Tempi Passati

Die unbestreitbare Tatsache, dass steter Wandel zum Wesen der Zeit gehört, zeigt sich aktuell am Beispiel der Hublot Big Bang MP-11 und der Partnerschaft Hublot und Ferrari. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit war zunächst auf 10 Jahre angelegte und wurde im Jahr  2011 von den damaligen Chefs der beiden Unternenehmen, Jean-Claude Biver und Luca di Montezemolo, vereinbart. 

Letzten Endes trug diese auch der Tatsache Rechnung, dass die Hublot Big Bang ab 2005 eigentlich mit Blick auf eine Kooperation mit Ferrari entstanden war. Aber die Italiener lehnten damals dankend ab. Dass die sportlich ausgerichteten dennoch zusammenfanden, ist Lapo Elkann, dem Enkel des mächtigen Fiat-Chefs Gianni Agnelli zu verdanken: 

Eines Tages rief mich der Lapo an und sagte, dass er Ferrari und Hublot zusammen sehe. Hublot sei die Marke, die ideal zu Ferrari passe. Es gibt in der Tat so viele Links zwischen unseren beiden Marken, dass diese Liaison beinahe schon natürlich erscheint. Retrospektiv kann ich nur sagen: Das ist die optimale Partnerschaft, denn alles stimmt. Das trifft auch auf die Kunden zu, denn jeder, der einen Ferrari fährt, kann sich auch eine Hublot leisten. Oder sagen wir besser, er könnte sich eine Hublot kaufen, wenn er will, denn der Kundenkreis ist wirklich identisch.

Jean-Claude Biver

Nach Luca di Montezemolo hat sich mittlerweile auch Jean-Claude Biver zurückgezogen. An der Partnerschaft Hublot und Ferrari änderte sich dadurch zunächst einmal nichts. Die Entwicklungsabteilung von Ferrari beteiligte sich sogar an der Kreation spezieller Armbanduhren wie zum Beispiel dem 2019 lancierten Hublot Techframe Ferrari Tourbillon.

Nach einer Übergangsphase, in der Hublot noch die verbliebenen Zeitmesser mit dem seit 1932 bekannten Cavallino Rampante veräußern kann, endet diese Epoche Auto und Uhr im Jahr 2021. Über die Gründe kann man derzeit nur mutmaßen. Womöglich hat sich die positive, zu Kreativität anregende Spannung verflüchtigt. Es könnte aber auch sein, dass die Italiener, deren Erfolge im Rennsport zuletzt eher mäßig waren, unangemessen hohe Beträge für die Nutzung von Namen und Logo verlangt haben. Die Kalkulation derartiger Lizenzgebühren schlägt sich natürlich im Uhrenpreis nieder.

Ende Partnerschaft Hublot Ferrari (C) Uhrenkosmos

2021 endet die Partnerschaft zwischen Hublot und Ferrari

Liebhaberinnen und Liebhaber der tickenden Gemeinschaftswerke kann daher nur geraten werden, in den kommenden Wochen Ausschau zu halten nach irgendwelchen Auslaufmodellen. Womöglich sind sie günstig zu haben. 

Tickender Siebenzylinder fürs Handgelenk

Markenrechtlich nicht betroffen von Ferrari war der 2018 vorgestellte “Reihenmotor” fürs Handgelenk. Gemeint ist das Handaufzugskaliber HUB9011 in der Hublot Big Bang MP-11. Beim Blick durch ihr speziell geformtes Saphirglas kommt autoaffinen Männern spontan an ein kraftvolles Triebwerk in den Sinn. Und damit liegen sie auch gar nicht so falsch. Der tickende Bolide kann durchaus als kleines Geschwister des HUB9005 mit Tourbillon und 50 Tagen Gangautonomie gelten. Hublot verbaute es ab 2013 in der MP-05 La Ferrari

Beim HUB9011 mit klassischem Gangregler und vier Hertz Unruhfrequenz müssen die Besitzer freilich öfter zur auffallend geformten Krone greifen. Spätestens nach 14 Tagen geht ihm sozusagen die Puste aus. Damit es so weit gar nicht erst kommt, lässt eine digitale Anzeige der Gangreserve unmissverständlich wissen, wann die insgesamt sieben stehen angeordneten Treibstofftanks, sprich Federhäuser wieder mit Energie befüllt werden wollen.

Damit das Ganze nicht in Arbeit ausartet, liefert Hublot ein spezielles Werkzeug mit. Bei der Konstruktion des aus 270 Komponenten assemblierten Uhrwerks verkörperte die Umlenkung der Drehbewegungen aus der Horizontalen in die Vertikale eine besondere Herausforderung. Die Antriebswellen des Motors stehen nämlich in einem 90-Grad-Winkel zum eigentlichen Räderwerk und der Zeitanzeige. Freilich waren die Techniker um eine trickreiche Lösung nicht verlegen. Sie entwickelten eine Art Schneckengetriebe, das in der mechanischen Uhrmacherei keineswegs alltäglich ist.

Darüber hinaus verbaut Hublot in dem Uhrwerk eine neuartige und daher patentierte Rückervorrichtung zur Regulierung des Gangs. Die Hemmung besteht aus leichtem und vollkommen amagnetischem Silizium. Logischer Weise möchte ein innovativer Motor wie dieser adäquat verpackt und geschützt werden. Diese Aufgabe kam unter anderem einer 45-Millimeter-Schale aus Karbon oder Ferrari-roter Keramik zu.

Big Bang MP-11

2021 wartet Hublot mit zwei neuen Gehäuse-Modellen für die Big Bang MP-11 auf. Beide repräsentieren die seit 2005 bewährte Markenphilosophie. Diese steht unter den Schlagwörtern Fusion und Innovation. Beiden werden die Ausführungen in Magic Gold oder poliertem, blauen Saphir uneingeschränkt gerecht.

Magisches Edelmetall

Das weitgehend kratzfeste, zusammen mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (ETHL) entwickelte und 2011 erstmals verwendete magische Gold bekommen Uhrenliebhaber nur bei Hublot. Seine Härte von rund 1.000 Vickers entsteht, stark vereinfacht gesagt, durch das Hochdruck-Verpressen von 24-karätigem Gold in eine Keramikstruktur mit exakt kalkulierter Porosität. Die jeweiligen Quantitäten sind so berechnet, dass die mit Diamant-Werkzeugen und Ultraschall feinbearbeiteten und polierten Komponenten von der eidgenössischen Edelmetallkontrolle problemlos als 18-karätiges Gold akzeptiert werden.

Hublot Big Bang MP-11 Magic Gold 

 

Der Sichtboden des 14,4 Millimeter hoch bauenden Gehäuses besteht aus glasperlgestrahler Keramik und Saphir. Insgesamt entstehen von der Hublot Big Bang MP-11 Magic Gold, Referenz 911.MX.0138.RX 50 Exemplare. Jedes davon kostet 88.300 Euro.

Hublot Big Bang MP-11 Blue Sapphire – Transparenz in Blau

Hublot ist zwar nicht die erste Uhrenmarke mit transparenten Saphirgehäusen, kann trotzdem jedoch als einer der Pioniere gelten. Immerhin verlangt die Herstellung komplexer Saphir-Gehäusen sehr viel einschlägiges Knowhow. Nicht zuletzt deshalb hat CEO Ricardo Guadalupe viel Geld in eine Hightech-Maschine zur Saphir-Bearbeitung investiert.
Punkten kann Hublot des Weiteren durch einen farbigen Werkstoff dieser Art. In diesem Sinne besteht das transparente Outfit der zweiten, ebenfalls auf 50 Stück limitierten Hublot Big Bang MP-11 rundum aus blauem Saphir. Dessen Oberfläche ist selbstverständlich nach aller Regel der Kunst poliert. Wer sein Handgelenk mit der Hublot Big Bang MP-11 Blue Sapphire, Referenz 911.JL.0119.RX schmücken möchte, muss dafür EUR 130.000 aufwenden.

Hublot Big Bang MP 11 BLUE SAPPHIRE 911.JL .0119.RX PB HR 3

Hublot versteht sich auf die Bearbeitung von Saphir

 Gemeinsamkeiten

Neben dem verbauten Handaufzugskaliber HUB9011 verfügen die beiden Neuen über weitere Gemeinsamkeiten: Gehäusedurchmesser 45 Millimeter, Wasserdichte bis drei bar und ein durchdachtes System zum schnellen, unkomplizierten Bandwechsel.