AP im Retro-Style

Audemars Piguet Neo Frame Jumping Hour: 1929 meet’s 2026!

Die Audemars Piguet Neo Frame jumping Hour ist der neue rechteckige Zeitmesser der Manufaktur aus Le Brassus – und das erste Automatikwerk von AP mit springender Stunde. Die Gestaltung bezieht sich auf ein früheres AP Modell.

von | 10.04.2026

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Wer die neue Audemars Piguet Neo Frame Jumping Hour verstehen will, muss fast 100 Jahre zurückgehen, genauer gesagt ins Jahr 1929. Damals entstand mit dem Vorläufermodell 1271 eine Uhr, die zwar erst 1929 und 1930 vermarktet wurde, aber zu den frühen Audemars-Piguet-Modellen mit zwei Anzeigefenstern zählte. Insgesamt entstanden 14 Exemplare in vier Varianten: in Weißgold, in Weiß- und Gelbgold, in Weiß- und Grüngold sowie als Unikat in Platin. Nahezu alle wurden noch vor dem Börsencrash im Oktober 1929 verkauft. Das Platinmodell, das heute im Musée Atelier Audemars Piguet aufbewahrt wird, diente so als Inspiration für die neue Neo Frame Jumping Hour.

Audemars Piguet 1271 Platin das sich im AP Museum in Le Brassus befindet

Eine gesuchte Uhr im AP Museum in Le Brassus - die Audemars Piguet 1271 in Platin.

Offenbar fand die Uhr mit ihrer markanten Gestaltung auch intern etliche Freunde, denn sie diente als Vorlage für die Audemars Piguet Neo Frame des Jahres 2026. Diese Aufmerksamkeit kommt nicht von ungefähr, denn AP galt einst als Pionier der springenden Stunde.

Von Mitte der Zwanziger-Jahre bis Anfang der 1950er Jahre fertigte die Manufaktur mehrere Hundert dieser Zeitmesser mit dieser Komplikation, wobei ein knappes Drittel ein doppeltes Anzeigefenster gehabt haben soll. Mit Beginn der 1950er Jahre wurde es dann ruhig um die Uhren und ihre „Streamliner“– oder auch „Ocean-Liner“-Form. Nun waren technische Uhren für die Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders gefragt – was aber der Schönheit der alten Modelle aus heutiger Sicht keinen Abbruch tut.

Audemars Piguet 1271 Bild Phillips

Audemars Piguet 1271 - bei Phillips für 52.920 Schweizer Franken versteigert. Bild Phillips

Gehäuse: Godronierungen als gestalterisches Rückgrat

Das Gehäuse der Audemars Piguet Neo Frame Jumping Hour misst 34,6 × 34 Millimeter ohne Bandanstöße, besteht aus 18 Karat Roségold und wird beidseitig von je acht vertikalen Godronierungen gerahmt. Als Godronierung bezeichnet man rillenartige, abwechselnd erhabene und vertiefte Längsrippen, die in der Goldschmiedekunst seit dem Barock als Oberflächendekor bekannt sind und einem Objekt sowohl Struktur als auch Lichtreflexion verleihen. An der Neo Frame erfüllen sie keine rein dekorative Funktion: Sie schaffen visuelle Tiefe, gliedern die Gehäuseflanken und machen die Uhr von allen Seiten erkennbar.

Dieses Motiv setzt sich auf Gehäuseboden, Krone und Schwungmasse fort. Die Linien laufen in spitz zulaufende Bandanstöße aus – ein direktes Zitat der gestreckten, aerodynamischen Formen des Pre-Models 1271.

Goldgehäuse mit godronierten, also mehrfach gewölbten Flanken

Goldgehäuse mit godronierten, also mehrfach gewölbten Flanken.

Zifferblatt: Reduktion mit konstruktivem Aufwand

Unter einem schwarz PVD-behandelten Saphirglas zeigen zwei goldgerahmte Fenster weiße Ziffern auf schwarzem Grund – springende Stunde oben, nachlaufende Minuten darunter. Der Markenname erscheint bei 6 Uhr in Roségoldtönen.

Die Konstruktion dahinter ist aufwendig: Weil bei 12 und 6 Uhr auf einen klassischen Metallrahmen verzichtet wurde, wird das Saphirglas mit der Zifferblattplatine verklebt und anschließend in das Gehäuse geschraubt. Diese eigens entwickelte Technik gewährleistet eine Wasserdichtigkeit bis 20 Meter.

Audemars Piguet Neo Frame Jumping Hour

Zifferblatt mit Springender Stunde und fortlaufender Minute der Audemars Piguet Neo Frame Jumping Hour.

Die Neo Frame Jumping Hour ist eine Hommage an Audemars Piguets Pionierrolle bei der Entwicklung der ersten Uhren mit springender Stunde in den 1920er-Jahren. Damals war das Glas so zerbrechlich, dass es durch Metall geschützt werden musste. Heute besteht es aus Saphirglas, das im Mittelpunkt steht.

Sébastian Vivas

Director Museum and Heritage, Audemars Piguet

Kaliber 7122: Das erste automatische Springende-Stunden-Werk von AP

Im Inneren arbeitet das neue Kaliber 7122 – Audemars Piguets erstes Automatikwerk mit springender Stunde überhaupt. Es basiert auf dem Kaliber 7121, misst 29,6 mm im Durchmesser bei nur 4 mm Dicke und umfasst 293 Komponenten. Die Schwingfrequenz beträgt 4 Hz (28.800 Halbschwingungen/Stunde), die Gangreserve 52 Stunden.

Ein patentiertes Stoßdämpfungssystem verhindert, dass die Stundenanzeige bei Erschütterungen ungewollt weiterspringt. Die Stundenscheibe besteht aus Titan, die Minutenscheibe aus einer Aluminiumlegierung – beide Materialien minimieren die bewegten Massen und erhöhen die Stoßfestigkeit. Durch den Saphirglasboden zeigt sich das Werk mit Genfer Streifen, Satinierungen und einer skelettierten Schwungmasse in Roségold.

Automatische 4 Hz Kaliber 7122

Automatische 4 Hz Kaliber 7122

Audemars Piguet Neo Armband und Preis

Getragen wird die Neo Frame an einem schwarzen Kalbslederarmband mit neu entwickeltem gewebt-strukturiertem Motiv, das bündig in das Gehäuse integriert ist. Der Preis liegt bei 65.400 Euro bzw. 71.200 US-Dollar.
Zweifellos kein geringer Preis. Allerdings gilt es festzuhalten, dass die Audemars Piguet Neo Frame Jumping Hour keine schlichte Hommage ist, sondern eine komplett neuentwickelte Variante des einstigen Modells, die aus der Verbindung von einst und jetzt zu etwas Neuem geführt hat. Nicht zu vergessen, dass AP wohl auch in der Lage war zu ergründen, was rechteckige Neu-Lancierungen in Gold im Markt sonst so kosten.

Weitere Audemars Piguet Modelle finden Sie im AP Markenkosmos auf Uhrenkosmos.com.

Mehr Infos zur Uhr gibt es hier. 

Audemars Piguet Neo Jumping Hour

Datenblatt

Komplikation Rechteckige Armbanduhr mit springender Stunde
Werk Kaliber 7122
Werktyp Automatikwerk
Anzeige Springende Stunde und nachlaufende Minuten
Gangreserve 52 Stunden
Stoßschutz Patentiertes Stoßdämpfungssystem
Material Stundenscheibe Titan
Material Minutenscheibe Kupferlegierung
Gehäusematerial 18 Karat Roségold
Abmessungen 34,6 x 34 mm
Gestaltung Gehäuse Beidseitig je acht vertikale Godronierungen
Anzeigefenster Zwei goldgerahmte Fenster
Konstruktion Zifferblatt Saphirglas mit Zifferblattplatine verklebt und verschraubt
Wasserdichtheit 20 Meter
Boden Saphirglasboden
Schwungmasse 18 Karat Roségold mit zusätzlicher Kannelierung / Godronierung
Armband Strukturiertes Kalbslederarmband mit Dornschließe aus Gold
Preis ca. 65.400 EUR

 

Audemars Piguet Neo Springende Stunde mit Lederband und goldener Dornschließe

Audemars Piguet Neo Springende Stunde mit Lederband und goldener Dornschließe.

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