Nostalgiebetont
Schon der erste Blick auf das Zifferblatt der neuen Classics Premiere-Armbanduhren weckt nostalgische Gefühle, welche an die 1930-er oder 1940-er Jahre erinnern. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Scheibe, vor der drei Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden drehen, wolkenblau oder lachsfarben präsentiert. Dieser spontane Eindruck kommt natürlich nicht von ungefähr, denn die gestalterische Sprache orientiert sich an attraktiven historischen Vorbildern.

Logischerweise stammen diese nicht von Frédérique Constant. Schließlich schlug die Geburtsstunde der mittlerweile unter dem Dach der japanischen Citizen-Gruppe angesiedelten Marke erst im Jahr 1988. Dem Auftritt dieser beiden Zeitmesser tut das freilich keinen Abbruch. Die Designer haben sich sehr genau informiert und ihre historischen Erkenntnisse in ein zeitgemäßes Produkt einfließen lassen. Aufgesetzte arabische Ziffern von Typ Breguet korrespondieren mit einer außen liegenden Eisenbahn-Minuterie und einem weiter innen aufgedruckten Pendant, das die Spitze des Stundenzeigers touchiert.

Abwechslung bringt das Zifferblatt-Zentrum mit gekörnter Oberfläche. Die gleiche Struktur weist ein äußerer Ring auf. Auf Abraham-Louis Breguet geht schließlich auch die Form der Zeiger für Stunden und Minuten zurück. Um diesen in sich stimmigen Eindruck nicht zu stören, haben die Produktgestalter ganz bewusst auf ein Fensterdatum verzichtet.

Unisex-Dimensionen
Zu diesem harmonischen Ensemble passen die weiteren äußeren Werte, sprich die Schale und das Armband. Bei den Gehäusedimensionen setzt Frédérique Constant auf unisex. Mit 38,5 Millimetern Durchmesser kommen hedonistische Vertreterinnen des zarten Geschlechts ebenso gut zurecht, wie Mechanik affine Männer auf der Suche nach einer gleichermaßen augenfälligen wie preiswerten Dresswatch.

Dank einer Gesamthöhe von 10,67 Millimeter schlüpft dieser Zeitmesser problemlos unter Manschetten, welcher die Ausformung und vollflächige Politur des dreiteiligen Stahlgehäuses mit Sicherheit keinen Schaden zufügt. Auf Zifferblatt und Zeiger blicken die künftigen Besitzerinnen und Besitzer durchein konvex geformtes, entspiegeltes und kratzfestes Saphirglas. Wasserdichte bis zu fünf bar Druck prädestiniert diese Armbanduhr nicht für wassersportliche Aktivitäten. So etwas hatte Frédérique Constant aber auch gar nicht im Sinn.
Das neue Metallband unterstreicht den bislang gewonnenen Eindruck. Es besteht aus fünf Reihen mit wechselnden Oberflächen. Zu drei hochglanzpolierten Mittelreihen gesellt sich Satiniertes am Rand.

Mechanik von La Joux-Perret
Natürlich besitzt die Schale einen Sichtboden, denn das in ihrem Inneren verbaute Automatikkaliber FC-301 verdient es, regelmäßig in Augenschein genommen zu werden. Für seine Herstellung zeichnet die in La Chaux-de-Fonds agierende Schwester La Joux-Perret verantwortlich. Mit seinen Produkten beliefert der erfahrene Werkefabrikant zahlreiche Marken. Das 2015 auf den Markt gebrachte LJP-G100 besitzt einen Durchmesser von 25,6 Millimeter und baut 4,45 Millimeter hoch. Seine Maße und die Anschlüsse für die Zeigerwelle sind so ausgelegt, dass sich dieses Uhrwerk anstelle des Eta 2824-A2 oder seiner mittlerweile zahlreichen Klone, also zum Beispiel des Sellita SW200 verbauen lässt.

Beim ersten Betrachten des Automatikwerks stellen Kenner sehr schnell fest, dass das Kugellager des einseitig im Uhrzeigersinn aufziehenden Wolfram-Schwermetallrotors gewisse Übereinstimmungen mit der des japanischen Miyota 9015 aufweist. Bekanntlich ist Miyota ebenfalls Mitglied des breit gefächerten Citizen-Konzerns. Auch bei der Werkarchitektur und dem Automatikgetriebe gibt es Ähnlichkeiten mit dem Premium-Kaliber aus dem Hause Citizen.

Ein Nachteil ist das keineswegs, denn auf diese Weise fließt der reiche japanische Erfahrungsschatz auch in eidgenössische Erzeugnisse ein. 68 Stunden und damit fast drei Tage reicht die Kraft des in einem großen Federhaus verstauten Energiespeichers. Ein Wochenende ohne oder mit einer sportlichen Uhr am Handgelenk wird das Oeuvre nicht zum Stillstand bringen, zumal ja bei Frédérique Constant keine Kraft zum Fortschalten der Datumsanzeige benötigt wird. Das Miyota 9015 bringt es bei gleicher Unruhfrequenz von vier Hertz übrigens nur auf 42 Stunden Gangautonomie.

Sekundenstopp und Etachron
Sekundengenaues Einstellen der Uhrzeit ermöglicht ein ebenfalls vorhandener Unruhstopp. Weitere Unterschied zum Miyota 9015 zeigen sich beim Rückermechanismus zur Veränderung der aktiven Länge der Unruhspirale. Hier setzt La Joux-Perret auf das bewährte Etachron-System mit einer Exzenterschraube, welche den v-förmig ausgeführten Rückerzeiger fein dosiert bewegen kann. Schweizer Ingenieurskunst steckt schließlich auch in der von Kif zugelieferten Stoßsicherung.
Außer Frage steht, dass es sich beim LJP-G100 um ein zuverlässiges Automatikwerk Schweizer Provenienz handelt, ausgestattet mit 24 funktionalen Steinen. Die aufgebrachten Schliffe, die gebläuten Schrauben und der für Frédérique Constant rotvergoldete Rotor tragen dem Anspruch von Mechanik-Ästheten Rechnung.


Preisgestaltung
Erhältlich ist das tickende Gesamtkunstwerk ist für unverbindliche 2.095 Euro. Damit bewegt es sich genau in der Mitte des von CEO Niels Eggerding definierten Kern-Preissegments. Dieses erstreckt sich von rund 1.000 bis 3.000 Euro.
Wer Wert legt auf sanften, aber nicht übertriebenen Retrolook, Eleganz am Handgelenk, sorgfältige Verarbeitung, Bezahlbarkeit und eine Alternative zu den vielen Eta-Klons, wird hier definitiv fündig. Auf die Frédérique Constant Classics Premiere dürften Frauen wie Männer mit Sicherheit angesprochen werden, denn auf ihre Weise ist sie außergewöhnlich.



Frederique Constant Classics Premiere
Das im November 2024 lancierte Modell Classics Premiere mit lachsfarbenem Zifferblatt und Wildlederband stellen wir Ihnen ebenfalls hier auf Uhrenkosmos.com.







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