Also nur vorweg zur Klarstellung: Gelb ist keine Farbe. Gelb ist eine Ansage. Wie etwa das Giallo Modena eines Ferrari oder das Speedgelb eines Porsche 911. Den Chevy Camaro alias Bumblebee lassen wir hier einmal weg. Unseriöses TV-Zeug. Was man bei einem Geschoss wie der gelb-schwarzen Yamaha von Kenny Roberts keinesfalls tun sollte.
Und dann gibt es noch die Honda Motocompo. Sie wurde weder im geschwungenen Zuffenhausener Stil noch mit italienischer Grandezza entworfen. Sie war weder schnell noch stark. Sie war auch nicht schön. Vielmehr sah sie aus wie ein gelber Werkzeugkoffer mit eingebautem Zweitaktmotor, aufgesetztem Sattel und zwei zu klein geratenen Rädern. Aber Mads Mikkelsen ist auch nicht schön – und doch Kult. Weil Charakter letztlich über Glätte siegt und Zeiten überdauert.
Definitiv davon überzeugt sind auch Seiko und Honda. Mit der limitierten Sonderedition Seiko 5 Sports Motocompo HDB010 lassen sie ein eigenwilliges, mutiges und ungeglättetes Stück japanischer Mobilitätsgeschichte als Armbanduhr aufleben. Ohne sich darauf zu beschränken, ein schlichtes Honda-Logo auf ein gelbes Zifferblatt zu drucken. Sondern mit viel Liebe zum Detail und kleinen Gestaltungselementen, die an die Geschichte des Kult-Motorrads erinnern. Ein Zeitmesser im Zeitsprung der gepflegten Techniknostalgie, sozusagen.


Seiko 5 Sports Motocompo und der Traum von sechs Rädern
Die Geschichte der Honda Motocompo begann 1981. Wobei der Fokus eigentlich auf der Einführung des Honda City lag. Einem kompakten Stadtwagen, der sich an eine junge, praktische, ein wenig verrückt veranlagte Stadtjugend richtete. Um dieser Vision mehr Nachhall zu geben, entwickelte Honda parallel zum City ein 49-Kubikzentimeter-Motorrad, das sogar in den Kofferraum des Honda City passte.
Heute würde man bei 49 Kubik wohl eher von einem kleinen, transportablen Motorroller sprechen. Doch das war Honda schon damals egal, und man propagierte stolz den „4 plus 2“, also sechsrädrigen Lebensstil.
Die Idee war so einfach wie verführerisch: Man fuhr mit dem Auto aus der Stadt, öffnete den Kofferraum, entnahm die Motocompo und setzte die Reise auf zwei Rädern fort. Ein für damalige Verhältnisse progressiver Gedanke. Heute sind Mobilitätskonzepte Alltag. Wobei man angesichts der Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn das Motocompo-Konzept durchaus noch mal prüfen sollte.
Damit die Motocompo tatsächlich in den Honda City passte, ließen sich Lenker und Fußrasten einklappen. Danach präsentierte sich das Motorrad als nahezu rechteckiger Block. Mit einer Länge von nur 1,185 Metern und Acht-Zoll-Rädern konnte man den Motorroller so, quasi als technisches Gepäckstück, im Kofferraum platzieren. Einziges Manko: Mit 42 Kilogramm Trockengewicht brachte dieser Motorblock einiges auf die Waage und verlangte nach den Oberarmen eines Sumo-Ringers.

Motocompo
Doch Geschwindigkeit und Gewicht des Zweitaktmotors mit bescheidenen 2,5 PS Leistung waren nie entscheidend. Der in Weiß, Rot und Gelb erhältliche Motocompo glänzte durch ihre Idee und ein Design. Mit ihren für Zweiräder untypisch glatten Seitenflächen, den kleinen Rädern und den technisch-verspielten Beschriftungen besaß sie den noch heute erkennbaren Charme eines industriellen Geräts.
Ein großer wirtschaftlicher Erfolg wurde die Motocompo dennoch nicht. Heute gelten gut erhaltene Exemplare jedoch als Sammlerstücke und als Symbole der 1980er-Jahre – und eines Designs, das noch aus dem Bauch und nicht in Fokusgruppen entstand. Ein Umstand, den man sich angesichts der heutigen Uniformität des weltweiten Fahrzeugdesigns mehr denn je wünscht.

Seiko 5 Sports Motocompo Limited Edition: Motocompo-Design für das Handgelenk
Genau jene Mischung aus Funktion, Gestaltung und sympathischer Verrücktheit versucht Seiko mit der 5 Sports Motocompo Limited Edition in Uhrenform zu bringen. Hierzu wird das gelbe Zifferblatt von einem schwarzen, Racing-Strap-artigen Streifen durchzogen. Auf dessen linken Hälfte zeigt sich das Honda-Logo, wie es auch auf der Seitenverkleidung der Motocompo zu bestaunen war. Zusätzlich ziert das Zifferblatt oberhalb der Sechs der Schriftzug „Automatic“.
Klugerweise verzichtet Seiko darauf, ein überprominentes Motocompo-Modell als „Bildchen“ auf dem Zifferblatt zu verewigen. Stattdessen sorgen Gestaltungselemente des Kultrollers wie die kräftige Farbe, die klaren Kontraste und die technischen Zitate für die gewünschten Motocompo-Assoziationen. Besonders reizvoll sind die kleinen Seiko-5-Sports-Motocompo-Zitate. So steht auf der Krone „TURN“ – eine Anspielung auf den Benzinhahn des Originals. Das schwarze Nylonband trägt die Aufschriften „CARRYING POINT“ und „INSERTION POINT“. Sie erinnern an jene Markierungen, die bei der Motocompo Befestigungs- und Transportpunkte kennzeichneten.
Auf dem Sichtboden vor rotem Hintergrund findet sich dann das große Motocompo-Zitat: die Silhouette des Motorrads, ergänzt um den Hinweis „Limited Edition“ und die individuelle Seriennummer. Auch die Verpackung bleibt der Grundidee treu und orientiert sich am ursprünglichen Versandkarton der Honda Motocompo.

Seiko 5 Sports Uhrwerk
Technisch basiert die Sonderedition auf der kompakten Seiko 5 Sports Field Series. Das Edelstahlgehäuse mit schwarzem Hard-Coating misst 36,4 Millimeter im Durchmesser, 12,5 Millimeter in der Höhe und 44,4 Millimeter über die Bandanstöße.
Ein gewölbtes Hardlexglas schützt das Zifferblatt. LumiBrite auf Zeigern und Stundenmarkierungen verbessert die Ablesbarkeit der Uhr bei Dunkelheit. Die Wasserdichtigkeit beträgt zehn Bar und damit umgerechnet knapp 100 Meter.
Im Inneren der 5 Sports arbeitet das automatische Seiko-Kaliber 4R36 mit Handaufzugs-Option, Sekundenstopp sowie Tages- und Datumsanzeige. Es besitzt 24 Lagersteine und bietet rund 41 Stunden Gangreserve. Was, technisch gesprochen, zwar nicht der Ferrari unter den Verbrennern ist, aber grundsolide Leistung abliefert.

Seiko 5 Sports Motocompo HDB010: Preis und Erhältlichkeit
Die Seiko 5 Sports Motocompo HDB010 ist auf weltweit 8.000 Exemplare limitiert und kostet 390 Euro. Momentan ist sie bereits im offiziellen Seiko-Onlinestore erhältlich – zunächst als Vorbestellung. Die Auslieferung beginnt im September 2026.
Was bedeutet, dass sich Interessenten durchaus sputen sollten. Denn wie das bei Kultobjekten nun einmal so ist, dürfte die Nachfrage höher ausfallen als das Angebot. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Tragen einer Seiko Motocompo-Armbanduhr deutlich leichter fällt als das Tragen des zugrunde liegenden, strahlend gelben Motocompo-Motorrollers. Sie sehen – wir denken praktisch.
Weitere Modelle von Seiko finden Sie in unserem Seiko Markenkosmos hier auf Uhrenkosmos.com.

Seiko 5 Sports Motocompo Limited Edition
| Baureihe | Field Series |
| Referenz | HDB010 / HDB010K1 |
| Kooperation | Seiko × Honda Motocompo |
| Gehäusematerial | Edelstahl mit schwarzem Hard-Coating |
| Gehäusedurchmesser | 36,4 mm |
| Gehäusehöhe | 12,5 mm |
| Länge über die Bandanstöße | 44,4 mm |
| Bandanstoßbreite | 18 mm |
| Glas | Gewölbtes Hardlex |
| Gehäuseboden | Verschraubter Sichtboden mit Motocompo-Silhouette |
| Wasserdichtigkeit | 10 bar, entsprechend knapp 100 Metern Prüfdruck |
| Magnetfeldschutz | 4.800 A/m |
| Zeiger und Indizes | Mit LumiBrite belegt |
| Anzeige | Stunden, Minuten, Sekunden, Datum und Wochentag |
| Uhrwerk | automatisches Seiko-Manufakturkaliber 4R36 |
| Gangreserve | Rund 41 Stunden |
| Lagersteine | 24 |
| Kalender | Tages- und Datumsanzeige |
| Armband | Schwarzes Nylonband |
| Preis | 390 Euro UVP |
| Verpackung | Sonderbox im Stil der Motocompo-Versandkartons |
| Limitierung | 8.000 Exemplare weltweit |








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