Blau mit Vergangenheit
Preußischblau nennt sich die Zifferblattfarbe des Findeisen NauticMaster Field Diver mit eidgenössischem Innenleben. Diese Wahl passt perfekt zu einer Taucheruhr, welche sich ebenso gut auch am sogenannten Casual Friday, dem lässigen Freitag im Büro, tragen lässt. Blau machen geht auch da natürlich nicht. Aber die übliche Kleiderordnung ist zumindest teilweise aufgehoben. Der Stil: locker, leger und natürlich gerne mit Blue Jeans. Mit einem NauticMaster Field Diver sind Menschen beiderlei Geschlechts am Handgelenk perfekt gekleidet. Zumal der Preis von 1.225 Euro diesen ausgefeilten Zeitmesser zusätzlich schmackhaft macht.

Ganz abgesehen davon ist Blau weiterhin richtig angesagt. Schon der französische Künstler Yves Klein sagte: „Blau ist die typische himmlische Farbe.“ Blau schafft Weite, regt die Sinne an und inspiriert zum Nachdenken. Blau ist allerdings nicht gleich Blau. Königsblau, Kobaltblau, Tintenblau oder Preußischblau sind nur einige der nahezu unzähligen Abstufungen.
Dass Geschäftsführer Martin Zettl ausgerechnet Preußischblau gewählt hat, kommt natürlich nicht von ungefähr. Der Farbton verweist auf die Markengeschichte, die deutsche Fertigung und dazu jene Eigenständigkeit, welche Martin Zettl seinem 2017 aus der Taufe gehobenen Uhrenbaby von Anbeginn konsequent verordnet hat.

Preußischblau
Der intensive, leicht ins Grünliche spielende Farbton entstand um 1704 eher zufällig in Berlin. Eigentlich wollte Johann Jacob Diesbach ein Rot erzeugen. Durch eine verunreinigte Zutat kam es jedoch zu einer chemischen Reaktion, welche ein tiefes, enorm ins Auge stechendes Blau hervorbrachte. Damit hatte der Farbmacher das erste moderne, vollständig synthetisch erzeugte Pigment geboren. Es war preisgünstiger als das aus kostbarem Lapislazuli gewonnene Ultramarin und ausgesprochen ergiebig.
Künstler griffen das neue Berliner oder Preußische Blau rasch und begeistert auf. Als frühester bislang nachgewiesener Einsatz gilt Pieter van der Werffs 1709 entstandene Grablegung Christi. Dort findet sich das Pigment im Himmel und im Schleier Mariens. Später gelangte die Farbe nach Ostasien und löste in Japan ab den 1820er-Jahren eine blaue Revolution im Farbholzschnitt aus. Katsushika Hokusai nutzte Preußischblau für seine Serie 36 Ansichten des Berges Fuji. Weltberühmt wurde Die große Welle vor Kanagawa, deren dramatische Wirkung ohne dieses intensive Blau kaum vorstellbar wäre.

Findeisen NauticMaster Field Diver
Natürlich nutzte auch Kaiser Friedrich Wilhelm I. diesen Farbton für die preußischen Armeeuniformen. Preußischblau verbindet Zufall, Wissenschaft, Kunstgeschichte und internationale Kultur. Seine Wirkung ist tief, souverän und markant, ohne marktschreierisch zu wirken. Eben bringt es auch das Zifferblatt des Findeisen NauticMaster Field Diver ausdruckstark zur Geltung: sportiv genug für Jeans, charaktervoll genug fürs Büro und elegant genug für alles, was nach dem Casual Friday noch kommt, also zum Beispiel ein Ausflug ins kühle Nass oder die etwas tiefer liegende Welt des Schweigens.
Für Findeisen ist diese historische Anknüpfung keineswegs zufällig. Firmengründer Martin Zettl begann mit der Idee, „Zeitgeschichte in Zeitmessern“ zu übertragen. Der Markenname stammt aus seiner väterlichen Familienlinie, deren Wurzeln nach den familiengeschichtlichen Recherchen in Ostpreußen liegen. Die ersten Modelle trugen deshalb Namen historischer Städte dieser Region. Inzwischen ist die Geschichte in den Hintergrund gerückt, ohne völlig zu verschwinden. Beim neuen NauticMaster Field Diver geschieht das über eine Farbe, welche Charakter besitzt, aber keine lange Erklärung verlangt.

Vom Diver zur Field Edition
Retrospektiv betrachtet, ist diese Armbanduhr gezielt und geduldig über mehrere Entwicklungsschritte gereift. Auf die 2021 vorgestellte F-1253 folgte 2023 die NauticMaster mit Datum bei „6“, rotem Ring und zweiteiliger Sägezahnlünette. Über diese Taucheruhr hat der Uhrenkosmos in diesem Artikel bereits ausgiebig berichtet.


Ende 2025 übertrug Findeisen dieses Konzept auf eine Field Edition in Schwarz, Oliv und Khaki. Die Version Preußischblau erweitert die Palette nun um eine deutlich elegantere, zugleich historisch besonders aufgeladene Alternative. Der Charakter der Uhr bleibt dabei unverändert: Sie soll nicht nur im Wasser funktionieren, sondern überall dort, wo Übersichtlichkeit, Widerstandsfähigkeit und ein gleichermaßen zuverlässiges wie präzises mechanisches Innenleben gefragt sind.

Zwei Uhrentypen, ein klares Konzept
Technisch und gestalterisch kombiniert der NauticMaster Field Diver zwei Gattungen. Von der Taucheruhr übernimmt er das robuste Gehäuse, die charakteristische, natürlich weiterhin nur einseitig drehbare Sägezahn-Lünette, die Schraubkrone und eine Wasserdichte bis zu 20 bar Druck. Von einer zeitgemäßen Feld- oder Militäruhr kommen die großen arabischen Ziffern und der kompromisslose Fokus auf schnelle Orientierung. Das Resultat kreativen Schaffens ist keine militärische Reminiszenz, sondern eine vielseitige Toolwatch für Alltag, Reise und sportliche Betätigung. Trotz des kraftvollen Auftritts mit 41,5 Millimetern Durchmesser und 12,5 Millimetern Bauhöhe halten sich die Proportionen im Rahmen. Stahlgehäuse samt Werk bringt 91 Gramm auf die Waage. Entscheidend für den eigenständigen Auftritt ist definitiv die markante Sägezahnlünette.

Martin Zettl hatte seinem Designer Nico Savignac einst die Aufgabe gestellt, eine Taucheruhr zu entwickeln, die „alles ist, aber nicht generisch“. Durch einen mehr als ungewöhnlichen Glasrand erhielt die NauticMaster ihre einzigartige Identität. Die Form geriet zum Erkennungszeichen der NauticMaster. Wahlmöglichkeit besteht hier zwischen Edelstahl pur und schwarzer DLC-Beschichtung.

Ablesbarkeit großgeschrieben
Zweifellos steht die Ablesbarkeit beim Field Diver im Mittelpunkt. Aufwändig sechsfach entspiegelt präsentiert sich das flache Saphirglas. Störende Reflexionen auch bei schräger Betrachtung reduzieren sich weitgehend. Bei nachlassendem Licht sorgen großzügig mit Super-LumiNova ausgestattete Zeiger, Stundenmarkierungen und Lünettenelemente für die unabdingbare Orientierung.

Unmittelbar aus der Praxis des Tauchens ergab sich ein wichtiges funktionales Detail: Während die übrigen Leuchtelemente hellblau erscheinen, strahlt der Minutenzeiger grün. Zusammen mit dem Leuchtpunkt der Lünette lässt sich die verstrichene Tauchzeit damit schneller erfassen. Diese farbliche Trennung besitzt mehr Substanz als dekorative Leuchteffekte, denn unter Wasser ist die Minute sehr viel wichtiger als die Stunde. Das Fensterdatum sitzt symmetrisch bei „6“ und fügt sich somit unauffällig in das übersichtlich gegliederte Zifferblatt ein.

Schweizer oder deutsches Innenleben
Ungewöhnlich ist die freie Wahl des Uhrwerks. In der Swiss Edition tickt das altbewährte Sellita SW200-1. Den Selbstaufzug bis zu 41 Stunden Gangautonomie bewerkstelligt ein schwarzer Findeisen-Kugellagerrotor in beiden Drehrichtungen. Dass es sich um die hochwertige Elaboré-Ausführung dieses Kalibers handelt, zeigt sich beim Blick durch den Sichtboden. Diese Variante bildet den preislichen Einstieg in die Welt des NauticMaster.

Deutlich eigenständiger in Erscheinung tritt die Manufaktur Edition mit dem in der Oberpfalz gefertigten Damasko A26.2 Top. Dieses Automatikkaliber bietet 42 Stunden Gangautonomie und einen durchgebrochenen Rotor. Für Martin Zettl ist die Kooperation mit dem nahe Regensburg beheimateten Familienbetrieb ein wesentlicher Bestandteil der Produktphilosophie. Bereits während der Corona-Pandemie entschied sich der in mehreren Bereichen erfolgreiche Unternehmer ganz bewusst gegen eine Verbilligung seiner Uhren und für den entgegengesetzten Weg: mehr technische Substanz und ein deutsches Uhrwerk in einer Uhr mit dem Herkunftshinweis Made in Germany.

Gegen Aufpreis lässt sich die Damasko-Version mit zusätzlichem dreiteiligen Weicheisenkäfig und dazu zwangsläufig massivem Stahlboden ordern. Dadurch erfährt die Zeit-Mechanik eine zusätzliche Abschirmung gegen Magnetfelder. Die Stoßsicherheit erhöht zudem eine rote Lagerung aus EPDM-Kautschuk. Solche konstruktiven Details passen zu Martin Zettls Anspruch, kein beliebiges Produkt aus anonymer Großserienfertigung anzubieten.

Gefertigt in Nürnberg
Findeisen lässt seine Uhren in einer kleinen Werkstatt in der Nürnberger Altstadt montieren, regulieren und sorgfältig kontrollieren. Dabei handelt es sich um keine effekthaschende Hochglanzboutique, sondern um einen Ort, an dem gewissenhafte Arbeit im Vordergrund steht. Gehäuse, Zifferblätter, Zeiger und Schließen stammen von spezialisierten Schweizer Lieferanten. Zu diesem Ansatz passt ein überschaubares Händlernetz. Martin Zettl selbst pflegt den Kontakt zu Kunden und Verkaufspartnern. Wachstum um jeden Preis lehnt er ab, weil darunter Fertigungsqualität und Kommunikation leiden könnten. Demzufolge sind Uhren mit der Signatur Findeisen keine Massenware, sondern rundum eigenständige Nischenprodukte jenseits der großen und international bekannten Markennamen.

Neues Band, kompaktere Schließe
Weiterentwickelt hat Martin Zettl auch das Edelstahl-Gliederband. Die großzügige ausklappbare Taucherverlängerung gehört bereits seit 2021 zur NauticMaster. Neue Female-Endlinks verkürzen nun die wirksame Länge und verbessern dadurch den Sitz vor allem bei schmaleren Handgelenken. Hinzu kommt eine kompaktere Schließe mit innenliegender Feinverstellung. Die Auslieferung dieser neuen Bandgeneration beginnt Ende Juli 2026. Sämtliche Bandvarianten verfügen über eine Schnellwechselfunktion. Somit lassen sich Edelstahl-, Kautschuk- und Hybridband ohne Werkzeugeinsatz austauschen.


Preislich beginnt die NauticMaster Field Diver in Preußischblau mit Sellita SW200-1 wie schon erwähnt, bei moderaten 1.225 Euro. Die DLC-Lünette kostet 100 Euro zusätzlich. Für die Manufaktur Edition mit Damasko A26.2 Top ruft Findeisen 2.390 Euro auf. Der DLC-Aufpreis liegt wiederum bei 100 Euro. Mit weiteren 635 Euro schlägt, falls gewünscht, der dreiteilige Weicheisenkäfig samt massivem Stahlboden zu Buche. Überzeugt von der eigenen angebotenen Qualität gewährt Findeisen ganze drei Jahre Garantie.

Zusammenfassend demonstriert der neue Findeisen NauticMaster Field Diver Preußischblau sehr eindrucksvoll, wie sich die neun Jahre junge Nürnberger Uhrenmarke positioniert: historisch interessiert, technisch ausgesprochen ernsthaft und gestalterisch durchaus ein wenig eigensinnig. Preußischblau verleiht dem Field Diver mehr Tiefe, ohne seinen Werkzeugcharakter zu verwässern. Damit ist diese Taucheruhr genau dort angesiedelt, wo Martin Zettl auch Findeisen seit dem ersten Tag verortet: stets fern vom Beliebigen, aber immer nahe am praktischen Nutzen.
Die Geschichte der Marke Findeisen und ihrer Wiederauferstehung durch Martin Zettl stellen wir hier vor.

Findeisen NauticMaster Field Diver
Datenblatt
| Gehäuse | Edelstahl, perlgestrahlt |
| Lünette | Edelstahl, 2-teilig, schwarz DLC-beschichtet, unidirektional links, 60 Klicks |
| Durchmesser | 41,5 mm |
| Höhe | 12,5 mm |
| Bandanstoßbreite | 20 mm |
| Horn zu Horn Länge | 47,0 mm |
| Glas | Saphirglas, beidseitig entspiegelt |
| Wasserdichtigkeit | 20 bar oder rund 200 Meter |
| Kaliber | Sellita SW 200 Elaboré |
| Gangautonomie | 41 Stunden |
| Boden | verschraubter Glasboden |
| Gewicht | 91 g |
| Armband | Kautschuk mit Faltschließe Cordura/Silikon mit Dornschließe Edelstahlarmband mit Taucherschließe alle drei Bänder haben ein Bandschnellwechselsystem |
| Preis | Cordura-Silikon Hybridband mit Dornschließe 1.225 Euro |
| Cordura-Silikon Hybridband mit Dornschließe, DLC-Lünette 1.385 Euro | |
| Kautschuk-Armband mit Faltschließe und Tauchverlängerung 1.425 Euro | |
| Kautschuk-Armband mit Faltschließe und Tauchverlängerung, DLC-Lünette 1.525 Euro | |
| Stahlarmband mit Faltschließe und Taucherverlängerung 1.625 Euro | |
| Stahlarmband mit Faltschließe und Taucherverlängerung, DLC-Lünette 1.725 Euro |





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