Streng limitiert mit Renngeschichte
Nur 100 Exemplare wird Chopard vom Mille Miglia Classic Chronograph Speed Silver fertigen und ausschließlich am deutschen Uhrenmarkt anbieten. Die Einschränkung schließt natürlich nicht aus, dass sich Interessenten aus anderen Ländern ein Exemplar für ihre Handgelenk sichern. Mit unverbindlichen 11.300 Euro sind sie dabei. Der guten Ordnung halber sei darauf verwiesen, dass es auch noch weitere Farb-Versionen geben wird. Zum Beispiel Britisch Racing Green und ein feuriges italienisches Rot.

Das für Deutschland gewählte Silber kommt natürlich nicht von ungefähr. Es erinnert an die legendären Silberpfeile, mit deren Namen es selbstverständlich eine Bewandtnis hat. Ob sich alles tatsächlich so abgespielt hat, oder sich mit der Geschichte eine Art Legendenbildung verknüpft soll dahingestellt bleiben. Begonnen hat jedenfalls alles mit dem Eifelrennen 1934 auf dem Nürburgring. Dort gab es für die teilnehmende Boliden nur ein einziges Kriterium: Maximalgewicht 750 Kilogramm. Alles andere war den teilnehmendem Marken freigestellt. Kurz vor dem Rennen brachte der neu entwickelte Mercedes-Benz W 25 jedoch 751 Kilo auf die Waage.

Die Lösung des Problems fiel dem gewichtigen Rennleiter Albert Neubauer ein. Über Nacht musste sein Team die weiße Farbe so abschleifen, dass nur die nackte Aluminiumkarosserie blieb. Dieser Kunstgriff reduzierte die bewegte Masse tatsächlich um das überschüssige Kilogramm. Das Fahrzeug siegte und Journalisten berichteten begeistert von fliegenden Silberpfeilen.

Chopard und die Mille Miglia
So weit, so gut. Dass die süddeutschen Silberpfeile Automobilgeschichte geschrieben haben, steht vollkommen außer Zweifel. Nicht minder spannend ist all das, was mit der berühmten Mille Miglia in Verbindung steht. Völlig zurecht trägt sie den Beinamen la corsa più bella del mondo. Nach dem Start in der altehrwürdigen Stadt Brescia führt „die schönste Strecke der Welt“ ungefähr 1.600 Kilometer durch malerische Ort- und Landschaften Italiens bis nach Rom und wieder zurück. Von 1927 bis 1957 ging es bei besagter Rallye stets ums Ganze. Den Siegerkranz bekam der Erste im Ziel. Waghalsige Manöver und Höchstgeschwindigkeiten waren deshalb an der Tagesordnung.

1955 stellte Stirling Moss einen ungebrochenen Rekord auf: 1.000 Meilen in 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden. Daraus errechnet sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,65 km/h. Möglich machte es ein technisch eng mit dem Formel-1-W196 verwandter Mercedes-Benz 300 SLR. Seine Karosserie trägt die Nummer 722. 300 PS bewegten nur 901 Kilogramm vorwärts. Nach einem schweren Unfall mit mehreren Toten war Schluss mit dem Fahren ohne Limit.

Das Comeback kam 1977 nach 20-jähriger Pause. Nun jedoch als Gleichmäßigkeits-Rallye für ausgesuchte historische Fahrzeuge. Das gefiel dem heutigen Chopard Co-Präsident Karl-Friedrich Scheufele. Er sah Chopard in der Rolle eines Hauptsponsors. Allerdings musste er die höhere Instanz im Familienunternehmen von diesem Engagement überzeugen. Die Passion seines Vaters Karl Scheufele für faszinierende Oldtimer und dort die Marke Mercedes Benz war schon gegeben. Sie äußerte sich im Besitz eines Mercedes Benz 300 SL Roadster. Dem jedoch blieb die Teilnahme bei der neu aufgelegten Mille Miglia verwehrt, weil er einst nicht auf dem Kurs unterwegs gewesen war.

Also brauchte es einen 300 SL Flügeltürer. Zufälligerweise stand in der Schweizer Nachbarschaft ein solcher mit sehr spezieller roter Lackierung zum Verkauf. Man wurde sich einig, Chopard startete 1988 mit dem Mille-Miglia-Sponsoring und Karl-Friedrich Scheufele bewegte die so genannte Erdbeere zusammen mit dem belgischen Rennfahrer Jacky Ickx durch die italienischen Lande.

Seitdem ist Chopard treuer Partner. Ausdruck der Verbundenheit ist eine spezielle Armbanduhr, welche die Fahrer der akribisch von einer Jury ausgesuchten Oldtimer als Geschenk überreicht bekommen. Wer nicht zum Kreis der solcherart Begünstigten gehört, kann ein Exemplar der jährlich neu gestalteten und limitiert aufgelegten Mille-Miglia-Edition käuflich erwerben.


100 exklusiv für den deutschen Markt
Mit der diesjährigen Rallye, welche vom 9. bis 13. Juni 2026 über die Bühne geht, hat die soeben vorgestellte Chopard Mille Miglia Classic Chronograph Speed Silver lediglich dem Namen und dem Aussehen nach etwas zu tun. Weil es nur 100 Stück gibt, ist diese Armbanduhr jedoch viel rarer. Optisch, technisch und uhrmacherisch repräsentiert sie alle Werte der Uhrenlinie dieses Namens. Dazu gehörten beispielsweise weiterhin manuell angelötete Bandanstöße oder die spezielle Zifferblatt-Typographie.

Pflicht ist ferner zeitbewahrende und meist auch zeitschreibend Mechanik, die sich 1997 als unabdingbarer Bestandteil der Mille-Miglia-Kollektion etabliert hat. Möglich machte es das 1996 eingeführten ETA 2894-2, einem 6,1 Millimeter flachen Modul-Chronographen mit Kugellagerrotor auf Basis des ETA 2892-2. Seit 2023 kommt die modernisierte Version A32.211 zum Einsatz. Dieses 28 Millimeter messende Automatikwerk knüpft konstruktiv weiterhin an das altbewährte 2894-2, bietet jedoch unter anderem eine auf 54 Stunden erhöhte Gangautonomie.

Die Kadratur zum Stoppen von Zeitintervallen bis hin zu 12 Stunden findet sich unter dem Zifferblatt. Dass die Eta-Techniker ganze Arbeit geleistet haben, zeigt sich an spürbar weicheren Schaltvorgängen zum Starten, Stoppen und Nullstellen des Chronographen. Hinzu gesellt sich höherwertig ausgeführte Werkoptik. Vor dem Einbau muss das A32.211 seine Ganggenauigkeit bei der Chronometer-Prüfstelle COSC unter Beweis stellen.

Gute Beziehungen
Fans der Marke Chopard werden sich fragen, warum kein hauseigenes Kaliber von Fleurier Ebauches zur Verwendung kommt, also zum Beispiel das 03-05M. Die Antwort von Co-Präsident Karl-Friedrich Scheufele lautet schlicht und einfach: „Unsere Produkte sind zu groß und zu hoch. Sie passen nicht zu den ästhetischen Anforderungen. Aber wir arbeiten an etwas Adäquatem. Nur dauert das halt seine Zeit.“ Wo der Chef Recht hat, hat er ganz einfach Recht. Mit 28,8 mm Durchmesser und 7,60 mm Höhe besitzen die Automatikkaliber 03-05M oder 03.05C in der Tat recht opulente Dimensionen.

Sichtbar wird das Eta-Werk, welches Chopard als externer Kunde nur wegen guter familiärer Beziehungen zum Management der Swatch Group bekommt, durch den Saphirglas-Sichtboden. Dieser trägt zwei gekreuzte Flaggen: eine mit dem bekannten Rennkaro sowie eine in den deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold. Mit letzterer unterstreicht Chopard, dass diese Edition bewusst auf diesen wichtigen Markt zugeschnitten ist.
Das Gehäuse besteht aus dem exklusiven Lucent Steel von Voest-Alpine. Es misst 40,5 Millimeter, baut 12,88 Millimeter hoch und widersteht dem Druck des nassen Elements bis zu fünf bar Druck. Polierte und satinierte Flächen wechseln sich ab. Die strukturierte Oberfläche der Drücker erinnert an Pedale historischer Rennwagen, während die Krone ein graviertes Lenkradmotiv trägt. Auf Zifferblatt und Zeiger blickt man durch auf ein stark bombiertes Box-Glas. Nachleuchtendes Super-LumiNova ist ebenso Ehrensache wie eine Tachymeterskala am Zifferblatt. Für sicheren und komfortablen Halt am Handgelenk sorgt ein schwarzes, perforiertes Kalbslederarmband mit grauer Naht.
Die beiden Chopard Mille Miglia aus dem letzten Jahr finden Sie hier auf Uhrenkosmos.






Sehr schöne Uhr. Da hätte man schon gerne ein Exemplar.
Für Sammler interessante Uhr mit kompakter Gehäusegröße! Allerdings sollte man in dieser Preisklasse ein Manufakturkaliber erwarten dürfen, auch wenn ein ETA-Basiskaliber sicherlich robust, präzise und zuverlässig ist. Angesichts der Tradition der Mille Miglia hätte Chopard meines Erachtens bereits genügend Zeit für die Entwicklung eines passenden eigenen Kalibers für eben diese Uhr gehabt.