Wie Zenith und Cohiba zusammenfanden
Zwei Marken, zwei Welten und eine gemeinsame Vorstellung von Luxus. Als Zenith 2016 zusammen mit Cohiba eine limitierte Version des legendären El Primero Chronographen vorstellte, traf Schweizer Uhrmacherei auf kubanische Zigarrentradition. Anlass war der 50. Geburtstag der 1966 gegründeten Zigarrenmarke. Die El Primero Chronomaster 1969 Cohiba Edition erschien in 50 Exemplaren aus Roségold und 500 Edelstahluhren. Hinzu kamen fünf besonders exklusive Christophe-Colomb-Zeitmesser.
Die Idee zu dieser Zusammenarbeit stammte von Jean-Claude Biver, der damals das Uhrengeschäft des LVMH-Konzerns leitete. Die konkrete Umsetzung übernahmen Zenith-CEO Aldo Magada und Javier Terrez von Habanos. Am 9. September 2015 trafen sich beide in Spanien. Bereits Ende des Jahres war die Partnerschaft vertraglich vereinbart.
Wie diese ungewöhnliche Zusammenarbeit zustande kam und weshalb sie für beide Unternehmen interessant war, erläuterte Javier Terrés im Gespräch mit Uhrenkosmos. Das folgende Interview wurde ursprünglich am 12. August 2018 veröffentlicht.
Die Uhrenmarke Zenith und Cohiba, den Hersteller feinster Zigarren, verbindet eine gute Partnerschaft. Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Habanos und Zenith? Immerhin ist es ja die erste Uhrenmarke, mit der Sie kooperieren.
JT: Die Idee zur Kooperation kam von Jean-Claude Biver, der mich per Mail kontaktierte. Dadurch traten wir in eine rege Mail-Korrespondenz, welche darin mündete, dass mir Jean-Claude Biver die Namen Zenith und Aldo Magada nannte.
Wie ging es weiter?
JT: Am 9. September 2015 trafen wir uns dann in Spanien zu einem Dinner.
… und die Chemie stimmte.
JT: Ja. Wir stellten fest, dass wir als anerkannte Luxusmarken gemeinsame Werte und Leidenschaften teilen. Und damit ging das Projekt Zenith und Cohiba an den Start.
Verantwortet von wem?
JT: Von Aldo und mir. Wir haben richtig angeschoben. Jean-Claude Biver hingegen hat sich herausgezogen.
Alleine konnten Sie das aber nicht machen, oder?
JT: Nein, definitiv nicht. Wir haben Teams auf beiden Seiten gebildet, die in den vergangenen Monaten sehr hart daran gearbeitet haben, dass das Projekt zeitgerecht in Kuba über die Bühne gehen kann.
Wie lange hat es denn bis zur Unterzeichnung des Vertrags gedauert?
JT: Ende 2015 war alles in trockenen Tüchern. Das ging verhältnismäßig schnell, denn unsere Big Bosse haben schnell erkannt, worum es geht, dass es sich um eine Win-win-Situation handelt.
Der Vertragspartner von Zenith ist Habanos?
JT: Genau, denn Habanos ist Eigentümer von Cohiba.
Wie lange läuft der Vertrag?
JT: Das ist vertraulich. Aber abhängig von den Resultaten der Kooperation denken wir natürlich über eine Verlängerung nach.
Reden wir über die Zenith Cohiba-Uhren. Hatten Sie einen Einfluss auf das Design?
JT: Aber klar doch. Zenith schlug das Modell vor. Dann haben wir beispielsweise über die Farben und die Platzierung unseres Cohiba Logos auf dem Zifferblatt nachgedacht. Es lief alles sehr harmonisch ab.
Für ein nächstes Projekt wird alles in gleicher Weise ablaufen?
JT: Aber sicher. Wir sind Zigarren-Experten. Zenith besitzt die Uhren-Expertise. Beides führen wir nun zusammen.
Welche Vorteile ergeben sich für Cohiba durch die Kooperation mit einer Uhrenmarke.
JT: Wir kooperieren grundsätzlich nur mit Spitzenmarken. Zenith ist eine sehr exklusive Marke. Mit ihr erreichen wir ein sehr spezielles Publikum. Die Exklusivität beider Marken zusammen bewirkt den intendierten Schub.
Haben Sie eine persönliche Beziehung zu Uhren und Luxusuhren im Besonderen?
JT: Nein, nicht wirklich. Ich besitze diese Armbanduhr. Das war ein Geschenk meiner Frau. Ich liebe sie und deshalb trage ich sie immer.
Zwischen dem Rollen einer Zigarre und der Assemblage einer mechanischen Uhr gibt es Gemeinsamkeiten und enge Bezüge. Beides ist kunstfertige Handarbeit.
Sehen Sie das auch so?
JT: Auf jeden Fall. Denn die Herstellung nach viel Know-how, Fingerfertigkeit und Leidenschaft. Da gibt es wirklich zwischen beiden Tätigkeiten eine Gemeinsamkeit.
Waren Sie schon einmal in Le Locle bei Zenith, um die Entstehung einer Uhr zu beobachten?
JT: Ehrlich gesagt, nein. Ich bin natürlich eingeladen, aber ich hatte bis jetzt noch keine Gelegenheit, in den Jura zu reisen. Ich sollte eines Tages aber unbedingt dort gewesen sein.
Vielleicht ändern Sie dann Ihre Meinung über mechanische Luxusuhren. Zenith ist sehr speziell, hat eine lange Tradition und fertigt nur mechanische Uhren.
JT: Sie haben mich einmal mehr überzeugt, dass ich Zenith bald einen Besuch abstatten sollte.
Von der El Primero bis zur Chronomaster Open
Die Zusammenarbeit zwischen Zenith und Cohiba blieb nicht auf das Jubiläumsjahr 2016 beschränkt. Bereits 2018 folgten zwei limitierte Zenith Pilot-Type-20-Modelle, darunter ein Chronograph mit Bronzegehäuse. Zum 55. Geburtstag von Cohiba präsentierte Zenith 2021 schließlich die Chronomaster Open Cohiba 55th Anniversary Edition, limitiert auf 55 Exemplare.
Die Entwicklung der Partnerschaft zeigt, dass aus einer zunächst auf ein Jubiläum ausgerichteten Kooperation eine mehrjährige Zusammenarbeit entstand. Welche Überlegungen Zenith dabei verfolgte, erläuterte der damalige CEO Aldo Magada ebenfalls in einem ausführlichen Interview mit Uhrenkosmos. Und wie viel traditionelle Handarbeit die Fertigung kubanischer Zigarren tatsächlich erfordert, zeigt unser Besuch in der Cohiba-Manufaktur El Laguito in Havanna.









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