Tischuhr mit Tourbillon

Carl Suchy & Söhne Table Waltz Tourbillon: Wiener Wirbelwind

Nur zehnmal wird das Carl Suchy & Söhne Table Waltz Tourbillon gefertigt. Der Preis für jede der ganz besonderen Tischuhren beträgt 66.000. Ein Blick auf die Details lohnt.

von | 21.11.2025

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Walzer am Tisch

Bevor wir Ihnen die neue Carl Suchy & Söhne Table Waltz Tourbillon Tischuhr vorstellen wollen, ein kurzer Hinweis: Über Carl Suchy & Söhne und die bewegte Geschichte der Uhrenmarke hat der Uhrenkosmos unter anderem in diesem Artikel bereits ausgiebig berichtet. Aktuell verknüpft sie sich in erster Linie mit Armbanduhren wie Carl Suchy & Söhne Waltz und Belvedere.

Carl Suchy & Söhne Waltz

Carl Suchy & Söhne Waltz

Die weiße Carl Suchy Belvedere am Handgelenk

Carl Suchy & Söhne Belvedere

Beim Blick in die Vergangenheit zeigt sich, dass Pendulen einen wichtigen Bestandteil des Produktportfolios ausmachten. Mit zwei verschiedenen Ausführungen der optisch eher schlichten, technisch aber durchausaus aufwändigen Table Waltz erinnert die vom kunstsinnigen Robert Punkenhofer wiederbelebte Wiener Uhrenmarke an diese Tradition. In früheren Zeiten gehörten Tisch- oder Wanduhren in gehobenen Haushalten fast schon zum guten Ton. Mittlerweile hat sich das geändert, Man könnte fast schon von Nischenprodukten für Menschen mit besonderen Ansprüchen sprechen.

Das jedoch hat Carl Suchy nicht davon angehalten, besagte Table Waltz entwickeln zu lassen und in zwei verschiedenen Ausführungen auf den Markt zu bringen. Angesichts der Preisklasse, in der sich die beiden Modelle tummeln, sind große Stückzahlen nicht zu erwarten. Aber das hatten Robert Punkenhofer und sein stiller Geschäftspartner Peter Brabeck-Letmathe auch gar nicht im Sinn. Dem Duo ging es darum, Zeit-Genossen, die das Besondere zum Maß ihrer hohen Ansprüche machen, eben jenes Besondere zu bieten. Unter diesen Vorzeichen entstand eine Pendule, die nicht durch pompösen vordergründigen Auftritt besticht, sondern eher durch gestalterische Zurückhaltung und dafür sehr feine Wiener Manufaktur-Uhrmacherei im Inneren des Gehäuses.

Robert Punkenhofer und Peter Brabeck-Letmathe

Robert Punkenhofer und Peter Brabeck-Letmathe

Walzer mit Drehgang

Über die klassische Table Waltz müssen wir an dieser Stelle keine weiteren Worte verlieren. Sie ist in diesem Uhrenkosmos-Artikel Gegenstand ausgiebiger Betrachtungen:

Carl Suchy & Söhne Table Waltz: Eine Tischuhr von Größe

Stattdessen richten wir das Augenmerk auf den Komparativ dieses Zeitmessers. Und den stattet Carl Suchy & Co. aus sehr guten Gründen mit einem Tourbillon aus. In diesem Typus Uhr kann sich der 1801 für Abraham-Louis Breguet patentierte Drehgang naturgemäß optimal entfalten. Das rechtlich geschützte Konstrukt hatte es in der Tat in sich. Zur Nutzung in meist senkrecht getragenen Taschenuhren hatte der in Paris arbeitende Uhrmacher das Schwing- und Hemmungssystem, also Unruh, Unruhspirale, Anker und Ankerrad in oder auf einem filigranen Drehgestell montiert. Selbiges rotierte in der Regel einmal pro Minute um seine Achse.

Weil sich die niemals gänzlich auszumerzenden Schwerpunktfehler durch diesen Kunstgriff beständig um 360 Grad drehen, heben sich akzelerierende und retardierende Momente gegenseitig weitgehend auf. Beispielsweise geht die mit einem Tourbillon ausgestattete Uhr 30 Sekunden vor und in der zweiten Minutenhälfte um den gleichen Wert nach. Folglich lässt sich mit Fug und Recht von einem zeitbewahrenden Nullsummenspiel sprechen. Bei waagrechter Lage des Gangreglers spielt die Gravitation mangels Angriffsfläche übrigens keine Rolle. Exakt aus diesem Grund sind die Uhrwerke bei den auf bestmögliche Präzision getrimmten Marinechronometern kardanisch aufgehängt. Somit oszillieren die Unruh und ihre Spirale auch bei starkem Seegang immer in optimaler Flachlage.

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon

Carl Suchy & Söhne Table Waltz Tourbillon

Kreation Therese Wibmer

Zurück zur Table Waltz von Carl Suchy. Bei der Normalversion ist das Echappement auf der Rückseite des Uhrwerks senkrecht angeordnet und dadurch den geschilderten Einflüssen der Erdanziehungskraft maximal ausgesetzt. Folglich ergibt die Aufwertung durch einen kompensierenden Drehgang mit Blick auf eine höhere Präzision durchaus Sinn. Also entwickelte Therese Wibmer, welche schon für die Konstruktion und Fertigung des Stabwerks mit sieben Tagen Gangautonomie und Stundenschlag verantwortlich zeichnete, ein dazu passendes Tourbillon. Selbiges ist fliegender Natur, das heißt nur einseitig gelagert.

Damit die uhrmacherische Besonderheit der limitiert auf zehn Exemplare angebotenen und für 66.000 Euro erhältlichen Pendule direkt ins Auge sticht, verlagerte die kompetente Uhrmachermeisterin das gangregelnde Geschehen nach vorne und damit ins unmittelbare Blickfeld der Betrachter.

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon Detail

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon - Detail des Drehgangs

Mehr als 50 in Österreich gefertigte Komponenten braucht es, um der störenden Gravitation ein ausgleichendes Schnippchen zu schlagen. Augenfällig dreht sich der dreiarmige Käfig, in dem Schraubenunruh, Unruhspirale und Ankerhemmung miteinander agieren, pro Minute um 360 Bogengrade. Somit dient das Tourbillon auch als Sekundenzeiger. Desbezüglich wäre es ratsam und sinnvoll, eine der drei vorderseitigen Käfigschrauben zu bläuen.

Robert Punkenhofer, Therese Wibmer & Rainer Mutsch Carl Suchy Table Waltz

Teamwork: Robert Punkenhofer, Therese Wibmer & Rainer Mutsch mit der Carl Suchy Table Waltz

Teamwork

Die Gestaltung dieser rund drei Kilogramm schweren Tischuhr in den Dimensionen 25.5 x 14.5 x 8.5 cm oblag dem bekannten Designer Rainer Mutsch. Die facettierten Gläser und die darin verewigten Handgravuren steuert J. & L. Lobmeyr bei.

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon Rückseite

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon - die Rückseite

Das Zusammenwirken einschlägig erfahrener Spezialisten führte zu einem Gesamtkunstwerk, bei dem Optik und Mechanik im Dienste einer hochwertigen Wohnraumuhr absolut gleichwertige Rollen spielen. Und Carl Suchy & Söhne, die dahinterstehende Marke präsentiert ein tickendes Statement, welches in der heutigen Uhrenwelt alles andere als alltäglich ist.

Robert Punkenhofer

Robert Punkenhofer, CEO von Carl Suchy & Söhne

Talk zur Table Waltz

Uhrenkosmos: Was hat Carl Suchy bewogen, die Table Waltz zu entwickeln und auf den Markt zu bringen?

Robert Punkenhofer: Carl Suchy & Söhne wurde als Hofuhrenmacher bekannt durch seine beeindruckenden Großuhren. Für mich war von Anfang an klar, dass wir mit dem Relaunch der Marke unbedingt auch eine Tischuhr für das 21. Jahrhundert entwickeln wollten. Nach einiger Zeit wurde dies zum 200-Jahre-Jubiläum realisiert. Neben der Verneigung vor der Tradition war ein weiterer wichtiger Grund, dass wir die Tischuhr komplett in Wien entwickeln und fertigen konnten – mit unserer Uhrmacherin Therese Wibmer und dem österreichischen Designer Rainer Mutsch.

Welche Zielgruppe von Menschen möchte Carl Suchy damit erreichen?

Unsere Kunden sind vor allem Kenner, die das Besondere schätzen – oft besitzen sie bereits eine kleine, feine Sammlung, möchten aber mit unserer Table Waltz und dem skelettierten Tourbillonwerk etwas Einzigartiges. Die Tischuhr dient als besonderes Objekt für Büro oder Wohnung. Viele Kunden arbeiten mit uns an individuellen Varianten, etwa ein Sammler aus Hongkong, der alle goldfarbenen Teile platiniert haben wollte. Es sind Menschen „in the know“, die unsere Ästhetik schätzen: das Uhrwerk verschmilzt mit dem Gehäuse, das wie eine Bühne gestaltet ist, das Werk wie das Opernstück dazu.

Wie viele der klassischen Table Waltz sind inzwischen verkauft?

Wir sind mittlerweile bei der dritten Serie, jeweils auf zehn Stück limitiert. Auch die dritte Serie mit dem Tourbillon ist fast ausverkauft, wir fertigen nun spezielle Varianten für besondere Kunden. Besonders stolz sind wir, dass mittlerweile drei Tischuhren an Kunden in die Schweiz gingen – höchste Uhrmacherkunst aus Wien, für die Schweiz.

Gibt es prominente Plätze, wo diese Uhren stehen?

Alle Uhren stehen in den privaten Räumlichkeiten unserer Kunden, die nicht öffentlich zugänglich sind. Gleichzeitig wurde die Table Waltz mehrfach in Museen präsentiert, unter anderem im MAK in Wien, einem der führenden Museen für Design und angewandte Kunst. Sie wurde ausgewählt als eines der besten österreichischen Designs der letzten 20 Jahre.

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon

Wie kam es zu der Tischuhr Carl Suchy & Söhne Table Waltz Tourbillon?

Nach der erfolgreichen Entwicklung der ersten beiden Varianten beschlossen wir mit Therese Wibmer, ein eigenes Tourbillonwerk zu entwickeln. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit war dieses Meisterstück fertig und ergänzt unsere Kollektion perfekt. Die Tischuhrenserie war gewiss ein unternehmerisches Risiko, das aber belohnt wurde. Insgesamt hat die Tischuhren-Serie unsere Wiener Marke sehr gestärkt.

Fertigt Frau Wibmer alle Teile selbst, oder kauft ihr Komponenten zu?

Das Werk wird vollständig in höchster Präzision und Handarbeit im Atelier von Therese Wibmer gefertigt. Das Gehäuse entsteht in Partnerschaft mit Lobmeyr, einem weiteren ehemaligen Hoflieferanten, der für handgeschliffenes und handgraviertes Glas höchste Kompetenz besitzt. Im 19. Jahrhundert haben unsere beiden Firmen das Schloss Schönbrunn mit Uhren und Kristall-Leuchten ausgestattet, was auf einer Rechnung aus unserem Archiv dokumentiert ist.

Das Tourbillon für rund 66.000 Euro erfordert besondere Kenner oder Liebhaber als Kunden. Wo auf der Welt finden sich diese?

Liebhaber unserer Uhren finden sich mittlerweile in über 30 Ländern. Diese Kunden schätzen höchste Handwerkskunst, exklusive Einzelanfertigungen und limitierte Serien. Wir haben Sammler unserer Tischuhren in Tokyo und Hongkong genauso wie in Dubai, Paris, Zürich und Wien.

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon, 66.000 Euro

Sind es die gleichen Menschen, die Carl Suchy Armbanduhren und Pendulen kaufen?

Teilweise. Es gibt Sammler, die jedes Stück aus unseren vier Kollektionen besitzen. Gleichzeitig gibt es Kunden, die ausschließlich an der Tischuhr als exklusives Kunstwerk interessiert sind, um sie in Wohnungen oder Büros zu präsentieren.

Wenn man die Table Waltz mit Konkurrenzprodukten vergleicht: Was zeichnet die Erzeugnisse von Carl Suchy aus?

Die Table Waltz ist eine Tischuhr für das 21. Jahrhundert – sehr modern und zugleich zeitlos, inspiriert von der Wiener Moderne, der Zeit von Adolf Loos, Josef Hoffmann, Gustav Klimt und Egon Schiele. Besonders ist die harmonische Integration von Uhrwerk und Gehäuse, eine konsequente Einheit von Form und Funktion.

Der enge Designprozess zwischen Rainer Mutsch, Therese Wibmer und mir führte zu einem einzigartigen Ergebnis: das skelettierte Werk ist wie ein lichtbrechendes Spiel mit dem Gong zur vollen Stunde, das Gehäuse wie eine Bühne gestaltet, handgeschliffenes Glas, speziell gestaltete Zahnräder – alles auf höchstem Niveau. Gleichzeitig ist die Table Waltz nicht nur ein ästhetisches Statement, sondern ein zuverlässiger Begleiter: robust, präzise und mit einer Gangdauer von sieben Tagen. Ich habe sie sogar auf Geschäftsreisen dabei – weil sie die Eleganz Wiens in jedes Umfeld mitnimmt.

Carl Suchy Table Waltz Tourbillon Detail Tourbillon Montage

Das Carl Suchy & Söhne Table Waltz Tourbillon besitzt enen fliegend gelagerten Drehgang. Wenn eine der vorderseitigen Montageschrauben des Käfigs blau gefärbt wäre, könnte man das Tourbillon als Sekundenzeiger nutzen.

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