Von der wasserdichten Uhr zur echten Taucheruhr
Die Evolution der modernen Taucheruhr vollzog sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts als ein rasanter Übergang vom unhandlichen, eher experimentellen Spritzwasserschutz hin zum selbstverständlichen Schutz vor Nässe. Im Rolex Submariner Watchtalk geht es darum, wie ausgehend von der Rolex Oyster, die dank der wasserdichten, verschraubten Krone erstmals ein hermetisch versiegeltes Gehäuse massentauglich machte, über die tauchfähige Omega Marine mit doppeltem Gehäuse zu weitere Marken wie etwa Panerai, mit seinen militärischen Taucheruhren mit Bügelschutz. Sie entwickelten und verbesserten Taucheruhren systematisch weiter.
Den entscheidenden Wendepunkt markierte das Jahr 1953: Die Blancpain Fifty Fathoms hatte mit ihrer einseitig drehbaren Lünette den funktionalen Sicherheitsstandard für Gerätetaucher gesetzt. Die Rolex Submariner ging einen Schritt weiter: Sie überzeugte nicht nur unter Wasser mit einer Wasserdichtigkeit von 100 Metern, sondern machte auch im Alltag am Handgelenk eine gute Figur: robust, funktional, ansprechend im Design und problemlos im Alltag zu tragen.




Rolex Submariner Watchtalk
Im Uhrenkosmos Videopodcast sprechen Gisbert Brunner und Peter Wiederholt, selbst leidenschaftlicher Freizeittaucher mit Rettungstaucher-Ausbilung, worauf es unter Wasser ankommt. Sein wichtigstes Fazit: Eine Taucheruhr unter Wasser braucht genau zwei Zeiger und keine unnötigen Komplikationen. Dies ist Minutenzeiger – groß, gut ablesbar, mit Leuchtmasse versehen – um die Gesamtdauer des Tauchgangs im Blick zu behalten sowie den ebenfalls leuchtenden Sekundenzeiger, um zu wissen, dass die Uhr tatsächlich noch läuft.
Ein Chronograph mit kleinen Hilfszifferblättern kann an Land nützlich sein. Unter Wasser ist er schlicht unbrauchbar, da er keinen Kontrast und keine Ablesbarkeit bietet, geschweige denn mit Handschuhen bedient werden könnte. Die Stoppfunkiont übernimmt bei der Rolex Submariner die drehbare Lünette. Bevor man abtaucht, wird der leuchtende Dreiecksmarker auf den Minutenzeiger gestellt. Fortan lässt sich auf einen Blick ablesen, wie viel Zeit seit dem Abtauchen vergangen ist.
Dass diese Lünette nur gegen den Uhrzeigersinn drehbar ist, ist dabei kein Designfehler, sondern eine sicherheitstechnische Notwendigkeit: Ein versehentliches Verdrehen verlängert niemals die angezeigte Tauchzeit sondern verkürzt sie. Ein wichtiges Detail, das Leben retten kann.
Wer direkt auf Youtube in das Rolex Submariner Watchtalk Video einsteigen will, kann das unter diesem Link tun.
ISO-Norm und Wasserdichtigkeit
Für Taucheruhren gelten klare internationale Normen. Die aktuelle ISO-Norm schreibt unter anderem vor, dass die Uhrzeit aus 25 Zentimetern Entfernung noch einwandfrei ablesbar sein muss – selbst unter schlechten Sichtbedingungen. Entsprechend wichtige ist der deutliche Kontrast. Auch eine Markierung auf der Lünette ist normativ vorgeschrieben.
In puncto Wasserdichtigkeit testet Rolex nicht nur wie vorgeschrieben auf 125 Prozent der angegebenen Tiefengrenze. Vielmehr wird jede einzelne Uhr dieser Wasserprüfung unterworfen. Die Standard Rolex Submariner ist heute bis 300 Meter zertifiziert – für den Hobbytaucher, der laut Lizenzierung bis maximal 40 Meter taucht, ein vielfaches Sicherheitspolster.
Wichtig zu wissen: Die Wasserdichtigkeit wird stets nur zum Zeitpunkt der Prüfung garantiert. Ein Sturz auf hartem Boden kann die Dichtigkeit sofort kompromittieren. Wer die Uhr regelmäßig unter Wasser nutzt, sollte sie daher mindestens einmal jährlich auf Dichtigkeit prüfen lassen.

Heliumventil – nur cooles Feature oder echtes Werkzeug?
Die große Schwester der Submariner, die Sea-Dweller, verfügt über ein Heliumventil. Klingt beeindruckend – aber wer braucht es wirklich? Peter Wiederholt hat hier eine klare Meinung. Für ihn ist diese Funktionalität letztlich für Berufstaucher vorgesehen, die sogenanntes Sättigungstauchen betreiben. Dabei arbeiten Profis in Druckkammern oder Taucherglocken auf extremen Tiefen von 70 Metern und mehr – manchmal mehrere Tage lang. Das dort verwendete Atemgas enthält Helium, das nach Wasserstoff kleinste Element des Periodensystems, das selbst durch kleinste Ritzen und Gummidichtungen ins Uhrengehäuse diffundiert. Beim Dekomprimieren muss dieses Gas kontrolliert entweichen – sonst droht dem Gehäuse buchstäblich das Platzen. Daher setzen manche Modelle auf ein Heliumventil.
Für den Hobbytaucher ohne extreme Tauchgänge ist der zusätzliche Schutz über ein Heliumventil nicht sonderlich relevant. Die Rolex Submariner, die auf diese Funktion verzichtet, dürfte trotzdem für die meistern Taucher vollkommen ausreichen.

Das Armband: Unterschätzter Funktionsträger
Wer mit Neoprenanzug taucht, weiß: Der Handgelenkumfang verändert sich erheblich. Die aktuelle Rolex Submariner trägt dem mit dem sogenannten Glide-Lock-System Rechnung – einer Schließe, die eine stufenlose Verlängerung des Armbands um mehrere Zentimeter erlaubt, ohne Werkzeug, auch mit Handschuhen. Eine elegante Lösung, die ihren Vorgänger, das ältere Flip-Lock-System, deutlich übertrifft.
Wer direkt auf Youtube in das Rolex Submariner Watchtalk Video einsteigen will, kann das unter diesem Link tun.

Pflege nach dem Tauchgang – unbedingt ernst nehmen
So robust die Rolex Submariner auch ist: Salzwasser ist ihr Feind. Wer die Uhr im Meer getragen hat, sollte sie anschließend gründlich mit klarem Wasser und einer weichen Bürste abspülen. Trocknet eingelagertes Salz ein, beginnt es, sich unter die Lünette zu fressen und Gehäusefugen anzugreifen. Auch Chlorwasser – ob im Pool oder Whirlpool – ist kein Freund von Edelmetalluhren. Besonders bei Gelbgold, das Kupferanteile enthält, kann Chlor die Oberfläche langfristig schädigen.

Rolex Submariner Watchtalk: Finale Bewertung
Die Submariner ohne Datum in Stahl kostet 9.750 Euro und ist damit sehr fair bepreist. Für viele ist sie die Begleiterin unter Wasser. Kompakte Größe, perfekte Ablesbarkeit, durchdachte Funktionalität und ein zeitloses Design haben dafür gesorgt, dass die Uhr seit sieben Jahrzehnten kaum verändert werden musste.
Sie ersetzt definitiv keinen modernen Tauchcomputer, der Stickstoffsättigung und Dekompressionsstopps berechnet. Aber als mechanischer Zeitmesser am Handgelenk, der zuverlässig anzeigt, wie lange man bereits unter Wasser ist, hat sie nach wie vor ihren festen Platz – von der Attraktivität über Land ganz zu schweigen.










0 Kommentare