Eines ist klar – seit dem Einstieg von LVMH als globaler Formel-1-Partner ist TAG Heuer als Official Timekeeper Formula 1 zurück im heimischen Revier des Motorsports. Damit verbunden ist eine enorme Aufmerksamkeit für die Marke, aber auch erhebliche Erwartungshaltung des Konzerns, was Umsätze und Neuheiten betrifft. Entsprechend gespannt konnte man sein, welche Neuheiten TAG Heuer zur LVMH Watch Week 2026 präsentieren würde.
Mit das größte Echo unter den größeren und kleineren Neuheiten der LVMH Watch Week in Mailand erzielte der TAG Heuer Carrera Seafarer Chronograph. Verbindet die Uhr doch als Carrera-Chronograph die Motorsport DNA mit einem bemerkenswerten Heuer Chronographen aus der Vergangenheit – dem Heuer Seafarer Chronographen der 50er Jahre.


Historische Wurzeln: Von der Solunar zum Seafarer
Zurück geht die Heuer Carrera Seafarer auf die erstmals im Jahr 1949 vorgestellte Heuer Solunar. Dieses Modell war die erste Uhr, mit der sich der noch junge Jack Heuer erstmals konkret in die Modellplanung von Heuer einbrachte. Die Besonderheit der Solunar lag in einer Anzeige, die über entsprechend gestaltete Skalen Auskunft zu naturbezogenen Zeitinformationen gab, darunter auch Hinweise auf Ebbe und Flut beziehungsweise den Mondzyklus.
Kommerziell blieb die Heuer Solunar zwar ein Nischenprodukt, sie war aber der technische Ausgangspunkt für einige maritime Heuer-Uhren der Folgejahre, die insbesondere in der USA in den frühen 1950er Jahre auf großes Interesse stießen.

Heuer Mareograph und Heuer Seafarer
So entstand unter den Bezeichnungen Heuer Mareograph beziehungsweise Heuer Seafarer – in Zusammenarbeit mit der damals im Outdoor-Segment positionierten Kleidermarke Abercrombie & Fitch – ein Drei-Register-Chronograph, bei dem die Gezeitenanzeige bei 9 Uhr die sonst übliche kleine Sekunde ersetzte. Im Inneren arbeitete ein Valjoux-Chronographenkaliber, das für die zusätzliche Anzeige leicht modifiziert wurde. Damit verband Heuer die Chronographenkompetenz der Marke mit einem Zusatznutzen, der sich an die vielen Segler, Küstenbewohner und Outdoor-orientierten Kunden in der USA richtete. Von der Seafarer erschienen in den folgenden Jahren zahlreiche Varianten in unterschiedlichen Gehäuseformen und Zifferblattdesigns, häufig mit farbigen Anzeigen. Die Produktion lief bis in die Mitte der 1970er-Jahre.
Im Jahr 2023 griff TAG Heuer mit dem Carrera Skipper Chronographen bzw. einem Hodinkee Sondermodell dieses maritime Erbe erneut auf, bevor es nun zur LVMH Watch Week fester Teil der Kollektion wurde.



TAG Heuer Carrera Seafarer Chronograph
Die TAG Heuer Carrera Seafarer Chronograph von 2026 verfügt über ein 42 mm großes Gehäuse aus Stahl und ein gewölbtes Glassbox-Uhrglas mit innenliegender Lünette mit 5er Skala. Die Bauhöhe beträgt 14,4 mm und die Länge von Steg zu Steg ist 48,6 mm. Für eine optische Spannung sorgen die teils fein satinierten, teils polierten Oberflächen des Edelstahlgehäuses.
Die Bedienung folgt dem Chronographen-Standard mit Drückern bei 2 und 4 Uhr. Hinzu kommt bei 9 Uhr ein separater Drücker mit der Gravur TIDE, über den die exakte lokale Gezeitenanzeige eingestellt wird. Auf der Rückseite sitzt ein verschraubter, in Stahl gefasster Saphirglas-Sichtboden. Die Wasserdichtigkeit der Uhr beträgt 100 Meter. Diese Wasserdichtigkeit zeigt den maritimen Charakter der Uhr, jedoch ohne sie als echte Taucheruhr zu positionieren.
Zifferblatt der TAG Heuer Carrera Seafarer Chronograph
Betrachtet man das champagnerfarbene, Opalin-artige Zifferblatt, so fallen insbesondere die drei Totalisatoren ins Auge. Dies ist der bei 3 Uhr platzierte Chronographen-Minutenzähler, die bei 6 Uhr positionierte fortlaufende kleine Sekunde, ergänzt um ein kleines Datumsfenster, und die bei 9 Uhr sichtbare Gezeitenanzeige. Diese unterteilt sich in türkisblaue und gelbe Segmente und erinnert dadurch an historische Seafarer-Zifferblätter der 1960er Jahre bzw. die Farbgebung der Yacht Intrepid, die im Jahr 1967 den America’s Cup gewann.
Auffallend sind auch die 18K-3N-vergoldeten Zeiger und applizierten Indizes der Uhr, die durch ihre Goldwirkung insbesondere im außer-europäischen Ausland für hohe Zustimmung sorgen dürften. Für eine gute Ablesbarkeit im Dunkeln sorgt die Ausstattung des Stunden- und Minutenzeigers mit türkisfarbener Super-LumiNova Leuchtmasse. Alles in allem entsteht in der Verbindung von Gehäuse, Zifferblatt und Glassbox-Uhrglas eine Uhr, die mit ihrem Vintage-Erbe spielt, jedoch eindeutig in der Gegenwart angesiedelt ist.


Kaliber TH20-04 mit Säulenrad, Vertikalkupplung und Gezeitenmechanismus
Neu ist auch das automatische Kaliber TH20-04 der Carrera Seafarer Chronograph. Dieses 4 Hz-Chronographenkaliber TH20-04 mit integriertem Säulenrad und Vertikalkupplung bietet neben hoher Präzision eine gute Gangreserve von bis zu 80 Stunden. Zusätzlich sorgt das Gezeitenmodul für eine mit dem Mondzyklus abgestimmte Gezeitenanzeige in 29,53 Tagen, also dem klassischen Mondzyklus. Typisch ist auch der Umstand, dass eine vollständige Umdrehung der Gezeitenscheibe zwei Mondzyklen ausmacht.

Stahlband zur TAG Heuer Carrera Seafarer Chronograph
Zur Auslieferung kommt der Seafarer Chronograph mit Gezeitenanzeige mit einem siebenreihigen Reiskorn-Stahlband mit satinierten und polierten Gliedern. Die Schließe ist eine Faltschließe mit Drückern aus Stahl. Erhältlich ist der unlimitierte Carrera Seafarer Chronograph (CBS2016.EB0430) mit Gezeitenanzeige ab März 2026 zum Preis von 8.800 Euro, respektive 8.300 Schweizer Franken.







Top – Uhr , nur der Kaufpreis ist mir zu hoch . Schade
Mitunter lohnt da der Blick auf Chrono24, ebay, Chronext etc…. 😉