Zwischen Kampfschwimmer-Historie und Boutique-Realität
Die Uhrenmarke Panerai verdankt die Form ihrer Uhren wie ihren Nimbus ganz unzweideutig der frühen Zusammenarbeit mit der italienischen Marine. Aus ihr gingen ab dem Jahr 1910 zunächst verschiedene Instrumente und später robuste Taucheruhren hervor. Zu internationaler Bedeutung kam die Marke jedoch erst durch den Kauf durch den Richemont Konzern, der aus dem Erbe der Kampftaucheruhren eine weltweit erfolgreiche Lifestyle-Marke mit eigenen Boutiquen formte. Vor diesem Hintergrund sind auch die beiden neuen Panerai Submersible Marina Militare PAM01697 in Edelstahl und PAM01698 mit Carbotech-Gehäuse zu verstehen.
Dabei greift die Optik beider Modelle die farbliche Gestaltung der italienischen Marineflieger Aviazione Navale auf. Funktional war man sich bei der Konzeption der beiden Marina Militare Modelle allerdings bewusst, dass die Träger der Uhren in der Business-Class der Lufthansa-Alitalia-Flieger und nicht im engen, stählernen Cockpit eines Kampfjets unterwegs sein werden. Entsprechend bieten die Uhren zwar Military-Optik und die für Panerai unabdingbare Wasserdichtigkeit, jedoch keine zusätzlichen Zeitmessungen, die in der Luft wie unter Wasser zusätzliche Dienste leisten würden. Wozu auch – schließlich gilt des späteren Trägers vor allem einer attraktiven Optik und der für die Freizeit notwendigen Wasserdichtigkeit.

Aviazione Navale Gestaltung und klare Ablesbarkeit
Die Zifferblätter der Submersible Marina Militare PAM01697 und PAM01698 sind beide mattgrün gekörnt und zum Rand hin stark abgedunkelt. Ein Farbschema, das an unmittelbar an die Flughelme und Ausrüstung der Marineflieger erinnert. Für eine bessere Ablesbarkeit wurden die applizierten Stundenmarkierungen im Durchmesser um 20 Prozent erhöht, was mathematisch versierten Menschen sagt, dass sich die Leuchtflächen um 44 Prozent vergrößern. Für eine gute Ablesbarkeit im Dunkeln sorgt eine bei Tageslicht graue und im Dunkeln grün leuchtende Super-LumiNova Leuchtmasse der Qualität X2. Sie sorgt in Verbindung mit den breiten Zeigern für klare Lesbarkeit bei Dämmerung und unter Wasser. Für die bessere Unterscheidung wurde der beim Tauchen entscheidende Minutenzeiger sowie die 12-Uhr-Markierung mit einer im Dunkeln blau leuchtenden Leuchtmasse ausgestattet.
Bei 9 Uhr rotiert die ebenfalls mit Leuchtmasse ausgestattete kleine Sekunde mit Radar-Look Indexen, wobei im Innern des Hilfszifferblatts ein schwarzes historisches Ankersignet der Aviazione Navale zu sehen ist. Allerdings bietet die Skala lediglich 5-Sekunden-Abstände, was ein sekundengenaues Ablesen nicht gerade erleichtert. Ganz deutlich ablesbar ist hingegen der militärische Bezug der Marina-Militare-Modelle. Er zeigt sich in einem Schriftzug bei 6 Uhr erahnen sowie auf den beiden massiven Gehäuseböden beider Referenzen und ihrem eingravierten Flügelabzeichen der Aviazione Navale. Außerdem verfügen die Uhren über ein Datumsfenster bei 3 Uhr.

Marina Militare PAM01697 und PAM01698 Gehäuse, Lünette und Größen
Mit 44 mm Durchmesser sind beide Panerai Submersible sehr markant dimensioniert. Die PAM01697 setzt auf ein satiniertes Gehäuse aus Edelstahl der Güte 316LVM kombiniert mit einer einseitig drehbaren Lünette, deren Einlage aus matter grüner Keramik gefertigt ist. Die Bauhöhe liegt bei circa 13,45 mm; darüber schützt ein entspiegeltes Saphirglas vor Nässe und Staub. Der verschraubte Gehäuseboden besteht aus Stahl und verschraubt ist auch die Krone der Uhr.
Die Panerai PAM01698 unterscheidet sich durch ihr Gehäuse und die Lünette aus Carbotech. Dabei handelt es sich um einen lagenweise mit PEEK, einem teilkristallinen Hochleistungskunststoff verpressten Karbonfaser-Verbund, der jede Uhr durch seine unregelmäßige Maserung optisch einzigartig macht. Das Carbotech-Modell baut mit rund 14,25 mm noch höher und trägt einen verschraubten DLC-Titanboden.
Beide Modelle bieten eine nur einseitig drehbare Lünette zur Tauchzeitmessung, eine verschraubte Krone und entspiegeltes Saphirglas. Die Wasserdichtheit beträgt 300 m, also rund 30 bar. Um diese Tauchleistung zu garantieren, testet Panerai eigenen Angaben nach die Wasserdichtigkeit sogar auf eine 25% höhere Wasserdichtigkeit. Ihnen ist aber sicher bewusst, dass jede Wasserdichtigkeit nur so gut wie ihre regelmäßige Wartung ist.

Kaliber P.900
Sowohl die Panerai Submersible Marina Militare Referenz PAM01697 also auch die Referenz PAM01698 arbeiten mit dem Automatikkaliber P.900. Das Werk bietet, obwohl es nur über ein Federhaus verfügt, eine Gangreserve von 3 Tagen. Das Uhrwerk misst rund 28 mm im Durchmesser und 4,2 mm in der Höhe und besitzt 23 Lagersteine. Die Anzahl der Bauteile beträgt 171 und das Kaliber P900 schwingt bei einer Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde.
Der Rotor zieht beidseitig auf, eine Incabloc-Stoßsicherung ist ebenso an Bord wie ein Sekundenstopp für ein präzises Einstellen. Neben Stunden, Minuten und kleiner Sekunde stellt das Kaliber P.900 auch eine Datumsanzeige bereit. Das Kaliber stammt aus der Richemont-Kornzernschmiede ValFleurier und wurde konzeptionell auf Robustheit, Wartungsökonomie und Bauhöhen-Effizienz ausgelegt – Eigenschaften, die im Submersible-Kontext der Widmung der Uhr durchaus gerecht werden.

Submersible Marina Militare Armbänder
Serienmäßig werden die Marina Militare Armbänder mit einem grünen Canvas-Baumwollband mit Ton-in-Ton-Nähten ausgeliefert. Als weitere Trageoption liegt ein schwarzes Kautschukband bei, das für den Einsatz unter Wasser die häufigere Wahl darstellt. Die Dornschließe der Referenz PAM01697 schließt mit einer trapezförmigen Dornschließe aus Edelstahl, die Dornschließe der Referenz besteht aus DLC-beschichtetem Titan.

Panerai Submersible Marina Militare PAM01697 und PAM01698 Preis
Wer sich nun für eine der beiden Taucheruhren mit fliegerischer Widmung interessiert, muss mit folgenden Preisen kalkulieren: Die Referenz PAM01697 kostet 12.100 Euro, die Carbon-Variante PAM01698 18.900 Euro. Wer in den Vereinigten Staaten kaufen möchte, muss, Donald Trump sei Dank, sogar mit 12.500 USD bzw. 19.500 USD rechnen.
Für diesen Betrag erhält man entweder eine markante und robuste Stahluhr mit Taucheignung. Alternativ gibt es die leichtgewichtige Gehäusevariante aus Carbotech – wobei Carbonfreunde um den Umstand wissen, dass aus Gründen der Wasserdichtigkeit im Innern eines Carbon-Gehäuses in aller Regel ein Container aus Titan oder Stahl für die notwendige Stabilität sorgt.
Unabhängig davon stärken beide Uhren sichtbar die gewachsene Verbindung von Panerai zur italienischen Marine und zu kaufen sind die unlimitiert erhältlichen Modelle ab sofort.
Mehr über Panerai uns sein Engagement beim kommenden America’s Cup in Neapel gibt es hier zu lesen.








0 Kommentare