Gold-Bezeichnungen der Uhrenmarken

Goldlegierungen von Golduhren: Das Geheimnis von Everose, Sedna, Magic Gold & Co.

Golduhren faszinieren seit jeher durch ihren Glanz und ihre Wertigkeit – doch nicht jede Goldlegierung ist gleich. Wir erklären, was hinter den markeneigenen Bezeichnungen der Goldlegierungen steckt und warum es um mehr als die Farbe des Goldes geht.

von | 20.09.2026

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Uhren mit Goldgehäuse

Gold hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung und Wert gewonnen. Das Edelmetall ist in Zeiten wachsender Staatsschulden wieder stärker als Anlageklasse gefragt – und damit rückt auch sein Einsatz bei Luxusuhren stärker ins Bewusstsein. Uhren mit Goldgehäuse sind entsprechend begehrt, aber teuer. Gleichzeitig ist eine Golduhr ein Statement für das Handgelenk, das man sieht – und versteht.

Das ist nicht neu. Schon frühe tragbare Uhren wurden als kostbare Statusobjekte häufig in Gold, Silber oder aufwendig vergoldeten Gehäusen ausgeführt und waren vor allem Adel, Kirchenfürsten und wohlhabenden Kaufleuten vorbehalten. Sie zeigten – mal präzise, mal weniger – die Zeit und vor allem Status. Zugleich gab es sachliche Gründe für Golduhren und Goldlegierungen: Gold ist korrosionsbeständig, gut formbar sowie hervorragend zu polieren und zu löten.

Allerdings ist Gold nicht gleich Gold und die Unterschiede sind groß. Bei klassischen Golduhren dominieren 18-Karat-Gehäuse, also „750er“-Goldlegierungen mit 75 % Feingold. Aber auch „585er“ mit 14 K und „375er“ mit 9 K sind weitverbreitet. Die zusätzlich verwendeten Metalle sorgen für die gewünschte Farbe und Festigkeit. Die ist wichtig, denn 24-Karat-Gold wäre für ein Uhrengehäuse zu weich.

Reines Gold hat Strahlkraft Bild Zlaťáky.cz

Reines Gold hat Strahlkraft, Bild Zlaťáky.CZ

Dabei unterscheidet man grundsätzlich zunächst nach folgenden drei Goldarten:

  • Rosé- oder Rotgold (18 K): Ein höherer Kupferanteil erzeugt je nach Zusammensetzung einen Farbton von zartem Rosé bis zu kräftigem Rot.
  • Gelbgold (18 K): Der klassische Goldton entsteht üblicherweise durch die Legierung mit Silber und Kupfer.
  • Weißgold (18 K): Eine helle Goldlegierung, meist unter Verwendung von Palladium. Früher kam häufiger Nickel zum Einsatz, jedoch löst Nickel bei vielen Allergien aus. Weißgoldoberflächen werden zum Schutz oft zusätzlich rhodiniert.

Goldlegierungen der Uhrenmarken im Überblick

Doch allgemeine Bezeichnungen wie „Gelbgold“ oder „Roségold“ sagen oft wenig über die tatsächliche Farbigkeit eines Goldgehäuses aus. Denn zahlreiche bekannte Uhrenmarken haben eigene Goldlegierungen entwickelt und ihnen eigene Produktnamen gegeben. Zu den bekanntesten Goldlegierungen gehören:

  • Rolex Everose Gold – 18-K Roségold mit erhöhtem Kupferanteil sowie weiteren Metallen zur Stabilisierung des charakteristischen Farbtons. Rolex selbst gibt 75 % Gold, 20 % Kupfer sowie Anteile von Palladium und Indium als Bestandteile seiner Legierung an. 
Rolex Padellone in Everose-Gold Bild Morteza Mohammadi-Unsplash

Rolex Padellone in Everose-Gold, Preis 69.600 €, Bild Morteza Mohammadi-Unsplash.

  • Rolex Jubilee Gold – neu entwickelte 18-K-Goldlegierung, erstmals bei der Day-Date 40 von 2026 eingesetzt. Ihr Farbton changiert zwischen zartem Gelb, warmem Grau und sanftem Rosa. Als Bestandteile werden neben Gold Kupfer, Palladium und Indium genannt. Die tatsächlichen Legierungsbestandteile hält Rolex wie üblich unter Verschluss.
Rolex Oyster Perpetual Day-Date 40 in Jubilee Gold Bild Yasin Hemati Unsplash

Rolex Oyster Perpetual Day-Date 40 in Jubilee Gold, Preis 63.300 €, Bild Yasin Hemati-Unsplash.

Omega Speedmaster Moonwatch Professional 42 mm in Sedna-Gold Bild NIloy Tanvirul Unsplash

Omega Speedmaster Moonwatch Professional 42 mm in Sedna-Gold, Preis 49.300 €, Bild NIloy Tanvirul-Unsplash.

  • Omega „Moonshine Gold“ – 18-K-Gelbgold mit Silber, Kupfer und Palladium. Es wirkt heller und etwas kühler als klassisches Gelbgold und soll diesen Farbton besonders gut bewahren.
Omega Seamaster Aqua Terra 150M 41 mm in Moonshine Gold, Preis 45.100 €, Bild Call-me-lamb -Unsplash

Omega Seamaster Aqua Terra 150M 41 mm in Moonshine Gold, Preis 45.100 €, Bild Call-me-lamb -Unsplash.

  • Omega Bronze Gold – 9-K-Gold, also 37,5 % Gold sowie Kupfer, Silber, Gallium und Palladium. Die Legierung besitzt eine warme Bronzeoptik, ist korrosionsbeständiger als klassische Bronze und entwickelt nur langsam Patina.
Omega Seamaster Diver 300m 42 mm in Bronze-Gold, Preis 32.300 €, Bild Charlota Blunarova-Unsplash

Omega Seamaster Diver 300m 42 mm in Bronze-Gold, Preis 32.300 €, Bild Charlota Blunarova-Unsplash.

  • Omega Canopus Gold – 18-K-Weißgold mit Platin, Palladium und Rhodium für einen besonders hellen Farbton, hohen Glanz und gute Farbstabilität.
Omega Speedmaster Moonwatch Chronograph 42 mm in Canopus-Gold, Preis 64.200 €, Bild Lucas Santos-Unsplash

Omega Speedmaster Moonwatch Chronograph 42 mm in Canopus-Gold, Preis 64.200 €, Bild Lucas Santos-Unsplash.

  • A. Lange & Söhne Honeygold – 18-K-Gold mit Kupfer und Zink. Die Legierung besitzt einen warmen, honigfarbenen Ton und ist härter als übliche Goldlegierungen.
A. Lange & Söhne Odysseus 40,5 mm in Honeygold, Preis bei Lancierung 110.000 €, Bild Lucas Santos-Unsplash.

A. Lange & Söhne Odysseus 40,5 mm in Honeygold, Preis bei Lancierung 110.000 €, Bild Lucas Santos-Unsplash.

  • Panerai Goldtech – 18-K-Roségold mit erhöhtem Kupferanteil und Platin. Dadurch erhält die Legierung ihren intensiven Rotton und eine hohe Farbstabilität.
Panerai Luminor Marina Panerai 44 mm in Goldtech, Preis 31.000 €, Bild Enlightning Images-Unsplash

Panerai Luminor Marina 44 mm in Goldtech, Preis 31.000 €, Bild Enlightning Images-Unsplash.

  • Audemars Piguet Sand Gold – 18-K-Gold. Je nach Lichteinfall changiert der Sand-Gold-Farbton zwischen Weiß- und Roségold. Für diesen besondere Farbton  verantwortlich ist eine Goldlegierung mit 750 ‰ Gold, 190 ‰ Kupfer und 60 ‰ Palladium.
Audemars Piguet Royal Oak Ewiger Kalender  41 mm in Sandgold, Preis ca. 164.000 €, Bild NIloy Tanvirul-Unsplash

Audemars Piguet Royal Oak Ewiger Kalender 41 mm in Sandgold, Preis ca. 164.000 €, Bild NIloy Tanvirul-Unsplash.

Chanel Boy-friend 34,6 x 26,7 mm in Beigegold, Preis 15.900 €, Bild Francisco Fernandez-Unsplash.

Chanel Boy-friend 34,6 x 26,7 mm in Beigegold, Preis 15.900 €, Bild Francisco Fernandez-Unsplash.

  • Hublot King Gold – eine Hublot-spezifische 18-K-Goldlegierung mit Platin, deren warmer Farbton intensiver als bei klassischem Roségold ausfällt.
Hublot Classic Fusion 42 mm in King Gold, Preis 24.700 €, Bild Olav Ahrens Røtne-Unsplash.

Hublot Classic Fusion 42 mm in King Gold, Preis 24.700 €, Bild Olav Ahrens Røtne-Unsplash.

  • Hublot Magic Gold – besonders kratzfester 18-K-Gold-Keramik-Verbundwerkstoff, bei dem Gold und Borcarbid-Keramik unter Druck miteinander verbunden werden. Anders als herkömmliches 18-Karat-Gold lässt sich Magic Gold wegen dieser festen Verbindung nicht einfach einschmelzen und wiederverwenden. Das enthaltene Gold ist zwar grundsätzlich rückgewinnbar, die Trennung vom keramischen Verbund ist jedoch deutlich aufwendiger als bei herkömmlichen Goldgehäusen und erfordert einen speziellen Raffinationsprozess.
Hublot Big Bang Unico Ceramic Magic Gold in 44 mm, Preis 29.400 €, Bild Hush Naidoo Jade-Unsplash.

Hublot Big Bang Unico Ceramic Magic Gold in 44 mm, Preis 29.400 €, Bild Hush Naidoo Jade-Unsplash.

  • Roger Dubuis Eon Gold – 18-K-Roségold-Legierung mit Palladium und Zinn zur verbesserten Farbstabilität und Widerstandsfähigkeit gegen Anlaufen.
Roger Dubuis Excalibur Monotourbillon Eon Gold 42mm, Preis bei Einführung 195.000 CHF plus Steuer, Bild angga nugraha-Unsplash

Roger Dubuis Excalibur Monotourbillon Eon Gold 42mm, Preis bei Einführung 195.000 CHF plus Steuer, Bild angga nugraha-Unsplash.

  • IWC Armor Gold – 18-K-Rotgold mit veränderter Mikrostruktur, das dadurch deutlich härter und verschleißfester als konventionelles 5N-Gold sein soll.
IWC Big Pilot’s Watch AMG G 63 46,2 mm in Armor Gold, Preis 44.700€, Bild Morteza Mohammadi-Unsplash

IWC Big Pilot’s Watch AMG G 63 46,2 mm in Armor Gold, Preis 44.700 €, Bild Morteza Mohammadi-Unsplash.

Montblanc 1858 Split Second Chronograph 42,5 mm in Lime Gold, Preis bei Lancierung 49.500 €, Bild Ant Rozetsky-Unsplash

Montblanc 1858 Split Second Chronograph 42,5 mm in Lime Gold, Preis bei Lancierung 49.500 €, Bild Ant Rozetsky-Unsplash.

  • Jaeger-LeCoultre Le Grand Rose Gold – proprietäre Roségoldlegierung mit Palladium, das die Oxidationsbeständigkeit erhöht und den warmen Farbton langfristig stabilisieren soll.
Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Date 38 mm in La Rose Gold, Preis 54.000 €, Bild Call me Lamb-Unsplash

Jaeger-LeCoultre Master Control Chronometre Date 38 mm in Le Grand Rose gold, Preis 54.000 € - wobei JLC inzwischen meist nur noch schlicht von Rosé-Gold spricht. , Bild Call me Lamb-Unsplash.

  • Breguet Gold – die 2025 zum 250-jährigen Jubiläum der Manufaktur eingeführte 18-K-Goldlegierung besteht aus 75 % Gold sowie Silber, Kupfer und Palladium. Sie besitzt einen warmen, subtil roséfarbenen Ton und ist von historischen Goldlegierungen des 18. Jahrhunderts inspiriert.
Breguet Classique Phase de lune 7235 39 mm in Breguet Gold, Preis 80.900 €, Bild NIloy Tanvirul-Unsplash

Breguet Classique Phase de lune 7235 39 mm in Breguet Gold, Preis 80.900 €, Bild NIloy Tanvirul-Unsplash.

Goldfarbene Uhren

Unterscheiden sollte man zudem klar zwischen einer massiven Golduhr und einer lediglich vergoldeten oder goldfarbenen Uhr. Eine wenige Mikrometer starke PVD-Beschichtung liefert zwar die Optik, aber nicht die Substanz. Je nach Verfahren kann eine solche Beschichtung geringe Mengen Gold enthalten – oder lediglich durch andere Materialien einen goldfarbenen Ton erzeugen. Einen nennenswerten Edelmetallwert besitzen vergoldete Uhren nicht.

Mehr über die unterschiedlichen Arten der Beschichtung PVD / DLC finden Sie hier auf Uhrenkosmos.com. 

Frederique Constant Classics Moneta Moonphase 37 mm, Preis 1.195 € und Mido Multifort 8 One Crown 38,4 mm Preis 1.190 € mit goldener PVD-Beschichtung, Bild

Manchmal reicht auch eine goldene PVD-Beschichtung: Frederique Constant Classics Moneta Moonphase 37 mm, Preis 1.195 € und Mido Multifort 8 One Crown 38,4 mm Preis 1.190 €, Bild yasin hemmati-Unsplash.

Golduhren sind wertvoll, aber kein klassisches Investment

Warum also Gold am Handgelenk? Unabhängig von der jeweiligen Legierung bietet Gold eine edle Farbigkeit. Es ist deutlich schwerer als Stahl, leichter als Platin, und vermittelt beim Tragen seine besondere Wertigkeit. Zudem besitzt eine Uhr mit massivem Goldgehäuse einen realen Materialwert, der unabhängig von Marke und Uhrwerk erhalten bleibt.

Ein Investment in Gold ist eine Luxusuhr mit Goldgehäuse trotzdem nicht, denn Ihr Verkaufspreis liegt je nach Uhrwerk, handwerklichem Aufwand und Markenwert in der Regel beim Mehrfachen des reinenEdelmetallwerts. So wird deutlich: Das Goldgehäuse besitzt mit seiner besonderen Legierung einen eigenen materiellen Wert und prägt die Ausstrahlung der Uhr. Es bleibt jedoch nur ein Bestandteil eines hochwertigen Zeitmessers, dessen Wert ebenso von Uhrwerk, Verarbeitung, Marke und Seltenheit bestimmt wird

5 Tipps zur Pflege von Golduhren

Ungeachtet der Goldlegierung verlangen Uhren mit einem Gehäuse aus Edelmetall nach Pflege. So ist Gold zwar korrosionsbeständig und dauerhaft, zugleich aber deutlich weicher als ein Gehäuse aus Edelstahl. Entsprechend vorsichtig sollte diese Tipps bei der Pflege eines Goldgehäuses beherzigen:

1. Regelmäßig sanft reinigen
Staub, Hautfett und Schweiß lassen sich mit einem weichen, fusselfreien Mikrofasertuch entfernen. Bei wasserdichten Uhren kann das Gehäuse gelegentlich mit lauwarmem Wasser (aber nicht unter dem Wasserstrahl!) und etwas milder Seife gereinigt werden. Anschließend sorgfältig abtrocknen.

2. Keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden
Chemische Reiniger, Scheuermittel, Alkohol oder harte Bürsten sind tabu. Sie können Oberflächen und Dichtungen angreifen. Gerade polierte Goldflächen reagieren zudem empfindlich auf abrasive Mittel.

3. Kratzer nicht selbst herauspolieren
Feine Gebrauchsspuren gehören bei einer Golduhr fast zwangsläufig dazu. Von häufigem oder eigenständigem Polieren ist dennoch abzuraten, denn dabei wird immer Material abgetragen und die ursprüngliche Geometrie des Gehäuses kann leiden. Eine Aufarbeitung gehört deshalb in die Hände eines erfahrenen Uhrmachers. Zudem verlieren rundpolierte Gehäuse bei einem Wiederverkauf deutlich an Wert. 

4. Kontakt mit harten Gegenständen vermeiden
Goldgehäuse bekommen schneller Macken und Kratzer als Stahl- oder Titangehäuse. Beim Ablegen der Uhr sollte deshalb darauf geachtet werden, dass sie nicht mit Schmuck, Schlüsseln oder anderen Uhren in Berührung kommt.

Patek Philippe Aquanaut Luce Jahreskalender 5261R

Golduhren, unabhängig von ihrer besonderen Legierung, die stets Geschmackssache ist, sind schön. Golduhren sind aber keine Investmentklasse, vielmehr sind sie ein zeitmessender Luxus, Style-Accessoire Kulturgut. Im Bild - Patek Philippe Aquanaut Luce Jahreskalender 5261R, Preis 67.093 €.

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