Mit der Master Hybris Inventiva Gyrotourbillon à Stratosphère eröffnet Jaeger-LeCoultre 2026 die neue Reihe Hybris Inventiva. Die Idee dahinter ist recht klar umrissen. Anders als bei Serien, in denen mehrere Komplikationen kombiniert oder bekannte Kaliber dekorativ neu interpretiert werden, soll bei den Modellen der Hybris Inventiva Reihe jeweils eine einzelne technische Entwicklung im Mittelpunkt stehen. Den Auftakt der Reihe bildet die Komplikation Tourbillon. Es ist seit 20 Jahre fester Teil der Manufaktur-Kompetenz und hat bereits zu einigen interessanten Entwürfen gefühlt.

Das erste Jaeger-LeCoultre Gyrotourbillon wurde 2004 lanciert und war als zweimehrachsige Weiterentwicklung des klassischen Tourbillons gedacht. Dessen Grundprinzip ist bekannt: Das regulierende Organ mit Unruh und Spirale sitzt in einem rotierenden Käfig, um lagebedingte Fehler, die durch die Schwerkraft entstehen, auszugleichen. Bei einer Armbanduhr, die sich am Handgelenk ständig bewegt, versprach die Konstruktion mit zwei Achsen gegenüber einem einachsigen Tourbillon durch das Durchlaufen von zweidimensionalen Amplituden eine Verbesserung des Ausgleichs und einen gleichmäßigeren Lauf der schwingenden Unruh.

Im Jahr 2014 lancierte Jaeger-LeCoultre dann die Reihe Hybris Artistica. Nun standen wirklich Hochkomplikationen im Mittelpunkt der Modelle. Zusätzlich wurden diese, ganz Manufaktur, mit Fertigkeiten der Métiers Rares des Hauses aufgeladen. Entsprechend erhielten die Tourbillons nun zusätzlich mit Guillochierung, Emaillierung, Lack oder Gravuren aufgewertet. Zu dieser Reihe der Jaeger-LeCoultre Hybris Artistica Modelle gehören die Reverso Hybris Artistica Calibre 179, die Master Hybris Artistica Calibre 184 und die Master Hybris Artistica Calibre 945.

Hybris Inventiva
Hybris Inventiva verfolgt nun einen anderen Ansatz. Im Zentrum der neuen Master Hybris Inventiva steht nicht die dekorative Neuinterpretation eines bekannten Uhrwerks, sondern die nächste Entwicklungsstufe des Gyrotourbillons selbst. Das neue Kaliber 178 trägt ein dreiachsiges Gyrotourbillon à Stratosphère, dessen Bewegung im Raum laut Jaeger-LeCoultre 98 Prozent aller möglichen Positionen abdeckt. Womit das Gyrotourbillon die gravitationsbedingten Einflüsse auf die Ganggenauigkeit praktisch vollumfänglich neutralisiert.

Hybris Inventiva Gyrotourbillon À Stratosphére
Die technische Umsetzung des Gyrotourbillons à Stratosphér ist allerdings sehr aufwendig. So besteht das Tourbillon aus drei Käfigen aus Titan, die entlang der X-, Y- und Z-Achse rotieren. Dabei vollzieht der innere Käfig seine Umdrehung in 20 Sekunden, der mittlere Käfig braucht für eine Umkreisung 60 Sekunden und der äußere Käfig läuft in gemächlicheren 90 Sekunden. Dabei setzt sich die Gyrotourbillon-Baugruppe aus insgesamt 189 Komponenten zusammen – und bringt laut Jaeger-LeCoultre nur 0,783 Gramm auf die Waage.
Um die isochrone Arbeitsweise des Regulators zu verbessern, verwendet Jaeger-LeCoultre eine zylindrische Unruhspirale, deren konzentrisches Atmen lageunabhängiger als eine flache Spirale verläuft. Für einen energieschonenden und präzisen Lauf sorgen wiederum reibungsarme Keramikkugellager. Das Handaufzugskaliber 178 arbeitet dabei mit 4 Hertz und eine gute Gangreserve von 72 Stunden.


Neben der ausnehmend feinmechanisch komplizierten Herstellung des Gyrotourbillons bietet das Hybris Inventiva Gyrotourbillon à Stratosphére aber auch jede Menge klassischer Methoden der Werkverfeinerung und Materialveredlung wie Guillochierung, transluzentes blaues Email, Lackierungen, Anglierungen, Genfer Streifen, Sonnenschliff und weitere Techniken seltener Handwerkskunst. Insgesamt spricht JLC von 16 Arten von Finissage wobei allein die von Hand ausgeführte Anglierung der Kanten knapp 65 Stunden dauert.
Um die Komplexität und die Feinheiten der Uhr zur Geltung zu bringen macht Jaeger-LeCoultre das Zifferblatt zur Bühne. So lassen sich die Stunden und Minuten auf einem exzentrischen Ring bei 12 Uhr ablesen. Im Süden des Zifferblatts, oberhalb von 6 Uhr fasst ein weiterer Ring das Tourbillon ein. Allerdings gibt es keine klassische 60 Sekundenanzeige, vielmehr bieten zwei Skalen das partielle Erfassen jeweils 15-Sekunden-Zeitabschnitte.
Die Vorderseite wird von Platinen aus 18 Karat Weißgold geprägt, die mit Sonnenschliff und transluzentem blauem Email versehen sind. Die skelettierten Brücken sind blau lackiert, die Federhausabdeckungen graviert und farblich darauf abgestimmt.


Dreht man die Uhr um, zeigen sich unter dem entspiegelten Saphirglasboden, Brücken aus 18 Karat Weißgold, 53 Lagersteinen und eine Tourbillonbrücke aus Stahl, deren Form sich an eine historische Jaeger-LeCoultre-Taschenuhr mit Tourbillon von 1946 anlehnt. Das Gehäuse selbst ist aus massivem 950er Platin und misst 42 Millimeter im Durchmesser bei einer noch gut tragbaren Höhe von 16,15 Millimeter. Die Wasserdichtigkeit wird von Jaeger-LeCoultre mit bis 50 Meter wasserdicht angegeben, wobei des schwer vorstellbar ist, dass jemand zum Schwimmen sein eine Master Hybris Inventiva Gyrotourbillon À Stratosphère am Handgelenk belässt. Wofür auch das Armband aus blauem Alligatorleder mit verstellbarer Faltschließe aus 18 Karat Weißgold spricht.
Wer sich nun für ein 3-dimensionales Gyrotourbillon neuester Bauart interessiert, sollte sich direkt bei Jaeger-LeCoultre oder in einer der JLC-Boutiquen nach der Referenz Q5306480 interessieren und mit einem Preis von knapp über 760.000 Euro rechnen. Wobei der Preis kaum überraschen dürfte. Schließlich war das Erkunden neuer Dimensionen schon immer sehr aufwendig.
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Jaeger-LeCoultre Master Hybris Inventiva Gyrotourbillon À Stratosphère
Datenblatt
| Referenz | Q5306480 |
| Kollektion | Master Hybris Inventiva |
| Limitierung | 20 nummerierte Exemplare |
| GEHÄUSE | |
| Material | Platin 950/1000 |
| Durchmesser | 42 mm |
| Höhe | 16,15 mm |
| Oberflächenbearbeitung | Poliert, gebürstet und mikrogestrahlt |
| Uhrglas und Boden | Saphirglas und transparenter Saphirsichtboden |
| Wasserdichtigkeit | 50 Meter (5 bar) |
| WERK | |
| Kaliber | Jaeger-LeCoultre Calibre 178 |
| Aufzug | Handaufzug |
| Funktionen | Stunden, Minuten, Sekunden; Dreifachachsen-Tourbillon (Gyrotourbillon À Stratosphère) |
| Frequenz | 4 Hz oder 28.800 A/h |
| Gangreserve | 72 Stunden |
| Federhäuser | 2 bei 2 und 10 Uhr) |
| Lagersteine | 53 Rubine, teilweise in Goldchatons |
| GYROTOURBILLON À STRATOSPHÈRE – DREIFACHACHSEN-TOURBILLON | |
| Achsenkonfiguration | Dreifachachsen (X, Y, Z) — Tourbillon im Tourbillon im Tourbillon |
| Rotationszeiten | Innenkäfig: 20 s / Mittlerer Käfig: 60 s / Außenkäfig: 90 s |
| Käfigmaterial | Titan |
| Spirale | Zylindrische Unruhspirale |
| Lagerung | Keramik-Kugellager |
| Anzahl Bauteile Tourbillon | 189 |
| Gewicht | 0,783 Gramm |
| Position | 6 Uhr, umgeben von 30-Sekunden-Ring |
| ZIFFERBLATT & DEKORATION | |
| Zifferblattform | Zwei dezentrierte Ringe (Ring-Zifferblatt-Konzept) |
| Oberer Ring | Stunden- und Minutenanzeige; guilloché mit transparentem blauem Email; Federhaus-Einblick |
| Unterer Ring | Umrahmt den Gyrotourbillon À Stratosphère; 30-Sekunden-Skala |
| Platinen und Brücken | Weißgold (750/1000) mit Sonnenschliff-Guilloché & transparentem blauem Email |
| Federhausdeckel | Graviert und blau lackiert |
| Tourbillonbrücke (Rücks.) | Inspiriert von JLCs Taschenuhr-Tourbillon von 1946; Edelstahl (Festigkeitsgründe) |
| Dekorationstechniken | 16 Techniken: Sandstrahlen, Perlage, Polieren, Planpolieren, Geradsatinierung, Liniengebürstet, Kreisgebürstet, Côtes de Genève, Diamantpolieren, Schneckendekor, Sonnenschliff, Anglage, Guilloché, Lackierung, Läppung, Emaillierung |
| ARMBAND & SCHLIESSE | |
| Material | Blaues Alligatorleder |
| Schließe | Verstellbare Faltschließe aus 18K Weißgold |
| Preis | ca. 765.000 Euro |






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