Schon die Maße der Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II machen klar, dass hier Außergewöhnliches zu bestaunen gilt. Denn während mehr und mehr Uhrenmarken Uhren mit einer Gehäusegröße von unter 40 mm bauen, steht hier eine Uhr mit einem Durchmesser von 45 mm im Rampenlicht. Auch die Gehäusehöhe von 15,4 mm Bauhöhe sowie die Länge von 51 mm von Bandanstoß zu Bandanstoß sprechen eine deutliche Sprache. Zusammen mit der Wasserdichtigkeit könnte man im ersten Moment meinen, dass es sich hier um ein wahres Kraftpaket von Sportuhr handelt. Vor allem dann, wenn dieses Gehäuse dank seiner Materialkombination aus geschmiedetem Carbon und Titan eine ungeahnte Leichtigkeit am Handgelenk verspricht.
Nur so leicht macht es Zenith dem Sportuhrenjünger nicht. Vielmehr entsteht durch die Kombination von Titan und Carbon mit einem Lapislazuli-Steinblatt eine ganz eigene, interessante Mischung. Steht der komplexe Materialmix der beiden erstgenannten Werkstoffe für moderne Materialtechnik, kündet der über viele Tausende Jahre in der Erde entstandene Halbedelstein Lapis Lazuli vom Reiz, der von Zifferblättern aus Naturstein ausgeht. Dazu gesellt sich mit dem Kaliber El Primero 9004 ein technisch aufwendiges Highspeed-Werk, das mit zwei Hemmungen und unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufhorchen lässt.

Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II: Geschmiedetes Carbon mit Titan
Zunächst sollte man geschmiedetes Carbon nicht mit gleichmäßig gewebtem Carbon verwechseln, wie man es von Fahrzeugteilen oder klassischen Carbon-Zifferblättern kennt. Für Forged Carbon werden kurze oder zerkleinerte Carbonfasern mit Kunstharz verbunden, in eine Form gepresst und unter Druck sowie Wärme verdichtet und ausgehärtet. Das Verfahren erlaubt die Herstellung komplexer, dreidimensionaler Bauteile zu vertretbaren Preisen und erzeugt doch jene unregelmäßige, fast wolkige Struktur, die jedes Gehäuse geringfügig anders aussehen lässt.
Das Titan dient wiederum zur Versteifung des Carbon-Gehäuseköpers. Auch der zwölfeckige Lünetten-Ring aus mikrogestrahltem Titan unterhalb der runden Carbon-Lünette sowie die Drückerschützer nutzen die Festigkeit und Abrieb-Resistenz des Leichtmetalls. Nicht zu vergessen ist auch der Kern der Carbonkrone, der aus Gründen der Stabilität natürlich aus Metall sein muss.
Kurz und gut – der robuste Materialmix führt in Verbindung mit dem Gehäuse sowie dem Natursteinblatt dazu, dass wirklich jede der 25 Zenith DEFY Extreme Lapis Lazuli II Chronographen dank leicht unterschiedlichem Gehäuse und individueller Lapislazuli Maserung zwar ähnlich, aber doch ein Einzelstück ist.

Geschmiedetes Carbon mit Titan
Die Vorteile des genannten Materialmix liegen auf, um nicht zu sagen an, der Hand. Es ist das trotz der Größe der Uhr geringe Gewicht, bei gleichzeitiger Festigkeit und Steifigkeit. Hierzu gesellt sich die matte Oberfläche des Gehäuses, die viel Licht schluckt und so den komplexen Aufbau des strahlend blauen Zifferblatts mit seinen unterschiedlichen Anzeigen in den Fokus rückt.
Dabei ist die Herstellung anspruchsvoll. Die Faserverteilung, der Harzanteil, der Druck, die Temperatur und die Aushärtung müssen exakt gesteuert und kontrolliert werden. Gelingt dies nicht, entstehen winzige Lufteinschlüsse, die die Stabilität gefährden, oder eine optisch beeinträchtigte Oberfläche der Uhr. Enge Toleranzen, scharfe Kanten, Gewinde und dauerhaft belastete Verbindungen sind bei einem Faserverbund ohnehin anspruchsvoller als bei einem reinen Metallgehäuse.
Zudem muss der Träger solch einer Uhr ein gewisses Maß an Vorsicht beim Tragen walten lassen, da Carbon-Gehäuse zwar leicht und robust sind, der Werkstoff aber durchaus empfindlich gegen Ritzungen ist, bzw. sich bei Ecken und Kanten im Laufe der Jahre meist leichte Rundungen erkennen lassen. Entsprechend sind die Uhren trotz ihrer Sportlichkeit und Stabilität nicht gerade als Toolwatches zu bezeichnen.

Zifferblatt der Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II
Wofür auch der optische Gegenpol, das attraktive Steinzifferblatt aus echtem Lapislazuli spricht. Der als Halbedelstein geschätzte Schmuckstein präsentiert sich zudem nicht als geschlossenes Zifferblatt unter dem Glas, sondern ist in die offene, teilskelettierte Zifferblatt-Struktur integriert. Dabei zeigen sich im hellen Stein die natürlichen Pyrit-Einschlüsse als goldfarbene Punkte und Adern.
Gelbgoldfarben beschichtet präsentieren sich auch die facettierten Zeiger und applizierten Indexe und nehmen so die Farbigkeit des Pyrits auf. Für die gewünschte Ablesbarkeit im Dunkeln sorgt nachleuchtende Super-LumiNova-Leuchtmasse.


El Primero 9004: Zwei Hemmungen für eine Hundertstelsekunde
Im Inneren der Defy Extreme arbeitet das bekannte, automatische El-Primero-Kaliber 9004. Seine Besonderheit besteht im Vorhandensein von gleich zwei, voneinander unabhängigen Hemmungen, die für eine Zeitmessung der zwei Geschwindigkeiten sorgt.
Findet die normale Zeitanzeige bei schnellen 5 Hertz beziehungsweise 36.000 Halbschwingungen pro Stunde statt, sorgt die zweite Hemmung nach Start des Chronographen für einen Speed von 50 Hertz, beziehungsweise 360.000 Halbschwingungen. Sichtbar wird diese rasende Geschwindigkeit durch den zentralen Chronographen-Zeiger, wenn dieser das Zifferblatt einmal pro Sekunde komplett umrundet.
Das Ablesen der Zeitmessung erfolgt anhand unterschiedlicher Skalen. Der 30-Minuten-Zähler sitzt bei drei Uhr, der 60-Sekunden-Zähler bei sechs Uhr und die Gangreserveanzeige des Chronographen bei zwölf Uhr. Bei neun Uhr läuft zusätzlich die kleine Permanent-Sekundenanzeige der normalen Zeitanzeige mit. Für die normale Zeitmessung stehen rund 50 Stunden Gangreserve zur Verfügung. Wer allerdings den Chronographen mit seiner hochfrequenten zweiten Hemmung permanent durchs Rund jagt, muss bereits nach knapp 50 Minuten neue Energie zuführen – was aber dank zusätzlichem Handaufzug auch kein Problem darstellt.


Defy Extreme Lapis Lazuli II Armbänder, Referenz und Preis
Zenith liefert die Defy Extreme Lapis Lazuli II serienmäßig mit einem schwarzen Kautschukband mit Faltschließe sowie einem schwarzen Klettband aus. Beide Bänder lassen sich über das integrierte Schnellwechselsystem schnell und werkzeuglos tauschen. Wer sich nun für eine der insgesamt 25 Uhren der Referenz 10.9102.9004/51.I200 interessiert, sollte direkt eine der Zenith-Boutiquen besuchen, denn direkt beim Hersteller sind die Exemplare bereits ausverkauft. Und nicht vergessen, den verlangten Preis von 36.800 Euro parat zu haben.
Nicht wenig Geld, doch bietet die Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II mit ihrem Material- und Strukturmix ein beeindruckendes Potpourri, bei dem Lapislazuli die Farbe und die zufällige Struktur, Carbon und Titan wiederum Struktur und Leichtigkeit, bzw. Robustheit liefern. Was wohl auch den Namen „Defy Extreme“ erklärt.
Weitere Zenith Modelle finden Sie in unserem Zenith Markenkosmos hier auf Uhrenkosmos.com.
Weitere Infos zur Uhr und ihrer Verfügbarkeit gibt es direkt beim Hersteller.

Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II
Datenblatt
| Modell | Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II |
| Gehäusekonstruktion | Geschmiedetes Carbon, kombiniert mit Titan |
| Gehäusemaße | 45 mm Durchmesser × 15,4 mm Höhe, 51 mm über die Bandanstöße |
| Wasserdichtigkeit | 20 bar beziehungsweise 200 Meter |
| Zifferblatt | Offen aufgebaute Anzeige mit Lapislazuli-Zählern, individuelle Zeichnung durch natürliche Pyriteinschlüsse |
| Zeiger und Indexe | Gelbgoldfarben beschichtet, facettiert, mit Super-LumiNova |
| Anzeige | Stunden, Minuten, kleine Sekunde (9 Uhr), 30-Minuten-Zähler (3 Uhr), 60-Sekunden-Zähler (6 Uhr), Gangreserveanzeige Chronograph (12 Uhr) |
| Uhrwerk | Zenith El Primero 9004, Automatikkaliber |
| Frequenz | 36.000 Halbschwingungen/Std. (5 Hz) für die Zeitanzeige, 360.000 Halbschwingungen/Std. (50 Hz) für den Chronographen |
| Chronograph | Misst mechanisch bis zur Hundertstelsekunde, zentraler Sekundenzeiger mit einer Umdrehung pro Sekunde |
| Gangreserve | ca. 50 Stunden (Zeitanzeige), ca. 50 Minuten (Chronograph) |
| Armband | Schwarzes Kautschukband mit Faltschließe, zusätzlich schwarzes Klettband, beide über Schnellwechselsystem tauschbar |
| Referenz | 10.9102.9004/51.I200 |
| Limitierung | 25 Exemplare |
| Preis | 36.800 Euro |








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