mit der stets offensiv auftretenden LVMH Gruppe nicht einfach werden. Doch zum einen lassen sich Zugänge zu Werken und Technik vertraglich regeln. Zum anderen verankert die Beteiligung von LVMH mit seinen inzwischen 75 Luxusmarken die Citizen Watch Group mit La Joux-Perret noch stärker in der Schweiz sowie im europäischen Luxus-Ökosystem.
Offen bleibt lediglich der Grad der Freude, den diese Beteiligung bei der Citizen-eigenen, sehr erfolgreichen Uhrenmarke Frederique Constant auslösen wird. Denn konnte sich die Uhrenmarke aus Plan-les-Ouates in Genf bisher dank LJP auf den Vorteil von exklusiver Werketechnik zu ausnehmend günstigen Preisen verlassen, besteht nun die Gefahr, dass auch Marken wie TAG Heuer, Hublot oder Zenith mit attraktiven, preislich zugänglicheren Modellen aufwarten – von Louis Vuitton ganz zu schweigen.
Es werden spannende Zeiten bei La Joux-Perret in La Chaux-de-Fonds und man darf gespannt sein, wie sich die japanisch-französische Liaison weiterentwickelt.

Citizent Watch Group Werkeherstellung
Die Werkeherstellung von Citizen konzentriert sich auf die beiden Brands La Joux-Perret in der Schweiz, für anspruchsvolle Uhren Schweizer Provenienz und wird auf rund 150.000 Werke pro Jahr geschätzt.
Für robusten und preiswerten Einstiegskategorien ist Miyota mit der großen Fertigung in der gleichnamigen Stadt Miyota in der japanischen Präfektur Nagano zuständig.








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