Drei Steine, drei Charaktere
Die neuen Gerald Charles Masterlink Gem Set Stone Dial Armbanduhren Blue Spectrolite, Green Aventurine und Black Iron Eye setzen dort an, wo die 2025 vorgestellte Masterlink Gem Set aufgehört hat. Damals umrahmten bereits 60 baguetteförmig geschliffene blaue oder rote Saphire beziehungsweise grüne Tsavorite ein silberfarbenes Zifferblatt.
Nun zieht die Farbe bis in die Mitte: Blauem Spektrolith steht eine Lünette mit blauen Saphiren zur Seite, grüner Aventurin korrespondiert mit Tsavoriten, und das dunkel gebänderte Iron Eye erhält einen Rahmen aus roten Saphiren. Jede Variante entsteht lediglich zehnmal. Damit beschränkt sich die gesamte Edition dieser Armbanduhr auf insgesamt 30 Exemplare.


Die hier vollzogene Evolution liegt nicht in noch mehr Glanz, sondern in der Verbindung zweier anspruchsvoller Disziplinen: Edelsteinbesatz verlangt geometrische Präzision. Naturstein lebt dagegen von Unregelmäßigkeit, Farbeinschlüssen und nicht reproduzierbaren Strukturen. Bei der Masterlink begegnen sich diese Gegensätze: außen 60 exakt geschliffene Baguettes, innen ein Zifferblatt, welches in der Natur kein zweites Mal identisch entstehen kann. Als Stundenindexe dienen ebenfalls passende Farbsteine.

Das Zifferblatt widersetzt sich der Norm
Ein rundes Steinblatt lässt sich vergleichsweise geradlinig aus einer Scheibe schneiden. Die Masterlink verlangt mehr. Ihre asymmetrische Silhouette und das charakteristische, von Altmeister Gérald Genta ersonnene Lächeln bei „6“ müssen erfahrene Handwerker auch in sprödem Stein exakt nachvollziehen. Schließlich fällt der Blick zunächst einmal gerade auf diese Einbuchtung am unteren Gehäuserand. Diese spezifische Formgebung steigert die Bruchgefahr, und sie erklärt auch, weshalb die Fertigung eines Zifferblatts mehr als 24 Stunden beansprucht.

Zu Beginn zerteilen Spezialisten den unbearbeiteten Stein in fünf Millimeter starke Scheiben. Danach folgen Auswahl, Zuschnitt und Handpolitur. Aus einem Millimeter werden am Ende lediglich 0,55 Millimeter. Das Resultat ist dünner als eine Kreditkarte und entsprechend empfindlich.

Eine Serie von 50 Zifferblättern bedingt laut Gerald Charles insgesamt 150 Scheiben. Rund jedes zehnte Blatt übersteht das Polieren nämlich nicht. Während der maschinellen Bearbeitung kann der Ausschuss sogar bis zu 65 Prozent erreichen. Solche Zahlen erklären, weshalb Uhren mit Naturstein-Zifferblatt keine gewöhnlichen Serienprodukte sind.

Spektrolith, Aventurin und Iron Eye
Der finnische Spektrolith ist eine seltene Spielart des Labradorits. Seine blauen, grünen, goldenen und violetten Reflexe entstehen durch feinste innere Schichten, die das Licht brechen. Schon eine geringfügig falsche Orientierung beim Zuschnitt kann das Farbspiel nahezu verschwinden lassen. Richtig getroffen, verändert sich das Blatt mit jeder Bewegung des Handgelenks.

Brasilianischer Aventurin wirkt ruhiger. Mikroskopisch kleine Mineraleinschlüsse erzeugen sein Funkeln und lassen die grüne Fläche zwischen Tiefe und plötzlicher Brillanz wechseln.

Iron Eye aus Südafrika tritt deutlich expressiver auf. Hämatit, Jaspis und Tigerauge formen eine gebänderte, rotbraune bis schwarze Struktur. Unterschiedliche Härten innerhalb einer einzigen Scheibe machen die Bearbeitung besonders anspruchsvoll. Optisch liefert das Material dafür den stärksten Kontrast zu den roten Saphiren.

Von Sarawak zur modernen Masterlink
Die Aufwertung der Masterlink-Linie durch diese drei Uhren ist historisch schlüssig. 2007 entwarf Gérald Genta für die königliche Familie von Sarawak ein Einzelstück mit integriertem asymmetrischem Armband sowie reichlichem Diamant- und Rubinbesatz.

Gerald Charles Masterlink Gem Set Stone Dial
Aus dieser Idee entwickelte das heutige Team die 2024 bei Watches and Wonders vorgestellte Masterlink: 38 mal 38 Millimeter groß, knapp acht Millimeter hoch, mit integriertem Stahlband und dem aus der Maestro bekannten „Smile“. Mehr hier im Uhrenkosmos.
2025 folgte die erste Masterlink Gem Set mit Weißgoldlünette und farblich sortierten Baguette-Edelsteinen. Im Frühjahr 2026 demonstrierte der Masterlink Perpetual Calendar, dass die Modellfamilie auch eine komplexe Kalendermechanik verträgt. Die drei neuen Stone-Dial-Versionen erweitern die Entwicklung nun in Richtung Métiers d’Art und Schmuckuhr. Damit legt Gérald Charles die Masterlink nicht auf ein Thema fest. Sie kann eine sportlich-elegante Stahluhr, ein komplizierter Zeitmesser oder ein dekoratives Sammlerobjekt sein, ohne ihre eigenständige Form zu verlieren.

Flach, wasserdicht und natürlich mechanisch
Unter den augenfälligen Schmuckelementen bleibt die vertraute Masterlink-Architektur erhalten. Das aus 31 Komponenten bestehende Edelstahlgehäuse mit Schraubkrone misst 38 mal 38 Millimeter. Nur 7,99 Millimeter trägt es am Handgelenk auf. Trotz dieses schlanken Auftritts reicht die Wasserdichte bis zu zehn bar Druck. Zum außergewöhnlichen Gehäuse passt das integrierte Stahlband. Bei ihm treten Schrauben, Schließe und Drücker optisch dezent in den Hintergrund. Ein Mikroglied gestattet die Feinjustierung.

Durch den verschraubten Saphirglasboden zeigt sich das Automatikkaliber GCA1000 mit rund 50 Stunden Gangautonomie. Dank seines exzentrisch positionierten Mikrorotors erreicht die Werkshöhe gerade einmal 2,67 Millimeter. Für einen der mit drei Hertz tickenden Mikrokosmen benötigen die Uhrmacher 176 Komponenten inklusive der 29 funktionalen Steine. Verschiedene Schliffe regen zum genauen Hinsehen an.

Für wen kommen diese Uhren in Betracht?
Mit einem Publikumspreis von 95.000 Schweizer Franken plus landesspezifischer Umsatzsteuer wendet sich die Masterlink Gem Set Stone Dial nicht an Käufer, welche eine diskrete Alltagsuhr oder aufwendige mechanische Komplexität suchen. Zielgruppe dieser ausdrucksstarken Armbanduhr sind vielmehr erfahrene Sammlerinnen und Sammler, die Gérald Gentas prägnante Formensprache kennen, aber keine weitere konventionelle Sportuhr mit integriertem Gliederband möchten. Des Weiteren kommen Menschen in Betracht, welche Schmuckuhr und hochwertige Mechanik nicht als Gegensätze empfinden.
Besonders reizvoll ist die Serie schließlich auch für Individualisten. Naturstein macht jedes Exemplar definitiv zum Unikat. Die Limitierung auf zehn Stück pro Farbe schließt die Begegnung mit einem identischen Exemplar quasi aus. Schließlich unterbinden das sehr moderate 38-Millimeter-Format und die geringe Gesamthöhe den Auftritt eines überdimensionierten Schaustücks am Handgelenk. Die Farbwahl ist Sache des persönlichen Geschmacks, über den sich auch im 21. Jahrhundert immer noch vortrefflich lässt.

Uhrenkosmos-Fazit
Mit den drei Masterlink Gem Set Stone Dial wertet Gerald Charles seine junge Modellfamilie nicht nur durch kostbare Werkstoffe auf. Die natürliche Optik der Zifferblätter führt zu jener gestalterischen Spannung, welche einem präzise konstruierten und handwerklich ausgeführten Objekt schon einmal verloren gehen kann. Edelsteinbesatz und die illustre Sarawak-Historie lenken den Blick zurück zu Gérald Genta, ohne dem verstorbenen Firmengründer Omnipräsenz zu verleihen. Diese 30 funkelnden Armbanduhren suchen kein großes Publikum. Sie werden eine sehr überschaubare Zahl von Handgelenken zieren, an denen die Besitzerinnen und Besitzer kontrollierte Exzentrik ausdrücklich zulassen. Dafür sind sie bereit, auch einen niedrigen sechsstelligen Eurobetrag auszugeben.
Weitere Modelle mit und ohne Steine finden Sie im Gerald Charles Markenkosmos unter diesem Link.

Datenblatt |
Gérald Charles Masterlink Gem-Set Stone Dial |
| Gehäusematerial | Edelstahl 316L |
| Gehäuseausführung | Poliert und satiniert |
| Gehäusekomponenten | 31 |
| Gehäusemaße | 38 x 38 mm |
| Gesamthöhe | 7,99 mm |
| Aufzugskrone | verschraubt, Clous-de-Paris-Dekor |
| Lünette | Weißgold |
| Uhrglas | Saphirglas mit mehrschichtiger Antireflexbeschichtung innen und außen |
| Gehäuseboden | flach mit Saphirglas |
| Wasserdichte | 10 bar |
| Werk | Kaliber GCA1000 |
| Aufzug | automatisch durch Mikrorotor in einer Drehrichtung |
| Anzeigen | Stunden- und Minuten |
| Durchmesser | 30,59 mm |
| Höhe | 2,67 mm |
| Komponenten | 176 |
| Frequenz | drei Hertz |
| Gangautonomie | 50 Stunden |
| Armband | Edelstahl mit Faltschließe |
| Version blau | Spektrolith aus Finnland |
| 60 baguettegeschliffene blaue Saphire | |
| Version Grün | Aventurin aus Brasilien |
| 60 baguettegeschliffene Tsavorite | |
| Version Rot/Schwarz | Iron Eye aus Südafrika |
| 60 baguettegeschliffene rote Saphire | |
| Limitierung | Je 10 Exemplare, insgesamt 30 Uhren |
| Preis | 95.000 CHF zuzüglich Steuern |








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