Ein Gestalter und seine Zeit
Würde Ferdinand Alexander Porsche – kurz Eff-A genannt – noch leben, hätte er am 11. Dezember 2025 im Kreise seiner Familie seinen 90. Geburtstag gefeiert. Leider war dem gestalterischen Vater des legendären Porsche 911 und Gründer des Porsche Design Studios in Zell am See ein derart langes Leben nicht beschieden. Seine letzte Stunde schlug am 5. April 2012. In Vergessenheit geriet der Mentor des modernen Gebrauchsdesigns damit jedoch keineswegs. Der von ihm aus der Taufe gehobene Sportwagen ist ebenso präsent wie der schwarze Porsche-Design-Chronograph. Beide Objekte haben sich zu Ikonen entwickelt und sind Anlass für ein besonderes 90 F. A. Porsche Paket.

Der geistige Ursprung dieses bleibenden Einflusses reicht weit zurück. Eff-A wuchs im Umfeld technischer Innovation und gestalterischer Verantwortung auf. Nach Ausbildung und frühen beruflichen Stationen trat er 1957 in den Familienbetrieb ein. Dort prägte ihn die intensive Auseinandersetzung mit Funktion, Technik und Form. Seine maßgebliche Leistung war 1963 das Design des Porsche 911. Ein Entwurf, der nicht aus klassischen Zeichnungen, sondern aus modellierter Form entstand. Das Ergebnis war ein Fahrzeug von zeitloser Klarheit, welches die Zeit bis in die Gegenwart nicht überholt hat. Es begründete Ferdinand A. Porsches Ruf als Produktgestalter, der Funktion nicht dekorierte, sondern sichtbar machte.

Zeitenwende: Technik, Politik und die Krise der Mechanik
Wir vom Uhrenkosmos lenken den Blick naturgemäß auf jenen Zeitmesser, mit dem sich Eff-A zu Beginn der stürmischen 1970er-Jahre intensiv beschäftigte. Es war eine Epoche tiefgreifender Umbrüche. Politisch, technologisch und kulturell befand sich die Welt in Bewegung: Nixon traf Mao, die Olympischen Spiele in München wurden von Terror überschattet, Laser und Atomuhren veränderten Wissenschaft und Alltag.
Auch die Uhrenindustrie stand vor einer Zäsur. Elektronische Quarzuhren mit analoger oder digitaler Anzeige schickten sich an, die überlieferte Mechanik vom Handgelenk zu verdrängen. Vielerorts galt sie plötzlich als altmodisch, schwerfällig und technisch unterlegen. In eben dieser Phase brachte der Schweizer Werkehersteller Valjoux nach jahrelanger Entwicklung das Automatikkaliber 7750 zur Serienreife. Trotz seiner technischen Qualitäten stieß das Chronographenwerk zunächst auf verhaltenes Interesse. Nur wenige setzten noch auf die Werte des Althergebrachten. Unter ihnen befanden sich Ferdinand Alexander Porsche und die Schweizer Uhrenmarke Orfina. Eine Verbindung, die Uhrengeschichte schreiben sollte.

Bruch als Neubeginn
Der Rückzug der Familien Porsche und Piëch aus dem operativen Geschäft Anfang der 1970er-Jahre bedeutete auch für Eff-A eine persönliche Zäsur. Der Abschied vom Automobildesign markierte zugleich den Beginn neuer Freiheit. Mit der Gründung seines eigenen Designstudios, in die Bruder Hans-Peter Porsche eingebunden war, ging die bewusste Hinwendung zum Gebrauchsdesign einher. Ferdinand A. Porsches Credo war ebenso einfach wie radikal: Design muss ehrlich sein, aus der Funktion entstehen und auf alles Überflüssige verzichten. Erstaunlicherweise kam der erste bedeutende Auftrag dennoch aus Zuffenhausen. Porsche benötigte Geschenke für verdiente Mitarbeiter.
Nach dem Entschluss, dass sich die Familie Porsche aus dem Autogeschäft zurückziehen würde, entstand 1972 in Stuttgart das Design Studio. Sein Umzug nach Zell am See erfolgte erst 1974. Der Gedanke, verdienten Mitarbeitern zu einem runden Jubiläum oder zum Abschied eine Armbanduhr zu schenken, war damals keineswegs neu. Und daraus erwuchs die Idee, etwas Eigenes im Zusammenhang mit Porsche aus der Taufe zu heben. Es war übrigens der erste nennenswerte Auftrag für das Studio
Das Begehren des Auto-Unternehmens führte 1972 zum Chrono 1, einer Armbanduhr, die mit nahezu allen Konventionen brach. Komplett schwarz, matt, reduziert, funktional, inspiriert von den Instrumenten im Cockpit des Porsche 911. Die Uhr war kein Schmuckstück, sondern ein Werkzeug. Ablesbarkeit stand über allem. Analog zu Tacho und Drehzahlmesser setzte der rote Chronographenzeiger einen gezielten funktionalen Akzent. Digitale Anzeigen oder exaltierte Gehäuseformen wären für Eff-A unvorstellbar gewesen: Zeiger bewegen sich im Kreis, also muss eine Uhr mit Zeigern rund sein.

Polarisierung, Erfolg und der Beginn von Porsche Design
Angetrieben vom 1973 lancierten Kaliber Valjoux 7750 und gefertigt von Orfina, polarisierte der erste Porsche Design-Chronograph erheblich. Während Kritiker von einer „Beerdigungsuhr“ sprachen, erkannten andere darin ein kompromissloses Design-Statement. Mehr als 50.000 Exemplare fanden daher oder dennoch ihre Käufer, zahlreiche Rennfahrer trugen sie. Nachahmungen ließen nicht lange auf sich warten. Eff-A sah darin kein Ärgernis, sondern den Beweis, einen Trend gesetzt zu haben.
Ich hatte nicht die Absicht, eine Uhr zu gestalten, die jedem auf Anhieb gefallen würde. Meine Intention bestand darin, eine Uhr passend zum Tachometer und Drehzahlmesser des 911er zu kreieren. Und damit kam zwangsläufig die Farbe Schwarz ins Spiel. Schwarz, weil das beim Ablesen nicht blendet. Dazu stark kontrastierende Ziffern und Zeiger. Das vermeidet Missverständnisse zu jeder Tages- und Nachtzeit
Ab 1974 entstanden in Zell am See Kreationen nach dem Prinzip Design plus: Form und Funktion wurden um echten Zusatznutzen erweitert. Beispiele reichen von einer Pfeife mit Kühlrippen über eine zusammenklappbare Sonnenbrille mit wechselbaren Gläsern bis hin zu Schreibgeräten mit auslaufsicherem Tintenleitsystem. Eff-A unterschied dabei klar zwischen Design und Styling: Verzierung ist Kosmetik, Design hingegen berücksichtigt Material, Herstellung, Nutzung und Verantwortung.

Titan, Zeit und Vermächtnis
Diese Philosophie prägte auch sein weiteres Wirken im Dienste der Zeitmessung. Mit dem 1980 kreierten und ab 1981 von IWC in Schaffhausen hergestellten Titan-Chronographen folgte ein weiterer Meilenstein. Bei ihm stellte Ferdinand A. Porsche nicht nur die Form, sondern auch das Material radikal in den Dienst der Funktion. Titan war in der Uhrenindustrie damals nahezu unbekannt: zäh, leicht, korrosionsbeständig, matt. Kein Material für Effekte, sondern für Leistung. Der weltweit erste Chronograph mit Titangehäuse definierte eine neue Ästhetik und setzte einen neuen Standard. Nicht zuletzt dank Eff-A entwickelte sich Titan zum Symbol eines selbstverständlichen Understatements.

Über die Summe positiver Eigenschaften von Titan muss ich nichts sagen. Viele Dinge existieren in der Phantasie, aber die Technologien zur Realisierung sind noch nicht hinreichend entwickelt. Genauso verhielt es sich mit Titan. Aber mit Günter Blümlein hatte ich einen vorzüglichen Sparringspartner. Er besaß Visionen und den unternehmerischen Mut, auch Dinge anzupacken, die am Ende vielleicht auch hätten scheitern können. Wie wir alle wissen, ist das nicht geschehen. Der Titan-Chronograph hat das Gesicht von Porsche Design by IWC beispielgebend prägt.
Zeitmesser spielten für Ferdinand A. Porsche stets eine besondere Rolle. Das belegen die langjährige Kooperation mit IWC und der Kauf der Uhrenmarke Eterna. Zeit ist kostbar, und Uhren müssen ihr gerecht werden. Sie sollen zuverlässig, intuitiv ablesbar und auch in Extremsituationen funktional sein. Für ihn war jede Uhr ein Werkzeug. Jedoch stets eines mit besonderem Charakter. Wie oft schaut der Mensch täglich auf die Uhr? Sicher öfter als in den Spiegel. Und was hat er Kostbareres zu verteilen als seine Zeit? Gutes Design ist kein aufgesetztes Styling, sondern Gestaltung von innen heraus. Das Streben danach, Dinge auf ihre wesentliche Funktion zu reduzieren.
Die mit Eff-A untrennbar verbundene Genese von Porsche Design ist deshalb keine lineare Erfolgsgeschichte, sondern eine Abfolge von Brüchen, Neuanfängen und Pionierleistungen. Sie zeigt, wie radikale Reduktion, funktionale Ehrlichkeit und technischer Mut zeitloses Design hervorbringen können. In der Uhrmacherei ebenso wie weit darüber hinaus.
Eines der extrem wenigen Interviews, die Ferdinand A. Porsche in seinem Leben zum Thema Uhren gegeben hat, lässt sich hier im Uhrenkosmos nachlesen.


Der Chronograph 1 als Jubiläumsedition
Im Zentrum der Jubiläumsaktivitäten von Porsche und Porsche Design steht eine exklusive Edition des Porsche Design 90 F.A. Porsche Chronograph 1. Dieses Sammlerstück ist unmittelbar inspiriert von jener Uhr, welche Ferdinand A. Porsche persönlich am Handgelenk trug und sich heute im Eigentum seiner Nachfahren befindet. Charakteristisches Merkmal ist eine eigens entwickelte Super-LumiNova-Leuchtmasse auf Zeigern und Indizes. Angelehnt ist die Farbe an die Patina gealterter Radium- oder Tritiumbeschichtungen. Sie verleiht dem traditionsreichen Zeitmesser einen ausgeprägten Vintage-Charakter.
Zusätzlich unterstrichen wird dieser durch das historische Porsche-Design-Logo auf Schließe und Krone. Über der zweisprachigen Wochentagsanzeige und dem Fensterdatum bei „3“ finden sich anstelle des üblichen Porsche-Design-Logos die an den großen Designer erinnernden Buchstaben F. A. P. Diese Initialen kennzeichneten auch sein persönliches Exemplar, heute im Eigentum der Familie. Erstmals verwendet Porsche Design sie auf einem klein-seriell hergestellten Chronographen.

Schwarz wie einst
Natürlich ist das Outfit schwarz wie schon im Jahr 1972. Allerdings bestehen die Schale und das Gliederband, ebenfalls eine Ehrerbietung an Eff-A, aus beschichtetem Titan. Alternativ lässt sich der Zeitmesser auch mit einem Band aus trüffelbraunem Kalbsleder ans Handgelenk schnallen. Dank eines ausgeklügelten Schnellwechselsystems braucht es zum Tausch keinerlei Werkzeug.

Vor dem Einbau ins Gehäuse hat die zuverlässige Zeit-Mechanik von Kaliber WERK 01.140 den amtlichen Genauigkeitstest bei der COSC hinter sich gebracht und selbstverständlich auch bestanden. Die Fertigung des mit vier Hertz tickenden Gesamtkunstwerks erfolgt bereits in der neuen Porsche Design-Uhrenmanufaktur im Schweizer Städtchen Grenchen. Passend zum Anlass entstehen insgesamt nur 90 Exemplare, die am Glasrand des Sichtbodens eine individuelle Nummerierung tragen.

Wermutstropfen
Verständlich, dass Porsche Design-Fans sofort Lust verspüren, diesen besonderen Hommage-Chronographen ihr Eigen zu nennen. Leider wird dieser Wunsch nur dann in Erfüllung gehen, wenn man die Armbanduhr zusammen mit einem von ebenfalls 90 Exemplaren des Porsche Sondermodells 911 GT3 90 F. A. Porsche erwirbt.

Das Fahrzeug, sowohl im Exterieur als auch im Interieur umfassend individualisiert, nimmt direkten Bezug auf einen 911 der G-Serie, den F. A. Porsche in den 1980er-Jahren selbst gefahren hat. Das auf dem GT3 mit Touring-Paket basierende Sportauto trägt zahlreiche persönliche Referenzen an den Schöpfer des Porsche 911. Die exklusive Lackierung F. A. grünmetallic ist seinem eigenen Fahrzeug nachempfunden. Mehr Infos zum Auto gibt es hier.


Das eigens entwickelte Stoffmuster F. A. Grid-Weave findet sich auf den Sitzmittelbahnen, im Handschuhfach und in der Kofferraum-Wendematte wieder und zitiert die Struktur seiner bevorzugten Jacken. Als Inspirationsquelle für die schwarz lackierten Sport-Classic-Räder dienten die klassischen Fuchs-Felgen. Diese formalen und materialbezogenen Zitate setzen sich übrigens im Chronographen konsequent fort: Der Rotor übernimmt Form und Farbe der Felgen, während das Lederband der Uhr samt Nähten exakt den Sitzen im Sportwagens entspricht.


Fahrzeugästhetik für die Reise: Der Weekender
Mit zum limitierten Paket gehört zudem ein geräumiger Weekender, der das Gestaltungskonzept des Fahrzeugs in die Welt der Accessoires überträgt. Materialität, Farbe und Muster folgen konsequent dem automobilen Vorbild: trüffelbraunes Leder, kalkbeige Ziernähte und das F. A. Grid-Weave-Muster im Futter der Fronttasche spiegeln ebenfalls den Innenraum des 911 GT3 wider.

Ein aufgesticktes Jubiläumslogo, das auch als Plakette auf dem Heckgrill des Fahrzeugs angebracht ist, rundet das Design ab. Der elegante Weekender und die Armbanduhr verstehen sich nicht als bloßes Zubehör, sondern als stilistisch integrierte Reisebegleiter für Fahrten im extrem exklusiven 911 GT3 90 F. A. Porsche.

Interessant zu wissen ist schließlich auch die Tatsache, dass selbst Käufer des Autos keinen zweiten Porsche Design 90 F. A. Porsche Chronograph 1 hinzuerwerben können. Porsche Design fertigt 90 Stück. Das war es. Basta! Ab 351.211 Euro gibt es das auf 90 Exemplare limitierte 90 F. A. Porsche Dreierset bestehend aus Auto, Armbandchronograph und Reisetasche.






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